Sonntag, 20. August 2017

„Pfenning“: „Wir planen das Gleis weiter.“

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Guten Tag!

Heddesheim, 21. Dezember 2010. Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ wird ab Januar nicht mehr vom Gro├čkunden Henkel ├╝ber die Schiene beliefert, wie „Pfenning“ auf Nachfrage best├Ątigt. Am Heddesheimer-Gleisanschluss halte man aber fest.

Von Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtet heute ├╝ber die Einstellung des Gleisbetriebs zur Anlieferung von Waren an den Logistikstandort Viernheim der Firma „Pfenning“.

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Was schon l├Ąnger als Ger├╝cht in Umlauf war, best├Ątigt auf unsere Nachfrage auch das Unternehmen selbst: „Wir haben ab Januar keine Kundenbeziehung mehr zu Henkel“, sagte Sprecherin P├ęlagie Mepin. Ob sich dies wieder ├Ąndert? „Dazu kann ich jetzt nichts sagen.“

Die Unternehmensgruppe „Pfenning“ hat damit offensichtlich einen Gro├čkunden verloren, der als Grund f├╝r den am neuen Heddesheimer Standort geplanten Gleis-Anschluss aufgef├╝hrt wurde. Die Anlieferung durch bis zu drei Z├╝ge mit 18 Waggons pro Tag, also insgesamt 54 Waggons, die einer Menge von etwa 100 40-Tonnen-Lkw pro Tag entspricht.

Auf Nachfrage, wie sich der Verlust des Kunden Henkel auf die Gleisplanung auswirkt, sagte Frau Mepin: „Es besteht keine Verbindung, da wir die Entscheidung unabh├Ąngig von Kundenbeziehungen getroffen haben, weil wir einen Gleisanschluss nach wie vor als wichtig erachten.“

Zur Zeit ist das Regierungspr├Ąsidium in Karlsruhe mit dem Antrag befasst: „Wir warten hier auf die Ergebnisse“, sagte Frau Mepin. Wann diese vorliegen, ist dem Unternehmen nicht bekannt.

Pfenning verliert wichtigen Kunden.

Das Unternehmen „Pfenning“ hat immer wieder betont, dass Hendel nur ein Kunde sei. Tats├Ąchlich scheint es aber der einzige bedeutende Schienenkunde zu sein.

Der Betreiber des Gleises „Wincanton GmbH“ in Mannheim hat uns auf Nachfrage best├Ątigt, dass ab Januar der Zugverkehr eingestellt ist, „denn das waren die einzigen Mengen, die hier transportiert wurden“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Leider werden wir absehbar Pfenning nicht mehr bedienen.“

Von einer zuk├╝nftigen L├Âsung in Heddesheim ist nichts bekannt: „Hier liegen uns keinerlei Inforamtionen oder Anfragen vor“, hei├čt es aus der Deutschlandzentrale in Mannheim. Wincanton ist ein europaweites Unternehmen mit Sitz im englischen Chippenham: „Nat├╝rlich bedauern wir den Verlust des Auftrags, weil nach unserer ├â┼ôberzeugung viel mehr alternative Transportwege zur Stra├če genutzt werden sollten. Aber der Verlust ist f├╝r uns wirtschaftlich zu verkraften.“

Nach unseren Informationen wurden im Mittel t├Ąglich rund 20 Waggons in Viernheim abgewickelt. Insofern ist fraglich, wie „Pfenning“ ohne diesen wichtigen Kunden Henkel mehr als eine „Verdopplung“ der Gleisanlieferung in Heddesheim erreichen will.

Unzureichende Informationen?

Am 09. Dezember 2010 gab es eine Anh├Ârung in Heddesheim durch das f├╝r den Heddesheimer Gleisanschluss zust├Ąndige Regierungspr├Ąsidium. Hier sind einige Fragen aufgetaucht, beispielsweise zu korrekten Angaben der Firma „Pfenning“. Beispielsweise st├╝tzt sich das L├Ąrmgutachten auf Angaben „Pfennings“, die aber m├Âglicherweise unzureichend waren.

Auch im Zug der Bebauungsplanung f├╝r das geplante Logistikzentrum wurde immer wieder deutlich, dass die Angaben der Unternehmensgruppe „Pfenning“ mit Vorsicht zu behandeln sind. Das Verkehrsgutachten musste deshalb beispielsweise nachgearbeitet werden.

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Nach wie vor herrscht Unklarheit ├╝ber m├Âgliche Gewerbesteuerzahlungen von „Pfenning“ an die Gemeinde Heddesheim. Ebenso ist die anf├Ąngliche Euphorie von „bis zu 1.000“ Arbeitspl├Ątzen schnell in Richtung 300 Arbeitspl├Ątze geschrumpft. Darunter sind kaum neue Arbeitspl├Ątze. Ganz ├╝berwiegend wird es eine Arbeitsplatzverlagerung aus Viernheim und anderen Standorten nach Heddesheim geben.

Zudem nennt die Gewerkschaft verdi den Arbeitgeber „Pfenning“ einen „Tariffl├╝chtling“. Es werde unter Tarif bezahlt. Mit diesen Vorw├╝rfen wurde „Pfenning“ bereits im Sommer 2009 konfrontiert und wies diese zur├╝ck: „Wir zahlen gut. Das k├Ânnen wir belegen“, sagte Unternehmenschef Karl-Martin Pfenning bei einer Veranstaltung in der Nordbadenhalle. Bis heute ist er den Beleg schuldig geblieben.

Und es drohen weitere Probleme f├╝r die geplante Unternehmensansiedlung: Am 03. Dezember 2010 wurde beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim ein Normenkontrollantrag gegen den Bebauungsplan „N├Ârdlich der Benzstra├če“ („Pfenning“) eingereicht.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • TJ

    und hinzu kommt noch, dass die Stadt Viernheim das Gleis auch noch gesponsert hat mit 20.000,- ├óÔÇÜ┬Č im Jahr laut Mannheimer Morgen.
    Zitat: „Sowohl Stadt als auch Land ├╝bernahmen die Investitionskosten. Auch an den Betriebskosten hatten sich Viernheim und der Kreis Bergstra├če beteiligt, die Stadt mit j├Ąhrlich 20 000 Euro, der Kreis mit 10 000 Euro.“
    Gibt es solche „Sponsorenvertr├Ąge“ zuk├╝nftig auch in Heddesheim??? Klasse, dann sponsert Heddesheim zuk├╝nftig mit der tollen Gewerbesteuer von Pfenning die Infrastruktur von Pfenning? Zum Wohl der B├╝rger? eher nicht!

  • Heddesheimer

    Im Artikelseitenteil von Heddesheim ist der Artikel nicht aufgef├╝hrt, wer h├Ątte das gedacht ­čÖé

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Der Artikel ist im Internet unter Viernheim eingestellt.
      http://www.morgenweb.de/region/viernheim/index.html

      Unter Heddesheim ist er nicht zu finden.
      http://www.morgenweb.de/region/heddesheim/index.html

      In der Zeitung steht der Artikel unter Nachbarschaft.

      Vermutlich hat die Redaktion entschieden, dass es kein wichtiges Thema ist.

      Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
      Das heddesheimblog

      • Heddesheimer

        Hatte er nicht mal damit geworben mit mehr mehr mehr Regionales, so wird da nichts draus, irgendwie stolpern man ├╝ber sich selbst. Nuja ist ein anderes Thema.