Mittwoch, 26. Februar 2020

Hirschbergs Kooperationsbereitschaft in jedem Fall Grundvoraussetzung

Gemeinschaftsschule jetzt auf eigene Faust?

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Wird die Gemeinschaftsschule im Alleingang durchgesetzt? Das hÀngt von der Kooperationsbereitschaft Hirschbergs ab.

Wird die Gemeinschaftsschule im Alleingang in Heddesheim durchgesetzt? Das hÀngt von der Kooperationsbereitschaft Hirschbergs ab.

 

Heddesheim/Hirschberg, 22. November 2013. (red/ms) Heddesheim will weiterhin die Gemeinschaftsschule – daran hat sich durch den BĂŒrgerentscheid in Hirschberg nichts geĂ€ndert. In einem Schreiben der Gemeinde wird die Gemeinschaftsschule weiterhin als ein „Projekt von zentraler Bedeutung“ bezeichnet. Die Ursachen fĂŒr das „Nein“ aus Hirschberg sieht man in den knappen Finanzen der Gemeinde – daher unterbreitet Heddesheim nun ein Angebot, das Hirschberg finanziell nicht belastet. Und hofft, dass der Antrag akzeptiert wird.

Von Minh Schredle

Der Schulzweckverband Werkreal- und Grundschule Hirschberg/Heddesheim besteht mittlerweile seit drei Jahren.  Damit Heddesheim jedoch seinen Willen durchsetzen kann und die Gemeinschaftsschule auf den Weg bringt, sind einige grundlegende Änderungen in der Satzung vorzunehmen: Der Sitz des Rektorats und somit der Schule mĂŒsste von Hirschberg nach Heddesheim verlagert werden. Die Hirschberger Grundschule wĂ€re aus der Karl-Drais-Schule herauszulösen und mĂŒsste eigenstĂ€ndig betrieben werden.

Die Werkrealschulklassen, die bis zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 existieren, wĂŒrden nach den vereinbarten Regularien an wechselnden Standorten weitergefĂŒhrt werden. Solange bis die letzten zehnten Klassen seit VerbandsgrĂŒndung ihren Abschluss gemacht haben.

Bald getrennte Finanzen?

Die Finanzen der ehemaligen Martin-Stör-Grund und Hauptschule mit Werkrealschule (Hirschberg) und der ehemaligen Johannes-Kepler-Grund und Hauptschule mit Werkrealschule (Heddesheim) sollen allerdings dann getrennt sein: Schließlich stellt der Zweckverband den Antrag, den Standort Heddesheim zur Gemeinschaftsschule auszubauen und nur Heddesheim wird finanziell belastet. Die ersten fĂŒnften Klassen sollen ab dem Schuljahr 2015/2016 eingefĂŒhrt werden. Diesen Vorschlag machte die Heddesheimer Verwaltung der Gemeinde Hirschberg in einem Schreiben vom 09. Oktober 2013.

Kooperationsbereitschaft aus Hirschberg?

In einem Schreiben vom 18. November hat Hirschberg geantwortet, man wĂŒnsche sich eine Option, fĂŒr die Klassenstufen fĂŒnf und sechs Außenklassen in Hirschberg einzufĂŒhren. Das ist aus zwei GrĂŒnden seltsam: Erstens hat sich der Großteil des Hirschberger Gemeinderats zuletzt gegen diese Variante ausgesprochen.

Zweitens wurde diese Möglichkeit im Vorfeld des BĂŒrgerentscheids mit dem Schulamt besprochen – und abgelehnt: Dies sei von Seiten der Schulleitung aus „organisatorischen und pĂ€dagogischen GrĂŒnden nicht befĂŒrwortet“. Eigentlich sollte das auch in Hirschberg bekannt sein – vor allem im Gemeinderat.

Vermutlich wĂ€re Heddesheim aber auch, wenn es rechtlich möglich wĂ€re, nicht darauf eingegangen: Man wĂŒnscht sich ein „klares pĂ€dagogisches Konzept“ sowie ein „festes Standortkonzept“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Schließlich wolle man Eltern „keine Unsicherheit hinterlassen“.

Hoffen auf Zustimmung

Mit dem Hinweis darauf, dass das gewĂŒnschte Konzept nicht umzusetzen sei, schrieb die Gemeinde Heddesheim am 20. November einen zweiten Brief. Der Vorschlag an sich blieb unverĂ€ndert und wird kommenden Dienstag im Hirschberger Gemeinderat behandelt.

Man hofft auf Zustimmung. Darauf, dass anerkannt wird, dass sich Heddesheim die Weiterentwicklung der Karl-Dreis-Schule zur Gemeinschaftsschule wĂŒnscht. Und, wenn nötig, auf eigene Faust umsetzen kann. Hirschberg stehe ein spĂ€terer Beitritt offen, sollte sich die Entscheidungslage Ă€ndern. FrĂŒhester Zeitpunkt wĂ€re in drei Jahren – denn solage darf ein per BĂŒrgerentscheid erfolgter Beschluss nicht erneut verhandelt werden.

 

 

 

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.