Mittwoch, 23. August 2017

Alles gut beim Straßenfest? Von wegen!

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Guten Tag!

Heddesheim, 22. Juni 2010. Das diesjährige Straßenfest ist ohne „besondere“ Vorkommnisse verlaufen – zumindest offiziell. Die Redaktion hat sich mit Anwohnern getroffen, die ganz anders darüber denken. Ein Erfahrungsbericht.

Martina Müller* schreibt uns:

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Keine besonderen Vorkommnisse auf dem Straßenfest... und sonst? Bild: heddesheimblog

„Ich wohne jetzt schon fast zehn Jahre in Heddesheim und war noch nie auf dem Straßenfest und werde da auch nicht hingehen. Der Grund ist ganz einfach: Die Belastungen im Zusammenhang mit diesem „Fest“ ärgern mich zutiefst.

Dieses Jahr hatten wir Glück. Etwa ab 02:30 Uhr konnten wir dann schlafen, weil die letzten Gröhler verschwunden waren. Naja, Glück. Das ist so eine Frage der Definition. Nachdem wir diverse Flaschen aus unserem Garten entfernt, Kippen, Verpackungsmüll aufgesammelt und die Kotze auf dem Weg weggemacht haben, waren die ersten Folgen beseitigt.

Dieses Jahr sind keine Flaschen zu Bruch gegangen. Für unsere pubertierende Tochter sind die Glasscherben kein Problem – für unseren kleinen Sohn und unsere Katzen schon.

Die Pissmarkierungen an unserem Gartenzaun bleicht hoffentlich die Sonne in den nächsten Monaten aus.

Wir fühlen uns manchmal ohnmächtig, weil wir das alles nicht begreifen: Warum ist das so, dass die Menschen so wenig Respekt haben? Leider auch vor allem Jugendliche?

Wir führen ein normales Leben, pflegen unser Anwesen, haben Freude am Garten und versuchen, alles gut und richtig zu machen.

Müssen wir uns gefallen lassen, dass irgendwelche Idioten Graffiti an unseren Zaun sprühen, uns in den Vorgarten kotzen, gröhlend durch die Gassen ziehen und unser Grundstück als „Mülleimer“ missbrauchen?

Anscheinend schon. Denn alle Bemühungen nutzen nichts.

Mein Mann hat schon dutzende Male versucht, mit diesen Menschen zu reden. Er hat ihnen auch schon gedroht. Die Schimpfwörter, mit denen er bedacht worden ist, will ich gar nicht alle wiederholen, aber ein Satz klingelt mir noch in den Ohren: „Hau doch ab, Du Wichser“, ausgesprochen von einer 14-Jährigen.

Für mich steht da die Welt Kopf. Ich verstehe das irgendwie nicht mehr. Wie kann das sein?

Wir haben auch schon die Polizei gerufen, nicht nur einmal. Manchmal konnten die helfen, meistens nicht.

Ein Polizist hat meinem Mann mal geraten: „Wenn es dunkel ist und es keiner sieht, dann verpassen Sie denen mal eine, die merken sich das.“

Kann das sein? Aufruf zur Selbstjustiz durch einen Polizisten als „Problemlösungsstrategie“?

Mein Mann hat den Ratschlag nicht befolgt.

Feste sind gut und sicher wichtig. Schlecht und nicht richtig sind die Folgen.

Und bald gibt es das Altstadtfest in Ladenburg, dann werden wir wieder „keine besonderen Vorkommnisse“ beseitigen müssen. An Halloween sind schon mehrmals Eier gegen Hauswände in der Nachbarschaft geschleudert worden. Ist das witzig? Macht das Spaß?

Wie alle anderen haben wir das bislang hingenommen. Aber das wollen wir nicht mehr, deswegen wenden wir uns an die Öffentlichkeit.

Mit dem dringenden Appell, mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Und mit der Bitte an die Behörden, nicht nur das „Fest“ im Blick zu haben, sondern auch das Umfeld.

Sonst heißt es weiter, es habe „keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben. Diese Aussage kann man nur treffen, wenn man nichts sehen, hören oder wissen will.“

Anmerkung der Redaktion:
Der *Name wurde von uns geändert. Die Familie lebt im Neubaugebiet Gänsgräben. Die Familie möchte sich an die Öffentlichkeit wenden, aber geschützt bleiben.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Tommes

    Oh mein Gott !
    Straßenfest – Gänsgräben. Das muss man nicht verstehen oder ? Was besteht hier für ein Zusammenhang ? Um von Lärm, feiernden Menschen, der Verrohung der Sitten, etc. geschützt zu sein, sollte der Verfasser vielleicht nach Lummerland ziehen. Meine Güte, was hat das eine mit dem anderen zu tun. Nach seiner Auffassung sollte es doch so etwas wie ein Straßenfest nicht geben und wenn doch, dann aber ist doch bitte um 22 Uhr Bettruhe angesagt. Warum nun jetzt auch noch Jugendliche seinen Gartenzaun besprühen oder gerade ihm in den Vorgarten kotzen, das weiß ich leider auch nicht. Wusste garnicht, daß in den Gänsgräben solche Zustände herrschen. Man lernt doch nie aus.

    • Zwilling

      Das habe ich mir ehrlich gesagt beim Lesen des Artikels auch gedacht. Typisch „Noigeblackte“ war einer meiner Gedanken. Aber wer weiss, vielleicht mache ich es mir auch nur zu einfach.
      Wie auch immer, ich wohne mitten im Ortskern und habe mich bisher nie nie durch die besucher des Strassenfestes in irgend einer Weise belästigt gefühlt.

      Und wenn, würde ich wenn gar nichts anderes mehr hilft vielleicht doch eher dem Rat des Polizeibeamten folgen anstatt hier so ein Fass aufzumachen.

    • Heddesheimer

      Mir würde es auch nicht gefallen wen ich Jährlich beim Straßenfest an mein Hoftor gepisst bekommen und Flaschen in meinen Garten liegen würde.

  • Peter

    Daß Problem liegt darin, daß zuviele Menschen Kinder haben, die halt besser keine bekommen hätten. Mit der Erziehung überfordert, keinen Bock und genauso blöd wie der Nachwuchs(oder umgekehrt).
    Klingt vielleicht hart, ist aber so.
    Wir haben nicht zu wenige Kinder, sondern zu viele vernachlässigte.
    Die Folgen sind weiter oben nachzulesen und beschränken sich nicht auf das Straßenfest. Da freut man sich schon so richtig auf den nächsten Winter mit zweistelligen Minusgraden, da kommen die meisten von denen nicht so oft ins Freie.
    Aber was soll’s: Hauptsache die Frisur sitzt und die Fahne flattert im Wind- Oh weh !

  • Pfälzer

    Liebe Familie X,

    ich zitiere:
    „…Ich wohne jetzt schon fast zehn Jahre in Heddesheim und war noch nie auf dem Straßenfest…“ und genau da liegt Ihr Problem !

    Mitfeiern, mitmachen und dann lassen sich die 2-3 Flaschen die Sie in Ihrem Garten finden auch leicher wegräumen.

    Und wenn Sie 1-2x im Jahr morgens um 2 Uhr noch Gegröhle hören…also wenn Sie so etwas stört, dann haben Sie u.U. ganz andere Probleme.
    Ihre pupertierende Tochter will mit Sicherheit auch einmal Ihren 18ten Geburtstag etwas lauter und länger feiern.

    In Jockgrim/Pfalz gibts schon viele, viele Jahre das Hinterstädtelfest und nur weil ein paar zugezogene sich am Lärm stören wird es das in naher Zukunft mal nicht mehr geben, Dann bleiben wir Samstag Abends alle zuhause und lassen uns vom TV verblöden.
    Ich will nicht sagen, dass ich Wildpinkler und Graffitisprüher gut finde, aber wo viele Menschen sich zu einem Feste zusammenfinden wird es immer ein paar wenige geben die aus der Reihe tanzen.
    Mt Sicherheit stehen Sie während des Festes auch die ganze Zeit am Fenster und wartet nur darauf das einer etwas macht, worüber Sie sich dann echauffieren können.

  • M.

    Ich wohne in der Triebstraße und habe nicht solche Probleme. Wie kann das in den Gänsgräben dann so schlimm sein?

  • heddesemer

    wenn ich das schon wieder lese geht mir das messer in der tasche auf:
    Noigeblackte“….was hat das denn damit zu tun ob zugezogen oder nicht. es geht doch im grunde „nur“ um mutwillige randale. aber uns ist auch schon aufgefallen das in heddesheim der respekt vor dem eigentum anderer etwas zu kurz kommt. was nachts in den gänsgräben zum teil abgeht ist ohne worte.und wer das nicht selbst schon mal mitbekommen hat sollte sich kein urteil erlauben. ich kann die familie voll verstehen, uns wurden auch schon lampen aus dem vorgarten gestohlen und eier an die wand geschmissen. wenn das für alt eingesessene heddesheimer normal ist na dann prost mahlzeit

  • CB

    Die Argumentation einiger Menschen in diesem Ort ist erschreckend!

    „Noigeblackte“ und „Mitfeiern, mitmachen und dann lassen sich die 2-3 Flaschen die Sie in Ihrem Garten finden auch leicher wegräumen.“, das sind Argumente die von Toleranz und Weitsicht nur so strotzen!

    Die „alten Heddesheimer“ – sich auf dem Tabakstadt-Image ausruhend – sollten sich mal fragen, woher der Wohlstand und die ungewöhnlich gute Infrastruktur „ihrer“ Gemeinde kommt!?
    Wieviele Gemeinden in der Größe haben solch ein Freizeitangebot, leisten sich eine VHS oder Bücherei usw..

    All dies ist mit Sicherheit nicht auf Bauern die mal Tabak angebaut haben zurückzuführen!

    Wie stünde es um die Wettbewerbsfähigkeit des Handels …
    Wie ständen die Vereine personell und finanziell da …
    Wie erschlossen wäre die Gemeinde …

    … ohne die „Noigeblackte“???

    Menschen wie „Zwilling“ und „Pfälzer“ behindern den Entwicklungsprozess und haben das funktionierende Prinzip der Integration nicht verstanden!

    Macht aber nichts, um sich ihre Schein- und Parallelwelt zu erhalten räumen sie ja in Bälde bei uns „Noigeblackte“ die Gärten auf …

    Vielen Dank!

  • Peter

    Sehr geehrter CB.

    Ich stimme Ihnen ohne Einschränkung zu.
    Die Auswüchse des Nationalismus jetzt quasi auch noch auf Ortsebene herunterzubrechen – eine wahrhaft respektable intellektuelle Leistung mancher Ureinwohner dieser Ansiedlung !

  • markus

    Oh Gott ich hier wieder lesen muss.

    Erstens: was hat diese ganze Diskussion um „Eingesessenen“ und „Zugezogene“ hier zu tun? Die ältesten in unserer Familie wohnen nun schon über 98 Jahre hier, gehören also zu den „Eingesessenen“ – und diese Diskussion ist (zumindest bei diesem Artikel) SCHWACHSINN.

    So nun zum eigentlichen Thema: würde die Familie in der Vorstadtstraße, in der Triebstraße oder in der Nuitstraße wohnen, dann würde ich das Theater halbwegs verstehen. Aber Gänsgräben? BITTE? WIE BITTE?

    Hier von Lärmbelästigung oder Müll zu sprechen klingt für die Anwohner in der Vorstadtstraße sicher wie ein schlechter Scherz. Aber selbst wenn, das Straßenfest ist einmal im Jahr. Da muss man auch wirklich mal ein Auge zudrücken können.

    Und zum Vandalismus: auf dem Straßenfest wird Alkohol konsumiert und es sind viele Jugendliche unterwegs. Die Folgen von Jugendliche + Alkoholkonsum sind bekannt. Da kann man nichts dran ändern, im Rausch wird sowas halt getan. Schade, aber ist so und da kann man nichts ändern.

    Einmal im Jahr muss man mit dem Lärm und dem Dreck mal leben können, es ist ja nicht so als wäre das Straßenfest alle 2 Wochen.

    • CB

      Hallo „Markus“,

      mir erschließt sich leider nicht der Zusammenhang zwischen den Ältesten der Familie und dem Schwachsinn einer Diskussion …
      Ich hoffe jedoch nicht, dass die Ältesten schwachsinnig sind und dies jedem „Eingesessenen“ bekannt ist und nur mir als “Noigeblackte” nicht.

      Die Belastung eines Gebietes das eigentlich nicht betroffen ist, mit der Belastung eines Gebietes das betroffen ist zu rechtfertigen ist sinnfrei!
      Auch die resignative Haltung zum Thema Alkohol und Jugendliche ist erschreckend.

      Aber wie ich schon sagte, vergessen sie Integration.
      Ruhen sie sich auf dem Tabakimage aus und vergrähmen die, welche die Gemeinde zu dem gemacht haben was sie heute ist und warten den demographischen Wandel ab.
      Dann kann man hier bald in der Einöde unter der Aufsicht von ein paar Eingesessenen Tabak anbauen …

      Offensichtlich möchte sich „markus“, „zwilling“ und „peter“ anschließen und mal aufräumen!?

      Abschließend noch der Hinweis das es richtig ist, dass Straßenfest ist einmal im Jahr … dann gibt es ja noch:

      – Frühlingsfest
      – Sommerfest
      – Public-Viewing
      – …
      – Weihnachtsmarkt

      Montags gleich würde uns sicher zum Aufräumen im Anschluss an die Feste passen!

      Vielen Dank!

  • Blacksabbath369

    Ich wohne schon immer in der Vorstadtstraße und muss sagen das mich das Straßenfest jedes Jahr mehr nervt.Jedes Jahr aufs neue bekommt man das Hoftor vollgekotzt und vollgepisst.Und diese ganzen Jugendlichen die sich so cool finden wenn sie mit ihren Colaflaschen gefüllt mit hochprozentigem durch die Gegend fallen.

    Also ich freu mich schon auf das nächste Straßenfest!
    Danke Gemeinde Heddesheim!

    mfg
    ein genervter Anwohner

    • Harry

      Sehr geehrter Blacksabbath369!
      Ich kann es eigentlich nicht verstehen das Sie als Bewohner der Vorstadtstraße gegen dieses Fest sind.
      Man muss hierbei doch bedenken das dieses Fest nur einmal im Jahr stattfindet.
      Ich selbst wohne in der Nuitsstraße, bin im Organisationskomitee des Festes und auch ich habe schon nach dem Fest die ein oder andere Scherbe von unserem Gehweg entfernt. Auch ich habe schon in den Tagen vorher Einschränkungen hinzunehmen. Natürlich ist das nicht immer angenehm. Natürlich ist der Glasbruch und die Kotze nicht ok!
      Aber wollen Sie deswegen ein schon traditionelles Heddesheimer Fest aufgeben?

      Wenn ich jedoch an die früheren Jahre denke dann hat sich aber doch schon einiges verbessert:
      – Musik nur noch bis 02:00 Uhr, Ausschank bis max. 03:00 Uhr
      – ausreichend Toiletten
      – Security Patrouillen von Freitagabend bis Sonntagmorgen
      – Polizeipräsenz am Samstag bis zum Fest Ende in der Nacht
      – ein, meiner Meinung nach, tolles Programm
      – in der Mitte der Straße einen „beruhigten“ Bereich

      Ich weis nicht ob wir organisatorisch noch vieles besser machen könnten.
      Natürlich können wir auch nicht ganz Heddesheim während des Festes überwachen lassen, wollen wir auch nicht.
      Ich kann eigentlich nur die Anwohner um Verständnis bitten.
      Etwas Toleranz und Gelassenheit wäre hier hilfreich.
      Vielleicht einfach mitfeiern und das Fest genießen?

      Und wieso „Danke Gemeinde Heddesheim“?
      Dies ist ein Fest der Heddesheimer Vereine die sich hier den ein oder anderen € verdienen um ihre Vereinsarbeit finanzieren zu können. Die Gemeinde unterstützt nur!
      Gruß,
      Harry Gimber

      • dasheddesheimblog

        Guten Tag!

        Danke für Ihren Beitrag.

        Aus redaktioneller Sicht haben Sie die Seite der Veranstalter – der Vereine mit Unterstützung der Gemeinde nachvollziehbar wiedergegeben!

        Wir haben das Straßenfest selbst begleitet und sind der Meinung, dass das Fest insgesamt gelungen war. Die Organisation war sehr gut, das Angebot reichhaltig, die Sicherheit gewährleistet.
        Trotzdem gibt es unzufriedene Stimmen, die sich dieser Meinung nicht anschließen wollen und dafür auch Argumente haben.

        Wie so oft, gibt es Probleme nur solange, bis man eine Lösung findet. Eine Lösung, die jedem Anspruch gerecht wird, ist auf dieser Welt sicherlich nicht zu finden. Aber doch eine, die die meisten berücksichtigt.
        Ganz sicher haben die Organisatoren des Straßenfestes einen guten Job gemacht – warum nicht einfach einen noch besseren machen?

        Die Lösung ist sicher nicht: Weil es auch nur einem nicht gefällt, schafft man etwas ab.

        Die Lösung kann eine ganz einfache sein: Man stellt sich der Kritik, nimmt sie ernst und wichtig und fragt, was und wie man es besser machen könnte.

        Wie Sie selbst als „Betroffener“ feststellen, erfordert das „Zugeständnisse“ – vielleicht aber auch das Zugeständnis, dass der ein oder andere „besonders betroffen“ ist. Sicher kann da geholfen werden, wenn man sich bemüht.

        „Danke Gemeinde Heddesheim“ ist sicherlich ein Ausdruck dessen, dass es an einer breiten öffentlichen Beteiligung fehlt. Es wird zu wenig kommuniziert, zu wenig vermittelt, zu wenig beteiligt und zu wenig Offenheit gezeigt – zumindest ist das unser Eindruck.

        Hinter der „Gemeinde“ stehen keine Gesichter, keine Ansprechpartner, keine Beteiligung. Es fehlt der Hinweis, dass man „gemeinsam“ ist – mancher fühlt sich da nur noch „einsam“. Das erzeugt Frust und Ärger.

        Dabei hat doch so ein Straßenfest ein anderes Ziel: gemeinsam Spaß zu haben. Das ist ein gutes Ziel.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

      • CB

        Hallo Herr Gimber,

        das mit der Einmaligkeit solcher „Feste“ wurde ja nun schon erörtert. Es scheint so, als ob es einige Bürger gibt die diese Toleranz nicht aufbringen können oder wollen.
        Dies kann mehrere Gründe haben, vielleicht die mangelnde Integration, wie sie ja von Heddesheimer-Leuchten wie „markus“, „zwilling“ und „peter“ gelebt wird, vielleicht aber auch das Unverständnis für Feste bei denen es ein vornehmliches Ziel der Besucher zu sein scheint Alkohol zu konsumieren, vielleicht aber auch die Frage warum die Vereine den direkten Festbereich und das nähere Umfeld im Nachgang aufräumen (dabei meine ich nicht die Gänsgräben) …
        Viele Gründe sind möglich.

        Für mich gibt es im Übrigen einen weiteren Grund, warum das Fest als Solches und die Veranstalter indiskutabel sind:
        Wenn ein Veranstalter, ob der deutlichen Kritik, aber auch ganz im Allgemeinen kein Verbesserungspotential sieht, dann muss man sich fragen ob es die gelebete Ignoranz der Eingessesenen, Überheblichkeit der Oberen oder einfach nur eine Mischung aus Betriebsmüdigkeit und -blindheit ist.

        Ich feiere demnächst meinen Geburtstag, er wird sicherlich nicht für Unmut bei Mitmenschen sorgen. Aber nach ihrer Auffassung muss ich mich ja eigentlich nicht Sorgen und wir können uns benehmen wie die Hotten-Totten … wen es stört, der kann ja mitfeiern.
        Dumm nur wenn einen der Müll am Morgen stört und das Fest schon rum ist.

        Ich hoffe auf ein Lesen und Verstehen!

        Sonnige Grüße vom Frühstückstisch!

        P.S.: Wird bei dem Fest eigentlich mehr Umsatz durch “Noigeblackte” und ortsfremde Besucher gemacht, als durch Ur-Heddesheimer?
        Aber sicher würden die „Ur-Einwohner“, sowas auch ohne “Noigeblackte” stemmen können!

        • Harry

          So so, das Fest und die Veranstalter sind für Sie also „indiskutabel“?
          Wir als Organisatoren (und auch sicherlich der ein oder andere Standbetreiber) sind es mittlerweile müde zuerst eine monatelange Vorbereitung zu praktizieren, während des Festes mit Investierung unseres Urlaubes ständig von Früh bis Spät an 3 Tagen präsent zu sein, ein Programm auf die Beine zu stellen und zu begleiten das für eine Gemeinde unserer Größe seinesgleichen sucht und dann als „Dank“ den Kommentar bekommt: „Das kann man doch besser machen!“
          Wenn man das wirklich besser machen kann, was fraglos immer der Fall ist, muss sich der sehr geehrte Kommentator aber auch fragen lassen: „Wie denn?“
          Man liest hier einiges an Kritik, die Fraktion der „Besserwisser“ scheint hier am Schreiben zu sein!
          Allerdings: Die „Bessermacher“ haben sich noch nicht bei uns gemeldet! Schon komisch!
          Kritisieren eines Ist-Zustandes ist sehr einfach!
          Hervorheben der Unzulänglichkeiten, die es immer wieder gibt, auch!
          Die Organisation eines solchen Festes jedoch ist mehr als reines Kritisieren.
          Ideen, Einfälle, Fantasie und Organisationstalent sind hier gefragt!
          Engagement und Spaß etwas für andere zu tun.
          Konstruktive Kritik ist ok, aber dann bitte auch vorschlagen oder vormachen wie es besser gemacht werden kann!
          Gruß, Harry Gimber!

  • Ben Hur

    Die Aufregung kann ich nicht verstehen

    Aber zum Argument: was haben die Gänsgräben mit dem Strassenfest zu tun, man darf davon ausgehen dass Jugendliche, welche zu Fuss aus Ladenburg kommen da lang kommen. Eben jene kommen bewusst zum Trinken, und die Gruppendynamik betrunkener Jugendlicher kann zu mancher Dummheit verführen.

    Ich möchte hier nicht Ladenburg angreifen, beim baldigem Altstadtfest läuft das ganze ja bekanntermaßen anders herum.

    Mein Fazit ist aber dass solche feste gut und wichtig sind.

    Und wens stört: Oropax und Schlafbrille…

  • heddesemer

    kein mensch verlangt das straßenfest abzuschaffen. aber man sollte sich mal überlegen was in unserer gemeinde falsch läuft das jugendliche sich so zuschütten müssen und zu später, oder früher stunde, das kann man sehen wie man will, anfangen zu randalieren und mutwillig zu zerstören. das eigentum des anderen interessiert nicht, das menschen viel liebe und geld in ihre anwesen stecken und ständig ärger, übrigends nicht nur an besagten festen, haben, das dinge vor den türen und in den vorgärten gestohlen werden. wo bleibt der respekt frag ich mich?

    • ich

      das ist wohl kein gemeindespezifisches sondern ein allgemeines Problem

  • CB

    Hallo Herr Gimber,

    sollten sie „müde“ sein, dann kehren sie doch zur Ruhe ein.
    Wie ich bereits geschrieben habe, kann ein Wechsel in der Organisation nicht schaden, nicht nur um besagte Betriebsmüdigkeit und/oder -blindheit zu verhindern.

    Des Weiteren habe ich einen konkreten Verbesserungsvorschlag eingebracht, auf den sie aber nicht eingehen.
    Das parieren von Kritik mittels der Floskel „man solle es doch erstmal besser machen“ lässt nicht auf Offenheit und den Willen sich dieser anzunehmen schließen.
    Interessant in diesem Zusammenhang, dass sie so gleich den Plural verwenden oder ist das „wir“ im Sinne eines Pluralis Majestatis gemeint?

    Wenigstens sehen sie dann doch noch ein, dass es immer Verbesserungspotential gibt.
    Also wie steht es denn mit dem Vorschlag die Standbetreiber (die verdienen ja auch Geld damit) räumen an den Morgen danach das direkte Umfeld auf.
    Ganz einfach nach dem Verursacherprinzip, entlastet die Gemeinde nicht nur finanziell, lindert mit Sicherheit den Unmut der Anwohner und setzt ein postives Zeichen.
    Dieses postive Zeichen könnte dann bei einem Fest dieser Größe in einer Gemeinde dieser Größe auch mal seinesgleichen suchen!

    Meine Frage aus dem Post Skriptum ist im Übrigen auch noch offen, da ich aber noch nicht müde bin stelle ich sie auch gerne nochmals:

    Wird bei dem Fest eigentlich mehr Umsatz durch “Noigeblackte” und ortsfremde Besucher gemacht, als durch Ur-Heddesheimer?

    Dann würde ich noch gerne wissen, welche Auflage die Standbetreiber in Bezug auf den Verkauf von Alkohol haben, außer den gestzlichen Vorgaben.
    Wobei diese, meiner Meinung nach, schon nicht beachtet werden.
    Beim Betrachten von Videomaterial des Festes kann ich mir nicht vorstellen, dass beispielsweise die Vorgabe der so genannten „Garantenpflicht“ eingehalten wird.
    Auch die durch den § 20 Nr.2 Gaststättengesetz geregelte Möglichkeit eines „Ordnungsrufes“ wird mit Sicherheit nicht genutzt.

    Ich habe auch noch einen weiteren konstruktiven Vorschlag.
    Wie wären denn Ordner die Hand in Hand mit einem Sicherheitsdienst und der Polizei deeskalierend und präventiv arbeiten könnten.

    Der Ansatz und Gedanke hinter meinen Vorschlägen ist übrigens recht einfach. Wenn die Trunkenbolde schon auf dem Fest „aussortiert“ werden und so ein gesitterestes Klima entsteht, so reudziert sich auch die Störung in den Randlagen.
    Positiver Nebeneffekt für sie:
    Vielleicht kommen dann mehr Gäste, die sich zwar nicht die Birne zuschütten wollen, aber dennoch für regen Umsatz sorgen könnten.
    Bisher waren diese ja vielleicht von den Ausfallerscheinungen ihrer Hauptkunden abgeschreckt.

    Nun bin ich gespannt was mit der konstruktiven Kritik passiert!

    Sonnige Grüße aus dem Garten!

    • Harry

      Hallo CB!
      Bin ich müde? Nur der andauernden Kritik!
      Ich denke nicht das wir als Organisatoren uns viel vorzuwerfen haben. Klingt jetzt etwas arrogant, ist aber so nicht gemeint. Ich bin nur nach wie vor der Überzeugung das wir einen guten Job machen.

      Apropos WIR und Pluralis Majestatis: Definition der Pluralis Majestatis ist die Bezeichnung der eigenen Person im Plural als Ausdruck der Macht (Adlige, Monarchen etc.). Nun ja, Sie werden wohl schon verstanden haben wie das WIR gemeint ist, aber hier noch mal extra für Sie: WIR als Organisationskomitee, als Team. Möglicherweise mussten Sie aber nur hier Ihre Kenntnisse der deutschen Sprache hervorheben. Jeder ganz wie er es braucht.

      Das Aufräumen nach dem Abbau des Festes durch die Standbetreiber, nun das wird eigentlich praktiziert. Wenn sich jedoch der ein oder andere nicht daran hält und wir bemerken dies wird er darauf hingewiesen.

      Umsatz durch Noigeblackte oder Heddesheimer? Keine Ahnung, wir stehen nicht an jedem Stand und führen Strichlisten. Allerdings, wenn das für Sie so interessant ist können Sie das gerne tun. Ich weis zwar nicht was Sie mit diesen Listen dann anfangen wollen, aber bitte.

      Der Alkoholverkauf wird unseres Wissens nach eben diesen den gesetzlichen Regelungen getätigt, Schwarze Schafe gibt es allerdings überall. Man hat auch als Betreiber eines Standes keinen Einfluss darauf wenn ein 18 – 19 jähriger für seine minderjährigen Kumpels den Getränkeholer spielt. Wir können und wollen auch nicht jeden Betreiber überwachen!

      § 20 Nr.2 Gaststättengesetz? Auch hier können wir nicht überall sein und ein wachsames Auge haben! Die Verfahrensweise wie und wann ein Standbetreiber alkoholisierten Besuchern weiteren Alkohol verweigert liegt in seinem Ermessen, nicht in unserem!

      Ordner die Hand in Hand mit einem Sicherheitsdienst und der Polizei deeskalierend und präventiv arbeiten? Hallo? Wenn Sie sehenden Auges über das Fest laufen werden Sie bemerken das seit Jahren genau dies praktiziert wird.

      Mehr Gäste durch weniger „Ausfallerscheinungen“? Mag sein, nach Ihren Ausführungen aber müssten „Trunkenbolde schon auf dem Fest “aussortiert” werden“. Wie denn? Ab 0,8 Promille nach Hause schicken, bei nicht gehorchen in Polizeigewahrsam? Ok, das ist jetzt etwas überzeichnet, aber mir fällt keine praktikable Lösung ein. Abgesehen davon gab es unseres Wissens speziell in diesem Jahr wenig „Ausfallerscheinungen“ und diese wurden durch die o. g. Ordner und die Polizei recht schnell geregelt.

      Ich vermute meine Reaktion auf Ihre konstruktive Kritik wird Ihnen wieder nicht ganz behagen, für mich aber soll es das zu diesem Thema nun gewesen sein.

      Gruß, Harry Gimber!

      • CB

        Hallo Herr Gimber,

        haben sie denn nicht den Anspruch an sich einen sehr guten Job zu machen?

        Dann wurde ich mich, dass sie einfach so „wir“ schreiben oder stimmen sie ihre Kommentare auch immer mit den Kollegen ab?

        Was passiert denn nach dem Hinweis an den Standbetreiber, warum wird dem Standbetreiber kein Ordnungsgeld auferlegt?

        Der Punkt des Verkaufsverhältnis war ein Gedankenanstoss an sie, ane Andere, an die Vereine, …
        Man spricht da von Zielgruppenorientierung.
        Bei manchen kommt es an, bei manchen verhalt es im Raum.

        Natürlich hätte man darauf einfluss.
        Ist die Weitergabe dem Standbetreiber bewusst, dann sollte und darf auch nicht verkaufen.
        Dies könnte im Übrigen – durch die offensichtlich wenig präsenten Ordner kontrolliert werden.
        Ein probates Mittel den Standbetreibern klar zu machen, was Sinn und Zweck ist und was zu kontrollieren ist und eine damit verbundene Strafe ist übrigens das Verbot des Ausschanks im Folgejahr.
        Auf vielen kleinen Studentenwohnheimsfesten wird genauso verfahren. Wer sich nicht an die Regeln hält macht noch in der Nacht zu oder ist im nächsten Jahr raus …
        Wer also ein langfristiges Interesse hat, der bleibt „sauber“!

        Auch in diesem Punkt muss ich widersprechen!
        Es kann nicht sein, dass der Veranstalter alles von sich schiebt und keine Verantwortung übernimmt.
        Aber da würde man sich ja wahrscheinlich ins eigene Fleisch schneiden, wenn man die Einhaltung der eindeutigen Vorgaben durchsetzt!?

        Wo liegt denn ihrer Meinung nach die Verantwortung eines Veranstalters bei so einem Fest?

        Wie zum Thema der Ordner schon sagte, es mangelt an Präsenz nud an der effektiven Umsetzung.
        Aber sie verteidigen einfach alles, da sie einen „guten“ Job machen, anstatt Verbesserungsbedarf zu sehen und die Kritik als Anregung zu verstehen.
        Jeder ganz wie er meint, frei nach Harry Gimber!

        Das „Aussortieren“ ist recht einfach, wenn jemand offensichtlich nicht mehr in der Lage ist gerade zu stehen, dann ist das eine Ausfallerscheinung und diese Person sollte dann kein Alkohol bekommen und der Ausschenkende sollte die Ordner informieren, damit die mit dem Betroffenen und dessen Begleitern eine gesundheits-, fest- und vorgabenorientierte Lösung im konstruktiven Gespräch finden.

        Dürfen die Ordner eigentlich Alkohol trinken?

        Ich bin gespannt ob es konkret genug war.
        Ansonsten kann ich ihnen das Gespräch mit Studenten die Feste organisieren ans Herz legen. Im Austausch finden sich ja immer gute Ansätze für beide Seiten, sofern man noch Verbesserungspotential sieht und sich nicht auf seinen Taten ausruht.

        Sonnige Grüße aus dem Garten!