Samstag, 19. August 2017

Petry bewegt Dich: Keine Angst vor Mucki-Buden!

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Guten Tag!

Heddesheim, 21. Februar 2011. Schweiß, Stahl und Stöhnerei – stimmt dieses Image von „Mucki-Buden“ noch? Unser Kolumnist Matthias Petry meint: Nein. Das Fitnessstudio ist lĂ€ngst offen fĂŒr Leute wie Dich und mich.

Von Matthias Petry

Fitnessstudios? Das sind doch diese Folterkeller, in denen irgendwelche Muskelprotze Eisenhanteln stemmen und dabei fĂŒrchterlich schwitzen und stöhnen. Was hat das denn mit Gesundheit zu tun? Das ist wohl eher nichts fĂŒr mich!

Stimmt! Bodybuilding von frĂŒher hatte nichts mit Gesundheit zu tun. Und Arnold Schwarzenegger hat auch als Schönheitsideal lĂ€ngst ausgedient. Das ist alles schon eine Weile her – und trotzdem assoziieren viele Menschen, wenn sie Fitnessstudio hören, diesen Begriff sofort mit Schweiß, Stahl und Stöhnerei. – und sind negativ eingestellt.

Dabei haben sich Fitnessstudios schon lange gewandelt – und mit ihnen ihre Klientel. Die meisten Anlagen bieten heute ein komplettes gesundheitssportliches Angebot. Von Kinderturnen bis RĂŒckentraining fĂŒr Senioren. Von Zirkeltraining an GerĂ€ten bis Speck-weg-Wochen. Entspannung und Wellness sowieso. Und natĂŒrlich Geselligkeit – Leute kennenlernen, quatschen, gemeinsam Spaß haben.

Um sich zu erzeugen, sollten Sie einfach in einem Fitnessstudio Ihrer Wahl einen Besichtigungstermin vereinbaren. Sie werden möglicherweise ĂŒberrascht sein. Keine dunklen, schlecht gelĂŒfteten KellerrĂ€ume warten da auf Sie, sondern ein helles, lichtdurchflutetes und freundliches Ambiente. Kunden sollen sich wohl fĂŒhlen und gerne kommen.

Was sofort auffĂ€llt: Hier trainieren „Leute wie Du und Ich“. Der nette Nachbar von gegenĂŒber stĂ€rkt seinen RĂŒcken – die Friseurin radelt ihre Pfunde weg. Kontakte sind schnell geknĂŒpft, wenn das gewĂŒnscht ist. Wer lieber seine Ruhe haben will, bleibt fĂŒr sich – Kommunikation kann, muss aber nicht sein.

Vorbei an Bistro und GetrÀnkebar stehen auf der TrainingsflÀche vorne meist die AusdauergerÀte, mit denen Herz-Kreislaufsystem gestÀrkt und Kalorien verbrannt werden: Fahrradergometer, LaufbÀnder, Ruderergometer, Stepper und sogenannte Crosswalker oder Elypsentrainer, die besonders viele Muskelgruppen ansprechen.

Vielseitigkeit erhöht die Motivation

Die Parole heißt Abwechslung. Das Ausdauertraining lĂ€sst sich vielseitig gestalten – das erhöht die Motivation. Damit das Treten nicht allzu zĂ€h und langweilig wird, kann der Blick auf TV-Monitore oder durch ein Panoramafenster nach draußen gehen.

Nach den AusdauergerĂ€ten kommt das HerzstĂŒck der Anlage: der GerĂ€tepark: KrafttrainingsgerĂ€te fĂŒr jeden Muskel, meist thematisch geordnet und nummeriert. Moderne GerĂ€te fĂŒhren die Bewegung kontrolliert – Fehler fast ausgeschlossen. Gewichte lassen sich ganz leicht einstellen und verĂ€ndern.

Zum GerĂ€tepark gehört auch ein Kurzhantelkomplex mit Spiegelfront, der natĂŒrlich etwas an die alten Zeiten erinnert. Doch ÃƓbungen mit Kurzhanteln gehören einfach fĂŒr den fortgeschrittenen Fitnesssportler dazu. Eine Ecke mit Gymnastikmatten fĂŒr Bauch- und DehnĂŒbungen ist ebenfalls obligatorisch. Damit schließt man meist den Trainingsdurchgang ab.

Gute Studios haben gute Trainer

Und wie funktioniert das alles jetzt? DafĂŒr gibt®s die Trainer. Sie fĂŒhren ein erstes GesprĂ€ch mit Ihnen, bevor Sie das Training aufnehmen. Das ist wichtig, denn hier informieren Sie Ihren Trainer ĂŒber etwaige gesundheitliche Beschwerden und EinschrĂ€nkungen.

Diese Informationen fließen dann zusammen mit Ihren Fitnesszielen – mehr Kraft, mehr Ausdauer, mehr Beweglichkeit, weniger Gewicht – und einem kleinen sportmotorischen Test in den Trainingsplan ein, den Ihnen die Trainer an die Hand geben.

Die ersten Monate sollten Sie nur nach Ihrem Trainingsplan trainieren, dann kommen auch schnell die ersten Erfolge. Die Trainer erklĂ€ren Ihnen, wie Sie die GerĂ€te bedienen, kontrollieren Ihre BewegungsablĂ€ufe und stehen fĂŒr Fragen zur VerfĂŒgung.

Training ist besser als Medikamente

Ein individuell abgestimmtes Krafttraining wirkt besser als jedes Medikament. Sie können sich dadurch fit fĂŒr die Belastungen von Job und Alltag machen und bestimmte gesundheitliche Beschwerden dauerhaft ausschalten.

Ohne ihn geht es auch nicht mehr: den Gymnastikraum fĂŒr das wöchentliche Kursangebot. Wem das GerĂ€tetraining an Ergometern und Kraftmaschinen zu einsam oder zu langweilig ist, der kann unter vielen Sportkursen auswĂ€hlen:

Aerobic und Stepp zu flotter Musik, WirbelsĂ€ulengymnastik, Pilates und Bauch-Beine-Po fĂŒr Schwachstellen und Problemzonen, Indoor-Cycling auf speziellen StandfahrrĂ€dern fĂŒr die Ausdauer – oft zielgruppenspezifisch, aber immer in der Gruppe mit anderen.

Unschlagbar sind die Wassergymnastik- und Aquajogging-Kurse in großen Anlagen, wenn diese ĂŒber entsprechende infrastrukturelle Bedingungen – sprich ein Hallenbad – verfĂŒgen.

Die Sportmöglichkeiten sind vielseitig und wetterunabhĂ€ngig. Outdoorsportangebote bilden das TĂŒpfelchen auf dem „i“: Walking, Lauftraining, Mountainbiking, Tai Chi im Garten. Raus ins Freie und in die Natur.

Zum Training gehört heute oft Wellness

Was noch fehlt: Entspannung und Wellness. Kaum ein Studio mehr ohne Sauna und Ruheraum. Viele haben eine eigene Wellnessanlage in Betrieb, die keine WĂŒnsche offen lĂ€sst. Perfekt fĂŒr die Belohnung nach dem anstrengenden Sport.

Fitnessstudios sind meist in privater Hand. Allerdings gibt es auch immer mehr grĂ¶ĂŸere Vereine, die eigene Studios erfolgreich betreiben. Wie auch immer: Ein monatlicher Beitrag fĂ€llt natĂŒrlich an, doch der ist meist gut investiert.

Alles unter einem Dach. FĂŒr jeden Geschmack. FĂŒr jedes Alter. FĂŒr Einsteiger und fĂŒr Fortgeschrittene. FĂŒr DĂŒnne und fĂŒr ÃƓbergewichtige. WĂ€re das vielleicht doch was fĂŒr Sie?

Sind Sie neugierig geworden? Dann machen Sie doch gleich in einem nahegelegenen Studio einen Termin aus – und dann woanders noch einen. Und vergleichen Sie. Nutzen Sie ein Probetraining. Und dann ran an®s Eisen, Ă€h ñ€© natĂŒrlich an die GerĂ€te.

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • Eine Sportlerin

    Du hast schon wieder Recht. Leider ist fĂŒr die meisten Leute umgekehrt, schnell ein paar Pillen schlucken und der Kopfweh ist weg.
    Weiter so schreiben, irgendwann denken manche um.

    Gruß
    Eine Sportlerin