Montag, 22. Oktober 2018

Gemeinschaftsschule: Frostige Aussichten im Hochsommer

Heddesheimer Verwaltung kritisiert Hirschberger Gemeinderatsentscheidung

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Heddesheim/Hirschberg, 18. Juli 2013. (red/pm) Die Gemeinde Heddesheim bedauert die Entscheidung der Gemeinde Hirschberg zur Weiterentwicklung der Karl-Drais-Schule. In einer PresseerklĂ€rung kritisiert die Verwaltung den beschlossenen BĂŒrgerentscheid und bezeichnet das VerhĂ€ltnis und das Vertrauen zur Nachbargemeinde als „belastet“.

Information der Gemeindeverwaltung Heddesheim:

Die Entscheidung der Gemeinde Hirschberg, die Weiterentwicklung der Karl-Drais-Schule mit einem BĂŒrgerentscheid zu verbinden, wirft unsere BemĂŒhungen zur StĂ€rkung unserer Wohn- und Bildungsstandorte zurĂŒck. Der Gemeinderat in Hirschberg wird damit seiner Verantwortung nicht gerecht.

FĂŒr einen BĂŒrgerentscheid ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, dies hĂ€tte frĂŒher geschehen mĂŒssen.

Wir haben uns im Herbst 2012 auf den Weg gemacht, die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Schule zu besprechen. Wenn, dann hĂ€tte Hirschberg vor drei Jahren bei GrĂŒndung unseres Zweckverbandes seine BĂŒrger einbinden mĂŒssen. Es war die gemeinsame Basis bei GrĂŒndung der Karl-Drais-Schule im Jahr 2010, dass wir unsere Schule dauerhaft fĂŒhren und auch weiterentwickeln wollen.

Heddesheim hat bei der GrĂŒndung des Schulzweckverbandes Hirschberg erhebliche ZugestĂ€ndnisse gemacht, beispielsweise als grĂ¶ĂŸere Gemeinde auf den Sitz der Schule verzichtet und auch bei den laufenden Kosten einen höheren Anteil ĂŒbernommen, als es seinen SchĂŒlerzahlen entspricht.

UnabhĂ€ngig von der Bezeichnung als Werkrealschule oder Gemeinschaftsschule entwickeln sich ĂŒberall die pĂ€dagogischen und rĂ€umlichen Konzepte fort. Auch bei WeiterfĂŒhrung der bestehenden Werkrealschule sind Sanierungs- und Erneuerungsinvestitionen nötig, um dieser Entwicklung gerecht zu werden.

Heddesheim hat in diesem Sinne seit rund 10 Jahren 1,7 Millionen Euro in sein SchulgebĂ€ude investiert, davon allein rund 0,6 Millionen Euro seit GrĂŒndung des Zweckverbandes.

Hirschberg war bei GrĂŒndung des Zweckverbandes bewusst, dass das eigene SchulgebĂ€ude einen hohen Sanierungsstau hat und entsprechende Ausgaben anstehen. Das jetzige Vorgehen unseres Partners belastet das gegenseitige Vertrauen und die gewachsenen Beziehungen zwischen den Gemeinden.

UnabhĂ€ngig von dieser bilateralen Situation, hoffen wir auf die Weitsicht der Hirschberger BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Der Verlust einer weiterfĂŒhrenden Schule im Ort wĂ€re ein struktureller RĂŒckschritt, der nie mehr wieder gut gemacht werden kann.

GlĂŒcklicherweise gibt es an unserer gemeinsamen Schule ein Kollegium, das seit vier Jahren ĂŒberaus engagiert schĂŒlerorientierte, moderne Unterrichtsformen praktiziert.

Gemeinsam mit den LehrkrĂ€ften der Karl-Drais-Schule wĂ€ren wir in der Lage, unseren Kindern auch weiterhin eine zukunftsfĂ€hige weiterfĂŒhrende Schule am Ort anzubieten.
Nach unserem VerstĂ€ndnis kann es nicht heißen, „Kanalsanierung oder Bildungsinvestition“, sondern „Kanalsanierung und Bildungsinvestition“.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.