Samstag, 19. August 2017

Gabis Kolumne

Wann, wo und wie kaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke?

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Guten Tag!

Heddesheim, 20. Dezember 2010. Wann kaufen Sie Ihre Weihnachtgeschenke? Gehören Sie zu den gut organisierten Menschen, die das ganze Jahr ĂŒber sammeln und immer dann, wenn Sie etwas Passendes sehen, einshoppen, also zu den FrĂŒh-Shoppern?

Oder gehören Sie eher zu denen, die am 24. Dezember noch hektisch mit einer Liste bewaffnet durch die LĂ€den rasen, sprich zu den SpĂ€t-Shoppern? Oder kaufen Sie also nur im Internet und Sie sind ein Online-Shoppper. KĂŒrzlich hat Gabi darĂŒber bei einem Essen mit ihren Freundinnen diskutiert.

„Du hast doch bestimmt schon alles besorgt“, sagte eine Freundin zu der anderen. „Klar, ich fange schon im September an und habe keine Hektik mehr vor Weihnachten“, erklĂ€rte diese stolz. Sie gehört eindeutig zu den FrĂŒh-Shoppern.

„Ich hab’ noch gar nichts und auch ĂŒberhaupt keine Ideen“, bemerkte die andere leicht verzweifelt.

Und auch wenn ich mir es jedes Jahr wieder vornehmen, muss ich ehrlich gestehen, dass auch ich zu der Kategorie der „SpĂ€t-Shopper“ gehöre, nicht gerade am 24., aber frĂŒhestens Mitte Dezember ergreift mich die alljĂ€hrliche Panik.

Auch Online-Shopper mĂŒssen frĂŒh anfangen.

Amazon

"Online-Shopper kaufen ihre Weihnachtsgeschenke per Internet. Quelle: amazon"

Eine Kollegin von mir macht in diesem Jahr alle EinkĂ€ufe per Internet. TĂ€glich kommen im BĂŒro PĂ€ckchen und Pakete an und sie freut sich höllisch, dass sie nicht in den ĂŒberfĂŒllten GeschĂ€ften unterwegs sein muss. „Da muss man aber schon frĂŒh anfangen, denn vor Weihnachten kann es zu Lieferverzögerungen kommen“, weiß sie als erfahrene Online-Shopperin.

„Wir schenken uns nur noch Kleinigkeiten, nur die Kinder kriegen was GrĂ¶ĂŸeres“, erzĂ€hlt eine Bekannte. Ja, aber die Kleinigkeiten haben’s in sich, denke ich mir. Das Geschenkte soll persönlich und originell sein und, wenn möglich, nicht allzu viel kosten.

„Ich mache alle Weihnachtsgeschenke selbst“, verkĂŒndete eine weitere Bekannte. „Du musst ja viel Zeit haben“, bekam sie zur Antwort.

„Das dauert auch nicht lĂ€nger, als wenn ich durch die GeschĂ€fte ziehe. Vor ein paar Jahre habe ich meinen Freunden Schals gestrickt, das geht mit dicker Wolle wunderbar schnell und das kann ich abends beim Fernsehen machen. Letztes Jahr habe ich Freunde und Familie mit selbst gekochter Weihnachtsmarmelade beschenkt und in diesem Jahr gibt es selbst gemachte Pralinen.“

Gute Idee, denke ich mir, das könnte ich mir ja fĂŒr’s nĂ€chste Jahr vornehmen.

Absurd: Da werden nur die Scheine getauscht.

Das Schenken manchmal auch ganz schön schrĂ€g werden kann, erfuhr ich von der ErzĂ€hlung einer Freundin. Die Verwandtschaft ihres Mannes schenkt sich unter dem Tannenbaum nur UmschlĂ€ge mit Geld. „Und wenn man GlĂŒck hat, bekommt man dann auch die gleiche Summe wieder zurĂŒck“, weiß sie zu berichten.

„Das nenne ich mal absurd, was hat das noch mit Weihnachten und dem Fest der Liebe zu tun?“, werfe ich ein. „Geldgeschenke wie auch Einkaufsgutscheine kommen bei mir nicht auf den Gabentisch“, verkĂŒnde ich vehement.

„Ach ja“, bemerkt meine Freundin, „und wie war das, als dein Sohn im vergangenen Jahr fĂŒr einen neuen Computer gesammelt hat, da hast du doch auch Geld dazu gegeben?“ Kalt erwischt, musste ich gestehen, so ist das mit den hehren VorsĂ€tzen.

„Wir haben das mit dem Schenken ganz abgestellt“, meldet sich eine weitere Bekannte zu Wort. „In der Familie sammeln wir jedes Jahr und machen eine Spende, das macht eindeutig mehr Sinn als krampfhaft nach irgendwelchen unnötigen Kleinigkeiten Ausschau zu halten.“

„Du hast schon Recht, das mit dem Spenden ist eine gute Sache, darĂŒber denke ich auch jedes Jahr nach. Andererseits ist es doch auch schön, wenn man seinen Liebsten etwas schenken kann und umgekehrt macht es doch auch Spaß, PĂ€ckchen auszupacken“, gibt eine Freundin zu Bedenken.

Spenden oder schenken? Oder beides?

„Kleine, persönliche Geschenke und dann noch spenden, das wĂ€r’s doch“, sagt eine Bekannte.

Ich nehme mir vor, nĂ€chstes Jahr alles anders zu machen, das ganze Jahr zu sammeln, meine EinkĂ€ufe ins Internet zu verlegen, allen etwas Selbstgemachtes zu schenken oder zu spenden. Aber auf alle FĂ€lle, frĂŒher darĂŒber nachzudenken.

Egal wie, viel Zeit bleibt mir jetzt nicht mehr und als SpĂ€t-Shopper werde ich mich jetzt beeilen mĂŒssen und in den nĂ€chsten Tagen durch die LĂ€den rasen.

gabi

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.