Sonntag, 23. Juli 2017

Entwarnung f├╝r Hobby-G├Ąrtner

Auswirkungen des milden Winters

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Pflanze frostsicher

Frostsicher verpackt kommen auch empfindliche Pflanzen gut ├╝ber den Winter.

Rhein-Neckar, 22. Januar 2014. (red/sw/dwd) Eine Frage, die zur Zeit viele Hobby-G├Ąrtner und Gartenbesitzer besch├Ąftigt, ist, welche Auswirkungen die milden Temperaturen, die derzeit das Wetter in der Region beherrschen, auf die Pflanzen hat. Wir haben f├╝r Sie einige Experten befragt.

Von Susanne Warmuth

Vor gut sechs Wochen, am ersten Dezember, hat der meteorologische Winter begonnen. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland liegt f├╝r diese Zeit bei 3,9┬░ Celsius. Das vielj├Ąhrige Mittel f├╝r diesen Zeitraum ist mit nur 0,2┬░ C deutlich k├Ąlter. Als Ursache f├╝r die milden Temperaturen in Europa nennt der Deutsche Wetterdienst die derzeitige rege Tiefdruckt├Ątigkeit ├╝ber dem Nordatlantik. Diese f├╝hrt milde Luftmassen ├╝ber den europ├Ąischen Kontinent.

Trotz aller Abweichungen vom Mittelwert sind die Temperaturen immer noch im Bereich bereits beobachteter Werte und keine Rekordwerte. Bliebe der Januar weiterhin so mild wie bisher, w├╝rde er als drittw├Ąrmster Januar in die Geschichte der Wetteraufzeichnung eingehen. Die mildesten verzeichneten Winter waren der Winter 2006 / 2007 mit 4,4┬░ C, 1989 / 1990 und 1974 / 1975 mit 3,6┬░ C. F├╝r die n├Ąchsten Tag wird allerdings deutlich k├Ąlteres Wetter erwartet, die Durchschnittstemperaturen werden also wieder sinken.

Keine Entwarnung f├╝r die Klimaerw├Ąrmung

Weltweit betrachtet ist dieser Winter in vielen Gebieten deutlich w├Ąrmer als das langj├Ąhrige Mittel. Besonders markant sind die Gebiete des arktischen Ozeans mit Temperaturen von bis zu 13┬░ C ├╝ber den langj├Ąhrigen Mittelwerten! Trotz der K├Ąltewelle ├╝ber Nord-Amerika lag f├╝r die ersten sechs Wochen des Winters 2013 / 2014 die Durchschnittstemperatur der Nordhalbkugel um 0,6┬░ C h├Âher als das zum Vergleich herangezogene vielj├Ąhrige Mittel.

Herr Stefan M├╝nch, stellvertretender g├Ąrtnerischer Leiter der Mannheimer Stadtparks, kann die Gartenbesitzer der Region noch beruhigen. Zwar k├Ânnen milde Temperaturen dazu f├╝hren, dass der Saft in die Pflanzen eintritt und der dann einsetzende Frost zu Erfrierungen f├╝hrt. Die Natur befindet sich jedoch trotz allem noch im Winterschlaf. Gravierende Frostsch├Ąden seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erwarten.

Viburnum in Bluete

Bl├╝hendes Viburnum im Januar – kein Grund zur Sorge

Herr M├╝nch kann der Situation, die viele Menschen aktuell verunsichert, noch Positives abgewinnen: Die Kaninchen, im Luisenpark schon fast eine Plage, finden in diesem Winter ausreichend Futter und verschonen wertvolle Rosen. In kalten Wintern stellen diese eine begehrte Knabberei f├╝r die Tiere dar. Au├čerdem k├Ânne die Arbeit in den Parks weitergehen, schr├Ąnke eine Schneedecke die Aktivit├Ąten der G├Ąrtner doch stark ein.

Der G├Ąrtner r├Ąt jedoch im Hinblick auf die kommende K├Ąlte in den n├Ąchsten Tagen, besonders empfindliche Pflanzen im Hausgarten frostgesch├╝tzt einzupacken und auch eingepackt zu lassen. Im Handel sind Vlies- oder Juteabdeckungen in vielen Varianten erh├Ąltlich. Diese sch├╝tzen nicht nur, sondern k├Ânnen dekorative Farbtupfer im Wintergrau sein.

Bienen im Winter

F├╝r Bienenv├Âlker sind trockene, m├Ą├čig kalte Winter ideal, um gesund ins Fr├╝hjahr zu kommen. Die Aktivit├Ąt im Bienenstock wird heruntergefahren. Die K├Ânigin legt keine Eier mehr, die versorgt werden m├╝ssen. Die Mitglieder des Bienenvolkes w├Ąrmen sich gegenseitig. Sie finden sich zu einem ballf├Ârmigen Gebilde um das Futter herum zusammen. Im Inneren dieses „Balles“ ist es recht warm, nach au├čen wird es k├Ąlter. Die Bienen wechseln langsam ihre Position von au├čen nach innen. So k├Ânnen alle ├╝berleben.

Bei w├Ąrmeren Temperaturen legt die K├Ânigin weiterhin Eier. Der Stock findet nicht in die Winterruhe, da diese Eier versorgt werden m├╝ssen. Der Vorsitzende des Ladenburger Imkervereins, Rudolf Schult, gibt jedoch Entwarnung. Dies bedeute keinen Stress f├╝r die Bienenv├Âlker. So sei der Lauf der Natur. Wesentlich schlimmer sei ein kalter regnerischer Fr├╝hling zum Zeitpunkt, wenn die Bienen schon die Winterruhe beendet haben.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.