Dienstag, 22. August 2017

Die Grumbe sind schon wieder aktiv: „Manege frei für die Grumbe-Narretei?“

Print Friendly, PDF & Email

Guten Tag!

Heddesheim, 23. März 2010. Vor gut einem Monat wurde die Fasnacht beerdigt. Aus-vorbei-für-immer? Natürlich nicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause organisieren die „Grumbe“ die nächste Kampagne. Soviel Zeit muss sein.

Interview: Hardy Prothmann

13

Grumbe-Vorsitzender Rudi Göhner beim Einzug in die Residenz. Bild: hblog

Herr Göhner, die Fasnacht ist beerdigt. Waren Sie mit der Kampagne zufrieden?
Rudi Göhner: „Insgesamt sehr. Es gibt aber viele Dinge, die wir noch verbessern müssen.“

Was zum Beispiel?
Göhner: „Vor allem die Kommunikation und die Abstimmung. Die war manchmal nicht optimal. Auch die Freundschaftspflege zu den anderen Vereinen wollen wir ausbauen. Der Mannheimer Stadtprinz hat ganz richtig gesagt: Wir Fasnachter müssen mehr zusammenrücken.“

Klasse Erfolge

Sie die Veranstaltungen insgesamt so gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt haben?
Göhner: „Ganz klar ja. Die Lady-Dinner-Night war wieder ein Riesenerfolg, die Schlagerparty lief super und auch mit der Prunksitzung bin ich zufrieden gewesen – es hätten aber schon ein paar mehr Gäste sein können.“

Da gab es noch einiges an Platz.
Göhner: „Die Prunksitzung ist absolut wichtig. Früher waren das ja todernste Veranstaltungen. Heute ist das lockerer, was ich gut finde. Die Leute erwarten heute ein anderes Programm, was wir nur bedingt anbieten können. Zwischen der Tradition und der Moderne liegt die Antwort. Das weiß ich.“

„Ich bin ein Fan des Gardetanzes.“ Rudi Göhner

Was gefällt Ihnen besonders?
Göhner: „Ich bin ein absoluter Fan des Gardetanzes. Das sind für mich Höhepunkte der Fasnacht. Ich bin froh, dass wir Sabrina Mayer als Tanzmariechen haben, weil sie sehr ungewöhnlich, aber spitzenmäßig tanzt. Und die Schwestern Alina und Alicia sind mit ihrem hohen Können eine große Bereicherung für uns.“

garde

Grumbe-Garde: Die "Mädels" trainieren schon wieder. Bild: hblog

Die beiden heben sich deutlich von den anderen Tänzerinnen ab. Ist da nicht Zoff vorprogrammiert?
Göhner: „Die Sorge stand im Raum. Ich habe für die Mädchen geworben – aber auch klar gemacht, dass ich kein Konkurrenzdenken will, das allen schadet. Das ist nicht eingetreten. Die beiden haben sich gut eingefügt.“

Braucht der 1. KVH denn drei Tanzmariechen?
Göhner: „Große Vereine wie der Feurio in Mannheim haben sogar acht Mariechen. Wieso sollen wir dann nicht drei oder vier haben?“

Sie haben an Aschermittwoch gesagt, „Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht“. Das heißt?
Göhner: „Wir, also der Vorstand, der Elferrat und andere Organisationsgruppen schauen uns die Kampagne genau an, analysieren, wo wir besser werden können und verteilen dann Aufgaben für die neue Kampagne. Wenn Sie so wollen, ist das ganze Jahr für uns Fasnacht. Neue Monate Vorbereitung ist die Pflicht, drei Monate Kampagne ist die Kür.“

Fasnacht heißt auch, Pflichten zu erfüllen.

Ist es schwer, eine Prinzessin zu finden?
Göhner: „Ja. Denn auf die Prinzessin kommt viel Arbeit zu und auch Bianca I. musste lernen, dass Sie uns repräsentiert, aber nicht regiert. Sie steht im Mittelpunkt, aber sie ist nicht der Mittelpunkt. Das hat dann auch geklappt. Während der Kampagne gibt es einen straffen Zeitplan, der eingehalten werden muss. Da müssen alle zusammen funktionieren.“

Klingt gar nicht lustig.
Göhner: „Das ist die ernste Seite hinter der Fasnacht. Man muss seine „Verpflichtungen“ erfüllen. Das gilt für alle. Wenn die Truppe aber gut zusammenwirkt, macht das einen Riesenspaß. Anderen Freude zu bereiten ist eine einzige Freude.“

Wie läufts mit der Guggemusik?
Göhner: „Da bin ich sehr zufrieden. Die organisisieren sich weitestgehend selbst und machen das klasse. Außerdem holen sie mit dem Guggemusikfest das Geld rein, das sie brauchen und kosten den Verein fast nichts extra.“

Kostüme und Orden kosten ordentlich.

A propos Kosten. Was kostet richtig viel Geld?
Göhner: „Natürlich die Kostüme. Hier haben wir Einsparungen vorgenommen, weil jetzt die Garden alle diesselbe Uniform haben, so ist gewährleistet, dass die Mädels, wenn sie „aufsteigen“ ein passendes Kostüm finden. Außerdem wird viel Näharbeit investiert. Einer der größten Posten sind aber die Orden. Wir haben in dieser Kampagne 350 Stück zu 8 Euro machen lassen, also 2.800 Euro ausgegeben.“

gugge

Die Guggemusiker der Grumbe, angeführt von "Muli" Matthias Schulz machen nicht nur Grumbe-Chef Rudi Göhner Freude. Bild: hblog

Wie ist die wirtschaftliche Bilanz?
Göhner: „Das steht noch nicht ganz fest, aber unterm Strich sind wir gut weggekommen mit den Einnahmen aus den Veranstaltungen.“

Wissen Sie schon das Motto für die neue Kampagne?
Göhner: „Wir habe es noch nicht festgelegt, aber voraussichtlich „Manege frei für die Grumbe-Narretei“.“

Info:
Der 1. Karnevalsverein Heddesheim „Grumbe“:
Der Verein besteht seit 1996 und hat rund 300 Mitglieder. In den Garden tanzen rund 30 Mädchen, die von mehreren Personen trainiert und betreut werden.
Während der Kampagne besuchen „Abordnungen“ und die Prinzessin rund 50 Veranstaltungen. Die wichtigsten eigenen Veranstaltungen sind das Ordensfest, die Inthronisation der Prinzessin, die Lady-Dinner-Night, die Prunksitzung und die Schlagerparty.

Service:
Alle Artikel auf dem heddesheimblog zu den Grumbe

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.