Samstag, 19. August 2017

„Pommes satt“ und was der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer davon hält

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Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. „Pommes satt“ entwickelt sich zum Diskussionsstoff im Ort. Beim Public Viewing hatten die Veranstalter mit einer Aktion „Pommes satt“ für einen Euro für Kinder geworben. Wir hatten das kritisiert und wurden selbst dafür kritisiert, denn die „Kinder“ trainierten sich die Kalorien beim Fußball ja wieder ab… Jetzt hat der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer das Thema aufgenommen. Sein Urteil ist eindeutig.

Leserbrief: Dr. Ulrich Schaefer, Kinder- und Jugendarz

„In einer Satire hat der römische Dichter Juvenal kritisiert, dass durch „Brot und Spiele“ das Volk von den politischen Alltagsschwierigkeiten abgelenkt werden sollte – und sich vielleicht auch gerne ablenken ließ.

In Heddesheim bieten die Gemeindeverwaltung und die Sportvereine „Pommes und Public Viewing“ . „Pommes satt“ für die Kinder! Während 15 Prozent der Schulkinder in Deutschland übergewichtig sind, gibt es in Heddesheim „Pommes satt“. Da versuchen Kindergärten und Schulen den Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung zu vermitteln. In der Freizeithalle: „Pommes satt“ und die entsprechenden kalorienreichen Getränke.

Im alten Rom konnten die Kaiser und Senatoren durch ihre „Politik“ mit „Brot und Spielen“ ihre Machtinteressen leicht durchsetzen und verwirklichen. Man könnte spekulieren, ob die Gemeindeverwaltung in Heddesheim auch von den Schwierigkeiten bei der Ansiedlung einer Großspedition ablenken will oder ob es einfach an Ideen gefehlt hat, um Kindern ein gesundes Essen anzubieten. Beides ist schlecht!“

Anmerkung der Redaktion:

Wir hatten bereits am 16. Juni 2010 die Aktion „Pommes satt“ kritisch hinterfragt: „Die Gemeinde Heddesheim setzt erwartungsgemäß auf eine Fortführung der sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung. Ob „Pommes satt“ im Sinne von Fitness, Sport und Spiel ein geeignetes Lockmittel für Kinder sind, darf hinterfragt werden, angesichts zunehmender Fettleibigkeit und Essstörungen bei Kindern. Immerhin zeigt die E-Jugend der Fortuna ein „Show“-Training und damit Spaß an der Bewegung und dem sportlichen Einsatz.“

Der Kinderarzt Dr. Ulrich Schaefer bietet als einer von wenigen Ärzten eine Adipositas-Schulung an. Mehr Informationen auf seiner Website.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • markus

    Ja wirklich schrecklich, ich bin ernsthaft schockiert.

    Wie kann man nur?

    Pommes?!?!?!?! Oh GOTT!!!!!!!!

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.
      Wenn Sie weitere Veröffentlichungen wünschen, verzichten Sie auf Worte wie „Schwachsinn“.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  • CB

    Hallo!

    Hier muss ich „Markus“ aber recht geben, dieses Antreiben eines Themas das keines ist …
    Es geht um ausgewogene Ernährung und Vernunft. Diese sollten die Eltern den Kindern bieten und vermitteln.

    Auch das ausschließliche Essen von Salat ist für Kinder schlecht.

    Keiner der Veranstalter preist ja die Pommes als alleiniges Nahrungsmittel an!
    Warum wird dann eigentlich nicht auch über ein Rauchverbot und/oder ein Alkoholverbot im Rahmen von Sportveranstaltungen diskutiert.
    Das wäre doch der konsequente nächste Schritt und nicht das Bedienen von Stammtischparolen.

    Aber wahrscheinlich ist Rauchen in der Tabakgemeinde der alten Badener ebenso eine heilige Kuh, wie das Bierchen zur Fluppe …

    Wer anfängt das bei Fußball in Frage zu stellen, der muss dann auch Tabak, Alkohol und vermeintlich ungesunde Speisen beim Straßenfest, Sommerfest und was weiß ich noch bemänglen.
    Ist mit dem Vorschlag oder der Anregung an die Vereine und Ausrichter mit Hilfe der Unterstützung von Herrn Dr. Schaefer zu rechnen?

    Sonnige Grüße vom Balkon!

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Fragen zu stellen, ist immer gut – dann findet man auch Antworten.

      Laut Sozialministerium Baden-Württemberg sind rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig – die geschätzten Folgekosten belaufen sich auf bis zu 60 Milliarden Euro. (EU-Projekt „Kinder im Gleichgewicht„)
      Das geht wohl weit über eine „Stammtischparole“ hinaus.

      Bei der Kritik geht es sicherlich nicht um ein „generelles Verbot“ irgendwelcher Lebens- oder Genussmittel, sondern um Aufklärung und alternative Angebote. Gerade der Alkoholkonsum unter Jugendlichen und auch Kindern zeigt ebenfalls eine bedenkliche Entwicklung. Die Haltung „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“ stellt keine Fragen und zeigt sich damit verantwortungslos.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

      • CB

        Guten Tag!

        Hierbei beziehen sich die Folgekosten aber nicht auf BaWü!

        Die Haltung „nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“ ist vereinfacht gesagt Resignation und die wird ja auch vom Kommentator „Markus“ gepflegt.

        Kurz um gibt es dennoch andere Probleme, die dann verschwiegen werden und eigentlich in dem Zusammenhang auch angesprochen werden müssten:

        http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=603

        Ich bin also auf die Schulung von Herrn Dr. Schaefer im Rahmen des Public Viewing gespannt und ebenso interessiert an der Reaktion der Vereine und Veranstalter diverser Feste, dass in Heddesheim nun gesund gelebt wird!

        Sonnige Grüße vom Balkon!