Sonntag, 22. Juli 2018

Umsetzung erst 2014

OEG-Haltestelle wird behindertengerecht

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Heddesheim, 22. Februar 2013. (red/ld/zef) Die OEG-Haltestelle in Heddesheim wird behindertengerecht umgebaut. Die PlĂ€ne dafĂŒr stellte die RNV gestern im Gemeinderat vor. Gehbehinderte Menschen sollen ĂŒber eine Rampe auf den erhöhten Bahnsteig gelangen und dort stufenlos in Busse und Bahnen einsteigen können. FĂŒr Sehbehinderte wird ein Blindenleitsystem eingerichtet. Bis es losgeht, dauert es noch bis FrĂŒhjahr 2014.

Von Lydia Dartsch und Ziad-Emanuel Farag

Die Kosten fĂŒr den Umbau betragen rund 400.000 Euro. 300.000 Euro davon soll das Land bezuschussen. Der Rhein-Neckarkreis zahlt 25.000 Euro. Die Gemeinde hat die restlichen 75.000 Euro vorgesehen. Ob diese Finanzierungsplanung so funktioniert, ist noch unklar. Wie BĂŒrgermeister Michael Kessler gestern sagte, mĂŒssen die ZuschĂŒsse erst beantragt werden. Das soll noch im Februar passieren.

Wenn der Bahnsteig im Sommer 2014, nach zwei bis drei Monaten Bauzeit, endlich barrierefrei ist, sollen der Bahnsteig und die Eingangsschwelle der Straßenbahn auf gleicher Höhe liegen. Der 55 Meter lange Bahnsteig wird dafĂŒr um 30 Zentimeter erhöht. Die gegenĂŒberliegende Bushaltestelle soll um 20 Zentimeter erhöht werden. PrivatgrundstĂŒcke und die Gleisanlage sollen wĂ€hrend der Bauarbeiten nicht beeintrĂ€chtig werden. Geplant sind außerdem, Leitelemente fĂŒr Sehbinderte und die dynamischen Fahrgastinformationsanzeiger, die Auskunft geben, wie lange man auf die Bahn warten muss.

Das muss man aber nicht im Regen tun. DafĂŒr werden drei WartehĂ€uschen auf dem Bahnsteig platziert. Es sollen an der Endhaltestelle außerdem zwei KurzparkplĂ€tze ausgewiesen und neue Abschließmöglichkeiten fĂŒr FahrrĂ€der gebaut werden. Die bisherigen werden entfernt werden. BĂŒrgermeister Michael Kessler sprach sich dafĂŒr aus, die AbstellplĂ€tze zu ĂŒberdachen und StĂ€nder zu verwenden, an denen man FahrrĂ€der an den Rahmen anschließen kann. Die bisher verwendeten Klemmer seien dafĂŒr nicht geeignet und böten nicht ausreichend Platz fĂŒr die RĂ€der. Dazu wird der Fahrscheinautomat so ausgerichtet, dass die Sonne nicht mehr das Display strahlt, sicherte Thomas Weisenstein von der RNV auf Klaus Schuhmanns (GrĂŒne) Anfrage zu.

Das Warten auf die Barrierefreiheit hat 2014 endlich ein Ende, sagte BĂŒrgermeister Kessler:

Wir hatten ursprĂŒnglich gedacht, es könnte dieses Jahr schon klappen. Wir gehen aber fest davon aus, dass es 2014 soweit ist.

FĂŒr Geh- oder Sehbehinderte Menschen in der Gemeinde wird der Bahnsteig eine erhebliche Entlastung darstellen.

Bisher konnte ich an der Endhaltestelle oft nicht einsteigen, da die elektrischen Rampen fĂŒr Rollstuhlfahrer bei vielen Bahnen kaputt sind. Hierdurch werde ich deutlich mobiler.

sagte uns auf Nachfrage die Heddesheimerin Marlies Kuhn, die auf ihren Rollstuhl angewiesen ist. Wirklich barrierefrei ist der öffentliche Personennahverkehr trotz Umbaumaßnahmen nicht. Sie hĂ€tte sich gewĂŒnscht, dass die Betroffenen stĂ€rker an der Planung der AnschlĂŒsse beteiligt wĂŒrden:

Es geht hierbei ja auch um die Frage der AnschlĂŒsse in Mannheim, um zum Beispiel nach Heidelberg oder Viernheim zu kommen. Hier hĂ€tte die Gemeinde uns beteiligen mĂŒssen, damit wir das anbringen können. Oft muss ich in Mannheim, wenn ich umsteigen will, in KĂ€fertal eine Stunde warten, weil auf eine behindertengerechte Linie 4 oft ein oder zwei alte Fahrzeuge der Linie 5 folgen. Gerade im Winter ist das kein Spaß.

Insgesamt fĂŒhle sie sich wohl in Heddesheim. Die meisten Freizeitveranstaltungen seien barrierefrei zugĂ€nglich. Lediglich bei den Ärzten hapere es mit der neuen Freiheit:

Ich verstehe nicht, wieso nur zwei Arztpraxen in Heddesheim fĂŒr mich zugĂ€nglich sind. So kann ich hier keinen Facharzt aufsuchen.