Montag, 21. August 2017

Feuerwehrkommandant Kielmayer und Stellvertreter Merx bestätigt

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Guten Tag!

Heddesheim, 21. Mai 2010. Der Heddesheimer Gemeinderat hat die Anfang März in der Hauptversammlung der Feuerwehr wiedergewählten Kommandanten bestätigt.

Der Gemeinderat hat der Wahl von Kommandant Dieter Kielmayer, der gleichzeitig Gemeinderat der CDU ist, nach §8 Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg zugestimmt – ebenso der Wahl seines Stellvertreters Jürgen Merx, Gemeinderat der SPD.

Die Freiwillige Feuerwehr Heddesheim hatte die Feuerwehrführung am 5. März 2010 in der Hauptversammlung wiedergewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Vor der Bestätigung hat der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann eine an ihn gerichtete email eines Bürgers verlesen, die mehrere Fragen in Sachen Feuerwehr beinhaltete, unter anderem, ob es „definierte Schutzziele“ gäbe, ein „abgestimmtes Fahrzeugkonzept“ sowie eine „Gefährdungsanalyse“. Außerdem müsse geklärt sein, ob die Kommandanten einen nach der „Feuerwehrdienstverordnung 2“ vorgeschriebenen Lehrgang zur „Leitung einer Feuerwehr“ vorweisen könnten?

Hardy Prothmann betonte, dass er davon ausgehe, dass diese Fragen zufriedenstellend beantwortet werden würden, er sie der Form halber aber vor der Entscheidung des Gemeinderats stellen müsse, da er als Gemeinderat dazu befragt worden sei und dies nicht wüsste. Er entschuldigte sich vor der Verlesung beim Kommandanten Kielmayer, da er die email erst kurz vor der Gemeinderatssitzung erhalten habe und damit für ihn keine Möglichkeit bestanden habe, außerhalb des Gremiums eine Antwort zu erhalten. Er bat deshalb um eine Bestätigung in der Gemeinderatssitzung, dass alles seine Ordnung habe.

Bürgermeister Michael Kessler wehrte die Fragen ab und ließ die Fraktionen ihre „Stellungnahmen“ abgeben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende dankte der Feuerwehr und sagte: „Es ist nicht immer so, dass man alles fragen kann, manches sollte man auch wissen.“ Und an die anderen Gemeinderäte gerichtet: „Ich rufe Sie auf, sich mal zu engagieren und nicht immer alles zu akzeptieren.“

Ulrich Kettner dankte in Vertretung für den entschuldigt fehlenden Grünen-Fraktionsvorsitzenden Klaus Schuhmann ebenfalls der Feuerwehr. Der Gemeinderat Jürgen Harbarth (SPD) schloss sich dem an und sagte auf den Vortrag von Prothmann bezogen: „Ich kann das nicht beurteilen.“

Auch Frank Hasselbring dankte im Namen der FDP der Feuerwehr. Hardy Prothmann schloss sich dem Dank an und sagte: „Herr Harbarth, ich greife ihr Wort auf, ich kann es auch nicht beurteilen, deswegen habe ich um Klärung gebeten.“

Bürgermeister Michael Kessler lies die Fragen nicht zu und entzog dem Gemeinderat Hardy Prothmann nach kurzer Diskussion ohne Vorankündigung und Begründung das Wort.

Der Gemeinderat stimmte der Wahl der Kommandanten einstimmig zu.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann ist verantwortlich für das heddesheimblog.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Argus

    Na da wurde Herr Prothmann wieder ordentlich vorgeführt!

    Wie kann er es auch wagen Fragen zu stellen !

    Schließlich ist der Herr Kessler ja die Gemeinde !

    “Ich rufe Sie auf, sich mal zu engagieren und nicht immer alles zu akzeptieren.”
    Stammt dieser Satz vom dollen Doll?
    Oder habe ich da was falsch verstanden ?

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    in der Tat, Herr Dr, Doll hat andere Gemeinderatsmitglieder aufgerufen, sich in „Sachen Prothmann“ mehr zu engagieren und nicht nur im Gremium zu sitzen und alles schweigend hinzunehmen. Die anderen Rätinnen und Räte sollen sich engagieren und Herrn Prothmann in die Schranken weisen, quasi damit er das nicht immer machen müsse.

    Das hörte sich an, wie ein Aufruf vor allem an die Grünen, die in der Sicht der Befürworterfraktion ohnehin Eins mit Prothmann und der IG Nein zu Pfenning sind.

    Vielleicht auch an die SPD und die FDP.

    Es ist dabei nur eines vollkommen sicher, das war keine Aufforderung an die Schweiger in der CDU Fraktion, sich mehr am Geschehen zu beteiligen.

    Das bestimmt nicht.

    Seien wir also gespannt auf die vielfältigen Redebeiträge der CDU und der Befürworterfraktion wenn die Einwände der Bürgerinnen und Bürger im Gemeinderat zur Sprache kommen.

    Einen schönen Tag noch.

    • lutz

      Wenn es dazu führt, dass z. B. eine Ursula Brechtel auch mal den Mund aufmacht im GR, finde ich das ja ga nicht so schlecht 🙂

  • soziales Gewissen

    Vom demokratischen Verständnis her sollte es nicht darum gehen, ob ein Herr GR Prothmann vorgeführt wurde. Nein. Hier geht es darum, dass ein Bürger den legalen Weg gesucht hat, den Gemeinderat seines Vertrauens um Antworten zu bitten.

    Fragen die, wie am Beispiel Harbarth deutlich wurde, auch andere GR
    nicht beantworten konnten. Fragen, die in Ihrer Klarheit auf einen
    Kenner der Materie Feuerwehr hinweisen. Fragen, die alle Bürger bewegen sollten. Fragen, die man nicht besser formulieren konnte.

    Dass die Antworten darauf nicht von unserer anerkannten Feuerwehr-führung kommen durften, der Bürgermeister sowohl der Feuerwehrführung als auch dem Gemeinderat Prothmann das Wort entzogen hat, deutet darauf hin, dass ihm viele der Fragen offenbar unangenehm waren.
    Gibt es da Defizite in der Ausbildung, dem Verständnis, der Ausstattung. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Klärung.
    Herr Kessler haben sie ein Problem mit guten, fairen Fragen.

    Leute, es geht um unsere Sicherheit, aber auch um die Sicherheit unserer Wehrmitglieder. Wir wollen das maximal mögliche für unsere Feuerwehr. Wir Bürger wollen aber auch Antworten.

    Der Feuerwehrspitze herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl. Den Feuerwehrfrauen und -männern zusammen herzlichen Dank für ihre enorme Leistung, ihre Bereitschaft und ihren großen Einsatzwillen.

    • lutz

      „Dass die Antworten darauf nicht von unserer anerkannten Feuerwehr-führung kommen durften, der Bürgermeister sowohl der Feuerwehrführung als auch dem Gemeinderat Prothmann das Wort entzogen hat, deutet darauf hin, dass ihm viele der Fragen offenbar unangenehm waren.“

      Ich glaube, Herr Kessler hat aus Prinzip gehandelt – weil die Frage von Hrn Prothmann kam. Der wird fragen können, was er will, der BM wird versuchen es abzublocken.

    • Argus

      Waren die Fragen deshalb unangenehm,weil die Freiwillige Feuerwehr auf einen Fall bei Pfenning nicht vorbereitet ist ?

      Schade,dass der Maulkorb vom Kommandanten so hingenommen wurde !

      • heddesheimerin

        „Schade,dass der Maulkorb vom Kommandanten so hingenommen wurde“

        Das finde ich auch. Jetzt stehen offene Fragen im Raum, die Kielmayer kurz und knapp hätte ausräumen können. Kessler hat mit seinem Verhalten vor allem Kielmayer und der gesamten Feuerwehr geschadet.

        Seis drum: Das ganze Thema wird ohnehin hochkommen, wenn Pfenning tatsächlich konkret wird und die Frage nach evt. Notfällen gestellt wird. Ist die Gemeinde hier vorbereitet? etc. Dann kann auch Kessler keine Maulkörbe mehr verpassen.