Dienstag, 16. Juli 2019

Handylockanrufe und Viren

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Guten Tag!

Heddesheim, 22. Oktober 2009. Wer vernĂŒnftig ist, schĂŒtzt seinen Computer gegen Viren und Trojaner durch einschlĂ€gige Programme. Unsere Handys sind aber schon lange Computer und mittlerweile immer öfter auch im Internet unterwegs – also da, wo die Schadprogramme auf Opfer lauern.

Von Peter Kröffges

Wer sich einigermaßen fĂŒr die möglichen Bedrohungen interessiert, sorgt dafĂŒr, dass ein ordentlicher Virenscanner tĂ€glich aktualisiert den eigenen Computer schĂŒtzt. Moderne Virenscanner und Sicherheitssoftware werden installiert und das bestmögliche zur Datensicherheit unternommen.

Doch droht mittlerweile immer mehr unserem Handy eine Infizierung mit Viren, WĂŒrmern oder Trojanern. In Deutschland sind derzeit ca. 100 Millionen Mobiltelefone angemeldet, ein Anlass genug fĂŒr mögliche TĂ€ter diesen „Markt“ verstĂ€rkt ins Visier zunehmen.

Laut einer in Auftrag gegebenen Studie des Unternehmens „McAfee“ (Hersteller von Antivirenprogrammen), waren schon im Jahre 2006 bereits 83 Prozent aller Mobilfunkbetreiber von Handy-Viren betroffen. Fachleute schĂ€tzen, dass heute ca. 350 bis 400 Virenprogramme fĂŒr Mobiltelefone im Umlauf sind und tĂ€glich werden es mehr.

Wie arbeiten diese Schadprogramme?

Mit einer SMS ist die Einschleusung von Trojanern (getarntes Programm) wohl noch nicht möglich, da damit nur eine begrenzte Anzahl von Textzeichen und keine ausfĂŒhrbaren Programme verschickt werden können. Bei MMS (Multimedia Messaging Service, Versand von Dateien wie z.B. Bildern oder Musiktiteln) ist dies allerdings möglich.

Auch die bei vielen modernen Handys vorhandene Schnittstelle ĂŒber Bluetooth (funkbasierten Ersatz fĂŒr Kabelverbindungen) ist ein mögliches Einfallstor fĂŒr Schadprogramme.

Damit mögliche TĂ€ter auf das Handy zugreifen können, muss die „transportierte“ Software noch auf dem GerĂ€t installiert werden –  gut getarnt als „Download“ fĂŒr Klingeltöne oder andere „coole Dinge“, wird auch die Warnung des GerĂ€tes oder die erforderliche BestĂ€tigung zur Installation ganz leicht umgangen.

Der Handynutzer gibt mit der Einwilligung sein EinverstĂ€ndnis und das Schadprogramm wird in den meisten FĂ€llen unsichtbar fĂŒr den Besitzer installiert und nimmt seine „Arbeit“ auf.

Ist ein Schadprogramm, z.B. ein Trojaner, erst einmal installiert, können TĂ€ter damit fast alle Funktionen des Handy nutzen, manipulieren und kontrollieren. Befehle auf das Handy zu schicken, SMS-Nachrichten abzufangen oder auch Fotoaufnahmen abzurufen sind fĂŒr „Spezialisten“ kein ernsthaftes Problem mehr.

Wie kann der Handynutzer sich schĂŒtzen?

Ein erster wesentlicher Schutzmechanismus ist, alle möglichen Sicherheitseinstellung des Mobiltelefons zu nutzen. Weiterhin sollte auf dem Mobiltelefon eine entsprechende Virenschutzsoftware installiert sein, bei modernen Mobiltelefonen bieten die Provider das gegen eine geringe GebĂŒhr im Paket an. Weiterhin sollte keine BestĂ€tigung („drĂŒcken Sie die Ja-Taste“) oder Installation erfolgen, die von einer unsicheren, Ihnen nicht bekannten Stelle angeboten bzw. gesendet wird.

Gesundes Misstrauen und im Zweifelsfall sicherheitshalber löschen ist ein sehr guter Basisschutz.

Stellen Sie sich die Frage, ob eine bestimmte angebotene Dienstleistung (Klingelton, Wallpaper etc.) wirklich erforderlich ist und vermeiden Sie auch mögliche Abo-Fallen oder ein Virenrisiko schon im Vorfeld.

PrĂŒfen Sie genau den Verbindungsnachweis und die Rechnung des Mobilfunkbetreibers auf UnregelmĂ€ĂŸigkeiten, damit auch ihr Handy „safe“ ist und bleibt.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.