Montag, 24. Juli 2017

Gemeinderat gibt Entwicklungskonzept und Grobanalyse in Auftrag

Potenzial des Gewerbegebiets optimal ausschöpfen

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Das Heddesheimer Gewerbegebiet nutzt die Gegebenheiten nicht optimal aus. Zu viel Leerstand, zu viele veraltete Gebäude. Das Potenzial soll nun in einer Analyse dokumentiert werden. (Bild: heddesheimblog, Tag der offenen Gewerbegebiete 2009)

 

Heddesheim, 18. Mai 2013. (red/aw) Die Gemeinde Heddesheim strebt an, einen Antrag zur Aufnahme eines neuen Sanierungsgebietes in ein Programm der städtebaulichen Erneuerung zu stellen. Es handelt sich dabei um das Gewerbegebiet, welches derzeit durch viele leerstehende Gebäude und brachliegende Grundstücke nicht optimal ausgelastet ist. Um eine mögliche Sanierungsförderung beantragen zu können, braucht es jedoch zunächst eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse. Daher beauftragte der Heddesheimer Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung die LBBW Immobilien Kommunalentwicklungs GmbH, ein integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept sowie eine Grobanalyse anzufertigen.

Von Alexandra Weichbrodt

Bereits Ende des vergangenen Jahres wurden von der Verwaltung bei einem gemeinsamen Abstimmungstermin mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklungs GmbH potenzielle Bereiche bzw. Themenschwerpunkte eingegrenzt. Der Fokus der Bemühungen liegt auf der Betrachtung untergenutzter bzw. fehlgenutzter Gewerbeflächen mit erhöhten Leerstandsquoten und unzureichender Infrastruktur.

Insbesondere die Gewerbeflächen westlich der A5 entlang der Robert-Bosch-Straße, der Benzstraße und Am Bundesbahnhof sowie der südlichen Gewerbequatiere entlang der Edekastraße, Industriestraße und Raiffeisenstraße sollten vor der im Jahr 2015 geplanten Eröffnung des S-Bahnhaltepunktes am Bahnhof Heddesheim/Hirschberg frühzeitig untersucht werden, um die daraus resultierenden Potenziale und Chancen zur Revitalisierung der teilweise deutlich strukturell und städtebaulich überalterten Gebiete gezielt nutzen zu können.

Durch die Ansiedlung von Pfenning Logistics am Rand des bestehenden Gewerbegebietes und die anstehende Neuordnung des Edeka-Areals stehen sich moderne Bereiche und teilweise erneuerungsbedürftiger Altbestand gegenüber. Aus verschiedenen Anfragen der Verwaltung zeigt sich, dass hier dynamische Entwicklungen ergeben können.

Ob diese Analyse zu einer erfolgreichen Sanierungsförderung führt, ist derzeit wirklich noch völlig unklar,

erklärte Bürgermeister Michael Kessler den Anwesenden. Es ginge viel mehr darum, die Möglichkeiten auszuloten und festzustellen, ob ein solcher Antrag auf eine städtebauliche Erneuerung überhaupt Sinn mache beziehungsweise Erfolg verspreche. Langfristig will die Gemeinde vorhandenes Potenzial nutzen, um die Attraktivität von Heddesheim weiter zu steigern. Einen Anstoß, den ein Großteil der Fraktionen im Gemeinderat gut findet.

„Es ist die Aufgabe der Gemeinde sich weiterzuentwickeln.“

Wir halten den Antrag für eine sehr gute, vernünftige Maßnahme. Seit Jahren beobachten wir im Gewerbegebiet Grundstücke und Gebäude, die entweder unter Wert oder gar nicht genutzt werden,

führte Dr. Josef Doll, Fraktionsvorsitzender der CDU, aus und stimmte dem Antrag der Verwaltung zu. Auch Frank Hasselbring, Vorsitzender der FDP, begrüßte die Initiative:

Es ist die Aufgabe der Gemeinde – egal ob im Ortskern oder am Ortsrand – sich weiterzuentwickeln. Mit dieser Analyse widmen wir uns einem Problemfall, das finden wir sehr gut.

Obwohl diese Maßnahme bei erfolgreichem Ausgang dazu beitragen könnte, vorhandene – bereits versiegelte – Grundstücke neu zu verwerten und somit andere – noch nicht erschlossene – Flächen vor Bebauung zu schützen, sind die Grünen nicht begeistert.

Wir haben uns beraten und sind uns einig, dass es in der Natur der Sache liegt, dass alt und neu im Laufe der Jahre zusammen kommen,

erklärt Grünen-Fraktionssprecher Günter Heinisch. Es liege im eigenen Ermessen der Grundstücksinhaber, was sie mit dem vorhandenen Potenzial anfangen. „Die Gemeinde versucht sich hier in Entscheidungen einzumischen, die sie nichts angehen“, so Heinisch.

Kritik der Grünen stößt auf Unverständnis

Die SPD hingegen sieht das ganz anders. Jürgen Merx führt aus, dass „der erste Schritt und ein Anstoß“ durchaus von der Gemeinde getätigt werden sollte.

Der einzelne Gewerbetreibende tut dies vielleicht nicht, aber wenn man ihn fragt und sich Synergien aufzeigen, ist er eventuell bereit dafür,

so der Fraktionsvorsitzende der SPD.

Gemäß den aktuellen Ausschreibungsunterlagen des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft für das Programmjahr 2013 ist die Ausarbeitung eines sogenannten „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK)“ zur Lokalisierung und Begründung eines geeigneten Sanierungsgebietes notwendig. Es sei allerdings davon auszugehen, dass bei der Entscheidung über die Aufnahme der Kommune in ein Förderprogramm, eine gesamtstädtische Betrachtung von Bedeutung ist. Ziel der Gemeindeverwaltung ist es daher, im Rahmen der Konzeption neben der Grobanylse ein geeignetes Erneuerungsgebiet auf der Grundlage einer gesamtgemeindlichen Betrachtung auszuwählen und geeignete Entwicklungsstrategien dafür zu formulieren.

Die Leistungen der LBBW Immobilien Kommunalentwicklungs GmbH wurden in einem Angebot an die Gemeide mit 21.658 Euro berechnet. Sie betreut die Gemeindeverwaltung Heddeesheim bereits seit mehreren Jahren im Bereich der Ortskernsanierung. Dem Antrag der Verwaltung, den Auftrag zur Ausarbeitung eines Entwicklungskonzeptes sowie einer Grobanalyse an die LBBW zu vergeben erfolgte, folgte der Gemeinderat trotz Kritik der Grünen-Fraktion, einstimmig.