Samstag, 25. März 2017

Schlechte Nachrichten vor der Kommunalwahl im Mai

Zwei Heddesheimer Gemeinderäte sind privatinsolvent

Schulden ohne Ende - das kann jeden treffen. Nach unseren Recherchen sind zwei Gemeinderäte aktuell im Privatinsolvenzverfahren.

Schulden ohne Ende – das kann jeden treffen. Nach unseren Recherchen sind zwei Gemeinderäte aktuell im Privatinsolvenzverfahren.

 

Heddesheim, 19. November 2013. (red) Schulden hat niemand gerne. Manchmal werden sie zu hoch. So hoch, dass Privatleute ihre finanziellen Lasten nicht mehr bedienen können. Dann bleibt nur die Privatinsolvenz, wenn man handlungsfähig bleiben möchte. Die „Spatzen pfeifen es von den Dächern“ ist so ein Spruch, der einfach meint: In Heddesheim gehen Gerüchte um. Es sind keine. Zwei Gemeinderatmitglieder sind überschuldet und haben sich einem Privatinsolvenzverfahren unterstellt. Ausgerechnet jetzt – ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl.

Von Hardy Prothmann

Den Rettungsschirm mit Abermilliarden und Abermilliarden, die sich kein normaler Mensch mehr vorstellen kann, gibt es nur für Banken und Staaten. Da treten Schäuble und Merkel auf, sie macht die Raute, er lächelt gequält, alles ist staatstragend, die Mienen sauerschwer, man trägt Verantwortung.  Aber sicher nicht persönlich.

Wer selbstverantwortlich in eine Schuldenkrise stürzt, muss dafür gerade stehen. Merkel und Co. helfen da nicht. Egal, ob man zur Partei gehört oder nicht.

Merkel und Co. gucken die aktuellen Nachrichten durch. Unbelastet. Doch der eigene Blick in den kommunalen Spiegel zeigt jemanden, der gerade am Ende seiner Möglichkeiten ist. Und kein Rettungsschirm ist in Sicht.

Privatinsolvenz als Ausweg aus dem Desaster

Stimmt nicht ganz. Die Privatinsolvenz kann Menschen helfen, das finanzielle Desaster zu ordnen.

Die Gründe für eine Überschuldung sind vielfältig. Sie reichen von verantwortungslosem Konsum bis hin zu Schicksalsschlägen, die niemand kontrollieren kann. Ob eine Bank crasht oder eine Privatperson ihre finanziellen Pflichten nicht mehr bedienen kann – in beiden Fällen gibt es Gläubiger und Schuldner. Die einen wollen Geld, die anderen haben keins mehr. Öffentlich kann man das auf Bundesebene weglächeln – vor Ort nicht.

In Heddesheim sind dieses Jahr bis dato 110 Insolvenzmeldungen anhängig. Das sind nicht 110 Personen – im Zuge der Verfahren sind es viele Meldungen. Ohne genauere Prüfung handelt es sich nach unseren Recherchen um einige Dutzend Fälle. In Ladenburg sind es nur 82 Meldungen, in Schriesheim 113, in Hirschberg 34.

Wie vor – wie zurück?

Wer in ein Privatinsolvenzverfahren geht, weiß nicht mehr vor noch zurück. Ständig gibt es Mahnungen. Inkassobüros schreiben immer unverschämtere Rechnungen, die mit der eigentlichen Schuld nichts mehr zu tun haben. Der Gerichtsvollzieher klingelt öfter als Freunde. Der Druck steigt. Das Konto wird gepfändet. Dadurch entstehen neue Lasten. Gebühren. Forderungen. Ein Teufelskreis. Man hat Ärger ohne Ende und der lastet auf der Seele.

Ganz besonders schlimm ist das, wenn man gar nichts dafür kann. Der Partner, Freunde, Kinder können einen „reingeritten“ haben. Oder die Lebensumstände waren widrig – Unfall, Krankheit, Mobbing, Psychoterror. Oder man ist wirklich selbst „schuld“. Hat über die Verhältnisse gelebt. Es geht finanziell bergab. Die Konsequenz allerdings ist immer gleich: Man ist zahlungsunfähig.

Sechs Jahre, um aus der Schuldenfalle rauszukommen

Die Privatinsolvenz soll das ordnen. Soll das Leben wieder lebenswert machen. Wer sich diesem Verfahren stellt, ist die Gerichtsvollzieher los, die Gläubiger, den endlosen Schriftwechsel. Die Sorgen, wie es weitergeht. Es geht nämlich weiter. Geordnet, aber natürlich nicht in Saus und Braus. Im Verfahren werden dann solche Meldungen öffentlich:

In dem Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen d. XXX, geb. am xx.xx.xxx, XXX. 3, 68542 Heddesheim -Schuldner- wird am xx.xx.2013 um 15.30 Uhr zur Sicherung der künftigen Insolvenzmasse und zur Aufklärung des Sachverhalts angeordnet: (§§ 21, 22 InsO):

1. Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verfügung gegen d. Schuldn. werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind; bereits begonnene Maßnahmen werden einstweilen eingestellt (§ 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO).

Von der Eröffnung des Verfahrens bis zum Ende der Schulden vergehen sechs Jahre. Dann ist man schuldenfrei. Egal, ob es 30.000 Euro sind oder 100.000 Euro oder noch viel mehr. Egal, ob man Zahnarzthelferin oder Zahnarzt ist, ob Paketzusteller oder Spediteur, ob Architekt oder Zimmermann, ob Angesteller oder Rentner. Ob einfacher Bürger oder Gemeinderat. Nach sechs Jahren sind die Schulden weg. Wenn man alles beachtet, sich ordentlich verhält.

Man kann sogar deutlich mehr als Hartz IV an Einkommen haben. Man muss nicht sechs Jahre am Boden liegen. Auto und andere Dinge, die für viele zum Leben gehören, sind möglich. Man bekommt einen Insolvenzverwalter bestellt – aber der regelt nicht bis ins Letzte das Leben. Wenn man sich dem ordentlichen Verfahren stellt. Und einen Schlussstrich zieht. Und aus der Schuldenfalle raus will.

Es trifft Bürger wie Gemeinderäte

In Heddesheim haben zwei aktive Gemeinderäte diesen Schritt gemacht. Sie sind in Privatinsolvenz gegangen. Das ist zu respektieren. Pikant ist allerdings, dass beide bis heute dem Finanzausschuss angehören. Also dem Gremium, das für den Gemeinderat die „hoheitliche“ Aufgabe des Haushalts vorberät, den der Gemeinderat dann beschließt.

Zwei Stimmen, also 20 Prozent dieses zehnköpfigen Gremiums, sind aus welchen Gründen auch immer in die Lage gekommen, über ihre eigenen Finanzen den Überblick verloren zu haben. Und stellen sich nun einem gerichtlich bestellten Verahren, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Im Finanzausschuss reden sie mit, planen mit und entscheiden mit über den Haushalt aller Bürger/innen.

Der eigenen Schritt in die Privatinsolvenz ist grundsätzlich zu achten und nicht ehrenrührig. Denn wie gesagt: Es kann jeden jederzeit aus unterschiedlichsten Gründen treffen – tatsächlich auch gänzlich „selbst unverschuldeten“.

Verantwortung über Wohl und Wehe

Ob man allerdings weiterhin als Gemeinderat über das Wohl und Wehe der Gemeinde mitbestimmen sollte, wenn man selbst genug damit zu tun hat, aus dem Wehe heraus und in ein verträgliches Wohl zu kommen, das müssen letztlich die betroffenen Personen selbst entscheiden.

Theoretisch und praktisch kann man sogar als Privatinsolventer Bürgermeister sein oder werden. Macht das aber Sinn? Will man sich in der Gemeinde so vertreten lassen? Hält man sich wirklich für repräsentativ oder sollte man nicht lieber konsequent sein Leben in den Griff bekommen (was manchmal schwer genug ist) und anderen das Feld überlassen, die den Kopf freier haben?

Darüber werden die beiden Gemeinderäte nachzudenken haben. Privatinsolvent zu sein heißt nicht, das Heft aus der Hand zu geben. Ganz im Gegenteil. Man möchte sein Finanzleben neu ordnen und das braucht erfahrungsgemäß Zeit und Konzentration auf dieses Ziel. Sechs Jahre. Dann sind alle Schulden Geschichte.

Können privat Insolvente über öffentliche Haushalte entscheiden? Gesetzlich ja – aber moralisch?

Ob in diesem Zeitraum genug Zeit und Konzentration bleibt, um sich um die Finanzen der Gemeinde zu kümmern, steht auf einem anderen Blatt. Man darf gespannt sein, wie die beiden Betroffenen damit umgehen.

Sie werden damit kämpfen, vermeintlich ihr „öffentliches“ Gesicht zu verlieren. Sie können sich aber auch ganz konsequent entscheiden, sich aus der „Öffentlichkeit“ konsequent zu verabschieden und sich um das persönliche Ziel, privat wieder solvent zu werden, kümmern.

Wer dazu bereit ist, hat jede Achtung verdient. Wer nicht, muss gute Gründe haben, privat insolvent zu sein und gleichzeitig öffentlich als solvent gelten zu wollen. Wer das aushalten will, muss extrem spagatfähig sein.

Es geht um Vertrauen

Eigentlich geht es um Finanzen, um Kreditwürdigkeit, also um Glaubwürdigkeit. Anvertrauen, glauben, vertrauen heißt auf lateinisch credere. Diesen Kredit haben die Gemeinderäte gegenüber ihren Gläubigern verloren.

Bürgermeister nach der Süddeutschen Ratsverfassung haben in ihrem Wirkungsbereich tatsächlich mehr Macht als eine Bundeskanzlerin in deren Verfügungsgewalt. Aber einen Rettungsschirm kann selbst ein Michael Kessler nicht bilden, auch, wenn es gerüchteweise heißt, dass zumindest einer der Betroffenen hier und da auf Zuwendung „hoffen“ konnte, während der andere, ebenso gerüchteweise, über viele Jahre „nichts geschenkt“ bekommen hat.

Menschlich muss man den beiden Gemeinderäten wie den Privatpersonen wünschen, dass sie wieder auf die Beine kommen. Für die Gemeinde muss man allerdings auch wünschen, dass sie kein falsches Spiel spielen, sondern den Weg der Verantwortung gehen.

Dafür wird man ihnen Respekt zollen und es wird keine „blöden Gerüchte“ geben. Schicksale, auch finanzielle, sind menschlich. Man darf gespannt sein, ob die beiden Betroffenen den Schritt der Repräsentation ins Private unfallfrei schaffen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Bine Mayer

    Eigentlich dachte ich peinlicher geht es nicht mehr, aber Sie, lieber Herr
    Prothmann, schaffen es doch immer wieder sich selbst zu toppen.

    Sie waren doch selber bis vor kurzem Gemeinderat in Heddesheim, oder? Hat da
    jemand nach Ihren finanziellen Verhältnissen gefragt oder gar ob Ihre Ehe
    intakt ist? Wohl kaum, sogar eher das Gegenteil war der Fall, schließlich
    könnte man Ihre Arbeit als (Möchtegernsupersachlich-) Journalist auch als
    Kriterium für ein Amt als Gemeinderat sehen. Zudem Sie ja auch mehrfach
    Internas direkt von den Sitzungen getwittert haben.

    Ihr geheucheltes Verständnis, ja schon fast Mitleid für die beiden
    Gemeinderäte kaufen Ihnen doch weder diese und erstrecht nicht die Leser des
    Blogs ab.
    Unterm Strich ist es (wieder mal) Ihre rein privat motivierte Abrechnung mit
    dem Heddesheimer Gemeinderat und somit auch mit BM Kessler.

    Komisch, für solch eine Nichtigkeit so ein großer Artikel, aber warum hat
    man denn vom Superjournalisten H. Prothmann nicht ein einziges Wort zum Prozess
    im Mordfall Birkenau / Saukopftunnel lesen können.

    Im Mai haben Sie uns noch den Sherlock Holmes aus Heddesheim gemacht und
    hatten die Tat ja augenscheinlich schon fast aufgeklärt. Und dann nicht ein
    einziger Artikel zu einem Prozess mit zwei Urteilen á lebenslänglich.

    Ich bin mir sicher die meisten Leser hätten lieber darüber Informationen
    erhalten anstatt über die private finanzielle Situation von zwei Gemeinderäten
    aus so einem kleinen Dorf wie Heddesheim.

    Setzen 6!

    • hardyprothmann

      Guten Tag!

      Ich war bis Februar 2012 im Heddesheimer Gemeinderat.

      Ihr Kommentar ist leider etwas verschwurbelt. Was hat meine oder eine andere Ehe mit dem Berichterstattungsgegenstand zu tun? Und was für ein „Gegenteil“ Sie meinen, erschließt sich nicht.

      Sie behaupten leider unwähre Tatsachen. Ich habe aus den Sitzungen getwittert – welche „Internas“ Sie meinen, erschließt sich auch nicht. Es waren öffentliche Sitzungen.

      Woraus schließen Sie ein „geheucheltes Verständnis“ oder „Mitleid“? Eine der beiden Personen hat mich vor Zeugen mal bedroht – ganz sicher gibt es da kein Mitleid in bezug auf die Person. Dass Menschen aus verschiedensten Gründen in diese Lage kommen, ist im Text beschrieben.

      Es ist ebenfalls nicht klar, welche verdrehten Gedanken Sie mit „Abrechnung mit dem Heddesheimer Gemeinderat“ verbinden?

      Das Verhältnis zu „Ich bin die Gemeinde“ ist bekannt, ebenso der ganz überwiegend positive Kontakt zu anderen Bürgermeistern in unserem Berichtsgebiet.

      Zum Urteil im Mordfall Birkenau wurde auf dem Heddesheimblog nichts berichtet – Sie können das hier nachlesen:
      http://www.rheinneckarblog.de/13/lebenslaenglich-fuer-eiskalten-mord-im-saukopftunnel/39754.html

      Die Inhalte unserer Recherchen waren übrigens exklusiv und ziemlich genau.

      Leider haben Sie die Relevanz des Themas nicht verstanden – ganz im Gegensatz zu den allermeisten Leser/innen. Da bin ich mir sicher.

      Sind Sie eigentlich Lehrerin, weil Sie hier Noten verteilen wollen?

      Beste Grüße
      Hardy Prothmann

      • Vordenker

        Lieber Herr Prothmann,

        so sehr Sie auch versuchen, mit halbgaren Attacken auf den Stil der Kommentatorin von der Aussage abzulenken: Frau (?) Bine Mayer hat ausgesprochen, was die meisten Ihrer (Rest-)Leser denken. Der Beitrag ist unsachlich, unangebracht und privat motiviert. Gestehen Sie sich das ein und geloben Sie Besserung. Vielleicht wird es dann noch was mit dem Journalismus …

        • hardyprothmann

          Sehr hübsch – Sie kennen unsere Leser insgesamt und auch den Rest? Dann laden wir Sie gerne mal in die Redaktion ein, um mehr darüber zu erfahren. Wir kennen nämlich die sehr guten Abrufzahlen, sehr viele Leser/innen, aber die allermeisten nicht.

          Sie können das aber gerne mal näher ausführen, was Sie damit genau meinen.

          unsachlich
          unangebracht
          und „privat motiviert“

          Kleiner Tipp, argumentieren geht so:

          Der Artikel ist unsachlich, weil… (hier schreiben Sie dann Argumente auf)
          usw.

          Ich bin schon sehr auf Ihre Begründungen bespannt. 😀

        • Beobachter

          „Frau (?) Bine Mayer hat ausgesprochen, was die meisten Ihrer (Rest-)Leser denken.“

          Wie kommen Sie auf die Idee, dass die meisten Leser so denken? Ich jedenfalls bestimmt nicht!

          Und die Frage, welche Fakten über Gemeinderäte, die GEWÄHLT werden wollen, relevant sind und welche nicht, halte ich für eine sehr sachliche. Zumal der Artikel nicht einseitig urteilt, sondern die Fürs und Widers aufzeigt.

        • Zielke

          Manche „Vordenker“ wären besser „Nachdenker“!

    • heddesheimerin

      „Hat da jemand nach Ihren finanziellen Verhältnissen gefragt oder gar ob Ihre Ehe intakt ist?“

      Wohl nicht, da Herr Prothmann ja auch nicht öffentlich wahrnehmbar Privantinsolvenz anmelden musste… Und was wessen Ehe auch immer damit zu tun haben soll, verstehe ich nicht.

      Ansonsten kann ich mich dem ausgewogenen Kommentar von des heddesheimblog nur anschließen, und verstehe nur nicht, warum man nicht gleich Ross unter Reiter nennt anstatt zu anonymisieren. Denn wenn die These es des Autors stimmt, dass eine Privatinsolvenz eines haushaltsverantwortlichen Gemeinderats aus ebendiesem Grunde öffentliche Relevanz hat, kann man Nägel mit Köpfen machen und die Namen nennen.

      • hardyprothmann

        Im Text steht, dass nach unseren Recherchen formal kein Problem besteht. Es geht um eine moralische Frage in der Sache – insbesondere bei der Frage über „mögliche Abhängigkeiten“, die dem Anspruch auf eine freies Mandat, das nur dem Gewissen unterworfen ist, möglicherweise entgegensteht.
        Beispielsweise dürfen Angestellte der Gemeinde kein Gemeinderatsmandat ausüben, weil hier klar eine wirtschaftliche Abhängigkeit besteht. Das galt früher auch für Verwandtschaftsverhältnisse, wurde aber gelockert. So ist die Frau des SPD-Gemeinderats Merx beispielsweise die Sekretärin von Herrn Kessler.
        Ein problematischer Fall wäre zum Beispiel diese Konstellation: Ein selbständiger Gemeinderat erhält den überwiegenden Teil seiner Aufträge über die Gemeinde – auch hier wäre eine wirtschaftliche Abhängigkeit anzunehmen, die im Angestelltenverhältnis eine nicht-Wählbarkeit mit sich bringen würde.
        Eine Anfrage an die Gemeinde wurde so beantwortet:

        „zu privaten Angelegenheiten von Gemeinderäten äußert sich die Gemeinde nicht.

        Die in Heddesheim ansässigen xxxbüros werden regelmäßig mit Aufträgen der Gemeinde betraut. Dabei wird eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Aufträge angestrebt.“

        Diese Aussage kann zutreffen. Wenn aber diese Aufträge den Hauptteil oder sogar kompletten Umfang der Umsätze ausmacht, wäre eine wirtschaftliche Abhängigkeit nicht auszuschließen. Hier ist eindeutig ein Regelungsdefizit in der Gemeindeordnung erkennbar.

        Übringens betrifft das nicht nur Heddesheim, sondern auch andere Gemeinden. Wir beobachten, dass Gemeinderäte in anderen Gemeinden beauftragt werden – ob das ein System hat, konnten wir noch nicht lückenlos recherchieren. Aber wir arbeiten dran.

        Was die Namensnennung angeht: Der Text zielt nicht auf einzelne Gemeinderäte ab, sondern auf ein grundsätzliches Problem, das öffentliche debattiert werden sollte, bevor „Befürchtungen“ eintreffen und die Demokratie beschädigt wird.

    • heddesheimerin

      „Unterm Strich ist es (wieder mal) Ihre rein privat motivierte Abrechnung mit
      dem Heddesheimer Gemeinderat und somit auch mit BM Kessler.“

      Ein Gedanke noch hierzu: Es ist vermutlich auch eine (Vorwahl!)-Belastung für Herrn Kessler, mit GR-Mitgliedern arbeiten zu müssen, die privat derart vorbelastet sind. Insofern geht Ihr Schuss nach hinten los und ich tippe mal, dass Herr Kessler die Sache stillschweigend in etwa so wie das heddesheimblog sieht.

    • Beobachter

      Hab ich was verpasst oder geht es jetzt schon um die Ehen der betroffenen GRs??

      • hardyprothmann

        Im Text geht es darum jedenfalls nicht – aber gewisse Kommentatoren haben offensichtlich Konzentrationsprobleme.

  • AntjeS

    Endlich mal wieder ne kontroverse Diskussion hier, wie in alten Pfenningzeiten …. Ich sage einen spannenden Wahlkampf voraus! Es wird noch mehr Schlammschlachten und Aufdeckungen geben…

  • Zielke

    Meine spontane Meinung: Gemeinderäte und Poltiker allgemein in so einer Situation sollten sich ins Privatleben zurückziehen und ihr Amt aufgeben. Erstens brauchen Sie Zeit, um ihre Dinge zu ordnen(Von Herzen das beste dafür den beiden Betroffenen), zweitens haben sie zumindest teilweise ihre Glaubwürdigkeit im Rat verloren und werden zur Belastung für ihre Fraktion. Niemand kann wollen, dass der Bock zum Gärtner gemacht wird. Meine Meinung!

  • Heddesheimblog

    Guten Tag!

    Leser, die unsere Berichterstattung für unkorrekt halten, haben jederzeit die Möglichkeit, sich beim Deutschen Presserat zu beschweren, bei dem wir seit kurzem Mitglied sind. Der Presserat war bislang überwiegend für die dort zusammengeschlossenen Zeitungen zuständig, öffnet sich aber für Telemedien (Begriff, unter den Blogs fallen).

    Wie wir vom Presserat erfahren haben, gab es in der Vergangenheit schon einige Beschwerden, die aber wegen Nicht-Zuständigkeit zurückgewiesen worden sind.

    Wir haben uns für eine Probemitgliedschaft entschieden.

    Beschwerden müssen anhand des Pressekodex begründet werden. „Heddesheimblog ist doof“ oder „der Prothman führt eine private Fehde“ werden sicherlich nicht geprüft.

    Inhaltlich begründete Beschwerden hingegen schon. Dazu müssen Sie die Ziffer angeben, bei der Sie einen Verstoß erkennen und begründen, warum ein Verstoß nach Ihrer Meinung vorliegen soll. Der Presserat prüft das, hört das Medium an und trifft eine Entscheidung.

    Wir informieren unsere Leser/innen darüber. Weitere Infos:
    http://www.rheinneckarblog.de/04/unsere-blogs-werden-mitglied-im-deutschen-presserat/39150.html

    • Bine Myer

      „Eine der beiden Personen hat mich vor Zeugen mal bedroht – ganz sicher gibt es da kein Mitleid in bezug auf die Person.“

      Sorry, aber der Satz sagt doch schon viel über Ihr Verhältnis zu den betroffenen Personen aus. Zudem war der Artikel bis heute Morgen auch im Rheinneckarblog und nun nicht mehr. Einfach nur ein Versehen oder aber doch ein Weg möglichst viele Personen über die privaten Verhältnisse von zwei persönlichen „Feinden“ zu informieren?

      Da braucht man keinen Presserat um zu erkennen was die wahren Hintergründe sind!

      Bezüglich des Prozesses in Darmstadt ist der Artikel über das Urteil aber schon sehr mickrig. Besonders wenn man sich die vorangegangenen Artikel Ihrerseits ansieht.

      Andere haben über jeden Prozesstag berichtet und Hintergründe zu dem Fall geliefert. Wahrscheinlich gab es im Umfeld dieser Journalisten leider gerade nicht so ein heißes Thema wie die finanzielle Situation zweier Gemeinderäte aus so einem bedeutenden Ort wie Heddesheim….

      • AntjeS

        Was hat das eine mit dem anderen zu tun??

        Ich nehme an für das HEDDESHEIMblog ist Heddesheim mit Sicherheit ein „bedeutender“ Ort.

        Ich tippe mal, Sie kommen aus dem Umfeld der beiden GR und verfolgen reflexhaft vermeintliche „Nestbeschmutzer“.

      • hardyprothmann

        Hallo Frau Mayer,

        letzter Kommentar in der Sache zu Ihren Kommentaren, wenn die Qualtität nicht steigt.

        Selbstverständlich sagt ein Erlebnis etwas zum Verhältnis zu einer Person aus, die mir angedroht hat, „mir an den Kragen zu gehen“.

        Der Artikel war nicht nur bis „heute morgen auch im Rheinneckarblog“ – da ist er immer noch:
        http://www.rheinneckarblog.de/19/zwei-heddesheimer-gemeinderaete-sind-privatinsolvent/39675.html

        Kein „Versehen“, sondern redaktionelle Absicht. In den Ortsblogs erscheinen Nachrichten aus und über die Orte. Wenn auch andere Orte betroffen sind, erscheinen die Artikel auch dort. Der betreffende Artikel zu den privatinsolventen Gemeinderäten ist beispielsweise auch auf dem Ladenburgblog oder Hirschbergblog erschienen, weil wir über die Zahl der Privatinsolvenzen in den Orten berichtet haben.

        Top-Stories, die über den Ort hinaus interessant sind, „crossen“ wir regelmäßig auch auf das regionale Portal Rheinneckarblog. Ob aktuell dieses Thema oder Kerwe in Weinheim oder Altstadtfest in Ladenburg und demnächst mal wieder was zu Pfenning – die Geschichte ist noch nicht fertig, aber wenn sie das ist, werden einige Leute „keinen Spaß haben“.

        Sie haben leider im Ansatz nicht verstanden, dass weder ich noch einer meiner Mitarbeiter „Feindbilder“ haben. Das Problem könnte sein, dass Sie „Freundbilder“ haben und alle, die nicht dazu passen, als „Feinde“ definieren. Das ist leider oft so.

        Wenn Sie aufmerksam lesen würden, entdeckten Sie auch viele Artikel, die durchaus positiv über die Heddesheimer Verwaltung inklusive deren Chef, BM Kessler informieren. Und Sie hätten dann auch gelesen, dass ich aufgrund meiner Arbeit Herrn Kessler als durchaus akribischen Bürgermeister sehe, der in vielerlei Hinsicht Respekt erhält, der auch gerechtfertigt ist. Er ist in vielen Dingen sehr viel „genauer“ als mancher Kollege von ihm. Aber er ist ebenso ein Choleriker und Bürokrat und hat häufig seine Missachtung gegenüber dem Gemeinderat zum Ausdruck gebracht, den er für seine Arbeit braucht, dessen demokratische Grundverfassung er meiner Meinung nach aber nur als notwendiges Übel betrachtet. Deswegen halte ich Herrn Kessler für ruhestandsreif. Er hat mit „Pfenning“ den Ort gespalten, die ehemals friedliche Gemeinde Heddesheim massiv gestört und zeigt keinerlei Einsicht, dass er bei sich ein Fehlverhalten erkennt.

        Beim aktuellen Bericht hätte ich die Personen nennen können, deren Namen und Anschriften sind schließlich öffentlich einsehbar. Tatsächlich geht es aber nicht um Personen (auch-nicht-um-an-den Kragen-Geher), sondern um grundsätzliche Fragen. Auch das haben Sie leider nicht verstanden. Die andere Person ist übrigens aus dem „Freunde-Lager“, wenn Sie schon mit „Feindbildern“ argumentieren wollen.

        Was Ihre Argumentation und eingeschränkte Weltsicht nun vielleicht vollends ins Wanken bringt: Der Bericht hat mir insbesondere von „Freundesseite“ Kritik eingebracht. Die „Freundesseite“ musste ich darüber informieren, dass ich nicht für Freunde und nicht gegen Feinde arbeite, sondern journalistisch arbeite.

        Das heißt, dass ich ohne Ansehen von Personen berichte. Ob das nun jemandem gefällt oder nicht.

        Vermutlich verstehen Sie genau das nicht. Wie kann jemand etwas schreiben, was geeignet ist, auch „Freunden“ sauer aufzustoßen? Muss man da nicht „verrückt“ sein? Freundschaften muss man doch pflegen. Ebenso Beziehungen. Und an die Geschäfte denken.

        Sehen Sie – genau das ist die Aufgabe von verantwortlichem Journalismus. Auch mal die Dinge „zu verrücken“. Aufmerksam zu machen, wenn etwas nicht gut läuft.

        Ich habe großes Verständnis für Sie und andere. Man ist das in den Dörfern nicht gewohnt. Hat nicht die Zeitung jahrelang geschrieben, dass alle zufrieden sind? Das alles super läuft? Auch, wenn man privat anders geredet hat?

        Und wie kommt so einer wie der Prothmann dazu zu glauben, er könnte jetzt hier was verändern? Der ist doch nicht aus dem Ort?! Der ist in keinem Verein und in keiner Partei. Was erlaubt der sich? Wie kommt der auf die Idee, eine andere Meinung haben zu können?

        Heddesheim ist da nicht besonders. Solche Reaktionen finden Sie gegenüber unseren Kollegen von http://regensburg-digital.de oder http://buergerblick.de oder http://tegernseerstimme.de und noch vielen anderen, die redlich einen unabhängigen, kritischen Journalismus machen.

        Ich kann nicht erkennen, was Sie mit „wahren Hintergründen“ meinen. Sie können das gerne präzisieren oder weiter herumdünkeln.

        Was das Urteil in Darmstadt angeht: Wir waren nicht vor Ort und alle wesentlichen Inhalte habe ich als „Super-Journalist“ schon vor dem Urteil sehr genau aufgeschrieben. So stehen die allgemeinen Fakten im Text und ich habe nicht den Eindruck erweckt, als hätte ich mehr anzubieten, als ich kann. Das ist ehrlicher Journalismus. Die anderen Berichte waren länger, aber inhaltlich kaum tiefer. Auch Ihre Behauptung, die anderen hätten „Hintergründe“ geliefert, stimmt leider nicht. Sie haben es nur wortreicher und blumiger umschrieben. Hintergründe zur Faktenlage gab es keine.

        Dieser Anspruch von Ihnen ist aber sehr interessant – Sie beschweren sich, dass wir angeblich keine „Hintergründe“ geliefert hätten. Dabei machen wir das ständig – im Gegensatz zu den Zeitungen, allen voran dem MM.

        Erinnern Sie sich noch an den „glücklichen Bürgermeister“? Und die „Zukunftssicherung“ Heddesheims? Und an „bis zu 1.000 Arbeitsplätze“? Und an „erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“? Stand alles im MM. Hurra-Berichterstattung vom Feinsten. Frau Görlitz und sonstige schämen sich bis heute nicht für diese Fehlleistungen.

        Alle negativen Entwicklungen haben wir im voraus analysiert und berichtet. „Pfenning“ hat Acker für eine Spottpreis gekauft, Herr Kessler hat „sein“ im Vergleich zu anderen Gemeinden „Monster-Projekt“ realisiert, die willfährigen Abnicker im GR haben alles mitgemacht und sich verbogen und gewunden, dass es teils erbärmlich war, das mit anschauen zu müssen.

        Was ist heute? Was ist aus den „bis zu 1.000 Arbeitsplätzen“ geworden? Ja, richtig, auch ein paar Arbeitsplätze fallen unter die Aussage „bis zu“. Der ach-so-verwurzelte-Unternehmer „Pfenning“ hat den Laden mit hohem Gewinner verscherbelt und kann sich über viele Millionen Euro Gewinn freuen.

        Hat „Pfenning“ das Heddesheimer Gewerbe vorangebracht? Das wäre mir neu. Vielleicht gibt es vereinzelte BdS-Mitglieder, die Nutznießer sind… auch darüber werden wir mal berichten. Zur Zeit nehmen Heddesheimer den Klotz da draußen als tickende Zeitbombe wahr.

        Das war ein langer Kommentar. Der galt aber – Sie entschuldigen das Missverständnis auf Ihrer Seite – nicht Ihnen. Sondern vielen von Ihnen, die bis heute der Hoffnung anhängen, vom System Kessler zu profitieren. Vielleicht hängen Sie auch drin.

        Der Bürgermeister Michael Kessler stellt sich zum dritten Mal zur Wahl in Heddesheim. Und ich hoffe, das ist jetzt ganz persönlich, dass der Gemeinde das erspart bleibt.

        Ich kenne nun alle zehn Bürgermeister des Landtagswahlkreises Weinheim mittlerweile ganz gut. Jeder hat seine Ecken und Kanten und Vorzüge.

        Einigermaßen schwierig ist das Verhältnis beispielsweise zum Weinheimer OB Bernhard – aber nur „professionell“. Persönlich ist das Verhältnis fast „herzlich“, worauf ich mir nichts einbilde, das sagen alle.

        Heddesheim hat eine Insellage. In keiner Gemeinde agieren so viele mit dem Rathaus verbundene „Kräfte“ so extrem negativ, wie ich das sonst nie erlebe. Ich könnte jetzt CDU, SPD und FDP nennen – aber tatsächlich hat das weniger mit den Parteien zu tun als mit deren „Repräsentanten“. Anders ausgedrückt: Mein Eindruck ist, dass der Filz in Heddesheim geradezu extrem ist.

        Wir haben dazu schon enorm viele Hinweise berichten können. Mit „wir“ meine ich übrigens explizit jede Menge aufrechter Heddesheimer Bürger, die mich und meine Redaktion mit Informationen versorgen, die wir alleine gar nicht alle finden könnten.

        Und das, Frau Mayer, ist das, was Ihnen und anderen Angst macht. Die vielen anständigen Leute im Ort, die sich Sorgen um die Gemeinde machen, die sich engagieren, die nachdenken, die froh sind, dass wir für sie den Kopf hinhalten, weil sie alleine Angst hätten, „verfiltz“ zu werden.

        Vor diesen Menschen habe ich allergrößten Respekt. Sie sind engagiert, manchmal auch verwandt und verschwägert, sie wollen keinen Ärger, aber sie ärgern sich und informieren uns.

        Und wir informieren die Öffentlichkeit insgesamt über das, was schief läuft. Und sehr gerne über alles, was gut läuft.

        Beste Grüße
        Hardy Prothmann

        • Captain Kessler

          „Und das, Frau Mayer, ist das, was Ihnen und anderen Angst macht. Die
          vielen anständigen Leute im Ort, die sich Sorgen um die Gemeinde machen,
          die sich engagieren, die nachdenken, die froh sind, dass wir für sie
          den Kopf hinhalten, weil sie alleine Angst hätten, „verfiltz“ zu werden.“

          Das finde ich schon ein wenig verhetzend. Weil es bedeutet, dass alle Heddesheimer, die nicht auf Ihrer Seite stehen, „unanständig“ sind. Und das sage ich ausdrücklich als regelmäßiger Leser Ihrer Seiten.

          • hardyprothmann

            Puh, es ist wirklich anstrengend, aber auch dazu noch ein Wort.

            Im Text steht: „die vielen anständigen Leute im Ort“. Da steht nicht: „Alle anständigen Leute im Unterschied zu den unanständigen“.

            Warum steht das nicht so da? Weil es anständige und unanständige gibt und andere, die das gar nicht interessiert. Es geht also nicht um alle hier und alle da.

            Wer so denkt, schwarz oder weiß, denkt auch über alles oder nichts nach.

            Alles oder nichts wäre in der Tat verhetzend und erinnert an sehr böse Zeiten.

            Ihre Interpretation, dass ich alle Menschen, die nicht auf „meiner Seite“ stehen, für unanständig halte, ist leider total falsch.

            Ich hoffe sehr, dass Sie weiter die von mir verantworteten Seiten lesen, die nur zu einem Teil von mir befüllt werden.

            Ich verurteile Menschen nicht dafür, dass sie nicht auf „meiner Seite“ stehen, sondern appelliere, über die eigene Seite nachzudenken. Weil ich oft selbst Probleme habe, eine Haltung zu finden – den fast kein politisches Thema ist eindeutig mit Ja oder Nein zu beantworten. Man kann fast nie aus voller Überzeugung Ja oder Nein sagen, sondern muss abwägen. Und diese Prozesse sind schwer, manchmal sehr schwer.

            Ihre Analyse ist grundfalsch. Alle Heddesheimer, die kritisch mit unserer Arbeit umgehen wollen, sind herzlich gerne aufgefordert, sich argumentativ zu äußern und für ihre Position zu werben.

            Leider ist es so, dass ich gerade in Heddesheim durch die „herrschenden Kräfte“ erleben musste, dass man für die ist oder verloren hat.

            Und das ist mehr als bedauerlich.

            Haben Sie es jetzt?

            Wenn nicht, lesen Sie weiter – dieser Gedanke zieht sich durch unsere Arbeit und ich bin sicher, dass Sie den irgendwann finden.

  • Muckensturmer

    Herr Prothmann kann es nicht lassen. Wieder ein Artikel, bei dem er persönlichen Befindlichkeiten zulasten professioneller Redlichkeit den Vorzug gibt.

  • Daniela S.

    Ich muß jetzt auch meinen Senf dazu geben! Ist dies nicht in erster Linie ein informativer Artikel über Privatinsolvenz und erst dann ein Information über die private Situation zweier GM´s deren Namen nicht genannt wurden? Ich habe nicht das Gefühl das Hr, Prothmann hier irgendwen an den Pranger hängen will sondern nur der Frage nach geht ob es für die beiden nicht besser wäre ihr öffentliches Amt ruhen zu lassen um auch dem Gerede zu entgehen gerade dann wenn man in diesem Amt mit Geld zu tun hat? Ich finde es wichtig und richtig auch mal kritisch nachzufragen, wir können doch nicht immer mit Blumen um uns werfen und den Mantel des Schweigens über alles werfen was im Gemeinderat bzw. in Heddesheim passiert. Freie Meinungsäußerung steht doch schon in unserem Grundgesetz, oder? Ob Hr. Prothmann einen Feldzug gegen den GR und den BM führt ist für mich nicht erkennbar den ich gehe davon aus das er nicht der einzigste Mitarbeiter beim Heddesheimblog ist und auch er jemanden hat der den Bericht vorab gegenliest um „Hetzkampampanien“ zu verhindern. Ich bin dafür das weiterhin kritisch berichtet wird, wenn es angemessen ist, den das ist was unser Land ausmacht. Den beiden Gemeinderäten ist zu wünschen das sie für sich die richtige Entscheidung treffen.

    • heddesheimerin

      Das sehe ich genau so. Und Leute wie „Muckensturmer“ etc scheinen mir zum altbekannten Heddesheimer Filz zu gehören …. Ich bin gespannt, ob und wie die beiden GR bzw. deren Fraktionen reagieren.

  • Noigeplakter

    Interessant ist auch, dass der Mannheimer Morgen wieder mal ein Thema nicht aufgreift, was vom Heddesheimblog gesetzt worden ist. Der ganze Ort redet drüber und die Zeitung bringt: nichts.
    War schon bei Pfenning so oder beim schwulen Pfarrer oder oder. Heddesheimblog rules!

    • Alter Fritz

      Immer das gleiche. Wenns interessant wird, kneift der MM und man muss heddesheimblog lesen. Dafür sicher wieder viele „atemberaubende“ MM Berichte über die Kampagne der Hellesema Grumbe, wo gefühlt jedes Jahr dasselbe drinsteht. GÄHN!

    • heddesheimerin

      Das heddesheimblog kann doch froh und dankbar sein, dass Fr. Görlitz die wirklich heißen Themen scheut wie der Teufel das Weihwasser. Mag sie ihre gepflegte Langeweile verbreiten, die guten Diskussionen über Heddesheim laufen hier.. Stimmt übrigens tatsächlich, das der „ganze Ort“ drüber redet, ist mir heute unterwegs genauso passiert.

  • Ringstrassengallier

    Na aber hallo, da regen sich einige auf, als wären sie persönlich getroffen..dabei wurden weder Ross noch Reiter genannt. Probleme anzusprechen und Finger in die Wunden zu legen ist guter Journalismus. Ich finde den Artikel für „Protmannsche“ Verhältnisse sehr feinfühlig (vom Allgemeinen zum Besonderen) Es kann nicht sein dass immer nur gekuschelt wird gemäß dem Motto: „Alles ist gut“. Auf Missstände aufmerksam zu machen, dies gehört zu gutem Journalismus dazu. Allen anderen sei geraten doch die Zeitung zu wechseln. Eine Mannheimer Zeitung ist hier hervorragend aufgestellt. Hier kann die „Kuschelfraktion“ ja über Ernas 80. Geburtstag nachlesen inkl. Kaffee und Kuchen..

    Sachlich gesehen stellt sich schon die Frage, ob man als Gemeinderat in Privatinsolvenz einem Finanzausschuss über weitere vier Jahre angehören sollte oder darf. Sei es aus fachlichen Gründen (evtl schlecht mit fremden Geld umgehen zu können) oder zumindest aus moralischen Gründen.

    Das wäre ja ungefähr so, als würde man die griechische Regierung (mit einem Verschuldungsgrad von über 157% am BIP; Stand: 2012) über den gesamten EU Haushalt des Jahres 2014 alleine abstimmen lassen. Na da wäre das Geschrei in unserer Republik aber gross.

    • zielke

      „Es kann nicht sein dass immer nur gekuschelt wird gemäß dem Motto: „Alles ist gut“. Auf Missstände aufmerksam zu machen, dies gehört zu gutem Journalismus dazu. “

      RICHTIG! Ich hoffe der MM liest mit und denkt mal drüber nach!

  • Fam. Karl

    Uiuiui Herr Prothmann. Wie weit sind wir gekommen? Die bisherige Achtung vor Ihrer Arbeit schlaegt, zumindest bei uns, immer mehr ins Gegenteil um. Ihr Artikel in allen Ehren, aber was soll das denn fuer ein Journalismus sein wenn Sie jetzt schon üueber Privatinsolvenzen berichten. Was kommt als naechstes? Dass irgendein Vereinsvorstand oder sonst irgendwer von Ihnen geschlachtet wird wenn Er/Sie fremdgeht oder sonst eine private, persoehnliche Fehlverhaltung begeht? In Ihrem Artikel fallen Sie ueber zwei Stadtraete her ohne ueber die Fakten zu Berichten. Wissen Sie ob die Personen vorsaetzlich oder gar voellig unverschuldet in diese Lage geraten sind? Was dann? Das passiert in der heutigen Zeit tausendfach ohne dass man die Zuverlaessigkeit oder die berufliche oder gar politische Befaehigung in Frage stellen kann. Wo bitte sind die Fakten wenn Sie sich anmassen die betreffenden Personen dermassen zu diskreditieren und (mit Verlaub) „oeffentlich hinzurichten“? Bei aller Schadenfreude die der Ein oder Anderen hegt, was Sie hier tun ist nicht ok. Ich wuerde gar sagen: Verwerflich und weit weg vom guten Geschmack der Ihnen zusehends abhanden kommt.
    Das ist Schade. Quote, Quote, Quote. Leser gewinnen um fuer Anzeigenkunden interessant zu werden, ist das Ihr Ziel? Was wenn Ihre Anzeigenkunden sich fehlverhalten? Werden Sie dann auch so persoenlich und Oeffentlich? Wohl nicht, will ich einmal Unterstellen. Mensch, das ist unterste Schublade mal so einfach drauflos zu Poltern ohne die Hintergruende zu kennen oder zu Benennen. Schlechte Arbeit. Schwacher Journalismus. Gekraenkte Eitelkeit scheint mir das Motiv zu sein, mehr nicht. Um es nocheinmal deutlich zu machen. Der Ein oder Andere Leser folgt Ihnen Blind, ist vielleicht genauso verbittert wie Sie es augenscheinlich sind, aber die Mehrheit der Buerger wird mir Zustimmen dass hier die Fakten schlichtweg fehlen um zu Wissen weshalb (selbst, fremd- oder unverschuldet), die geschlachteten Raete in diese Lage geraten sind. Und jeder soll sich hier mal hinterfragen wie weit ein Journalist gehen darf ohne eindeutige Belege und Fakten zu haben.

    • zielke

      Fakt ist: 2 GR sind privatinsolvent und ist insolvenzrechtlich ohnehin öffentlich. Und insofern belegt. Die persönlichen Hintergründe kennt der Journalist nicht und das hat er auch gar nicht behauptet. Sie haben die Öffentlichkeit und die Wähler auch nicht zu interessieren.

      Dass es auch um Quote geht, da haben Sie sicher recht. Aber den gleichen Vorwurf könnte man auch Bild, Spiegel etc. machen. Medien leben eben von Aufmerksamkeit und brauchen deshalb interessante Geschichten (Deshalb sinkt meines Wissens die Auflage des Morgen ständig, weil er eben oft nicht mehr interessant ist).

    • hardyprothmann

      Sie haben leider den Text nicht verstanden. Darin sind beispielsweise die Fallzahlen der Privatinsolvenzen aus mehreren Orten genannt. Über die Menschen dahinter berichten wir nicht – außer, wenn es eine für die Öffentlichkeit interessante Perspektive gibt. Und das ist im Fall der Personen, die ein öffentliches Amt wahr nehmen und über Finanzen entscheiden, gegeben.

      Vereinsvorstände können so viel fremd gehen, wie sie wollen. Aber nicht als Vereinsvorstand zur Förderung der klassischen Ehetreue. Verstehen Sie den Unterschied?

      Autofahrer fahren zu schnell und werden, sofern erwischt, bestraft. Geht niemanden was an. Ein Polizist, der ständig privat als Raser erwischt wird, wäre ein öffentliches Thema.

      Ein Bürgermeister, der zum Psychologen geht? Kein Thema. Ein Bürgermeister, der trotz Behandlung öffentlich erkennbar depressiv ist, wäre ein Thema. Kann ein psychisch labiler Mensch noch der Gemeinde vorstehen?

      Woher wissen Sie, dass ich keine Recherche zu den Gründen gemacht habe? Selbstverständlich steht das nicht im Text, ebensowenig die Namen.

      Journalismus ist nicht dazu da, mit anderen zu kuscheln, es wird auch niemand geschlachtet und Schadenfreude ist mir und meinen Leuten gänzlich fremd.

      Was die Anzeigenkunden angeht, geht es andersrum: Kritischer Journalismus hat es viel schwieriger, Anzeigenkunden zu begeistern, weil man ja gerne im „positiven Umfeld“ wirbt. Und die, über die wir berichten, schalten eher keine Anzeigen oder sehen Sie irgendwo Werbung von Pfenning oder der Gemeinde oder Elektro-Kemmet?

      Ansonsten trifft Ihr Vorwurf zu: Wir vermarkten Aufmerksamkeit. Viele Leser heißt hohe Aufmerksamkeit, hohe Aufmerksamkeit heißt Interesse bei den Werbekunden, hier viele Menschen zu erreichen. Damit bezahle ich mittlerweile ein kleines Team aus zehn Leuten. Ich frag mal andersrum: Werfen Sie einem Bäcker vor, der sehr gute Brötchen backt, dass er mit den sehr guten Brötchen mehr Kunden in den Laden holen will?

      Sie wiederholen leider denselben Quark, denn gewisse Kreise schon seit Beginn des Blogs blubbern: „Gekränkte Eitelkeit“, der „hat es beim MM nicht geschafft, deswegen rächt der sich jetzt“, „der war noch nie angestellt, weil sich keiner einen Irren ins Haus holt“, „der Prothmann als Guru und sein blinde Herde“, „der ist doch nur verbittert“ undsoweiter.

      Ist schon etwas her, deswegen antworte ich nochmals drauf: Ich habe mich nie beim MM beworben, weil ich nach dem Studium ausschließlich für große Medien wie Zeit, Spiegel, FAZ, Süddeutsche, FR, Tagesspiegel, taz sowie ARD und ZDF gearbeitet habe. Die bezahlten nämlich anständig und man kann da bist heute guten Journalismus machen. Und wenn Sie sich die Ausrichtung anschauen, merken Sie, dass da linksliberale und konservative Medien dabei sind. Deswegen wollte ich auch nie eine Festanstellung, weil ich keiner „Ausrichtung“ folgen wollte, sondern immer inhaltlich gearbeitet habe.

      Woraus leiten Sie Eitelkeit ab und wie sollte die gekränkt sein? Dasselbe gilt für die Verbitterung? Weswegen sollte ich das sein?

      Das Gegenteil ist richtig: Googeln Sie mal. Ich bin einer der bekanntesten Lokaljournalisten bundesweit. Das tut meiner Eitelkeit gut. Ich werde ständig auf Kongresse eingeladen, schreibe für wissenschaftliche Bücher Beiträge – was sollte mich verbittert machen?

      Wenn Sie meinen, dass der Artikel journalistisch nicht korrekt ist, reichen Sie eine Beschwerde beim Presserat ein – das habe ich hier schon an anderer Stelle empfohlen. Dafür müssen Sie aber Argumente liefern und nicht einfach hohles Zeugs rumschmieren.

      Sie verlangen „Fakten“ und streuen nur möglichst diskreditierende „Gerüchte“, um unsere Arbeit hier schlecht zu machen – geschenkt. Damit muss man als kritischer Journalist leben.

      Ich erzähl Ihnen mal ne hübsche Geschichte aus Hirschberg, da kam mal ein GR von den Freien Wählern auf mich zu:
      Er: Herr Prothmann, Sie machen mich fertig.
      Ich: Wieso, ich hab doch gar nicht über Sie geschrieben?
      Er: Nein, das meine ich nicht. Ich dachte immer, Sie wären ein Grüner.
      Ich: Wie kommen Sie auf das schmale Brett?
      Er: Weil Sie oft so gut über die Grünen schreiben.
      Ich: Das mache ich mit allen so. Wenn jemand was Gutes schreibt, berichte ich das, wenn nicht, dann halt was anderes.
      Er: Genau, ich hab so einen Spaß gehabt, wie Sie den Steinle in die Pfanne gehauen haben.
      Ich: Hab ich nicht. Das hat er selbst besorgt. Man droht als GLH-Sprecher einem Journalisten nicht mit Informationsentzug.
      Er: Das hat mir trotzdem Spaß gemacht.

      So ändern sich manchmal Meinungen.
      Schönen Abend.

      • karl

        warum schweifen Sie ab? Ich habe nichts zu Ihren bisherigen anstellungen etc. ins Spiel gebracht. Ok, ich habe gegooglt und stelle fest dass es mit Ihrer Reputation gar nicht soweit her ist wie Sie es gerade darstellen. Sie sind in der journalistischen Gemeinde wohl nicht sonderlich Beliebt wie es scheint. Das mag an Ihrer investigativen Arbeit liegen die nicht überall positiv beschieden wird. Ich las an verschiedenen Stellen genau das was ich Ihnen in meinem Kommentar „vorgeworfen“ habe. Nämlich dass Ihr journalistischer Stil unter den „Fachleuten“ sehr umstritten scheint. Sie haben wohl auch schon einige Interviews gegeben. Dabei ist mir aufgefallen dass zumindest das „Kress“-Interview ein wenig „anrüchig“ ist, da Sie bei diesem Unternehmen vorher bereits gearbeitet haben?!. Sie müssen sich da schon vorhalten lassen dass es sich hierbei um „Werbung“ in eigener Sache handelt denn um tatsächliche Anfragen wegen Ihrer herausragenden Qualität. Auch in der „Ströbele-Affaire“ sind Sie offensichtlich nicht gut weggekommen bei Ihren „Kollegen“?! Mich bestärken die Recherchen die Sie mir als Tipp gegeben haben gerade darin dass Sie ausschließlich „subjektiv“ berichten und den Lesern „Ihre Meinung aufdrücken“ wollen. Ein netter Satz ist auch: „Wer mich angreift, dem hau ich auf die Fresse“ den Sie in einem Interview gesagt haben. Also ist diese ganze Geschichte hier entstanden weil Ihnen einer der GRs etwas gesagt hat was Ihnen nicht gepasst hat? Die frage die ich mir gerade stelle ist, habe ich das Vertrauen in Ihre Berichterstattung jetzt verloren nach dem was ich da alles lese? Sagen Sie es mir bitte ob ich Vertrauen in Ihre Berichterstattung haben kann. MfG

  • Uninformierter

    Mann wer redet denn jetzt mal Tacheles und sagt um welche GR es geht?? Oder bin ich der einzige in HH der es noch nicht weiss..

  • hardyprothmann

    Hinweis an die Leser/innen: Wenn jemand die Namen posten möchte, wird der Kommentar nicht freigeschaltet.

  • schriesheimer

    Mann oh Mann, und wann berichtet das heddesheimblog live aus Unterhose von Herrn Kessler?

    Im Ernst, wir reden soviel über NSA Spionage Datenschutz etc und hier werden ehrenwerte Mitglieder der Gemeinde in persönichen Ausnahmesituationen bloßgestellt. Man muss sich mal überlegen, was da jetzt in den Familien bei Verwandten etc. abgeht. Wo bleibt die Verantwortung für solche Diskussionen?

    • hardyprothmann

      Guten Tag!

      Leider unterschreiten manche Kommentatoren konsequent die erforderliche inhaltliche Höhe.

      Ich zeige mit der Veröffentlichung dieses Kommentars noch eines der „milderen“ Beispiele, um den Leser/innen zu zeigen, was wir konsequent löschen.

      Dazu gehören nichtssagende, dumme oder beleidigende Kommentare oder solche, die längst nichts mehr mit dem Thema zu tun haben.

      Die Regeln stehen hier:
      http://www.rheinneckarblog.de/netiquette-auf-unseren-blogs

      Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Text und der NSA-Spionage. Diese Aussage ist leider dumm. Die Informationen über Privatinsolvenzen haben nichts mit Spionage oder Datenschutz zu tun. Diese Informationen sind öffentlich für jeden recherchierbar und werden von deutschen Gerichten veröffentlicht. Namen, Adressen, Höhe der Schuld, Stand des Verfahrens.

      Der Begriff „Ehrenarmt“ bedingt nicht zwangsweise, dass die Personen, die solche Ämter inne haben, automatisch „ehrenhaft“ sind – selbstverständlich auch nicht das Gegenteil. Das ist sicherlich immer von den Personen abhängig.

      Auch ohne eine Berichterstattung ist die Situation dieser Menschen sicherlich „problematisch“. Die Verantwortung lesen Sie im Text – dort ist beschrieben, dass es jeden treffen kann, dort fallen auch Worte wie „Respekt“, dass Sie vermutlich selbst bei Nachschlagen nicht verstehen.

      Sonst würden Sie nicht solches Zeugs von der „Unterhose“ schreiben. Mir ist unerklärlich, wie jemand auf so widerliche Ideen kommen kann. Außer, wenn ich mir die Frage stelle, welche Gedanken jemand hat, der solches Zeugs schreibt und was man daraus ableiten kann, wie so jemand denkt.

      Wir möchen hier unseren Lesern nicht jeden Blödsinn zumuten, deswegen sind aktuell auch Kommentare von Bine Mayer und karl gelöscht worden.

    • C. Wutz

      Mir ist diese Form von Unterhosen-Journalismus relativ egal, da einfach uninteressant. Es sollten nur die wirklich wichtigen Themen nicht völlig untergehen, z.b. der Alleingang von Heddesheim bei der Gemeinschaftsschule… das interessiert die Leute.

  • hardyprothmann

    Herr Karl,

    ich habe einen weiteren Kommentar von Ihnen gelöscht, weil er ohne Sinnzusammenhang ist. Auch dieser Kommentar ist leider minderwertig. Ich erläutere Ihnen auch warum und zur Erklärung für die anderen Leser/innen, warum nicht jeder Kommentar freigeschaltet wird.

    Es ist zutreffend, dass ich mal für den Medien-Branchendienst Kress gearbeitet habe. Das war 1999 oder 2000. Genau weiß ich das nicht mehr. Das liegt also 13-14 Jahre zurück. 2012 interviewt mich jemand aus dem Unternehmen – daraus schließen Sie, dass sei „ein wenig anrüchig“. Kress ist ein Mediendienst – was genau ist anrüchig daran, wenn ein Branchenblatt einen Journalisten interviewt, zu dem es weder geschäftliche noch freundschaftliche noch sonstige Beziehungen gibt?

    Ihre These kommt leider ohne jede Recherche und Wissen aus. Ich hatte damals einen Projektvertrag bei Kress zur Entwicklung einer Zeitschrift. Das Vertragsverhältnis wurde von meiner Seite wegen inhaltlicher Differenzen vorzeitig aufgelöst. So schnell und bitter stürzen Thesen zusammen – blöd, oder? Herr Karl?

    Zur Ströbele-Fischfutteraffäre gab es eine bundesweite Berichterstattung. Alle Berliner Tageszeitungen haben darüber berichtet, ebenso das Medienmagazin Zapp des NDR. Herr Ströbele, der damals negativ aufgefallen ist, hat aktuell einen, wie ich finde, guten Job in Sachen Snowden gemacht. Sie liefern leider keine Links zu „nicht gut weggekommen“. Haben Sie welche?

    Sie haben so ungefähr recht, dass ich „ausschließlich subjektiv berichte“. Tatsächlich bin ich ein Verfechter der subjektiven Berichterstattung, weil Journalisten als Subjekte niemals objektiv berichten können – wir sind nämlich keine Objekte. Alter, Erfahrung, Ausbildung, physische Zustände (müde, fit, Brille, Hörgerät, Mann, Frau, alt, jung, groß, klein, vor Ort oder nicht usw.), Arbeitgeber oder freiberuflich, gläubig oder nicht und viele weitere Faktoren beeinflussen bei Journalisten wie bei allen Menschen die Wahrnehmung. Ich vertrete deswegen die Haltung, dass eine objektive Berichterstattung unmöglich ist. Das gefällt vor allem denen nicht, die seit Jahrzehnten behaupten, all diese Faktoren spielten keine Rolle.

    Die Konsequenz daraus ist, um das Dilema zu lösen, eine transparente subjektive Berichterstattung. Das machen ich und mein Team sehr konsequent. Wir schildern unsere Recherchen, welche Sicht der Dinge wir haben und die Leser/innen können dem folgen oder nicht oder in Teilen – das ist freigestellt. Was objektiv stimmen muss, sind Fakten wie Zahlen, Maßeinheiten, Datumsangaben usw. Und meine vielfältigen Ausführungen dazu machen mich zu einem der entscheidenden Impulsgeber für die Debatte über die verlogene Objektivität.

    Sie können auch nicht gescheit zitieren. Jonas Nonnenmann hat geschrieben:

    „Prothmann ist keiner, der die andere Backe hinhält. „Wer mich angreift, kriegt voll auf die Fresse zurück“, sagt er, während er am Küchentisch Tee serviert.“

    Der junge und begabte Journalist war damals Volontär der sehr renomierten Zeitenspiegel-Reportageschule. Er beschreibt mich als „Kämpfer“ und im Absatz davor, wie jemand ein Nagelbrett vor den Reifen meines Autos gelegt und meine Frau und meine Kinder gefährdet hat. Ihr Zitat ist nicht korrekt und aus dem Zusammenhang gerissen – mit Absicht?

    Der junge Kollege bemüht eine klassische Erzählstrategie – den Gegensatz (auch auf die Fresse – Tee servieren). Durch das Porträt zieht sich Freund vs. Feind. Das ist ein subjektive Sicht. Ich habe keine Feinde und wenn mich jemand als Feind sieht, ist das nicht meine Entscheidung. Das Porträt gefällt mir trotzdem ganz gut, auch, wenn auch leider einige Fehler drin sind – ich war nie Teil der Grünen-Fraktion beispielsweise.

    Sehr hübsch ist aber das Foto – übrigens aufgenommen auf dem Acker, auf dem nun der Pfenning-Klotz steht.

    Den Text kann man hier nachlesen:
    http://www.reportageschule.de/workspace/media/documents/go2011-1301566184.pdf

    Richtig ist, dass es viele „Kollegen“ gibt, die „Probleme“ mit mir haben – die sind nicht gewohnt, dass sie von anderen Journalisten kritisiert werden (Krähen-Gleichnis funktioniert nicht). Teils finde ich Kritiken an meiner Arbeit relevant und setze mich dankbar damit auseinander – überwiegend wird aber schnell klar, dass es Zeitverschwendung ist, sich damit auseinanderzusetzen, weil die Substanz fehlt. Das ist leider oft so – ich habe keine gute Meinung von Journalisten.

    Ich würde Ihnen raten, das wie ich zu halten und immer mit einer guten Portion Vorsicht in der Welt unterwegs zu sein. Gegenüber dem, was Ihnen Leute sagen und dem, was Sie über Medien erfahren – und ebenso, was die eigenen, ersten impulsiven Einschätzungen angeht. Denn die Medien sind nicht objektiv. Es gibt aber sehr gute. Ich empfehle immer gerne das Deutschlandradio, den Guardian, die NYT und meine Blogs. Ansonsten heißt das erste Gebot, das meine Leute bei mir lernen: Traue keinem. Und das zweite: Ohne Vertrauen ist alles nichts. Und das dritte: Setze Dich mit dem Widerspruch auseinander.

    Stutzig hat mich übrigens Ihr Hinweis auf das Kress-Interview gemacht. Das ist nicht kostenfrei abrufbar – dafür braucht man einen Abo-Zugang zu Kress, den üblicherweise nur Medienleute haben, die sich mit Medien beschäftigen. Ist teuer.

    Sind Sie am Ende gar kein „Leser“, sondern täuschen das nur vor? Was meinen Sie? Sollte ich darauf vertrauen, dass Sie ehrliche und offene Meinungsbeiträge posten oder sollte ich eher annehmen, dass Sie andere Ziele verfolgen?

    Ich mache Ihnen gerne ein Angebot. Sie recherchieren über mich und meine Redaktion. Wo und wie Sie das tun, obliegt alleine Ihnen. Sie checken unsere Texte und Fakten. Sie reden mit Leuten. Und wenn Sie fertig sind, veröffentlichen wir Ihren Text ohne Zensur in vollem Umfang. Sie legen mir aber Ihre Identität offen. Ich garantiere Ihnen, gerne auch vertraglich, dass Sie unter Pseudonym veröffentlichen können.

    Na, ist das nicht eine vertrauensbildende Maßnahme?

    Ich bin aber ehrlich: Ich bezweifle, dass Sie gut recherchieren können (ziehe falsche, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und falsche Thesen) und ich bezweifle ebenso, dass Sie genug Mumm haben, selbst bei einer vertraglich garantierten Vertraulichkeit Ihre Identität zu offenbaren.

    Unsere Leser/innen werden sich vor diesem Hintergrund fragen, wer diese karls und Bine Mayers und sonstige sind, die sich offenbar viel Mühe geben, unsere Arbeit anzuschwärzen, aber nicht bereit sind, persönlich dazu zu stehen – anders als ich und meine Mitarbeiter, die mit Namen für ihre Arbeit einstehen. Und ich für alle als Gesamtverantwortlicher.

    Zu Ihrer Vertrauensfrage: Ich behaupte, dass es in Deutschland keine journalistische Redaktion gibt, die sich so offen einer Kritik an der eigenen Arbeit stellt, wie ich und meine Mitarbeiter das tun.

    Und ich bin sicher, dass Sie weder in der Lage noch willens sind, sich die Mühe zu machen, Ihre „Thesen“ und „Behauptungen“ auch belegen zu wollen.

    Das ist der Unterschied zwischen kritischem, seriösem und transparentem Journalismus, wie wir ihn unseren Leser/innen anbieten und (Achtung, Prothmann) miesen, kleingeistigen und feigen Heckenschützen, wie Sie vermutlich einer sind.

    Ich warte dann mal auf das Manuskript. 😉

    Beste Grüße
    Hardy Prothmann

    • Jochen Schust

      Was im Moment im Ort abgeht (ich lasse mir das nur berichten), scheinen eindeutig Troll-Taktiken zu sein. Gerüchte streuen, Widersprüche provozieren, Ressourcen binden etc.

      Mir ist nur noch nicht klar, aus welcher Ecke das so geballt kommt.

      • hardyprothmann

        Das ist ja schon bekannt – gute Gelegenheit, unseren Journalismus zu erklären und Blödsinnskommentare werden gelöscht. Klick, klick.