Donnerstag, 24. August 2017

Umsetzung erst 2014

OEG-Haltestelle wird behindertengerecht

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Heddesheim, 22. Februar 2013. (red/ld/zef) Die OEG-Haltestelle in Heddesheim wird behindertengerecht umgebaut. Die Pl├Ąne daf├╝r stellte die RNV gestern im Gemeinderat vor. Gehbehinderte Menschen sollen ├╝ber eine Rampe auf den erh├Âhten Bahnsteig gelangen und dort stufenlos in Busse und Bahnen einsteigen k├Ânnen. F├╝r Sehbehinderte wird ein Blindenleitsystem eingerichtet. Bis es losgeht, dauert es noch bis Fr├╝hjahr 2014.

Von Lydia Dartsch und Ziad-Emanuel Farag

Die Kosten f├╝r den Umbau betragen rund 400.000 Euro. 300.000 Euro davon soll das Land bezuschussen. Der Rhein-Neckarkreis zahlt 25.000 Euro. Die Gemeinde hat die restlichen 75.000 Euro vorgesehen. Ob diese Finanzierungsplanung so funktioniert, ist noch unklar. Wie B├╝rgermeister Michael Kessler gestern sagte, m├╝ssen die Zusch├╝sse erst beantragt werden. Das soll noch im Februar passieren.

Wenn der Bahnsteig im Sommer 2014, nach zwei bis drei Monaten Bauzeit, endlich barrierefrei ist, sollen der Bahnsteig und die Eingangsschwelle der Stra├čenbahn auf gleicher H├Âhe liegen. Der 55 Meter lange Bahnsteig wird daf├╝r um 30 Zentimeter erh├Âht. Die gegen├╝berliegende Bushaltestelle soll um 20 Zentimeter erh├Âht werden. Privatgrundst├╝cke und die Gleisanlage sollen w├Ąhrend der Bauarbeiten nicht beeintr├Ąchtig werden. Geplant sind au├čerdem, Leitelemente f├╝r Sehbinderte und die dynamischen Fahrgastinformationsanzeiger, die Auskunft geben, wie lange man auf die Bahn warten muss.

Das muss man aber nicht im Regen tun. Daf├╝r werden drei Warteh├Ąuschen auf dem Bahnsteig platziert. Es sollen an der Endhaltestelle au├čerdem zwei Kurzparkpl├Ątze ausgewiesen und neue Abschlie├čm├Âglichkeiten f├╝r Fahrr├Ąder gebaut werden. Die bisherigen werden entfernt werden. B├╝rgermeister Michael Kessler sprach sich daf├╝r aus, die Abstellpl├Ątze zu ├╝berdachen und St├Ąnder zu verwenden, an denen man Fahrr├Ąder an den Rahmen anschlie├čen kann. Die bisher verwendeten Klemmer seien daf├╝r nicht geeignet und b├Âten nicht ausreichend Platz f├╝r die R├Ąder. Dazu wird der Fahrscheinautomat so ausgerichtet, dass die Sonne nicht mehr das Display strahlt, sicherte Thomas Weisenstein von der RNV auf Klaus Schuhmanns (Gr├╝ne) Anfrage zu.

Das Warten auf die Barrierefreiheit hat 2014 endlich ein Ende, sagte B├╝rgermeister Kessler:

Wir hatten urspr├╝nglich gedacht, es k├Ânnte dieses Jahr schon klappen. Wir gehen aber fest davon aus, dass es 2014 soweit ist.

F├╝r Geh- oder Sehbehinderte Menschen in der Gemeinde wird der Bahnsteig eine erhebliche Entlastung darstellen.

Bisher konnte ich an der Endhaltestelle oft nicht einsteigen, da die elektrischen Rampen f├╝r Rollstuhlfahrer bei vielen Bahnen kaputt sind. Hierdurch werde ich deutlich mobiler.

sagte uns auf Nachfrage die Heddesheimerin Marlies Kuhn, die auf ihren Rollstuhl angewiesen ist. Wirklich barrierefrei ist der ├Âffentliche Personennahverkehr trotz Umbauma├čnahmen nicht. Sie h├Ątte sich gew├╝nscht, dass die Betroffenen st├Ąrker an der Planung der Anschl├╝sse beteiligt w├╝rden:

Es geht hierbei ja auch um die Frage der Anschl├╝sse in Mannheim, um zum Beispiel nach Heidelberg oder Viernheim zu kommen. Hier h├Ątte die Gemeinde uns beteiligen m├╝ssen, damit wir das anbringen k├Ânnen. Oft muss ich in Mannheim, wenn ich umsteigen will, in K├Ąfertal eine Stunde warten, weil auf eine behindertengerechte Linie 4 oft ein oder zwei alte Fahrzeuge der Linie 5 folgen. Gerade im Winter ist das kein Spa├č.

Insgesamt f├╝hle sie sich wohl in Heddesheim. Die meisten Freizeitveranstaltungen seien barrierefrei zug├Ąnglich. Lediglich bei den ├ärzten hapere es mit der neuen Freiheit:

Ich verstehe nicht, wieso nur zwei Arztpraxen in Heddesheim f├╝r mich zug├Ąnglich sind. So kann ich hier keinen Facharzt aufsuchen.