Dienstag, 17. Juli 2018

Baugebiet „Westlich der Uhlandstraße“ abgerechnet

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Heddesheim, 23. April 2010. (red/pöl) Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 22. April 2010 der Abrechnung der Erschließung durch die MVV Energiedienstleistungen GmbH zugestimmt. Die Erschließungskosten betrugen insgesamt 1,45 Millionen Euro.

Von Horst Pölitz

Die MVV Energiedienstleistungen GmbH hatte als privater Erschließungsträger durch Beschluss des Gemeinderats den Auftrag übernommen, das Baugebiet „Westlich der Uhlandstraße“ zu erschließen. Die Arbeiten dauerten bis zur Abnahme im April 2009 rund zwei Jahre.

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Erste Häuser wurden im Baugebiet "Westlich der Uhlandstraße" bereits im Sommer 2009 errichtet. Bild: heddesheimblog

In einem städtebaulichen Vertrag wurde geregelt, dass sämtliche Kosten die im Baugebiet beteiligten Eigentümer zu tragen haben. Die Eigentümer seien über alle Kosten unterrichtet worden, darunter 50.000 Euro für archäologiche Grabungen. Der CDU-Gemeinderat Dieter Kielmayer hatte sich über diesen Posten gewundert, „da man dafür normalerweise nicht bezahlen muss“.

Auf Nachfrage erklärte der MVV-Vertreter Gregor Völker, dass die Eigentümer auch über diese zusätzlichen Kosten unterrichtet gewesen seien und zugestimmt hätten: „Wir wollten verhindern, dass durch Funde die Arbeiten verzögert werden. Deshalb haben wir das in Auftrag gegeben. Es wurden Gräben durch das Gebiet gezogen, um festzustellen, ob es archäologisch wichtige Fundstellen geben könnte.“ Die gab es nicht. Trotzdem wurde die Scherbe einer Tonschale gefunden, die wahrscheinlich aus Norddeutschland stammt.

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Neue Siedlung. Bild: hblog

Gegenüber den ursprünglich kalkulierten Erschließungskosten von 68,58 Euro pro Quadratmeter wurden nicht erreicht. Die tatsächlichen Kosten belaufen sich auf 63,21 Euro pro Quadratmeter.

Da eine Erfolgsbeteiligung mit dem Unternehmen getroffen wurde, erhalten die Eigentümer 80 Prozent der Einsparungen und die MVV Energiedienstleistungen GmbH einen Zuschlag von 20 Prozent der eingesparten Summe. Dadurch werden insgesamt 64,73 Euro pro Quadratmeter abgerechnet.

Im Neubaugebiet sind als Telekommunikationsdienstleister Deutsche Telekom und Kabel BW vertreten, die dort auf eigene Kosten Kabel verlegt haben. Bedingung dafür war, dass der Erschließungsträger den Aushub für die Firmen erledigte. Auch über diese Zusatzkosten seien die Eigentümer informiert gewesen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Anmerkung der Redaktion:

Gregor Völker, der die Arbeiten im Gemeinderat für regioplan vorgestellt hat, ist unzufrieden mit unserer Berichterstattung und schildert seine Sicht der Veranstaltung, was wir hiermit dokumentieren. Die Stellen sind in unserem Text rot gekennzeichnet:

„Zur Klarstellung:

Die Funde des R.E.M. waren bereits mehrfach Inhalt der Presse und brachten den Archäologen wichtige Kenntnisse zum spätbronzezeitlichen und vor allem frühmittelalterlichen Siedlungswesen des 6. Jhd.
Die Funde wurden auch auf dem Bürgertag in Heddesheim am 21.09.2008 ausführlich präsentiert, an dem Sie offensichtlich nicht zugegen waren.
Es spielt keine Rolle, wie ich persönlich diese Funde einschätze. Als unbedeutend habe ich diese niemals bezeichnet. Das R.E.M. hat hier die Vorgehensweise des Erschließungsträgers als Vorbildlich bezeichnet. Ich helfe Ihnen hier gerne weiter und sende Ihnen im Anhang einen sicherlich unbewusst überlesenen Artikel im MaMo vom 22.04.2008.
Es ist ganz klar: wäre die Voruntersuchung nicht erfolgt, hätten uns bei der Erschließung massiven Baubehinderungen erwartet.

Ich habe in der Sitzung ferner explizit klargestellt, dass keinerlei (!) Kosten für die Deutsche Telekom übernommen wurden, da diese eine Versorgungspflicht hat. Daher kann ich Ihre Berichtigung meiner klaren Aussage nicht nachvollziehen. Vielleicht waren Sie kurzzeitig unaufmerksam und haben mich nicht richtig verstanden oder diese Aussage überhört. Nur für Kabel BW gab es eine Beteiligung am Tiefbau. Daher ist Ihre Darstellung im Bericht falsch; von „zutreffend“ kann keine Rede sein. Glücklicherweise gibt es für die gefallenen Aussagen ja ausreichend Zeugen.

Weitere Anfragen zur Maßnahme bitte ich Sie über die Verwaltung der Gemeinde Heddesheim an uns zu stellen.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.