Sonntag, 20. August 2017

Auch Martin Dolls Verletzung konnte die SG nicht stoppen, Dominic Blum brilliert im letzten Spiel

Die Handballer der SG Heddesheim sind Badenmeister 2013!

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Heddesheim, 22. April 2013. (red/zef) Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt die SG L├Âwen Heddesheim ihr Heimspiel gegen die TSG Wiesloch, ist sie Badenmeister und spielt n├Ąchstes Jahr in der Oberliga Baden-W├╝rttemberg. Daher kocht schon vor Spielbeginn in der Nordbadenhalle die Stimmung. Die 650 Zuschauer bereiteten den Spielern einen gro├čartigen Empfang. Eingestimmt wurden die Spieler von einem Ton-Mitschnitt aus dem Film 300: ÔÇ×Merkt euch diesen Tag M├Ąnner, weil von nun an und f├╝r alle Zeit euch geh├Âren wird!ÔÇť Mit 32:20 besiegen die Handballer der SG Heddesheim die TSG Wiesloch in eigener Halle und sind Badenmeister! Ganz souver├Ąn meistern sie auf dem Weg dahin jede brenzlige Situation.

Von Ziad-Emanuel Farag

Als nach 40 Sekunden die SG Heddesheim wegen Zeitspiels beim Stand von 0:0 der Ballverlust droht, markiert Martin Doll, der wieselflink ├╝ber Halb-Links zur Mitte zieht, das 1:0.┬á 53 Sekunden sp├Ąter macht er auch das 2:0. Die 6:0 Abwehr ist von Anfang an hellwach und verschiebt in Windeseile mit ihren Sidesteps ballseitig. Der TSG Wiesloch bieten sich kaum L├╝cken. Der Halb-Linke Steffen Wacker blockt unz├Ąhlige B├Ąlle in der Abwehr und setzt schon zu Beginn Rechtsau├čen Christian Buse zum 3:0 per Gegensto├č in Szene.

Steffen Wacker war in der Abwehr heute genial, er ist ein ├╝berragender Handballer und hat auch vorne noch drei Tore gemacht,

so Frank Schmiedel nach Abpfiff ├╝ber eines seiner vielen Asse im letzten Heimspiel.

Christian Schemenauer wird zum 7-Meter-Killer

Der R├╝ckraum der TSG Wiesloch ist zu Beginn des Spiels nicht zu sehen, f├╝r Gefahr sorgen allenfalls die Au├čenspieler. Als diese ├╝ber Au├čen eine L├╝cke rei├čen und es dann durch ein Foul 7-Meter gibt, zeigt sich der n├Ąchste Trumpf der SG L├Âwen Heddesheim in diesem Spiel: Das ├╝berragende Torh├╝terduo Daniel Reber und Christian Schemenauer. W├Ąhrend Daniel Reber in der zweiten Halbzeit noch eine ganz wichtige Rolle spielt, ist es Christian Schemenauer, der die TSG Wiesloch in der ersten H├Ąlfte verzweifeln l├Ąsst: Diesen 7-Meter, wie alle drei weiteren auch, pariert er. Es steht weiterhin 3:1. Gianluca Pauli verwandelt den folgenden 7-Meter f├╝r die SG Heddesheim sicher zum 4:1 und erneut zeichnet sich Christian Buse aus: Als Rechtsau├čen trifft er im R├╝ckraum aus dem Stand aus neun Metern Entfernung. Mit f├╝nf Toren war er heute der Top-Torsch├╝tze der SG Heddesheim. Schmiedel entgeht seine tolle Leistung nicht:

Christian Buse kann man aus der Mannschaft nicht wegdenken. Er ist ├╝berall extrem gef├Ąhrlich: Ob auf Au├čen oder sogar aus dem R├╝ckraum.

„Dominic Blum war heute in seinem letzten Spiel super klasse“

Eine ganz starke Partie macht auch der langj├Ąhrige Linksau├čen Dominic Blum in seinem letzten Spiel f├╝r die SG Heddesheim. Er findet prima ins Spiel und stellt mit seinen drei schnellen Toren in den ersten 15 Minuten zum 7:2, 10:4 und 12:4 die Weichen auf Sieg. Schmiedel wei├č, welchen guten Spieler er verliert:

Dominic Blum war heute in seinem letzten Spiel super klasse. Er hat toll gespielt und nochmal vier Tore gemacht.

Die letzte Aktion der ersten Halbzeit geh├Ârte mit Martin Geiger dem zweiten Chef der Mannschaft: Er erzielt mit einem wundersch├Ânen Heber als etatm├Ą├čiger Kreisl├Ąufer von Halb-Links das 20:10.

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Schon zur Halbzeit wussten alle: Gleich haben wir die Meisterschale! / Foto: SG Heddesheim

 

„Bei uns sind alle klasse Handballer“

Die Partie scheint zur Pause gelaufen, doch es wird fast noch einmal brenzlig: In der 35. Minute steht es auf einmal nur noch 21:15. Drei Minuten sp├Ąter ist die SG Heddesheim zwar wieder auf 24:16 enteilt, doch nun muss die SG Heddesheim eine doppelte Unterzahl ├╝berstehen nach Zeitstrafen f├╝r Martin Geiger und den starken Steffen Wacker. Zu allem ├ťberfluss rutscht Martin Doll, der Kopf der Mannschaft, aus und kann nicht mehr weiterspielen. Bis dahin hat er schon vier Tore erzielt.

Martin Doll hat heute bis zu seiner Verletzung das Zepter in die Hand genommen. Aber bei uns sind alle klasse Handballer,

so Schmiedel.

Daniel Reber vernagelt das Heddesheimer Tor f├╝r 13 Minuten trotz Unterzahl

Seine Sch├╝tzlinge stellten das auch prompt unter Beweis: Er tauscht den bis dahin starken Torwart Christian Schemenauer durch Daniel Reber aus. Der h├Ąlt auch direkt einen 7-Meter und vernagelt sein Tor: In der 46. Minute erzielt Dominic Blum sein viertes und letztes Tor f├╝r die SG Heddesheim zum 27:16. Eine Minute sp├Ąter erh├Ąlt Andreas Schmitt eine Zeistrafe, trifft danach aber in der 51. Minute zum 30:16. Erst nach 51:30 Minuten gelang der TSG Wiesloch das 30:17, bis zu diesem Treffer vergehen dreizehn Minuten. Frank Schmiedel ├╝berrascht dieses souver├Ąne Auftreten seiner Mannschaft nicht:

In dieser Mannschaft kann ich einwechseln, wen ich will. Alle k├Ânnen ein super Tempo gehen, das k├Ânnen andere Mannschaften nicht so. Auf der Bank war ich heute nicht ein einziges Mal nerv├Âs. Ein paar Spieler waren nach der langen Saison ein bisschen m├╝de und daher habe ich gewechselt. In der Folge konnten wir uns wieder absetzen.

Schiedsrichter als Spa├čbremse

Nun nehmen die Heddesheimer L├Âwen das Tempo raus, die Spieler auf dem Platz realisieren, dass sie es geschafft haben und genie├čen die tolle Stimmung in der Halle. Die TSG Wiesloch kann in der Folge auch weitere Treffer erzielen bis zum 30:19. Erst in 59 Minute erzielen dann Schmiedels Sch├╝tzlinge ihren n├Ąchsten Treffer zum 31:19. Die Spieler auf der Auswechselbank h├╝pfen nun so wild vor Freude, dass die Schiedsrichter meinen, sie ermahnen zu m├╝ssen. Doch das st├Ârt niemanden mehr, 90 Sekunden und zwei weitere Tore sp├Ąter ist das Spiel beendet. Alle Spieler tanzen auf dem Platz, die Zuschauer jubeln ekstatisch, man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Die obligatorische Bierdusche darf nicht fehlen. H├Âhepunkt ist dann die ├ťbergabe der Meisterschale f├╝r den Badenmeister durch den Vize-Pr├Ąsidenten des Badischen Handballverbandes Peter Hartmann.

Martin Doll sagt nach dem Spiel, dass er sich um seine Mannschaft nie Sorgen machte, als er zusehen musste. Ein Blick in den Torsch├╝tzeliste verr├Ąt warum:

Christian Buse (5); Gianluca Pauli (4/ 4 7-Meter); Dominic Blum, Martin Doll (je 4), Sebastian Wingendorf, Martin Geiger, Steffen Wacker, Marc Winterhalder (je 3); Julian Diefenbach (2) und Andreas Schmitt (1). Acht Torsch├╝tzen mit mindestens drei Toren demonstrieren eindrucksvoll die mannschaftliche Geschlossenheit. Neben den Torh├╝tern Daniel Reber und Christian Schemenauer waren auch Felix Hildenbeutel und Christoph Lahme vor seinem Wechsel nach Schwetzingen im Einsatz.

„Der Frank ist ein super Trainer“

Wie Frank Schmiedel die SG L├Âwen Heddesheim zum Badenmeister machte, verr├Ąt Martin Doll:

Der Frank ist ein super Trainer, er gibt uns viele Freiheiten. Er setzt immer Akzente im Training und wei├č, wie er mit uns umgehen kann. Er hat uns komplett im Griff.┬á Seine Autorit├Ąt kommt eher von der menschliche Seite als ├╝ber den Druck und die Bestrafung. Das kommt der Mannschaft stark zugute.

Im letzten Spiel am kommenden Wochenende tritt die SG Heddesheim nun beim TSV Birkenau an. Dort verlor man im Vorjahr mit 22:29. Auch daher ist Martin Doll erleichtert, dass die Meisterschaft jetzt schon gewonnen wurde:

Das ist eine Mannschaft,┬á die uns ├╝berhaupt nicht liegt. Jetzt k├Ânnen wir dahin fahren und mit denen ein sch├Ânes Spiel machen. Es gab f├╝r uns heute auch keine gr├Â├čere Motivation, als nach Birkenau zu fahren und zu wissen, dass wir da nicht gewinnen m├╝ssen.

„Ich werde Dominic vermissen“

Einziger Wermutstropfen ist f├╝r Frank Schmiedel nach dem Spiel der Abschied von Christoph Lahme und Dominic Blum, der bisher f├╝r keinen anderen Verein als die SG Heddesheim gespielt hat:

Ich wusste schon immer: Der Dominic ist ein super Handballer. Es tut uns ein bisschen weh, dass er weg geht. Auch als Mensch werde ich ihn vermissen, aber zum Gl├╝ck haben wir f├╝r die Mannschaft mit Gianluca Pauli einen gleichwertigen Ersatz. Marco Dubois war ja verletzt und steht uns f├╝r die Oberliga Baden-W├╝rttemberg aber wieder zur Verf├╝gung. Der hat in der Vorrunde 70 Tore geworfen und deswegen mache ich mir keine Sorgen.

Auch Dominic Blum hat nach dem Abpfiff gemischte Gef├╝hle, der zu seiner Freundin an die Schweizer Grenze zieht:

Ich bin ein bisschen traurig, dass ich gehe. Aber die Meisterschaft und der Aufstieg sind ein sch├Âner Abschied. Die Jungs werden, wenn sie weiter so zusammen bleiben, auf jeden Fall den Klassenerhalt schaffen. Das ist eine super Mannschaft. Ich dr├╝cke ihnen die Daumen!

Christoph Lahme hingegen kehrt nach einem Jahr zur├╝ck zur HG Oftersheim/Schwetzingen. Die Vorbereitung, um den Klassenerhalt in der Oberliga Baden-W├╝rttemberg zu schaffen, soll Ende Juni beginnen. Einen Fitnessplan gibt es bis dahin nicht, dennoch setzte Frank Schmiedel eine Extraeinheit direkt nach dem Spiel an:

┬áDie n├Ąchsten Tage werden wir nach der langen Saison einfach nur feiern!

Die Meisterfeier begann mitten in der Halle mit der Bierdusche. In der Mitte Torh├╝terass Christian Schemenauer. / Foto: SG Heddesheim

Damit beginnt die SG Heddesheim direkt nach dem Spiel: Die Saisonabschlussfeier wird zu einer bis tief in die Nacht andauernden Meisterfeier.