Dienstag, 25. April 2017

Verweis auf Hemsbach und Wiesloch

Schulleitung weist Diffamierung zurück und fordert zum Dialog auf

Hirschberg/Heddesheim, 17. März 2013. (red/pm) Nach der Gemeinderatssitzung hat sich heute die Schulleitung bezüglich der Weiterentwicklung der Karl-Drais-Schule zu einer Gemeinschaftsschule in einer schriftlichen Stellungnahme geäußert. Dabei wird deutlich Kritk an „sachfremden Äußerungen“ und „Diffamierungen“ geübt. Auch der Zeitraum von nur zwei Monaten über die Sommerferien bis zum Bürgerentscheid wird als zu kurz empfunden – hier wünscht sich die Schulleitung vergleichbare Moderationsprozesse wie in Hemsbach und Wiesloch. Die Schulleitung wirbt nach wie vor für das Konzept und die Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule (unseren Bericht zur Entscheidung im Gemeinderat finden Sie hier).

Dokumentation der Stellungnahme der Schulleitung:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchten wir Sie über die Position der Karl-Drais-Schule zur gestrigen Gemeinderatssitzung informieren. Gefreut haben uns die Zustimmung von Bürgermeister Just zu diesem Konzept und seine Überzeugung, dass die Gemeinschaftsschule in Hirschberg auch von den Schülerzahlen gelingen kann. Gefreut hat uns, dass nahezu alle Fraktionen im Gemeinderat Hirschberg die Auffassung vertreten, dass eine weiterführende Schule am Ort sinnvoll ist. Gefreut hat uns, dass die Fraktionen der GLH und der SPD mit dem Schulleitungsteam im Vorfeld Kontakt aufgenommen haben, um sich über das Raumkonzept auszutauschen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten (auch zur Kostenreduzierung) zu suchen.

Unvorbereitet trafen uns Äußerungen einer Gemeinderatsfraktion, die Vermutungen zu persönlichen Gründen für eine Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule unterstellen. Sachfremde Vermutungen tragen nicht zu einem konstruktiven Dialog bei. Gemeinsam mit meinem Kollegium stelle ich seit vier Jahren unsere ganze Kraft der Entwicklung der Karl-Drais-Schule im Grund- und Werkrealschulbereich zur Verfügung, um für Hirschbergs Grundschulkinder und die Werkrealschüler stetig verbesserte Lernbedingungen zu ermöglichen.

Für die Lernbedingungen der Schüler einer weiterführenden Schule erachten wir aus pädagogischen Gründen das Konzept einer Gemeinschaftsschule als das sinnvollste für Hirschberg. Man kann unterschiedlicher Auffassungen für die beste Bildung unserer Kinder und Jugendlicher sein. Wir wünschen uns allerdings die Rückkehr zum konstruktiven Dialog ohne persönliche Diffamierungen. Uns ist bewusst, dass die Einführung einer Gemeinschaftsschule mit Investitionen (ca. 1,5 Millionen) verbunden ist.

Wichtig ist aus unserer Sicht hierbei die Trennung zwischen Sanierungskosten und den Kosten für die Schaffung zusätzlichen Raumes für eine Gemeinschaftsschule. Die Sanierungskosten, die vor allem das Nebengebäude der Grundschule und die Fachräume der Werkrealschule betreffen, die aber auch aus energetischer Sicht dringend notwendig sind, haben aus unserer Perspektive nichts mit der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule zu tun.

Grundsätzlich stehen wir dem beschlossenen Bürgerentscheid offen gegenüber, denn wir sind überzeugt, den richtigen Weg für den Fortbestand einer weiterführenden Schule in Hirschberg eingeschlagen zu haben.

Problematisch für uns ist, dass der Gemeinderat durch seinen Beschluss von der bereits vor einem Jahr festgelegten zeitlichen Planung abweicht. Diese Planung sah die Beschlüsse beider Gemeinderäte spätestens im Juli 2013 vor. Durch die anstehende Sommerferienzeit bleibt insgesamt sehr wenig Zeit, unter anderem um die Bürgerinnen und Bürger in so kurzer Zeit umfassend über das pädagogische Konzept einer Gemeinschaftsschule zu informieren.

Der Zeitraum bis zum Bürgerentscheid beträgt nach den Sommerferien nur noch zwei Wochen. Die Städte Hemsbach und Wiesloch haben Moderationsprozesse durchgeführt, um ein Meinungsbild der Bürgerinnen und Bürger zur Schulentwicklung zu erhalten. Hierzu gab es u.a. Informationen durch die Schulverwaltung, Vorträge von Fachleuten und von erfahrenen Gemeinschaftsschulpraktikern, Diskussionsrunden und die Möglichkeit von Hospitationen an Gemeinschaftsschulen. In diesen Prozessen wurde versucht, alle Fragen der Bevölkerung zu beantworten. Diese haben jeweils über ein halbes Jahr gedauert.

Solch ein Prozess wäre aus unserer Perspektive eine gute Möglichkeit für eine qualifizierte Bürgerbeteiligung. Lehrerkollegium, Schulleitung, Schülerinnen und Schüler und Eltern der Karl-Drais-Schule sind nach wie vor in hohem Maße gewillt sich der Herausforderung der Einführung einer Gemeinschaftsschule in der Gemeinde Hirschberg zu stellen. Dies zeigen die jeweils einstimmigen Beschlüsse der Gesamtlehrerkonferenz (12.04.2013) und Schulkonferenz (gemeinsames Gremium der Schüler, Eltern und Lehrkräfte; 30.04.2013) über die Weiterentwicklung der Karl-Drais-Schule, Grund- und Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim, zur Gemeinschaftsschule.

Wir möchten für Hirschberg eine zukunftsfähige weiterführende Schule mit einem guten pädagogischen Konzept realisieren, welches die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Mit Lehrkräften, die Zeit für die Unterstützung jeder Schülerin, jeden Schülers, haben. Mit individualisiertem Lernen, das unseren Schülerinnen und Schülern gerecht wird. Und einem schlüssigem Raumkonzept für dieses Lernen.

Mit freundlichen Grüßen gez. Jens Drescher, Rektor“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Lennon

    Nicht wenige ehemalige Schüler der „Johannes Kepler Schule“ sind der Meinung, dass es nach dem Weggang von Rektor Raiser,in vielerlei Hinsicht bergab ging.