Samstag, 22. Juli 2017

Gemeinderat stimmt Bebauungsplanentwurf "Mitten im Feld" zu

Erschließung noch in diesem Jahr

Print Friendly
Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten im Neubaugebiet "Mitten im Feld" beginnen. Foto: Gemeinde Heddesheim

Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten im Neubaugebiet „Mitten im Feld“ beginnen. Foto: Gemeinde Heddesheim

 

Heddesheim, 17. Juli 2013. (red/ld) Mit 14 Stimmen für und 4 Stimmen gegen den Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Mitten im Feld“ hat der Gemeinderat gestern dem Entwurf zugestimmt. Als nächsten Schritt wird er – gemeinsam mit den ergänzenden Gutachten – im Rathaus offengelegt. Sollte es keine Einwände geben, die eine Änderung nötig machen, sollen bereits im August die Erschließungsarbeiten ausgeschrieben werden, um in der Sitzung im September vergeben werden zu können. Noch in diesem Jahr will die Verwaltung mit den Arbeiten beginnen.

Von Lydia Dartsch

Gut eineinhalb Jahre läuft das Bebauungsplanverfahren für „Mitten im Feld“ bereits: Am 15. Dezember 2011 hatte der Gemeinderat die Aufstellung für das Neubaugebiet gefasst und damit das Bauleitplanverfahren formell eingeleitet. Bei einer öffentlichen Veranstaltung am 24. Mai 2012 konnten die Bürger ihre Einwände zu dem Vorhaben kund tun. Die Träger öffentlicher Belange waren anschließend zwischen dem 30. Mai und dem 29. Juni 2012 an dem Prozess beteiligt worden.

Seitdem hat sich der Gemeinderat wiederholt mit dem Thema beschäftigt und parallel zum Bebauungsplanverfahren ein Umlegungsverfahren eingeleitet, mit dem die Wünsche der Grundstückeigentümer weitestgehend berücksichtigt werden sollten. In der Gemeinderatssitzung am 20. Dezember 2012 hatte Bürgermeister Michael Kessler die Harmonie des Verfahrens betont:

Erst wenn alle Eigentümer unterschrieben haben, dass sie mit ihrem Grundstück zufrieden sind, geht der Prozess los.

Das scheint jetzt der Fall zu sein. Nur bei den Grünen stößt das Neubaugebiet immer noch nicht auf Gegenliebe. Die vier anwesenden Gemeinderäte stimmten geschlossen gegen den Bebauungsplan.

Man sollte lieber Baulücken schließen, als ein Neubaugebiet zu errichten. Wir sind dagegen, wollen den Prozess aber konstruktiv begleiten,

sagte Klaus Schuhmann (Grüne). Seine Fraktion hätte sich einen Lebensmittelmarkt in dem Gebiet gewünscht. Ein solcher sei aber nicht vorgesehen. Außerdem befürchten sie eine Zunahme der Verkehrsbelastung im Ort.

Energie sparen durch Ausrichtung nach Süden

Zustimmung kam von den anderen Fraktionen. Hans Siegel (CDU) zeigte sich zuversichtlich, dass das Gebiet attraktiv für Neubürger sei. Es gebe viele Anmeldungen, die darauf schließen lassen:

Unser Plan war es, die Häuser nach Süden auszurichten, um möglichst viel Energie einsparen zu können. Wir hoffen, dass dem hier nachgekommen worden ist.

Auf die Ablehungsbegründung der Grünen sagte Jürgen Marx (SPD):

Das Baugebiet in der Uhlandstraße war auch umstritten, ist aber gut gelungen. Es war viel Arbeit das Neubaugebiet bebaubar zu machen. Diesen Prozess haben wir von Anfang an begleitet.

FDP-Gemeinderat Frank Hasselbring sah keinen Grund, ein höheres Verkehrsaufkommen im Ort zu befürchten:

Nicht jeder, der abends ins Neubaugebiet fährt, muss zwangsläufig durch den Ort.

Die mit dem Bebauungsplan beauftragte Planerin, Petra Schippalies, stellte den Entwurf vor: Es sei ein sehr komplexes Gebiet, was da geplant werden musste, sagte sie: 32 Einzelhäuser, 52 Doppelhaushälften, 65 Reihenhäuser und 15 Mehrfamilienhäuser sollen dort entstehen.

Versickerungsanlagen müssen fachgerecht angelegt werden

Einwendungen gab es vom Baurechtsamt, das den Umweltbericht und eine Bedarfsbegründung angefordert hatte. Beides sei jetzt erfüllt, sagte Frau Schippalies. Auch den vom Gesundheitsamt geforderten Schutz vor Verkehrslärm sei Rechnung getragen worden, indem Terrassen, Balkone und Schlafzimmer – gerade bei den Mehrfamilienhäusern – in Richtung Süden vorgeschrieben und fensterunabhängige Belüftungen der Schlafräume vorgesehen sind, wo das nicht möglich ist. Außerdem habe die EnBW ein Umspannwerk verlangt.

Auch Versickerungsanlagen sind im Plan vorgesehen, wie sie das Wasserrechtsamt gefordert hatte.

Da kommt es darauf an, sie fachgerecht anzulegen, damit das auch funktioniert. Es ist deshalb wichtig, dass die Verwaltung und der Gemeinderat da mit den Bauträgern zusammen arbeitet, um das sicherzustellen,

sagte Frau Schippalies.

Aus der Beteiligung der Öffentlichkeit war der Vorschlag gekommen, die Gasversorgung in dem Gebiet sicherzustellen. Eine Gasleitung ist dort ebenfalls geplant. Außerdem sei angeregt worden, den Grasweg am Ortsrand wegfallen zu lassen. Dies sei nur zum Teil geschehen, da der Weg der Erschließung aus Richtung des bestehenden Wohngebiets diene.

Geräumiger Spielplatz auf Grünkeilen

Nachfragen kamen lediglich von den Grünen. Günther Heinisch fragte nach den geplanten Grünkeilen, von denen zwei ursprünglich gleich groß geplant waren:

Warum ist die eine plötzlich kleiner?

Das habe der Gemeinderat in seiner Klausurtagung einstimmig beschlossen, sagte Petra Schippalies. Man habe einen der insgesamt drei Keile bewusst größer geplant, um dort einen geräumigen Spielplatz realisieren zu können.

Erschließungsarbeiten noch dieses Jahr?

Gemeinderat Klaus Schuhmann (Grüne) fragte nach, wohin das Wasser fließe, wenn das Rückhaltebecken voll sei.

Das fließt in die Kanalisation.

Fragen gab es auch zu den Bestimmungen über die Untergeschosse der geplanten Bebauung. Eine wohnliche Nutzung sei vor allem bei den Mehrfamilienhäusern nicht erwünscht, da für die Lichtzufuhr der Untergeschosse größere Abgrabungen nötig seien. Diese störten das einheitliche Baubild, sagte Petra Schippalies.

Bürgermeister Michael Kessler bat den Gemeinderat per Antrag um die Zustimmung, bereits im August die Erschließungsarbeiten ausschreiben zu können, sollten sich aus der Offenlage, die in der kommenden Woche beginnt, keine Änderungen am Plan ergeben. Nur so könne man in der Gemeinderatssitzung im September die Erschließungsarbeiten vergeben und noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.