Samstag, 19. August 2017

Nur „Narren“ fahren mit Alkohol im Blut

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Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 19. Januar 2010. Soviel ist sicher: In der Faschingszeit wird getrunken. Sicher ist auch: Die Polizei wird verstĂ€rkt kontrollieren. Die Polizei informiert unter dem Motto: „Feiern ohne Risiko“ ĂŒber die Folgen und gibt RatschlĂ€ge.

Prunksitzungen, Kappenabende, FastnachtsumzĂŒge – die nĂ€rrischen Tage stehen vor der TĂŒr. Und fast ĂŒberall gibt’s auch reichlich Alkohol.

Aus Sicht der Polizei setzen sich leider immer noch „Narren“ ans Steuer ihres Autos, in der Hoffnung „die paar Meter“ nach Hause ohne Unfall und ohne Polizeikontrolle zu schaffen. Die Polizei warnt: „Das ist oft ein folgenreicher Trugschluss.“

Oft werden Fahrgemeinschaften gebildet, doch was ist, wenn sich der auserwĂ€hlte Fahrer nicht an die Absprache hĂ€lt? Dies kann nicht nur Folgen fĂŒr den Geldbeutel haben, wenn der Fahrer nach einem FĂŒhrerscheinentzug noch mit einer saftigen Geldstrafe bedacht wird. Es kann auch zu sehr schweren bis hin zu tödlichen UnfĂ€llen fĂŒhren, wodurch Fahrer und Mitfahrer ein Leben lang traumatisiert sein können. „Die Mitfahrer sind in der moralischen Pflicht, darauf zu achten, dass der Fahrer wirklich nĂŒchtern ist.“

PĂŒnktlich zu Beginn von Karneval, Fasching, Fastnacht und Co. wird die Polizei in den StĂ€dten und im Rhein-Neckar-Kreis wieder verstĂ€rkt Alkohol- und DrogensĂŒnder kontrollieren. Denn beim Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss hört fĂŒr die Beamten der „Faschingsspaß“ auf.

Ab 0,3 Promille Alkohol im Blut steigt Ihr Unfallrisiko um das 1,2-fache,
ab 0,8 Promille um das Vierfache,
ab 1,1 Promille um das Zehnfache!

Im Jahr 2009 wurden allein im Bereich der Polizeidirektion Heidelberg in der Faschingszeit zwölf VerkehrsunfĂ€lle unter Alkoholbeeinflussung registriert. Drei Menschen wurden bei diesen UnfĂ€llen zum Teil schwer verletzt. Die Polizei „kassierte“ im letzten Jahr ĂŒber die „nĂ€rrischen Tage“ 57 FĂŒhrerscheine ein, weiteren 46 betrunkenen FahrzeugfĂŒhrern wurden Bußgelder und Fahrverbote auferlegt. 36 FahrzeugfĂŒhrer wurden wegen aktueller Drogenbeeinflussung angezeigt.

Wichtig: Nicht nur Autofahrer stehen bei UnfĂ€llen unter Alkoholeinwirkung. Beispielsweise wird gerade im Stadtgebiet Heidelberg sehr hĂ€ufig das Fahrrad benutzt. Der Fahrradfahrer hat, wie jeder weiß, keine Knautschzone. Bei Fahrten mit dem Fahrrad unter Alkoleinfluss kommt es immer wieder zu sehr schweren UnfĂ€llen, bei denen teilweise erhebliche Verletzungen zu beklagen sind. Manchmal auch ganz ohne „Unfallgegner“.

Alleine im letzten Jahr waren im Stadtgebiet Heidelberg 288 VerkehrsunfĂ€lle mit Radfahrerbeteiligung zu verzeichnen, wobei 254 Personen verletzt wurden. Zwei UnfĂ€lle mit Radfahrerbeteiligung endeten tödlich, 22 Radfahrer standen bei UnfĂ€llen unter Alkoholeinwirkung. „Das sind fast zehn Prozent, man stelle sich vor, jeder zehnte Autofahrer wĂŒrde besoffen fahren – undenkbar“, so die Polizei.

Auch FahranfĂ€nger sollten ihren teuer erworbenen FĂŒhrerschein nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Seit 2007 gilt fĂŒr FahranfĂ€nger, und hier insbesondere fĂŒr FahranfĂ€nger unter dem 21. Lebensjahr, eine 0,0 Promille-Grenze.

Die Polizei rÀt:

  • Denken Sie auch in der Faschingszeit an Ihren FĂŒhrerschein!
  • HĂ€nde weg von Alkohol, wenn Sie noch fahren mĂŒssen – von Drogen sowieso!
  • Bereits ab 0,3 Promille Alkohol im Blut können Sie mit dem Gesetz in
  • Konflikt kommen und Ihren FĂŒhrerschein verlieren! ÃƓbrigens: Bei Drogen gibt es keinen Grenzwert!
  • Ab 0,3 Promille Alkohol im Blut steigt Ihr Unfallrisiko um das 1,2-fache, ab 0,8 Promille um das Vierfache und ab 1,1 Promille um das Zehnfache!
  • Nutzen Sie nach Möglichkeit Busse, Bahnen oder Taxen!
  • Bilden Sie Fahrgemeinschaften und bestimmen Sie vorher, wer zurĂŒckfĂ€hrt und nĂŒchtern bleibt!
  • Setzen Sie sich nicht zu betrunkenen oder bekifften Fahrerinnen oder Fahrern ins Auto!
  • Die Polizeidirektion Heidelberg wird ĂŒber die Faschingszeit mit verschiedenen Aktionen die Bevölkerung dahingehend sensibilisieren, ihr Auto zur Faschingszeit in der Garage stehen zu lassen, damit am Aschermittwoch keine „Katerstimmung“ herrscht. Neben der offenen PrĂ€senz bei vielen Faschingsveranstaltungen wird die Verkehrspolizei im Vorfeld durch Handzettelaktionen auf die Thematik hinweisen.

Tolle Tage wĂŒnscht
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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • schade finde ich es nur, dass solche Menschen den FĂŒhrerschein dann relativ leicht wiederbekommen.