Sonntag, 20. August 2017

Ist Stuttgart 21 überall?

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Guten Tag

Heddesheim, 22. September 2010. (red) Die „IG neinzupfenning“ hat heute mit der Verteilung eines neuen Flyers begonnen. Darin fordert die Interessengemeinschaft auf, „hörbar und sichtbar Widerstand zu leisten“.

Von Hardy Prothmann

Die „IG neinzupfenning“ ruft mittels eines Flugblatts erneut zum Widerstand gegen die geplante „Pfenning“-Ansiedlung auf. Für den kommenden Samstag ist eine „Tour de Flur“ geplant, Treffpunkt ist um 11:00 Uhr.

Zur kommenden Gemeinderatssitzung am 30. September 2010 ruft die IG zu einem „Treffen“ vor dem Rathaus um 16:30 Uhr auf.

Beide Veranstaltungen sind nach unseren Informationen nicht als Demonstrationen angemeldet und sollen das auch nicht sein.

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Ist Stuttgart 21 überall?

Ausweislich des Flyers orientiert sich die IG nun an den Protesten zu „Stuttgart 21“, dem vermutlich größten Infrastrukturprojekt Europas, dem Gegner „Unsinn, Großmannssucht und Geldverschwendung“ vorwerfen und dessen Befürworter die „wirtschaftlichen und konjunkturellen Vorteile“ hervorheben.

Stuttgart ist weit, aber nicht sehr weit weg. Die entscheidende Frage lautet: „Ist Stuttgart 21 überall?“ Die IG behauptet das.

Wie groß aber sind die Chancen, dass die IG tatsächlich viele BürgerInnen für eine friedliche „Tour de Flur“ am Samstag und ein „Treffen“ zur kommenden Gemeinderatssitzung motivieren kann?

Rückschau.

Hier lohnt eine Rückschau.

In der Auseinandersetzung in Sachen „Pfenning“ gibt es auf der politischen Ebene, also dem Gemeinderat zwei Fraktionen: Die Befürworter mit 12 Stimmen und die Gegner der Ansiedlung mit 9 Stimmen.

Die Mehrheit ist eindeutig und in der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde der Bebauungsplan als Satzung mit ebendieser Mehrheit 12:9 beschlossen.

Das entspricht einem prozentualen Mehrheitsverhältnis von 57,1 Prozent zu 42,9 Prozent. Nimmt man die Stimme des Bürgermeisters heraus und betrachtet nur die Mehrheitsverhältnisse der Gemeinderäte, bleibt noch eine Mehrheit von 55 zu 45 Prozent.

Berechnungen.

Diese Mehrheit entspricht nicht dem Ergebnis der Bürgerbefragung, die mit 50,35 Prozent zu 49,65 Prozent ausgegangen ist. Nur 0,7 Prozentpunkte Unterschied liegen zwischen den Befürwortern und den Gegnern. Konkret stimmten 2.910 Bürgerinnen für und 2.870 Bürgerinnen gegen die Ansiedlung von „Pfenning“. Die „absolute Mehrheit“ entsprach also 40 Stimmen. 59 Stimmen wurden nicht gezählt, weil sie ungültig waren.

Ãœbertrüge man dieses „Mehrheitsverhältnis“ auf den Gemeinderat, hätte es dort eine Patt-Situation gegeben, weil 0,7 Prozentpunkte nicht darstellbar sind.

Ein Patt, also gleich viele Stimmen für und gegen ein Projekt bedeutet automatisch die Ablehnung.

Nähme man nun also an, die Stimmen der Gemeinderäte wären zehn zu zehn ausgegangen und die hauchdünne Mehrheit wäre die Stimme des Bürgermeisters, hätte dieser auch mit 11:10 trotzdem die entscheidende Mehrheit hergestellt.

Falls Sie meinen, das dies haarspalterische Rechenbeispiele sind, dann verkennen Sie die politische Dimension der Deutung. Bei der Mehrheit der 12 Stimmen scheint eine klare Mehrheit zu herrschen. Dem ist aber nicht so.

In der Tradition der gemeinderatlichen Entscheidungen ist jeder Bürgermeister immer sehr bemüht, klare Mehrheiten für sich zu gewinnen. Eine Mehrheit von fünf oder sieben Prozentpunkten ist eine Mehrheit, aber eben keine klare.

Was klare Mehrheiten sind, zeigen andere Verfahren, bei denen zwei Drittel der Stimmen eine solche klare Mehrheit darstellen.

In der Wirtschaft sind beim Aktienrecht klare Mehrheiten 75 Prozent plus eine Stimme, das heißt, die „Minderheit“ hat nur 24,9 Prozent. Häufig werden sogar Mehrheiten von 80 Prozent plus eine Stimme angestrebt, um keine Zweifel aufkommen zu lassen.

Davon ist die Mehrheit im Heddesheimer Gemeinderat weit entfernt. Um es nochmals zu verdeutlichen. Hätte sich nur ein Gemeinderat „gegen Pfenning“ umentschieden, wäre es 11:10 ausgegangen. Dünner könnte keine Mehrheit sein. Größer kann aber auch kein Druck auf einzelne sein, dieser „eine“ zu sein.

Formale vs. politische Diskussion.

In der formalen Diskussion um die Frage, welche Mehrheiten aktzeptabel sind und nicht, ist die Frage schnell und eindeutig beantwortet: 12:9 oder auch 11:10 sind eine Mehrheit, die ausreicht, um in der Sache einen Beschluss für oder wider zu fassen.

Im politischen Alltag hingegen sind beide Mehrheiten höchst problematisch, da beide beim besten Willen keine „Konsens“-Entscheidung auch nur vermuten lassen. (Lesen Sie unser Interview mit Hans-Georg Wehling zur Sache – einem der anerkanntesten Experten in Sachen Kommunalpolitik.)

Eine politisch „akzeptable“ Mehrheit von zwei Dritteln würde im Falle des Heddesheimer Gemeinderats bei 23 Stimmen mindestens 16 Ja-Stimmen voraussetzen. Da zwei Gemeinderäte „befangen sind“, also nur 21 stimmberechtigte Gemeinderäte übrig bleiben, genau 14 Ja-Stimmen.

Zurück zur „politischen Bewertung“ der 40 Stimmen, die als „Mehrheit“ für die Ansiedlung von „Pfenning“ definiert wurden.

Einen Unterschied von 0,7 Prozentpunkten kann niemand „allen Ernstes“ als „Mehrheit“ begreifen.

Die Bürgerbefragung ist als Patt ausgegangen – also von der Bürgerschaft so entschieden worden, dass sich Ja- und Nein-Stimmen aufheben.

Ãœbertragen auf den Gemeinderat, hätte man erwarten dürfen, dass die Gemeinderäte (von denen jeder einzelne souverän ist und von denen jeder einzelne sich zum Wohl der Gemeinde verpflichtet hat) dies zur Kenntnis genommen hat und einen entsprechenden Beschluss herbei geführt haben müsste – nämlich den der Bürgerbefragung. Ein Patt und damit eine klare Ablehnung.

Konsens?

Und zurück zum Konsens. Nach Aussagen des Bürgermeisters Michael Kessler und der Befürwortersprecher Dr. Josef Doll (CDU), Jürgen Merx (SPD) und Frank Hasselbring (FDP) handelt es sich bei dieser Ansiedlung um eine „Jahrhundertentscheidung“. Und das ist sie tatsächlich.

Das Schicksal der Gemeinde Heddesheim ist mit Inkrafttreten des Satzungsbeschlusses und dem Beginn der Bautätigkeiten über Generationen hinweg an das Schicksal des Vorhabens „Pfenning“ gebunden.

Die Satzung ist noch nicht in Kraft getreten – dazu muss sie erst veröffentlicht werden. Einen Tag nach der Veröffentlichung ist die Satzung gemäß Ortsrecht in Kraft. Vermutlich wird die Veröffentlichung am morgigen Donnerstag im Gemeindeblatt erfolgen, in Kraft tritt sie demnach am Freitag, den 24. September 2010.

„Stuttgart 21“ ist im Vergleich zu „Pfenning“ klein, denn „Stuttgart 21“ wird weder für das Schicksal der Stadt Stuttgart, noch für das des Landes Baden-Württemberg und schon gar nicht für Deutschland verantwortlich sein. „Stuttgart 21“ hat aber ein enormes Potenzial, die politischen Kräfteverhältnisse in der kommenden Landtagswahl deutlich zu beeinflussen.

Auf die Kommunalwahl hat das Projekt schon gewirkt – die Grünen stellen in Stuttgart die stärkste Fraktion. Und auch bundespolitisch kann dieses Projekt Einfluss nehmen.

Kommunalwahl 2014.

„Pfenning“ wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Kommunalwahl 2014 bestimmen. Sollten die versprochenen Segnungen nicht eintreffen, wird die Fraktion Bündnis90/Die Grünen vermutlich hinzugewinnen und hat beste Chancen, die stärkste Fraktion zu werden.

Was noch keinen „Machtwechsel“ bedeutet, denn zurzeit stellt die Fraktion ein knappes Viertel des Gemeinderats. Die Grünen könnten aber stärkste Fraktion werden und die CDU ablösen.

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Wieviele BürgerInnen werden kommen?

Denkbar ist auch, dass sich eine weitere kommunalpolitische Gruppe aufstellt, ob die nun Freie Wähler oder anders heißt, sei dahingestellt.

Sollten die versprochenen Segnungen eintreffen, würde das die Positionen der „Befürworter-Fraktion“ stärken. Davon ist allerdings nicht auszugehen, weil der „Segen“ erst Jahre nach Betriebsaufnahme Auswirkungen auf die Gemeinde haben könnte – vorher wird „abgeschrieben“.

Diese „parteipolitischen“ Planspiele sind nur für die interessant, die Kommunalpolitik betreiben und sich für „Kräfteverhältnisse“ interessieren.

Die IG neinzupfenning hat ein anderes „Kräfteverhältnis“ im Blick: „Stuttgart 21“. Eine Protestbewegung, die „unorganisiert“ aus vielen Quellen schöpft. Eine der Hauptquellen ist der zivile Widerstand gegen eine klüngelnde Parteipolitik und Wirtschaftslobbyismus. Gegen „Zentralisierung“ und „Gigantismus“.

Insofern ist der Vergleich „Stuttgart-Heddesheim“ nicht von der Hand zu weisen. Während in Stuttgart aber „große Kräfte“ wirken, muss man sich fragen, wie kraftvoll eine „Heddesheimer Bewegung“ einzustufen ist?

Während in Stuttgart viele Kräfte überregional auf das Projekt wirken, muss man fragen, ob es in Heddesheim allein zur „nachbarschaftlichen“ Solidarität reicht?

Öffentlichkeit.

Die Mitglieder der „IG neinzupfenning“ haben zweifellos einen wichtigen Beitrag im Prozess der geplanten Ansiedlung des Logistik-Riesen „Pfenning“ geleistet, aber niemals die Region, die Nachbarn eingebunden. Ein Fehler? Vermutlich.

Die IG hat Öffentlichkeit gesucht und hergestellt. Im Hintergrund wurden viele Informationen gesammelt und so gut es ging, aufbereitet. Sicherlich sind hier auch „persönliche“ Interessen der Gewerbetreibenden vor Ort wichtig gewesen.

Dies ist bis heute der „Hauptvorwurf“ der „Pfenning-Befürworter“ gegenüber den Initiatoren der IG, die aus einer Arbeitsgruppe des Bundes der Selbstständigen (BdS) hervorgegangen ist.

Innerhalb des BdS kam es zu einer Spaltung. Die Vorsitzende Nicole Kemmet verhehlt zwar bis heute ihre eindeutige Befürworter-Haltung und tut so, als vertrete sie alle im BdS organisierten Geschäftsleute. Offensichtlich tut sie das nicht und verfolgt vermutlich „eigene“ Interessen für ihren eigenen Betrieb, was legitim ist.

Was die IG nicht geschafft hat, ist, aus einer Masse von Gegnern, immerhin die Hälfte der abstimmenden BürgerInnen bei der Bürgerbefragung, eine organisierte Bewegung zu bilden, die sich „hörbar und sichtbar“ gegen das Projekt „Pfenning“ stellt. Also ein „Heddesheim 21“.

„Gemeinschaft der Interessen“?

Denn dafür hätte diese „Interessengemeinschaft“ eine tatsächliche „Gemeinschaft der Interessen“ sein müssen. Ein Sammelbecken für die Interessen der Bürger. Meiner Meinung nach wurde in dieser Hinsicht viel zu wenig gearbeitet und erreicht. Die IG hat den Impuls (was gut ist), aber bis heute nicht die Nachhaltigkeit gesucht (was schlecht ist).

Politik und Gegenpolitik wie bei „Stuttgart 21“ lebt von Ideen, vom Einsatz, vom Willen zur Entscheidung und vor allem von den Menschen, die sich für die eine oder andere Politik einsetzen.

Im Fall von „Stuttgart 21“ erlebt das Land Baden-Württemberg und auch ein wenig die gesamte Bundesrepublik einen Bürgerzorn, der so nicht erwartet wurde. „Stuttgart 21“ ist eine Metapher für Politikverdrossenheit, Frust, Zorn, Aufstand gegen „Verflechtungen“, die kaum noch jemand versteht.

Die „IG neinzupfenning“ lehnt sich zu recht daran an. Auch in Heddesheim gibt es viel Frust, Zorn und den Willen zum Aufstand gegen „Verflechtungen“, die sich aus Sicht der Gegner des „Pfenning“-Projekts in der Person des Bürgermeisters Michael Kessler und seiner „gezimmerten Mehrheit“ (MM) manifestieren.

Die IG hat versäumt, sich als „Organisation“ kontinuierlich zu etablieren und dem „System Kessler“ ein klar anderes System entgegenzusetzen.

Die Politikverdrossenheit der Bürger ist aber scheinheilig, wenn diese sich immer nur darauf verlassen, dass jemand anderes für sie „Systeme“ etabliert. Wo das hinführt, erkennt man an der „Linken“, die keine echte Partei sind, sondern nur ein „Frustsammelbecken“, das nicht mit Substanz überzeugen kann. Oder an „extremistischen“ Gruppierungen, die „Proteste“ einsammeln und dann nicht weiter wissen.

Politische und juristische „Konsequenzen“.

Heddesheimer BürgerInnen, die sich am Samstag und dann vor der Gemeinderatssitzung „treffen“ wollen, muss klar sein, dass diese Treffen im Verfahren „formal“ nichts mehr bewirken werden.

„Wirkungen“ werden nur noch juristische Auseinandersetzungen haben, die von Gewerbetreibenden angekündigt sind. Nach meinem Kenntnisstand werden sie juristisch sehr fachkundig vertreten.

Unabhängig davon versucht die IG, die Heddesheimer Bevölkerung zu Aktionen zu motivieren.

Das finde ich gut. Noch besser fände ich, wenn BürgerInnen Ansprüche an die IG stellten, Forderungen und Ziele definierten und sich aktiv für diese Gemeinde einsetzten.

Die IG bietet einen Termin an. Die Frage ist, ob sich genug Bürgerinnen finden, die für sich, für ihre Verantwortung, für ihre Gemeinde daran teilhaben werden und aus ihrem Engagement etwas machen wollen.

Ich bin gespannt, wie viele BürgerInnen am Samstag ein Zeichen setzen werden.

Niemand muss für seine persönliche Meinung Mitglied einer „IG“ oder einer Partei sein und werden. Artikel 5 Grundgesetz erlaubt uns allen, eine eigene Meinung zu haben und dafür einzutreten.

Wer sich konkret für Heddesheim interessiert und sich über „Pfenning“ hinaus mit der Zukunft der Gemeinde beschäftigen will, dem empfehle ich unser Interview mit Professor Hans-Georg Wehling, einem der renommiertesten Professoren in Sachen Kommunalpolitik.

Dieses Interview haben wir vor fast einem Jahr, am 06. Oktober 2009, veröffenlicht.

Anmerkung der Redaktion:
Hardy Prothmann ist freier Journalist, verantwortlich für das heddesheimblog und ist fraktions- und parteifreier Gemeinderat in Heddesheim.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Thomas Ott

    Nicht Stuttgart 21, sondern NIMBYismus ist überall. Und die Grünen sind die Vorreiter der Bewegung. Wie schrieb jemand im Spiegel-Forum so treffend (http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=17876&page=55):

    Zitat:
    Der aktuelle GRÜNE-Wähler denkt in etwa so:

    Multikulti → toll (aber nicht bei mir zuhause)
    Windkraft → toll (aber nicht vor meiner Haustür)
    Pumpwasserkraftwerke → toll (aber nicht vor meiner Haustür)
    Ökologische Landwirtschaft → toll (aber nur falls es billig ist)
    Menschenrechte für jeden überall → toll (aber diese nicht beschützen wollen)
    Gentechnik → blöd (Insulin ist aber toll)
    Atomkraft → blöd (Glühbirnen haben tolleres Licht)
    Stuttgart 21 → blöd (Bahnfahren dauert zu lange)
    Auto → blöd (mein Volvo ist sicher)

    Zitat Ende

    Für Heddesheim könnte man ergänzen
    Logistik → blöd (toll das meine Online-Bestellung innerhalb von 24 Stunden geliefert wurde)

    • Kellergeist

      Lieber Herr Ott,

      so gut wie Sie die Grünen-Wähler zu kennen glauben könnte man fast meinen, Sie sind selber einer …

      Mal ganz ehrlich: Nichts gegen ein wenig Pauschalisierung. Aber was Sie da betreiben ist schon ein wenig übertrieben – oder?

      Die Grünen hier im Ort haben immer wieder betont, dass sie nichts gegen Logistikunternhemen an sich haben. Die zentrale Frage lautet vielmehr: ist Heddesheim der passende Standort für eine solche Ansiedlung, oder ist das Ganze ein paar Nummern zu groß für uns? In diesem Sinne ein weiteres Gleichnis gemäß Ihrer Logik – ganz alleine für Sie, lieber Herr Ott:

      Offene Kritik → toll (aber bitte vorher ein bißchen nachdenken)

      Beste Grüße

      Kellergeist

      • Thomas Ott

        „Die zentrale Frage lautet vielmehr: ist Heddesheim der passende Standort für eine solche Ansiedlung, oder ist das Ganze ein paar Nummern zu groß für uns?“

        Das ist tatsächlich die zentrale Frage und zugleich ein klassisches NIMBYisten Argument. Die Frage haben mehrere relevante Gruppen mit „Ja“ beantwortet:
        – die Regionalplaner
        – die Flächennutzungsplaner
        – die demokratisch gewählten Gemeinderäte
        – die Bürger Heddesheims bei der Bürgerbefragung
        sowie natürlich
        – der Investor.

        Im übrigen würde ich es vorziehen, wenn sie sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken.

        • betty

          „Im übrigen würde ich es vorziehen, wenn sie sich nicht hinter einem Pseudonym verstecken.“

          Diese Entscheidung ist jedem freigestellt. Wir hatten ion der Gemeinde schon zerstochene Reifen wegen der Sache. Da wird es vielleicht verständlich, dass manch einer anonym bleibt. Solange man sachlich argumentiert, ändert sich ja am Argument nichts.

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Danke für Ihren Beitrag.
          Auch die Redaktion begrüßt Kommentare unter Klarnamen.
          Wir gestatten aber die Nutzung von Pseudonymen – ob das gefällt oder nicht.

          Was Ihre Argumentation angeht:
          Hinter den „Planern“ stehen Interessengruppen. Wie man nicht nur in Heddesheim sehen kann, wird dort häufig über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden. Der grassierende Flächenverbrauch auf der Basis der Arbeit dieser „Planer“ ist mittlerweile auch Teilen der Landesregierung als Problem bewusst.
          Es haben nicht „die“ demokratisch gewählten Gemeinderäte, sondern nur ein Teil „Ja“ gesagt. Richtig ist, dass diese die Mehrheit stellen.
          Auch „die Bürger“ Heddesheims haben nicht „Ja“ gesagt, sondern nur die Hälfte der BürgerInnen, die an der Befragung teilgenommen haben. Die andere Hälfte hat „Nein“ gesagt.
          Der „Investor“ ist ein spannendes Thema. Wer ist das? Offiziell die Phoenix 2010 GbR, die angeblich nur aus Karl-Martin Pfenning und dem Viernheimer Immoblienunternehmer Adler besteht. Beide sind sicherlich nicht in der Lage eine „100-Millionen-Euro“-Investition alleine zu stemmen. Wer sind die Geldgeber? Das weiß niemand. Was sind die Pläne mit dem Gelände? Das weiß niemand. „Pfenning“ ist nur ein Mieter – kann also den Vertrag kündigen und woanders hinziehen. Was klar ist: Die Eigentümer des Geländes haben sich mit 47 Euro pro Quadratmeter mal ordentlich über den Tisch ziehen lassen. Klar, dass ein Investor für so ein Filet-Stück dann „Ja“ sagt. Übrigens haben die „Planer“ dieses Gelände zuvor noch schnell „umgeplant“, sonst wäre dort kein Logistikzentrum möglich gewesen.

          Einen schönen Tag wünscht
          Das heddesheimblog

    • betty

      Hallo

      Ihre Meinung in Ehren, aber dieses Niveau der Argumente haben wir in Heddesheim schon seit einiger Zeit verlassen.

      Etwas konkreter und weniger schablonenhaft darfs schon sein … 🙂

      Gerade die Heddesheimer Grünen sind zu dem Thema übrigens zu erstaunlich differenzierter Argumentation in der Lage – das wünschte man sich auch z. B. bei einem Herrn Merx.

    • kompakter

      hallo,

      also ich finde, dass kommentare unter echtnamen den inhalt nicht automatisch besser machen.

      irgendwie ist der kommentar ganz toll blöd.

      gruß

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Wortspiel geht in diesem Fall durch – einige der vergangenen Kommentare waren an der Grenz, also bitte auf die Regeln achten: Seid hart, aber fair zueinander.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

      • Thomas Ott

        Meinen Kommentar „ganz toll blöd“ zu finden ist Ihr gutes Recht. Dass Sie selbst nicht den Mut bzw. die Ehre haben mit ihrem Namen für Ihre Meinung einzustehen, entwertet Ihre Beiträge jedoch aus meiner Sicht erheblich.

        Interessant ist, dass kein Einziger hier auf den NIMBYismus Vorwurf reagiert. Es ist wohl so, dass wenn das Logistikzentrum 3 Kilometer weiter in Weinheim oder Ladenburg entstünde, keiner der Widerstandskämpfer aus Heddesheim auch nur einen Finger gerührt hätte.

        Das ganze Theater in Heddesheim (und Stuttgart) ist ein Sinnbild für den Niedergang der repräsentativen Demokratie in Deutschland. Die wenigsten Menschen sind bereit sich in Parteien oder Wählerinitiativen (z.B. Freie Wähler) zu engagieren und politisch einzubringen. Die Großprojekte fallen nicht vom Himmel, die Planungen laufen oft über Jahrzehnte. Wenn Herr Prothmann davon spricht, dass hinter den Planern „Interessengruppen“ stehen, trifft dies auf die politische Dimension sicherlich zu. Wenn Sie beispielsweise den aktuell laufenden Prozess der Aufstellung des Regionalplanes für die Metropolregion betrachten, können Sie im Detail sehen wie in diesem Planungsprozess die verschiedenen Interessen gegeneinander abgewogen werden. Demokratischer geht es kaum. Wenn Sie also auf solche Planungsprozesse Einfluss nehmen wollen, müssen Sie sich im Vorfeld politisch engagieren und nicht in den Chor der Schreihälse einfallen, wenn das Kind (aus Ihrer Sicht) schon in den Brunnen gefallen ist.

        Noch ist es in diesem Land so, dass die gewählten Abgeordneten in EU, Bund, Land, Metropolregion, Kreis und Gemeinde die Entscheidungen treffen und nicht diejenigen, die am lautesten Schreien. Wenn Ihnen diese Entscheidungen nicht passen, gehen Sie zur Wahl – oder besser: kandidieren Sie für ein politisches Amt. Das Beispiel Prothmann zeigt, dass das ohne weiteres möglich ist.

        • sven

          „Das ganze Theater in Heddesheim (und Stuttgart) ist ein Sinnbild für den Niedergang der repräsentativen Demokratie in Deutschland. Die wenigsten Menschen sind bereit sich in Parteien oder Wählerinitiativen (z.B. Freie Wähler) zu engagieren und politisch einzubringen“

          Wird nicht eher umgekehrt ein Schuh draus? Zeigt nicht das courgagierte Aufstehen der Menschen in Stuttgart und Heddesheim, dass die Leute sehr wohl bereit sind, dich zu engagieren, wenn es um ihre konkreten Interessen geht und nicht um Parteiapparate?

          Für mich sind solche Debatten kein Zeichen für den Niedergang sondern ein Beleg für die Lebendigkeit der Demokratie.

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Vielleicht reagiert niemand auf Nimbyismus, weil Sie ein paar grundlegende Fakten außer acht lassen, beispielsweise die schon heute extrem hohe Verkehrsbelastung des Orts, sowie die zweifelhaften finanziellen Vorteile durch die Ansiedlung sowie die Tatsache, dass viele Bürger gerne in einem Wohnort und nicht in einem Industriestandort wohnen möchten.

          Wenn Sie Nimbyismus weiterdenken würden, müsste man sofort alle Wohngebiete aufheben und zu Mischgebieten machen – also jedem überall einen Industriebetrieb in den Vorgarten setzen, das wäre wahrscheilich aus Ihrer Sicht dann absolut gerecht und richtig.

          In Stuttgart trifft zum Beispiel Ihr Nimbysmus nicht oder glauben Sie, dass die dortigen Demonstranten alle Anwohner sind?

          Und den Protest von Bürgern als „Niedergang der repräsentativen Demokratie“ zu sehen, zeugt von einem seltsamen Verständnis der Kausalzusammenhänge. Die Repräsentanten haben für die Bürger da zu sein und nicht umgekehrt. Wenn immer mehr Bürger mit der Politik unzufrieden sind, dann müssen sich nach Ihrem Verständnis wahrscheinlich die Bürger fragen, was mit ihnen nicht stimmt. Das was mit der Politik nicht stimmt, kommt Ihnen anscheinend nicht in den Sinn.

          In den Gremien hinter den „Planern“, sind große Konzerne wie BASF, Daimler, SAP und andere organisiert. „Demokratischer geht es kaum“, ist mit Verlaub, Augenwischerei. Kein einziges Mitglied in den Verbänden ist demokratisch direkt in diese Verbände gewählt worden. Innerhalb dieser Verbände wird ganz klar Industrielobbyismus betrieben. Volkes Meinung hat da keine einzige Stimme.

          Ja, noch treffen aussschließlich Repräsentanten in Baden-Württemberg Entscheidungen. In Bayern ist der Bürgerentscheid mittlerweile zu einem von der dortigen Politik hoch geschätzen Instrument geworden, um Bauleitplanungen politisch zu legitimieren. Kommt es zu einem ablehnenden Bescheid, wollen die Bürger das nicht. Kommt es nicht dazu, haben die Bürger keine Einwände und akzeptieren die Entscheidung. Auch die Schweiz ist ein schönes Vorbild, was direktdemokratische Prozesse angeht.

          Insgesamt scheinen Sie mir das politische System der Bundesrepublik Deutschland nicht ganz verstanden zu haben – ich empfehle die „Einführung“ von Klaus von Beyme. Es gibt neben dem politischen System eines, das heißt Gesellschaft und in diesem System den einzelnen Bürger. Und der hat nach Artikel 5 Grundgesetz das Recht, eine eigene Meinung zu haben. Und alle Menschen haben das Recht, sich gegen politische Entscheidungen zu wenden, wenn sie damit nicht einverstanden sind.

          Nach Ihrem Verständnis ginge man alle paar Jahre zur Wahl, macht sein Kreuz und hat dazwischen keinerlei Rechte mehr. Medien würden nur noch die Entscheidungen verkünden (was ja teils auch so zutrifft). Eine gesellschaftliche Diskussion müsste als „Behinderungsprozess“ gesehen werden. Reden dürfte nur noch, wer sich in einer Partei engagiert oder ein Amt inne hat. Alle anderen müssten schweigen.

          Herr Ott, schwebt Ihnen das als „politisches System“ vor? Wenn ja, scheinen Sie sich eine „Deutsche Demokratische Republik“ zu wünschen. Wohin die sich politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich hingewirtschaftet hat, sollte auch Ihnen bekannt sein.

          Und was „mein Beispiel“ angeht: Ich wurde gewählt, weil ich eine Meinung habe und diese äußere, nicht, weil ich einer Partei angehöre. Ich habe bei Meinungsäußerungen noch niemals „geschrieen“ und ich kenne auch niemandem unter den Gegnern der Pfenning-Ansiedlung, der je „geschrieen“ hätte. Auch nicht, wenn Sie diese gerne zu „Claqueuren“ machen wollen.

          Ich kenne aber jede Menge Beispiele, wie zum Beispiel der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Josef Doll, im Wahlkampf die Bürger getäuscht hat. Ich nehme zur Kenntnis, dass sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Hasselbring mit dem Pfenning-Geschäftsführer Uwe Nitzinger duzt. Ebenso nehme ich zur Kenntnis, dass die Frau des SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Merx die Sekretärin des Bürgermeisters ist.

          Ich nehme auch zur Kenntnis, dass ein Herr Doll, ein Herr Merx und ein Herr Hasselbring Gruß und Handschlag verweigern, ebenso der Bürgermeister Michael Kessler, der zudem nur die ihm zugeneigten Medien bedient und sich sonst aus der Verantwortung von Frage und Antwort stiehlt.

          Ich nehme auch zur Kenntnis, dass Herr Kessler seitenweise im Mitteilungsblatt seine Entscheidungen bewirbt, aber der IG neinzupfenning im Zuge des „Entscheidungsprozesses“ der Abdruck einer bezahlten Anzeige in diesem Käseblatt verweigert wurde. Durch den Verlag Nussbaum-Medien – sicherlich hatte der Bürgermeister da kein Wort mitzureden.

          Dieser Bürgermeister hatte auch kein Wort mitzureden, als ich eine Gegendarstellung erbeten habe, nachdem der SPD-Fraktionsvorsitzende im Blatt die Lüge formuliert hat, ich würde aus nicht-öffentlichen Sitzungen berichten. Der Bürgermeister Kessler hat die Bitte an den Nussbaum-Verlag weitergereicht und dieser ein Anwaltsbüro eingeschaltet, um mir mitteilen zu lassen, dass ich dazu kein Recht habe.

          Ebenso zur Kenntnis nehme ich, dass dieser Bürgermeister die Frage, ob er die Gemeinde sei, mit „Ja“ beantwortet.

          Das ist ganz reale Politik. Und jeder hat das Recht, seine Meinung dazu zu äußern und sich die Frage zu stellen, wie die „repräsentative Demokratie“ dabei ist, sich abzuschaffen, wenn das Wort „Demokratie“ keine Basis mehr hat und die „Repräsentanten“ sich nur noch auf sich selbst beziehen.

          Schönen Tag
          Hardy Prothmann

          Hinweis der Redaktion:
          Hardy Prothmann ist für das heddesheimblog verantwortlich und ist ehrenamtlicher Gemeindert (partei- und fraktionsfrei).

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Die Verwendung von Pseudonymen ist geklärt und steht hier nicht weiter zur Debatte. Wichtig sind die Inhalte.

          Einen schönen Tag wünscht
          Das heddesheimblog

        • A. Felis

          Ihren Kommentar zu NIMBYismus (wofür steht das eigentlich?) habe ich verstanden. Aber ich frage Sie, Herr Ott, was sollen wir Bürger in Heddesheim mit so eine theoretischen Grundsatzdebatte anfangen? Wir stehen hier vor einer realen Entscheidung, die das Schicksal der Gemeinde über Jahrzehnte beeinflussen wird.

          Da können Sie doch nicht verlangen, dass wir das alles durchwinken, weil es ja von den „Repräsentanten“ so entschieden wurde.

          Wir sind ja hier nicht im Grundseminar
          Gesellschaftspolitik an der Uni, sondern in der Realität.

        • Thomas Ott

          @A. Felis 24. September 2010 um 13:22
          Leider kann ich nicht direkt auf Ihren Beitrag antworten, daher an dieser Stelle:

          „NIMBYismus (wofür steht das eigentlich?)“
          N ot
          I n
          M y
          B ack-
          Y ard
          (zu dt. in etwa „nicht in meinem Vorgarten“), siehe auch den Wikipedia-Link im Beitrag von Herrn Prothmann.

          „Da können Sie doch nicht verlangen, dass wir das alles durchwinken, weil es ja von den “Repräsentanten” so entschieden wurde.“

          Meine These ist – stark verkürzt -, dass sie das alles längst durchgewunken haben, in dem Sie bei den letzten Wahlen nicht hingegangen sind, oder die von Ihnen gewählte Partei die Wahl nicht gewonnen hat.

        • Thomas Ott

          @sven 24. September 2010 um 12:34

          Sie sollten bitte genau lesen und zitieren. Ich schrieb nicht vom Ende der Demokratie, sondern vom Ende der _repräsentativen_ Demokratie.

          Das von Herrn Prothmann genannte Beispiel Schweiz (Minarettverbot) zeigt was dabei heraus kommt. Die Meinungsumfragen im Rahmen der Sarrazin-Debatte zeigen worauf es in Deutschland hinauslaufen könnte. Ruckzuck wäre die Todesstrafe wieder eingeführt um nur ein Beispiel zu nennen. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben u.a. diese Lehre aus den „Weimarer Verhältnissen“ gezogen.

          Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wie die Proteste gegen Stuttgart 21 ein „Beleg für die Lebendigkeit der Demokratie“ sein sollen. Das Projekt wurde mehr als 10 Jahre lang auf allen politischen Ebenen diskutiert, mehrfach zum Wahlkampfthema (z.B. OB Wahl in Stuttgart) gemacht, in einem umfassenden Planungsprozess unter Beteiligung der Bürger beschlossen und von den Gegnern vor Gericht gebracht.

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Herr Ott, Ihnen geht ganz schön viel durcheinander. Die Todesstrafe wäre auch nicht mit Volksentscheid wieder einzuführen, was gut ist. Tatsächlich steht sie beispielsweise noch in der Hessischen Landesverfassung, hat aber keine Chance auf Verwirklichung.

            Und beim besten Willen – die „Väter“ (schade, dass Frauen damals in der Politik noch nix zu sagen hatten) des Grundgesetzes haben sicherlich keinerlei Lehren aus den „Weimarer Verhältnissen“ in Sachen direkter Demokratie gezogen. Das ist, mit Verlaub, ganz einfach eine falsche Behauptung.

            Das Beispiel „Minarettverbot“ ist auch in meinen Augen eine falsche Entscheidung gewesen. Was leiten Sie daraus ab? Das ein Beispiel das ganze System in Frage stellt? Dann müssten Sie sich eigentlich sofort die „repräsentative Demokratie“ verdammen, weil ihnen sicherlich auch ein Beispiel von Fehlentscheidungen in unserem System einfällt, wenn nicht, bin ich gerne behilflich.

            Leider scheinen Sie wirklich von vielen Dingen keine Ahnung zu haben. So sind „Meinungsumfragen“ Umfragen zu Stimmungen – die ändern sich. Und von Sarrazin auf die Todesstrafe zu schließen, ist, naja, gewagt. Der Mann hat neben seiner zutreffenden Kritik des Scheiterns der Integrationspolitik (überwiegend durch die CDU, aber auch die SPD und FDP zu verantworten) jede Menge Blödsinn erzählt, aber Todesstrafe, Herr Ott, ist kein einziges Mal als Forderung gefallen. Da ist Ihnen wohl die Fantasie durchgegangen.

            Hardy Prothmann

          • Thomas Ott

            Sorry, ich wollte Sarrazin und Todesstrafe nicht im Zusammenhang nennen, sondern als Aufzählung von Beispielen.

            Glauben Sie nicht, dass im Vorfeld von Volksabstimmungen gerade die genannten „Stimmungen“ mehr wiegen als „Sachargumente“. Sie haben wohl nie für die BILD geschrieben 😉

            Und in einer Parteienaufzählung zum Thema Scheitern der Integrationspolitik die Grünen wegzulassen ist der Brüller des Tages.

            Wenn es Ihre Zeit erlaubt, würde ich Sie gerne mal auf ein Bier einladen. Bitte schreiben Sie mir per E-Mail. Danke.

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Auch hier muss ich Sie korrigieren. Stimmungen vor einer Wahl haben zwar möglicherweise Einfluss, aber meist nur auf Wechselwähler. Doch auch diese beziehen für ihre Entscheidungen nie ein einzelnes Argument oder eine einzelne Debatte ein. Die Entscheidungsfindung ist ein hochkomplexer Prozess, den die Politikforschung schon seit Jahrzehnten untersucht – eine Wahlentscheidung aufgrund einer einzelnen Debatte konnte noch niemals empirisch nachgewiesen werden.

            Für die Bild habe ich tatsächlich noch nie geschrieben und werde das voraussichtlich auch nicht tun.

            Die Grünen sind bestimmt nicht die „Heiligen“ in Sachen Integrationspolitik, haben in meinen Augen dafür aber mehr geleistet als andere Parteien. Und die Verantwortung für das Scheitern liegt, darauf heben Sie ja immer ab, bei den regierenden Parteien – da sind die Grünen in den vergangenen 30 Jahren selten dabei gewesen.

            Beste Grüße
            Hardy Prothmann

            P.S.
            email ist raus.

          • Lutz

            „Der Mann hat neben seiner zutreffenden Kritik des Scheiterns der Integrationspolitik (überwiegend durch die CDU, aber auch die SPD und FDP zu verantworten) jede Menge Blödsinn erzählt“

            Ich weiss dass die Redaktion ein Faible für die (örtlichen) Grünen hat, Sie können aber trotzdem erwähnen, dass sich die Partei in der Integrationsfrage auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat (wie die anderen).

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Die Grünen werden von uns wie jede andere Partei an dem gemessen, was sie leisten und wie sie sich präsentieren.
            Die Grünen wurde als erste Partei von uns sehr kritisch begleitet und kommentiert. Das führte für einige Zeit zu einer „Funkstille“ – später hat man sich dort besonnen, was für die anderen Parteien bis auf einzelne Mitglieder nicht gilt.

            Die Grünen sind zur Zeit in Heddesheim die einzige Partei, die sich einer inhaltlich-argumentativen Debatte stellt. Natürlich finden wir das gut und bedauern, dass die anderen Parteien sich hier aus der Verantwortung stehlen.

            Sie können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Grünen keinerlei Schonbehandlung durch unsere Redaktion unterliegen. Wir berichten selbstverständlich überparteilich.

            Einen schönen Tag wünscht
            Das heddesheimblog

        • Thomas Ott

          @dasheddesheimblog 24. September 2010 um 13:06

          Verehrter Herr Prothmann,

          Sie tragen – zu Recht – so gerne Art. 5 GG als Monstranz vor sich her; nehmen Sie doch bitte auch Art. 21 GG zur Kenntnis. (Im übrigen habe ich das Büchlein von Klaus v. Beyme – vor vielen Jahren im Grundstudium – gelesen und hoffentlich auch verstanden.)

          Ich habe in meinem Beitrag auch nicht die Repräsentanten pauschal verteidigt sondern die „Schreihälse“ aufgefordert sich an Ihnen ein Beispiel zu nehmen und selbst zum „Repräsentanten“ zu werden.

          Die Proteste in Stuttgart sind sehr wohl NIMBYistisch motiviert, denn sie negieren zu großen Teilen die transeuropäische und landesweite Bedeutung des Projektes. (Sie haben vielleicht die entsprechende PM des Staatssekretärs Georg Wacker von letzer Woche gelesen?).

          Ihre Unterstellungen hinsichtlich der Fremdbestimmtheit der Planer bei der Metropolregion grenzen an Verleumdung. Ausserdem werden Sie den MRN e.V., die GmbH und den Verband in einen Topf. Ich habe selbst an einem umfangreichen wissenschaftlichen Gutachten zu einem Teilaspekt (demographische Entwicklung) des Regionalplanes mitgewirkt und darf Ihnen versichern, dass das ganze Verfahren weitaus demokratischer angelegt ist, als Sie glauben oder wissen. Ich stimme Ihnen zu, dass es wünschenswert wäre, die Vertreter der Verbandsversammlung, also das „Parlament“ der Metropolregion direkt zu wählen. Hierzu müsste der Staatsvertrag geändert werden. Wer das will, muss sich auf der Ebene der Landespolitik engagieren, egal bei welcher Partei.

          Mich auch nur in Ansätzen mit der DDR in Verbindung zu bringen ist absurd.

          Sie brauchen auch nicht alle Ihre Artikel in gekürzter Form in Ihre Antwort zu packen. Ich zähle mich zu Ihren Stammlesern und verfolge Ihre Blogs und Kleinkriege gegen BM Kessler und den MM von Anfang an. Meine Grußformel oben ist auch nicht zynisch gemeint. Vielleicht dehnen Sie ihr kleines Medienimperium bald nach Weinheim aus, dort hätten wir viel Spass miteinander. Versprochen!

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Herr Ott, besten Dank, dass Sie die Transparenz unterstützen und Ihre Beteiligung an Planverfahren offen gelegt haben. Die LeserInnen wissen das sicher zu schätzen, da Ihre Beiträge nun aus einer anderen Perspektive gelesen werden können.

            Ebenfalls deutlich wird Ihre persönliche Haltung zu Art. 5 GG: „Monstranz“, nicht schlecht. Vielleicht sollten Sie nochmals Art. 21 GG genau lesen: „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ Dort steht „mit“ – ein kleines, aber entscheidendes Wörtchen. Im übrigen erinnere ich Sie an diverse Vertstöße der Parteien gegen dieses Gesetz – die Parteispendenaffären, die fast ausschließlich von der CDU begangen wurden oder an Otto Graf Lambsdorff, ein rechtskräftig Verurteilter Steuerhinterzieher, der mehr Netto vom Brutto wollte.

            Auf Versicherungen gebe ich relativ wenig. Tatsächlich halte ich es für vollkommen normal und legitim, dass Unternehmen sich für ihre Belange einsetzen. Was ist daran „verleumdnerisch“? Ebenso normal und legitim ist, es, ihnen dabei auf die Finger zu schauen. Und wenn Sie im Gespräch mit dem weitaus größeren Teil der Wirtschaft, den kleinen und mittleren Unternehmen wären, wüssten Sie, dass dort ein großer Unmut gegen MRN e.V., die GmbH und den Verband herrschen, die ich durchaus in einem Topf sehe.

            Auch Ihre Einschätzung vom „Kleinkrieg“ mit Herrn Kessler spricht Bände. Über Herrn Kessler wird durchaus immer „unkriegerisch“ berichtet. Wenn Herr Kessler sich aber fehlverhält, die Meinungs- und Pressefreiheit behindert, dann ist das ein Thema, dass öffentlich gemacht werden muss. Jedenfalls nach meinem demokratischen und journalistischen Verständnis.

            Und Herr Ott, das wird Sie jetzt freuen: Das weinheimblog wird noch dieses Jahr starten. Der Antrittsbesuch bei Herrn OB Bernhard ist schon terminiert.

            Ich freu mich auf den Spaß! 🙂

            Sie haben aber Verständnis dafür, dass ich nicht immer, wie heute, eine Individualbetreuung anbieten kann.

            Hardy Prothmann

          • Thomas Ott

            „verleumderisch“ bezog sich nicht auf die Unternehmen sondern auf die Planer, die Sie gewissermaßen als Marionetten der Unternehmen oder Parteien darstellen.

            Ich habe selbst ein „kleines Unternehmen“ inne und kenne daher auch viele andere Unternehmer. Scheinbar gibt es nicht viele Überschneidungen zwischen den „kleinen Unternehmern“ mit denen Sie sprechen und denen, die ich kenne.

            Auf das weinheimblog warte ich seit Sie die entsprechende Domain registriert haben. Ich nehme Sie gerne ab sofort in den Presseverteiler auf, gibt es ein Weinheim-spezifisches Postfach?

            Schade, dass Sie meine Einladung zum Bier nicht annehmen wollen. Aber wenn Sie dann bei uns aktiv sind, ergibt sich sicher die Gelegenheit zum Gespräch.

          • dasheddesheimblog

            Guten Tag!

            Vielleicht sollten Sie Ihre Kreise erweitern – ich bin mit Ihnen und anderen im Gespräch.

            Die Einladung habe ich angenommen – da hat sich wohl was überschnitten.

            Einzelheiten zum weinheimblog werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

            Beste Grüße
            Hardy Prothmann

    • TJ

      Na, was Sie hier beschreiben ist wohl ein typischer „CDU-Grüner“… Grün sein weil es chick ist und evtl. ein paar Stimmen bringt. Was daraus wird, sieht man in der Regierung. Wen hat den Mutti nicht mitgenommen bei der Atomdiskussion? und da Sie so auf demokratisch gewählten Gemeinderat abheben. Welche Partei verrät in Heddesheim den alle Wahlkampfphrasen? Aber dann auch noch im Gemeindeblatt Stuttgart21 anführen. Herr Merx kann ja die Fragen für die Bürgerbefragung in Stuttgart schreiben, er hat ja Erfahrung in Suggestivfragen ;-))

  • betty

    Man kann von der bisherigen Arbeit der IG halten was man will, aber diesen Aufruf sollten nun ernsthaft alle Heddesheimer prüfen und sich dann entsprechend engagieren! Jetzt ist der Zeitpunkt, nochmal laut und deutlich aufzustehen. Wer dies jetzt nicht tut, sollte später, wenn es „zu spät“ ist, dann auch die „Klappe halten“..

    Was mich immer wieder ärgert ist die undurchsichtige Strippenzieherei von Nicole Kemmet, wie im Artikel beschrieben. Das schadet dem BdS und seinen Mitgliedern.

    • D. Weber

      Die Dame, Fr. XXX, hat ja auch „vornerum“ die Arbeiterwohlfahrt verteidigt und andererseits „hinterum“ zum Boykott derselbigen aufgerufen. Das sagt wohl alles zum Thema „Strippen-ziehen“..

      Anmerkung der Redaktion:
      Der Beitrag wurde XXX bearbeitet.

      • sven

        Hallo woher haben Sie denn die Ibformation, dass Frau XXX hinter dem Boykott-Aufruf stand? Der ist meines Wissens „Anonym“ verbreitet worden.

        Anmerkung der Redaktion:
        Der Beitrag wurde XXX bearbeitet.

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Wir haben Ihren Beitrag und den nachfolgenden Kommentar zensiert, weil Sie Behauptungen zu einer Person aufgestellt haben, die nicht belegt sind.

        Wir erteilen beiden Kommentatoren hiermit eine „gelbe Karte“ und bitten dringend, sich an Regeln zu halten.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

        • heddesheimerin

          Ich bitte Sie, die Sachverhalte zu dem Thema sind in Heddesheim doch sowieso bekant.

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Wir bitten Sie, sich an die Regeln zu halten.

          Einen schönen Tag wünscht
          Das heddesheimblog

  • Manfred Zischler

    Leute weiter so, ich komme zwar aus einer ganz anderen Gegend (Sauerland), das Heddesheim Blog ist aber mittlerweile meine Lieblingslektüre im Netz! Immer was los hier – Der finstere Herr Kessler, die famosen Dolls, die undurchschaubare Frau Kemmet, der etwas naiv aber nicht unsympathisch wirkende Herr Gimber – mittlerweile wie gute persönliche Bekannte die ganze Truppe… Ich bin süchtig nach dem nächsten Kapitel aus Heddesheim!!

    Manfred Zischler

    • sven

      Finde es ja schön, dass Sie sich amüsieren. Andererseits ist es schon fragwürdig und traurig, was wir hier in Heddesheim für ein Kasperltheater für den Rest der Republik abgeben, die hier mitliest!

      Das müsste sich ein Herr Kessler mal klar machen, dass das Publikum für sein Treiben längst nicht mehr lokal begrenzt ist.

    • heddy

      Mein Ranking der Heddesheimer Promi-Besetzung nach „Unterhaltungs-Potential“:

      1. Josef Doll: Der Klassiker, unnachahmlich! Wann gibts wieder einen „Essay“ im Gemeindeblatt?
      2. Ewald Doll: Der Hellesema Rambo. Nehme an, er kriegt Geld für Auftritte. Verdient hätte er es. Und noch dazu Heddesheims führender PR-Experte.
      3. Michael Kessler: Der Tragische. Eine Wotan-Gestalt. Egal wie die Sache ausgeht, er kann nur noch verlieren.
      4. Jürgen Merx: Der Bemühte. Wenn ein Kommunalpolitiker große Politik spielen will…
      5. Nicole Kemmet: Das wandlungsfähige „Biest“ (positiv gemeint – weil unterhaltend anzusehen, wie sie „Politik“ macht)
      6. Bowien. Tragischer, aufrechter Held. Ausbaufähiges Unterhaltungspotenzial.
      7. Hardy Prothmann: Der Unfehlbare. Schwebt über allem. Aber immerhin unterhaltsam.
      8. Harry Gimber: Der Unbefleckte. Wird einst in den sozialdemokratischen Himmel auferstehen, ohne einmal Position bezogen zu haben.
      9. Kurt Klemm: Der Papa Schlumpf von Heddesheim. Man kann ihn nicht nicht mögen. Geborener Unterhalter.
      10. Anja Görlitz: Opfer. Kein schöner Anblick sowas, und daher auch wenig Unterhaltungspotenzial.

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Widzisch 🙂

        Auch, wenn ich nur auf Platz 7 komme. Gibts einen Tipp, wie ich mich hocharbeiten kann?

        Gruß
        Hardy Prothmann

        P.S. Im aktuellen Käseblatt gibts wieder jede Menge dolles Zeug.

      • Lutz

        Selten so gelacht! Mit der Heiligsprechung („Der Unfehlbare“) des Herrn Prothmann – den ich auch ganz unterhaltsam finde – würde ich aber noch warten 🙂

        • dasheddesheimblog

          Guten Tag!

          Keine Sorge – bin doch fehlbar, weil nicht katholisch. Damit entfällt die Heiligsprechung.

          Hätte alternativ anzubieten:
          Der Rechthaber
          Der Grönaz (größter Nörgler aller Zeiten)
          Der Schmierfink
          Der Wofürhältdersich
          Der Noigeblaggde (mein Favorit)

          Gruß
          Hardy Prothmann

      • Harry Gimber

        Nur eine kurze Info zu „Stellung beziehen“:
        Wenn Sie das Heddesheimblog genauer studieren werden Sie feststellen dass ich sehr wohl Stellung beziehe (siehe mein Kommentar bei „Der gläserne Gemeinderat: Augen zu und durch?“

  • Jochen Schust

    Es wird spannend: Beide Termine – der 25. wie der 30. September – werden zum Showdown für die öffentliche Auseinandersetzung um den Vorgang. Entweder der IG gelingt ein kraftvolles Zeichen und signifikante Beteiligung – oder nicht. Falls nicht, ist das ein klares Signal für Herrn Kessler, dass mit größerem Protest aus der Bürgerschaft auch weiterhin nicht zu rechnen ist. Dies würde ihn bestärken, die Sache durchzuziehen.

    Jeder Heddesheimer, dem an der Sache liegt, sollte sich sein Verhalten am Samstag und am 30.9. also gut überlegen …

    • Heddesheimer

      Bin leider am Samstag um diese Uhrzeit noch in der Firma.

    • sven

      Sie können davon ausgehen, dass ich wieder dabei bin…

    • kompakter

      hallo,

      ganz ehrlich? die ig ist ein lascher haufen. noch lascher als kessler und seine lakaien.

      die einzige verlässliche größe ist hier das heddesheimblog, das einfach mitteilt, was passiert.

      in ladenburg macht das blog auch schon wellen, leider noch nicht so wie in heddesehim, aber die leute reden drüber.

      was geil kommt, ist, wie intensiv die berichte sind. daran muss man sich in der „stadt“ ladenburg noch gewöhnen, aber die wirkung ist da.

      alle fragen sich, was will der prothmann? ich hab den prothmann nun lange in heddesheim verfolgt. der ist komplett irre. der prothmann will berichten, Journalismus und so.

      was ich echt geil finde – egal, ob man den mag oder nicht, die leute reden drüer.

      total bescheut ist, wenn mir so ein null-acht-fufzehn-vereinsmeiser erklärt, der „prothmann“ will sich „bereichern“. da guck ich auf die fleckige jacke von dem „vorstand“ und ins doofe gesicht und denk mir: „der prothmann musss vollkommen schmerzfrei sein, wenn er es mit diesen idioten zu tun hat.“

      gruß

      • Argus

        Wie soll den die IG Ihrer Meinung nach sein ?

        Militant ?

        Dann lieber so wie sie ist und gegen Windmühlenflügel kämpft !

        Sie wissen doch wie der Ritter von der traurigen Gestalt !

      • sven

        „die ig ist ein lascher haufen. noch lascher als kessler und seine lakaien.“

        Na dann engagieren Sie sich doch, damit der Laden weniger lasch wird. Über die Arbeit anderer schimpft sichs ja besonders leicht …

  • Jochen Schust

    Wow: Einen Tag nicht hier gewesen und bereits fast 40 Kommentare zum Thema … Pfenning bewegt nach wie vor!