Montag, 21. August 2017

Petry bewegt Dich: In diesem Jahr wird alles besser

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Guten Tag!

Heddesheim, 17. Januar 2011. 2011 – neue VorsĂ€tze, Neubeginn, Neuanfang. Der Jahreswechsel muss oft als „Tag X“ herhalten. Zum Start des neuen Jahres hört man auf zu rauchen, man beginnt eine DiĂ€t oder man treibt regelmĂ€ĂŸig Sport. So weit die Theorie.

Von Matthias Petry

Die PlĂ€ne dafĂŒr sind schnell gemacht – meist nach dem Sommer. Da geht das leicht von der Hand. Weihnachten und Neujahr sind noch weit entfernt – man hat noch so viel Zeit. Die Absicht ist bekundet, das Gewissen ist beruhigt.

Erstmal gilt aber: so weitermachen. Wenn dann doch Silvester irgendwann kommt, lĂ€sst man es nochmal so richtig krachen. Die letzten Kippen, Sekt und mampfen bis zum Abwinken, ausschlafen, der erste Morgen im neuen Jahr, und nun ñ€©?

Das neue Leben soll losgehen.

Jetzt soll es also losgehen, das neue Leben. Das passt aber gerade ganz schlecht – da sind noch ein Paar Zigaretten in der Schachtel, die Reste vom BĂŒffet mĂŒssen auch noch gegessen werden und an Bewegung ist nicht zu denken – man hat Kopfweh.

Einen Tag kann das neue Leben ja schließlich noch warten. Obwohl, morgen muss man ja wieder zur Arbeit – Stress, Hektik, Alltag sind ganz schlecht fĂŒr einen Start. Dann halt kommendes Wochenende, nĂ€chsten Monat oder am besten erst zum nĂ€chsten Jahreswechsel 2012!

Sie finden dieses Szenario ĂŒbertrieben? Ist es nicht. Es ist leider eine Tatsache, dass Menschen die guten VorsĂ€tze und PlĂ€ne, die sie sich fĂŒr den Jahreswechsel vornehmen, selten in die Tat umsetzen. Die Projekte scheitern reihenweise.

Und scheitert reihenweise.

Warum? Weil die Strategie des VerdrĂ€ngens und Rausschiebens verhindert, dass man richtig aktiv wird. Es ist eine Art Selbstbetrug, eine EinschlĂ€ferungstaktik. Man gaukelt sich vor, den ersten Schritt – mit der Planung – schon gemacht zu haben.

Dabei ist es ein RĂŒckschritt. Man entfernt sich damit weiter vom Ziel. Denn der Druck wird grĂ¶ĂŸer, je nĂ€her der „Tag X“ kommt. Das Scheitern ist dann vorprogrammiert. Man schafft es nicht, hat aber gleich eine Lösung parat: Erneut verschieben.

DafĂŒr gibt es dann sofort zehn gute GrĂŒnde: Stress, Kopfschmerzen, Wetter und so weiter, und so weiter. Das Unterbewusstsein zerpflĂŒckt jeden noch so guten Plan. Es hat ja auch alle Zeit der Welt dafĂŒr.

Wie der Schweinhund zum HĂŒndchen wird.

Was tun? Es gibt nur eine Lösung: Sofort loslegen. Keine langfristigen PlĂ€ne schmieden, keinen „Tag X“ festlegen, kein „morgen“ oder „nĂ€chste Woche“. Hier und jetzt. Egal, um was es letztendlich geht: Um mit dem Rauchen aufzuhören, um abzunehmen, um mehr Sport zu treiben …

Nur durch den ÃƓberraschungseffekt lĂ€sst sich das Unterbewusstsein ĂŒberlisten. Gelingt diese List öfter – sagen wir mal regelmĂ€ĂŸig sechs Wochen lang – dann wird der innere Schweinehund schwĂ€cher. Er wird dann zum HĂŒndchen – zahm, folgsam.

Er lÀuft dann mit, lÀuft nebenher. Plötzlich lÀuft auch er gern und meldet sich sogar, wenn wir mal auf dem Sofa liegen bleiben. Dann tauscht er die Rolle: Der Bremser wird zum Antreiber. Er macht uns ein schlechtes Gewissen, wenn wir mal faul sind.

Dann hat man es geschafft. Wenn der innere Schweinehund mit im Boot ist, kann nichts mehr schief gehen. Er ist ein starker Partner. Mit ihm lassen sich die persönlichen Ziele erreichen. Er braucht nur etwas Pflege und FĂŒrsorge – sozusagen eine spezielle Behandlung.

Bewegen Sie sich. Realistisch. Nicht zu hart. Aber tun Sies.

Wenn es um Sport und Bewegung geht, dann sieht die weitere Behandlung des inneren Schweinehunds folgendermaßen aus:

Treiben Sie regelmĂ€ĂŸig Sport, probieren Sie vieles aus, setzen Sie sich realistische Ziele, trainieren Sie nicht zu hart, hören Sie immer mit einem guten GefĂŒhl auf, belohnen Sie sich hin und wieder, erzĂ€hlen Sie anderen von Ihren Erfolgen.

In diesem Sinne wĂŒnsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.