Montag, 21. August 2017

Baugebiet „Westlich der Uhlandstraße“ abgerechnet

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Guten Tag!

Heddesheim, 23. April 2010. (red/pöl) Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 22. April 2010 der Abrechnung der Erschließung durch die MVV Energiedienstleistungen GmbH zugestimmt. Die Erschließungskosten betrugen insgesamt 1,45 Millionen Euro.

Von Horst Pölitz

Die MVV Energiedienstleistungen GmbH hatte als privater Erschließungsträger durch Beschluss des Gemeinderats den Auftrag übernommen, das Baugebiet „Westlich der Uhlandstraße“ zu erschließen. Die Arbeiten dauerten bis zur Abnahme im April 2009 rund zwei Jahre.

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Erste Häuser wurden im Baugebiet "Westlich der Uhlandstraße" bereits im Sommer 2009 errichtet. Bild: heddesheimblog

In einem städtebaulichen Vertrag wurde geregelt, dass sämtliche Kosten die im Baugebiet beteiligten Eigentümer zu tragen haben. Die Eigentümer seien über alle Kosten unterrichtet worden, darunter 50.000 Euro für archäologiche Grabungen. Der CDU-Gemeinderat Dieter Kielmayer hatte sich über diesen Posten gewundert, „da man dafür normalerweise nicht bezahlen muss“.

Auf Nachfrage erklärte der MVV-Vertreter Gregor Völker, dass die Eigentümer auch über diese zusätzlichen Kosten unterrichtet gewesen seien und zugestimmt hätten: „Wir wollten verhindern, dass durch Funde die Arbeiten verzögert werden. Deshalb haben wir das in Auftrag gegeben. Es wurden Gräben durch das Gebiet gezogen, um festzustellen, ob es archäologisch wichtige Fundstellen geben könnte.“ Die gab es nicht. Trotzdem wurde die Scherbe einer Tonschale gefunden, die wahrscheinlich aus Norddeutschland stammt.

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Neue Siedlung. Bild: hblog

Gegenüber den ursprünglich kalkulierten Erschließungskosten von 68,58 Euro pro Quadratmeter wurden nicht erreicht. Die tatsächlichen Kosten belaufen sich auf 63,21 Euro pro Quadratmeter.

Da eine Erfolgsbeteiligung mit dem Unternehmen getroffen wurde, erhalten die Eigentümer 80 Prozent der Einsparungen und die MVV Energiedienstleistungen GmbH einen Zuschlag von 20 Prozent der eingesparten Summe. Dadurch werden insgesamt 64,73 Euro pro Quadratmeter abgerechnet.

Im Neubaugebiet sind als Telekommunikationsdienstleister Deutsche Telekom und Kabel BW vertreten, die dort auf eigene Kosten Kabel verlegt haben. Bedingung dafür war, dass der Erschließungsträger den Aushub für die Firmen erledigte. Auch über diese Zusatzkosten seien die Eigentümer informiert gewesen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Anmerkung der Redaktion:

Gregor Völker, der die Arbeiten im Gemeinderat für regioplan vorgestellt hat, ist unzufrieden mit unserer Berichterstattung und schildert seine Sicht der Veranstaltung, was wir hiermit dokumentieren. Die Stellen sind in unserem Text rot gekennzeichnet:

„Zur Klarstellung:

Die Funde des R.E.M. waren bereits mehrfach Inhalt der Presse und brachten den Archäologen wichtige Kenntnisse zum spätbronzezeitlichen und vor allem frühmittelalterlichen Siedlungswesen des 6. Jhd.
Die Funde wurden auch auf dem Bürgertag in Heddesheim am 21.09.2008 ausführlich präsentiert, an dem Sie offensichtlich nicht zugegen waren.
Es spielt keine Rolle, wie ich persönlich diese Funde einschätze. Als unbedeutend habe ich diese niemals bezeichnet. Das R.E.M. hat hier die Vorgehensweise des Erschließungsträgers als Vorbildlich bezeichnet. Ich helfe Ihnen hier gerne weiter und sende Ihnen im Anhang einen sicherlich unbewusst überlesenen Artikel im MaMo vom 22.04.2008.
Es ist ganz klar: wäre die Voruntersuchung nicht erfolgt, hätten uns bei der Erschließung massiven Baubehinderungen erwartet.

Ich habe in der Sitzung ferner explizit klargestellt, dass keinerlei (!) Kosten für die Deutsche Telekom übernommen wurden, da diese eine Versorgungspflicht hat. Daher kann ich Ihre Berichtigung meiner klaren Aussage nicht nachvollziehen. Vielleicht waren Sie kurzzeitig unaufmerksam und haben mich nicht richtig verstanden oder diese Aussage überhört. Nur für Kabel BW gab es eine Beteiligung am Tiefbau. Daher ist Ihre Darstellung im Bericht falsch; von „zutreffend“ kann keine Rede sein. Glücklicherweise gibt es für die gefallenen Aussagen ja ausreichend Zeugen.

Weitere Anfragen zur Maßnahme bitte ich Sie über die Verwaltung der Gemeinde Heddesheim an uns zu stellen.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Gregor Völker

    Sehr geehrter Herr Prothmann,

    Die Aussagen, die mir in den Mund gelegt werden, sind teilweise falsch:

    1) Es wurden mehrere bedeutende archäologische Funde entdeckt. Informationen darüber erhalten Sie gerne von der gemeinde und vom R.E.M.
    2) Es wurden keine Kosten der Telekom auf die Eigentümer umgelegt.

    MfG
    Völker

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag Herr Völker!

      In der Gemeinderatsitzung haben Sie eindeutig gesagt, dass es nur geringe Funde gab. Eine Einschätzung von Ihnen, dass diese „bedeutend“ sind, hat es nicht gegeben.

      In der Sitzung beantworteten Sie die Frage wie die Kabel für Telekommunikation verlegt wurden so, dass für die Dienstleister ein Graben gezogen wurde, in den diese ihre Kabel selbst verlegt haben. Die Nachfrage, ob die Eigentümer verständigt worden seien, haben Sie bejaht. Das war so zu verstehen, dass diese Kosten der Arbeiten auf die Eigentümer umgelegt wurden.

      Eine Aussage, dass die Telekommunikationsdienstleister hierfür Kosten übernommen haben, haben Sie nicht getroffen.

      Da in beiden Fällen unsere Berichterstattung zutreffend den Inhalt der Sitzung wiedergibt, könnte es nun sein, dass Sie sich korrigieren möchten, weil Sie in der Sitzung keine korrekten Informationen geliefert haben. Dem kommen wir gerne nach. Wir weisen aber redaktionell darauf hin, dass Sie sich auf Ihren Wunsch hin korrigieren und nicht wir einen redaktionellen Fehler.

      Wenn Sie so verfahren möchten, machen wir das gerne.

      Sie müssten dann allerdings noch eine schriftliche Aussage treffen, wie die Korrektur lautet.

      Beste Grüße

      Redaktion heddesheimblog

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Da wir bislang keine Rückmeldung durch Herrn Völker von regioplan haben, sind wir selbst tätig geworden.

        Aus Sicht der Archäologen wurden sogar sehr bedeutende Funde gemacht – was in der Darstellung im Gemeinderat aber zu kurz kam.

        Wir dokumentieren einen Text des Reiss-Engehorn-Museums:

        „Siedlungsreste der Urnenfelder- und frühen Merowingerzeit in Heddesheim, Rhein-Neckar-Kreis
        Zahlreiche aus Heddesheim und seiner unmittelbaren Umgebung stammende Funde und Befunde belegen die intensive, seit dem Neolithikum währende Besiedlung dieses im Bereich des fruchtbaren Neckarschwemmkegels gelegenen Gebiets. Als eine sich dem westlichen Ortsrand anschließende, ca. 35000 m2 große und landwirtschaftlich genutzte Fläche als Neubaugebiet ausgewiesen wurde, war davon auszugehen, dass die Baumaßnahmen weitere archäologische Befunde erfassen würden. Die Archäologische Abteilung der Reiss-Engelhorn-Museen führte deshalb Anfang des Jahres 2008 verschiedene Voruntersuchungen durch (geophysikalische Prospektion, Suchschnitte), denen im Frühjahr eine knapp über zwei Monate dauernde Ausgrabung folgte (BW 2008-09). Sie erbrachte rund 120 archäologische Befunde, die zur Hauptsache unmittelbar westlich einer alten, noch heute im Gelände sichtbaren Neckarrinne lagen und der Urnenfelder- und frühen Merowingerzeit angehören.
        Befunde der Urnenfelderzeit
        Die vorrangig im Westen der Grabungsfläche gelegenen Befunde der Urnenfelderzeit setzen sich aus einigen Siedlungsgruben und Pfostenstellungen zusammen. Letztere lassen sich zwar nicht zu Hausgrundrissen zusammenführen, doch deuten einige von ihnen eine kleinere rechteckige Struktur an, vielleicht die Überreste eines Hochspeichers. Von den Siedlungsgruben ist eine im Umriss ovale und 2,55 m x 2,40 m große, mit Flussgeröllen abgedeckte Grube hervorzuheben (Abb. 1). Ihre fast 0,8 m tiefe Verfüllung enthielt neben Keramik, Knochen und Brandlehm überaus große, besonders in der unteren Hälfte konzentrierte Mengen an Holzkohle. Bei diesem Befund könnte es sich um eine ursprünglich als Darre, also eine zum Trocknen und Konservieren von Lebensmitteln genutzte Anlage handeln.
        Eine nähere zeitliche Ansprache der Befunde ist etwas problematisch, da sie kaum datierendes Material enthielten. Einige Merkmale der Keramik könnten Verbindungen zu Grabfunden der älteren Urnenfelderzeit (Ha A) herstellen. Damit ist jedoch über Beginn und Ende der Besiedlung nichts gesagt.
        Befunde der frühen Merowingerzeit
        Die meisten Befunde sind der frühen Merowingerzeit zuzuweisen. Es wurden vier Grubenhäuser, zwei Brunnen ohne Verschalungen, verschiedene Siedlungsgruben und Pfostenstellungen aufgefunden. Drei der vier durchweg O-W-gerichteten Grubenhäuser gehören dem Sechspfostentyp an, wobei eines als bautechnische Besonderheit jeweils in die Längswände eingerückte Eckpfosten aufweist, ein Merkmal, das auf eine frühe Zeitstellung hindeutet (Abb. 2). Dass wenigstens ein Teil der Grubenhäuser der Textilverarbeitung diente, bezeugen stellenweise überaus zahlreich aufgefundene Webgewichte. Über die Pfostenstellungen gelang der Nachweis von zwei Rechteckbauten. Mit vier Pfosten und Seitenlängen von 3 m (O und W) und 3,40 m (N) bzw. 3,70 m (S) besitzt der erste beinahe quadratischen Umriss und kann als Hochspeicher interpretiert werden. Vom zweiten und gleich den Grubenhäusern O-W-gerichteten Bau waren nur noch Teile der Ost- und Nordfront erhalten, die Länge und Breite betragen mindestens 11,40 m bzw. 5,80 m. Welchen Zweck dieser Rechteckbau hatte, konnte nicht geklärt werden. Da eindeutig zu identifizierende Wohnbauten nicht aufgefunden wurden, lässt sich somit dieses ganze Areal als Wirtschaftbereich ansprechen.
        Aus einer Abfallgrube, einem Grubenhaus und der Verfüllung eines Pfostenlochs des größeren Rechteckbaus stammen eine kerbschnittverzierte Vogelfibel vom Typ Vorges (Abb. 3) sowie die Fragmente von zwei Dreilagenkämmen (Abb. 4). Diese Kleinfunde erlauben eine sichere Verknüpfung mit Grabfunden aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. n. Chr. Die mit aufgefundene Keramik unterstützt diese Datierung. Neben scheibengedrehter Ware wie solche der Mayener Art fand sich auch handgemachte, wobei einzelne ihrer Merkmale nordseegermanische Einflüsse verraten (Abb. 5). In den Gräberfeldern des Mannheimer Raumes erscheint handgemachte Ware bevorzugt in Grabausstattungen aus der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts. n. Chr. Hiermit stimmt überein, dass spätere Keramikformen wie scheibengedrehte Knickwandtöpfe mit ihren typischen Dekorelementen völlig zu fehlen scheinen. Die formenkundliche Analyse der Keramik Mayener Art und womöglich noch weiterer scheibengedrehter Waren steht noch aus. Aber es ist zu erwarten, dass ihre Ergebnisse der hier vorgenommenen Datierung nicht widersprechen werden.
        Zu den archäologischen Untersuchungen treten naturwissenschaftliche Begleitprojekte hinzu. 14C-Datierungen von Proben aus verschiedenen Schichten des Neckaraltarmes datieren den Beginn von Torfbildungen in das späte 10. Jahrtausend v. Chr. Auch ein bodenkundliches Gutachten liegt bereits vor. Die archäobotanische Untersuchung der Pflanzenreste ist noch nicht abgeschlossen. Schließlich soll die archäozoologische Analyse des umfangreichen Tierknochenmaterials in die Gesamtauswertung einfließen.
        Für die großartige Unterstützung danken wir Herrn Bürgermeister Michael Kessler, der MVV Energiedienstleistungen GmbH REGIOPLAN sowie allen Neubürgerinnen und Neubürgern im Neubaugebiet westlich der Uhlandstraße. Auch unsere Ehrenamtlichen haben wieder vorbildliche Arbeit geleistet.

        Literaturhinweise
        U. Koch. Die merowingischen Friedhöfe, in: H. Probst (Hrsg.), Mannheim vor der Stadtgründung I, 2 (Regensburg 2007) 35 ff. bes. 90 ff.; dies., Die Grabfunde – Bausteine der Chronologie – Indikatoren der sozialen Stellung. Ebd. 118 ff. bes. 179 ff.
        F. Damminger/U. Gross, Zur Fortsetzung der Ausgrabungen in einer früh- bis hochmittelalterlichen Wüstung in Mannheim-Vogelstang. Arch. Ausgr. Baden-Württemberg 2006 (2007), 181-186.
        P. König, Urnenfelder- und frühmerowingerzeitliche Siedlungszeugnisse in Heddesheim, Rhein-Neckar-Kreis. Mannheimer Geschichtsbl. 16, 2008, 154-155.

        Autor:
        Dr. P. König“

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Mittlerweile liegt eine Antwort durch Herrn Völker vor:

        „Hallo Herr Prothmann,

        Zur Klarstellung:

        Die Funde des R.E.M. waren bereits mehrfach Inhalt der Presse und brachten den Archäologen wichtige Kenntnisse zum spätbronzezeitlichen und vor allem frühmittelalterlichen Siedlungswesen des 6. Jhd.
        Die Funde wurden auch auf dem Bürgertag in Heddesheim am 21.09.2008 ausführlich präsentiert, an dem Sie offensichtlich nicht zugegen waren.
        Es spielt keine Rolle, wie ich persönlich diese Funde einschätze. Als unbedeutend habe ich diese niemals bezeichnet. Das R.E.M. hat hier die Vorgehensweise des Erschließungsträgers als Vorbildlich bezeichnet. Ich helfe Ihnen hier gerne weiter und sende Ihnen im Anhang einen sicherlich unbewusst überlesenen Artikel im MaMo vom 22.04.2008.
        Es ist ganz klar: wäre die Voruntersuchung nicht erfolgt, hätten uns bei der Erschließung massiven Baubehinderungen erwartet.

        Ich habe in der Sitzung ferner explizit klargestellt, dass keinerlei (!) Kosten für die Deutsche Telekom übernommen wurden, da diese eine Versorgungspflicht hat. Daher kann ich Ihre Berichtigung meiner klaren Aussage nicht nachvollziehen. Vielleicht waren Sie kurzzeitig unaufmerksam und haben mich nicht richtig verstanden oder diese Aussage überhört. Nur für Kabel BW gab es eine Beteiligung am Tiefbau. Daher ist Ihre Darstellung im Bericht falsch; von „zutreffend“ kann keine Rede sein. Glücklicherweise gibt es für die gefallenen Aussagen ja ausreichend Zeugen.

        Weitere Anfragen zur Maßnahme bitte ich Sie über die Verwaltung der Gemeinde Heddesheim an uns zu stellen.

        Mit freundlichem Gruss,
        i.V.
        Dipl.-Ing. (FH) Gregor Völker
        —————————————————————-
        MVV Energiedienstleistungen GmbH REGIOPLAN
        Besselstraße 14/16
        D-68219 Mannheim“

        Und unsere Antwort:

        Guten Tag Herr Völker,

        der Bericht bezieht sich nicht auf das, was irgendwann einmal in der Presse stand, sondern auf die Gemeinderatssitzung vom 22. April 2010.
        Dort haben Sie aus Ihrer Sicht darauf hingewiesen, dass die Grabungen finanziert wurden, um möglichen Bauunterbrechungen vorzubeugen, was auch gelungen ist.
        Tatsächlich habe Sie nicht deutlich auf die Bedeutung der Funde hingewiesen.

        Auch im Fall der Versorgung schildern Sie etwas, was Sie gerne vielleicht so gesagt hätten, aber nicht haben.

        Wir kommen Ihrem Anliegen aber nach und ergänzen den Artikel.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

    • Heddy

      Ohne diesen Fall näher beurteilen zu können, fällt schon auf, dass es mehrfach „Qualitätsprobleme“ in der Berichterstattung durch Herrn Pölitz gegeben hat. Wer Tag für Tag der Konkurrenz Fehler und Nachlässigkeiten nachweist (zurecht!), sollte für die eigene Arbeit höchste Maßstäbe anlegen…

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Danke für Ihren Beitrag.

        Wo gehobelt wird, da fallen Späne – oder anders ausgedrückt, alle Menschen machen Fehler.

        Wir legen tatsächlich höchste Qualitätsansprüche an unsere veröffentlichen Informationen. Herr Pölitz ist freier Mitarbeiter, der sich ganz herausragend engagiert, sicherlich aber wie jeder, der mit Journalismus beginnt, mit den Themen lernt. Dabei wurden einige wenige sachliche Fehler gemacht – die werden von uns aber transparent korrigiert. Die unterschiedliche Bewertung oder Meinung über Sachverhalte werden aus unterschiedlichen Positionen vielleicht als „Fehler“ gesehen, unterliegen aber der Meinungsfreiheit.

        Wir sind in Deutschland eine von ganz wenige Redaktionen, die tatsächliche redaktionelle Fehler dokumentiert. Diese finden Sie in der Kategorie „Korrektur„. Dort sind sechs korrigierte Texte zu finden – bei fast 1.300 veröffentlichten Artikeln ist die Fehlerquote im Bereich von 0,005 Prozent. Damit können wir leben 🙂

        Darüber hinaus kritisiert nicht Herr Pölitz die Fehler und Nachlässigkeiten der Konkurrenz, sondern die Redaktion. Insofern ist die Verknüpfung in Ihrem Kommentar unzutreffend.

        Sicherlich zutreffend ist, dass einige Menschen unsere Artikel sehr genau unter die Lupe nehmen, darunter auch Sie, der Bürgermeister oder auch verbundene Unternehmen.

        Der Kommentar von Herrn Völker ist zulässig, darf aber sicherlich als „Dienstleistung“ gewertet werden. Das lässt sich einfach aus der Art der Abfassung herauslesen. Nicht die Richtigstellung ist die Motivation, sonst hätte Herr Völker eine „richtige“ Information angefügt, sondern die Feststellung von „teilweise falsch“.

        Unabhängig von der klar ersichtlichen Motivation nehmen wir uns trotzdem dem Anliegen an, wie Sie durch die sofortige Dokumentation der Grabungsarbeiten erkennen können.

        Eine Korrektur des Artikels hängt von der Antwort von Herrn Völker ab – die ist noch nicht eingegangen.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

      • Heddesheimer

        Herr Prothmann hat ja die Aussage bestätigt, nur macht ein Blog einer möglichen Korrektur des gesagten einfacher als eine gedruckte Zeitung.

        Ist eben für alle ein neues Medium und man aktiv mitgestalten und weiter Informationen zufliesen lassen.

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Danke für Ihren Beitrag.

          Sie haben Recht und auch nicht. Es gibt niemanden, der eine Zeitung hindert, eine Korrekturspalte zu führen. Das macht beispielsweise auch der Spiegel.
          Der Mannheimer Morgen macht das nicht als feste Größe – scheinbar gibt es keine Fehler in der Zeitung oder wenn doch, ist es der Redaktion egal.
          Er könnte es aber machen – wäre der Wille dazu vorhanden.

          Richtig ist, dass ein blog mehr kann als eine Zeitung, vor allem durch die aktive Mitgestaltung durch die LeserInnen, die durch Kommentare und Hinweise die Themenvielfalt bereichern.

          Einen schönen Tag wünscht
          Das heddesheimblog

        • Jochen Schust

          „Sie haben Recht und auch nicht. Es gibt niemanden, der eine Zeitung hindert, eine Korrekturspalte zu führen.“

          In englischen und amerikanischen Zeitungen ist das schon lange üblich, nur hierzulande nicht. Dabei ist es doch völlig klar, dass im schnellen News-Geschäft auch mal Fehler und Ungenauigkeiten passieren können.

        • Heddesheimer

          Ich meinte, es ist sicher einfacher hier direkt einen Kommentar unter den Artikel zu Plazieren wie sich durch einen E-Mail Server zu kämpfen. 😉

          Schönen Gruß

  • Heddy

    „Unabhängig von der klar ersichtlichen Motivation nehmen wir uns trotzdem dem Anliegen an, wie Sie durch die sofortige Dokumentation der Grabungsarbeiten erkennen können.“

    Hallo danke für die Antwort. Ihr Bemühen um schnelle und transparente Aufklärung auch in zurückliegenden Fällen will ich ausdrücklich anerkennen! Danke!

  • Gregor Völker

    Hallo Blog,

    ich freue mich über das rege Interesse an der oben geführten Diskussion. MVV REGIOPLAN hat die Vorgehensweise, vorher das Thema Archäologie gründlich zu untersuchen und erst nach deren Klärung die Erschließung zu beginnen, schon öfter erfolgreich in der Region praktiziert.
    Die ursprünglichge Aussage, die mir „untergejubelt“ wurde, es sei nichts gefunden worden (außer einer Scherbe), hat mich schon etwas geärgert, da das Thema der Grabungen damals in der Presse ausführlich thematisiert wurde. Es ist ja noch nicht so lange her, als dass ein politisch interessiertes Heddesheimer Forum dies übersehen kann.
    Egal … später zitierte man mich, ich hätte „eindeutig gesagt, dass es nur geringe Funde gab.“ Geringe Funde sind zumindest mehr als nichts (und damit ein Schritt in Richtung Wahrheit), aber knapp daneben ist auch vorbei.

    Muss ich es als Vorwurf auffassen („Tatsächlich habe Sie nicht deutlich auf die Bedeutung der Funde hingewiesen.“), wenn ich bei der Präsentation der Schlussabrechnung das Thema Archäologie nur zur Auflockerung mit zwei Folien und ein paar Bilder anschneide?

    „Auch im Fall der Versorgung schildern Sie etwas, was Sie gerne vielleicht so gesagt hätten, aber nicht haben.“ Meine Aussage zur Kostentragung war eindeutig und unmissverständlich. Eine Falschaussage/-auffassung (von Herrn Prothmann) gewinnt nicht an Wahrheitsgehalt, wenn diese nur oft genug wiederholt wird.

    Ich denke, ich habe am Donnerstag etwas verpasst, als ich nach meiner Präsentation die Gemeinderatssitzung verlassen habe. Der Artikel „Sitzung endet im Eklat“ im MaMo kann vielleicht als bezeichnend angesehen werden.

    Eine abschließende Richtigstellung habe ich noch: „Der Kommentar von Herrn Völker ist zulässig, darf aber sicherlich als “Dienstleistung” gewertet werden.“. Falsch! Ich handle aus eigener persönlicher Motivation und wehre mich gegen falsche Aussagen, die mir etwas dreist unterstellt werden. Daher war es mir auch ein Anliegen, die “richtigen” Informationen unverzüglich nachzureichen, die der Redaktion des Blog wohl nicht vorlagen.

    Nun denn, ich wünsche allen Lesern des Blogs weiterhin einen schönen Abend,

    Gregor Völker
    (nach Feierabend als Privatperson)

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag Herr Völker,

      die Redaktion bedankt sich zunächst für Ihren Kommentar, der in Stil und Form so geschrieben ist, wie wir uns das wünschen.

      Die Gründe für die Archäologische Grabung wurden zutreffend in unserem Bericht genannt, was Sie auch bestätigen.

      Zu Ihrem Kommentar:
      Ihnen wurde keine Aussage „untergejubelt“. Wenn Sie genau lesen, ist die betreffende Passage nicht in wörtliche Rede gesetzt.
      Es handelt sich um einen zusammenfassenden Ausdruck dessen, was Sie gesagt haben. Journalismus muss Informationen jeglicher Art zusammenfassen. Wörtliche Protokolle sollten von Verwaltungen geführt werden.

      Sie haben die Scherbe erwähnt und sich schnell über das Thema gegangen. Ein Eindruck, den übrigens auf Nachfrage mehrere Gemeinderäte bestätigen.

      Das heddesheimblog ist kein „politisch-interessiertes Forum“ – Sie sollten über die Quelle nachdenken, aus der Sie diese Einschätzung bezogen haben – hätten Sie das selbst getan, hätten Sie schnell bemerkt, dass das heddesheimblog kein „Forum“ ist.

      Das heddesheimblog ist ein lokaljournalistisches Medium im Aufbau, das im kommenden Monat den ersten Geburtstag feiert. Die lokale Monopolist, der Mannheimer Morgen, ist dagegen 64 Jahre alt und hat dem heddesheimblog journalistisch nichts (mehr) entgegenzusetzen.

      Unser Freier Mitarbeiter Horst Pölitz hat seinen Bericht geschrieben. Dieser wurde redaktionell geprüft und bearbeitet. Die Präsentation Ihrer „Aussage“ zur Sache vermittelte den Eindruck, der zu den Sätzen geführt hat: „Die gab es nicht. Trotzdem wurde die Scherbe einer Tonschale gefunden, die wahrscheinlich aus Norddeutschland stammt.“

      Weiter wurde eine weitere Einschätzung mit einer offenen Fragestellung eingeholt: „Dieser Punkt hatte keine besondere Bedeutung.“

      Auch im „späteren Zitat“ mit den „geringen Funden“ folgern Sie aus Ihrer falschen Annahme des „Unterjubelns“ heraus: „Knapp vorbei ist auch daneben.“ Das gilt exakt für Ihre nicht zutreffenden Aussagen.

      Ihre Frage, ob „Sie es als Vorwurf auffassen“ sollten, ist eine ernstzunehmende Frage. Bei so viel öffentlicher Aufmerksamkeit wäre ein Hinweis Ihrerseits dazu sicher angebracht gewesen. So gesehen, dürfen Sie das gerne als „Vorwurf“ im Nachhinein verstehen.
      Nebenbei bemerkt hätte das unseren Recherche-Reflex berührt und wir hätten uns sicher kundig gemacht, was es mit dem Thema auf sich hat.

      So, wie Sie die Grabungen dargestellt haben, war es kein Thema. Wir hatten keine Informationen dazu und mit einem gewissen „Vertrauensbonus“ an Ihrer Person gab es auch keinen Hinweis auf das öffentliche Interesse.

      Was „Falschaussage/-auffassung (von Herrn Prothmann)“ angeht, liegt diese leider bei Ihnen. Der Bericht wurde von Herrn Pölitz geschrieben.
      Die „Aussage soll nicht an Wahrheitsgehalt gewinnen, indem sie wiederholt wird“, ist Ihre Meinung. Die Schilderung ist eine zutreffende Wahrnehmung mehrerer Menschen, die alle bei gutem Verstand sind.

      Ihre Aussagen, Herr Völker, waren nicht so „eindeutig und unmissverständlich“, wie Sie das gerne selbst wahrnehmen wollen.

      Die journalistische Wahrnehmung war: Ihr Vortrag war zu Ende, Sie räumten den Platz, drehten sich herum, etwa drei oder vier Mal und warteten auf eine „Verabschiedung“ durch den Bürgermeister. Diese kam nicht. Dann sind Sie gegangen. Unser Mitleid war bei Ihnen.

      Falls Sie durch dieses besonders unhöfliche Verhalten verärgert sind, sollten Sie sich nicht bei uns, sondern an der richtigen Stelle abarbeiten.

      Dazu gehört auch der Mannheimer Morgen, der „bezeichnende Artikel“ veröffentlicht.

      Herr Völker, was wurde dort wie bezeichnet? Haben Sie einmal darüber nachgedacht? Vielleicht erwogen, eine andere Darstellung zur Kenntnis zu nehmen und sich dann ein Urteil zu bilden, anstatt den erstbesten, passenden „Beweis“ aufzugrabschen?

      Und um Sie zu beruhigen, Herr Völker: Ihnen wird nichts „dreist unterstellt“. Schon gar nicht, dass Sie aus „eigener persönlicher Motivation“ handeln. Denn das tun wir alle.

      Bei der „Aussage“ handelt es sich um eine Meinungsäußerung, Herr Völker. Hier wurde nichts „dreist“ unterstellt, sondern eine Wahrnehmung wiedergegeben.

      Dabei wird abgewogen zwischen „vorliegenden Unterlagen“, gemachten Aussagen und subjektiven Eindrücken.

      Ein Prinzip, dass das heddesheimblog übrigens offensiv verfolgt – die subjektive Perspektive. Belegt durch Fakten und Recherche.

      Recherche braucht einen Impuls, veranlasst durch Instinkt, Informanten, Wissen, Zufall.

      Wie Sie richtig bemerkt haben, hatten wir keine Kenntnis von dem öffentlichen Interesse. Keine Redaktion dieser Welt ist allwissend.
      Sie hatten diese Kenntnis – haben Sie aber unzureichend dargestellt. Wo, Herr Völker, liegt also der „Fehler“?

      Warum haben weder die Gemeindeverwaltung noch Sie stärker auf die „bedeutenden Funde“ hingewiesen? War das Thema „unangenehm“? Oder „unbedeutend“? Oder war es Ihnen „egal“ und im Nachhinein haben Sie bemerkt, dass Sie einen Fehler gemacht haben, den Sie uns unterstellen wollen?“
      Das sind Fragen, die einem Journalisten dazu spontan einfallen.

      Die Energie, die Sie in die „Korrektur“ Ihrer eigenen Präsentation setzen, könnte auch heißen, dass Sie etwas korrigieren wollen, weil Sie das „persönlich motiviert“.
      Zu was und wofür auch immer.

      Wir können Ihnen versichern, dass wir nach besten Möglichkeiten über Ihre Präsentation berichten haben und redaktionell zu diesem Bericht stehen.
      Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie die Möglichkeit zur Gegendarstellung haben.
      Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie sich jederzeit rechtlich beraten lassen können.
      Wir weisen Sie aber auch darauf hin, dass wir weiterhin absolut transparent und nachvollziehbar berichten.
      Wir korrigieren selbstverständlich versehentlich falsche Angaben – aber nur dann, wenn die Redaktion überzeugt ist, dass eine Korrektur notwendig ist.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

    • kher

      Hallo Herr Völker!

      Werden denn eigentlich ähnliche Bodenuntersuchungen im Neubaugebiet „Pfenning“ angestrebt?

      Mfg