Donnerstag, 24. August 2017

„Unumgängliches“ Chaos: Berufspendler in Richtung Heidelberg „stinksauer“

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Guten Tag!

Rhein-Neckar/Heidelberg, 19. Oktober 2010. Eine Verkehrsbefragung hat heute morgen auf der A 5 zu mindestens fünf Kilometern Stau in beiden Richtungen geführt. Auch die B 3 war zeitweise „dicht“. Auf der B 37 (A 656) an der Stadteinfahrt Heidelberg hatte die Polizei von zwei auf eine Fahrspur verengt: Der „Geschwindigkeitstrichter“ sorgte für Stau und großen Unmut.

Von Hardy Prothmann

Bis gegen 09:00 Uhr gingen rund ein Dutzend Anrufe in der Redaktion ein – bei der Polizei in Heidelberg ein Vielfaches: „Wir haben gefühlt an die 100 Beschwerdeanrufe erhalten“, sagt der Heidelberger Polizeisprecher Harald Kurzer auf Anfrage. Darunter auch sehr aufgeregte Geschäftsleute, die mit Klagen drohten, weil ihre Angestellten teils über eine Stunde zu spät zur Arbeit kamen und damit der Geschäftsbetrieb empfindlich gestört wurde.

Die Polizei ist für das Chaos nicht verantwortlich, sondern ist nur Hilfeleister: „Nur die Polizei darf Autofahrer anhalten“, erklärt Harald Kurzer. Und das tat sie: Rund jeder zehnte Autofahrer in Richtung Heidelberg wurde heute Morgen „herausgewunken“. Wer über das Radio oder Mobiltelefone vom Stau erfahren hatte, versuchte sein Glück über die B 3: „Ab Hirschberg und Schriesheim stand hier dann auch alles.“

Die Stadt Heidelberg führt diese Verkehrsbefragung durch. Gestern gab es in Heidelberg dazu eine Pressekonferenz – viel zu kurzfristig aus Sicht der Autofahrer. „Wir können und wollen das nicht großartig ankündigen, weil sonst das wissenschaftliche Ergebnis verfälscht würde“, sagte Bert-Olaf Rieck vom Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg. „Wir wissen, dass die B 37 eine problematische Stelle ist und haben mit Rückstau gerechnet, aber nicht in diesem Umfang.“

Die Befragung wurde abgebrochen und könnte im Lauf des Tages weitergeführt werden, sagte Sebastian Gieler vom Amt für Verkehrsmanagement auf Anfrage: „Das ist sicher für die Autofahrer nicht schön, aber wir benötigen diese Daten eines möglichst unbeeinflussten Verkehrsverhaltens.“ Das sei die einzig denkbare Möglichkeit, um an gute Daten zu kommen, „die schließlich der Allgemeinheit zu gute kommen“. Man habe im Vorfeld intensiv über die Maßnahme diskutiert, dieses Verfahren sei „unumgänglich“.

Zusätzlich gibt es noch Haushaltsbefragungen und Verkehrszählungen. Die Stadt rechnet damit, dass bis Januar die Daten von einem Berliner Ingenieurbüro ausgewertet sein werden und im Februar öffentlich gemacht werden können.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Marc Schanz

    Ich muss schon sagen, das was ich da lesen muss, ist grober Unfug. Die Wissenschaftler wollen unverfälschte Daten und greifen masiv in den Verjehrsfluss ein. Was passiert dann? Autofahrer weichen aus und ich bekomme was? Eben, außergwöhnlich verzerrte Daten, weil die Leute, die um den Stau herum fahren, ja eben nicht mehr korrekt erfasst werden. Jeder zehnte Autofaher ist für eine statistische Stichprobe außerordentlich viel. Eine einprozentige Stichprobe sollte bei diesen Fallzahlen für eine Signifikanzanalyse mehr als ausreichend sein und hätte nicht diese negativen Auswirkungen auf den Verkehr und die Daten(!!) gehabt.

  • Argus

    Heidelberg ist eine Stadt die es Autofahrern schwer macht.
    Schon zu OB Weber`s Zeiten !
    Warum also überhaupt noch eine Zählung ?

  • Rlmmp

    90min stand ich gestern um halb 8 im Stau. Von anderen habe ich von bis zu 2h Verspätung gehört.
    Da ich einen Behandlungstermin verpasst habe, den die Krankenkasse nur bei Anwesenheit zahlt, muss jetzt irgendjmd. die Kosten dafür zahlen, bin mal gespannt wer.
    Der Verbrauch des Auto´s war im Stau doppelt so hoch wie sonst, ob das der „grünen Stadt“ so gefällt?
    Der Verkehr hat sich gegen 9 Uhr, als ich wieder auf dem Rückweg war, bis hinter das Weinheimer Kreuz gestaut.

    Aber eins muss man sagen, die Verkehrsteilnehmer haben zu 99% Ruhe bewahrt, nur Einzelne vielen negativ auf, in dem sie den fließenden Verkehr auf der A5 Richtung KA aufhielten um in der Schlange 2 Plätze gut zu machen.