Montag, 21. August 2017

Wikipedia hat den „Bratwurstjournalismus“ zensiert – ist das gut oder schlecht? Und was hat das mit Heddesheim zu tun?

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Guten Tag!

Heddesheim, 16. Januar 2010. Was hat die Debatte √ľber die L√∂schung des „Bratwurstjournalismus“ auf Wikipedia mit dem heddesheimblog zu tun? Sehr viel. Denn auch in Heddesheim gibt es Zensur. Sie ist „politisch“ verordnet und findet statt. Der Zensor hei√üt Michael Kessler und ist B√ľrgermeister. Ob diese Zensur „gut oder schlecht“ ist, m√ľssen Zensor und Zensierte selbst entscheiden.

Kommentar: Hardy Prothmann

„Zensur“ wird von den meisten Menschen eindeutig als etwas „Schlechtes“, „Verwerfliches“ , „Missbr√§uliches“ verstanden. Ist Zensur per se „schlecht“? Welche Zensur ist „schlecht“? √ÉŇďberhaupt, was ist Zensur?

Zensur ist tats√§chlich ein sehr vielf√§ltiges Wort, das mehr als eine „negative“ Bedeutung hat. Wikipedia selbst unterscheidet zwischen verschiedenen Zensur-Formen, beispielsweise politischer Zensur oder der Zensur in der Schule (Benotung).

Die Schulzensur an sich ist aber etwas vollkommen Normales. Sie ist eine Leistungsbeurteilung. Eine schlechte Benotung, eine schlechte Zensur also, wird der betroffene Sch√ľler meist als negativ begreifen und vielleicht als „Aufforderung“, es k√ľnftig besser zu machen. Der „1er“-Sch√ľler wird seine Note aber nicht als Zensur verstehen, sondern als „W√ľrdigung“ der „sehr guten'“ Leistung.

Zensur findet (nicht) statt.

„Politische Zensur“ lehnt instinktiv jeder Demokrat ab. Wie hei√üt es doch so sch√∂n im Artikel 5, Grundgesetz: „Eine Zensur findet nicht statt.“

„(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu √§u√üern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug√§nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew√§hrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Das aber ist falsch. Zensur findet sehr wohl, sogar demokratisch legitimiert statt. Ein Widerspruch? Auch hier kommt wieder der Artikel 5, Grundgesetz, zum Tragen:

„(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der pers√∂nlichen Ehre.“

Wer also bei dem „Meinungsrecht“ gegen allgemeine Gesetze usw. verst√∂√üt, darf oder muss sogar zensiert werden. Beispielsweise politisch-extremistische Vereinigungen. Gesetzes- und Verfassungstreue werden auch f√ľr die √ā¬†„freie Wissenschaft und Kunst“√ā¬†vorausgesetzt:

„(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

Die freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FsF) der Fernsehsender „indiziert“, sprich „zensiert“ beispielsweise Filme. Danach steht auf der Verpackung: Freigegeben ab Alter X. Pornographie ist generell erst ab 18 Jahren zul√§ssig (FSK 18) – obwohl pubertierende Jugendliche schon in j√ľngeren Jahren unb√§ndig das „Verbotene“ konsumieren wollen.

Halt den Mund!

Zensur findet auch in der kleinsten Einheit unserer Gesellschaft, der Familie statt: „Halt den Mund!“, hat sicherlich fast jeder Elternteil gegen√ľber dem Nachwuchs mindestens ein Mal im Laufe von vielen Erziehungsjahren gesagt. Zu recht?

Die Frage, ob Zensur gut oder schlecht ist, kann man nicht pauschal beantworten. Vermeintlich besser ist die Frage: Ist Zensur gerecht oder ungerecht? Der zensierte Mensch wird meistens zu „ungerecht“ tendieren, der Zensor sein „Recht“ betonen.

Wie komplex der Begriff der Zensur ist, zeigt wiederum Wikipedia selbst. Der Artikel „Zensur (Informationskontrolle)“ ist nicht nur schwach definiert, er ist so irrelevant definiert, dass er sofort gel√∂scht werden sollte. Auch dem „Bratwurstjournalismus“ wurde vorgeworfen, als Begriff irrelevant zu sein.

Ist das so? Sicher nicht. Der Begriff „Zensur“ ist sehr relevant, aber schlechter definiert als die gel√∂schte Fassung √ľber den „Bratwurstjournalismus“.

Vermutlich ist „Zensur“ bei Wikipedia so unzureichend definiert, weil die „Wikipedianer“ selbst damit ein gro√ües Problem haben, wie die L√∂schdebatte nicht nur um den „Bratwurstjournalismus“ zeigte.

Ist Zensur „gut oder schlecht?“

Im November gab es dazu eine Tagung, wie Radio Bremen berichtet: „Der Verein Wikimedia, der das Projekt Wikipedia finanziert, sich aber nicht in inhaltliche Diskussionen einmischt, l√§dt nun Wikipedia-Autoren und -Administratoren, Blogger und andere Interessierte ein, am Donnerstag, 5. November, 18 Uhr, in Berlin √ľber Lehren aus der L√∂schdebatte zu diskutieren.“

Zur√ľck zur Ausgangsfrage: Ist es gut oder schlecht (gerecht oder ungerecht), dass ein Wikipedia-Administrator den „Bratwurstjournalismus“ gel√∂scht hat?

Aus meiner Sicht ist es „schlecht“ – weil ich keinen Willen bei den „L√∂schern“ erkennen konnte, dieses relevante „Ph√§nomen“ nachhaltig beschreiben zu wollen. Ob das nun „Bratwurstjournalismus“ hei√üen muss, stelle ich dahin.

Der Hinweis, der „Bratwurstjournalismus“ sei eine Untermenge von „Gef√§lligkeitsjournalismus“ trifft in meinen Augen nicht zu. Vor allem, wenn er so mangelhaft definiert ist, wie bei Wikipedia. Dort steht unter dem Begriff „Lokaljournalismus“ folgende Erkl√§rung:
„Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass ein Lokaljournalist in erster Linie einen „Gef√§lligkeitsjournalismus“ produziere, indem er etwa √ľber Vereinsfeste, Firmenjubil√§en oder Geburtstagsfeiern lokaler Politiker berichtet. Berichte dieser Art gibt es h√§ufig, vor allem in kleineren Lokalzeitungen und Anzeigenbl√§ttern. Grunds√§tzlich aber nehmen Lokaljournalisten mit der Berichterstattung √ľber die Kommunalpolitik, √ľber soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse und Entwicklungen vor Ort eine gesellschaftliche Aufgabe wahr. Die Vielfalt, Auflagenh√∂he und Reichweite der Lokalzeitungen ist eine Besonderheit der deutschen Medienlandschaft, ihre Reichweite in der Bev√∂lkerung wird von keinem anderen Medium erreicht.“

Wikipedia ist eine „Quelle“. Mehr nicht.

Ein „weit verbreitetes Vorurteil besagt“, dass ein Lokaljournalist in erster Linie einen Gef√§lligkeitsjournalismus produziere.

Ein Vorurteil also.

F√ľr das allerdings im Wikipedia-Artikel jede Quelle fehlt.

Ein Vorurteil wiederum wird auch gemeinhin unter Demokraten als „schlecht“ verstanden, als „unwahr“. Die Wikipedia-Definition negiert die Aussage sogleich, indem sie best√§tigt, dass es „Berichte dieser Art h√§ufig gibt“. Um dann wieder „grunds√§tzlich“ eine „gesellschaftliche Aufgabe“ herauszustellen. Und die Relevanzbegr√ľndung ist: „Ihre Reichweite in der Bev√∂lkerung wird von keinem anderen Medium erreicht.“

Auch hier sollten die Wikipedianer nacharbeiten. Eine hohe Reichweite ist nicht per se „gut“.

Dazu ein „Totschlagargument“: Adolf Hitler hatte nahezu die „totale Reichweite“. War das gut?

Gerade wenn das „Vorurteil“ keines sein sollte, sondern die „Tatsache“, dass √ľberwiegend „Gef√§lligkeitsjournalismus“ produziert wird, w√§re das extrem „schlecht“ – wegen der gro√üen Reichweite. Die haben auch Pandemien wie die Pest.

„Gef√§lligkeitsjournalismus“ ist eine Pest.

In der Konsequenz hie√üe das n√§mlich, dass eine gro√üe Zahl Menschen mit „Informationen“ versorgt wird, die ihnen „zu gefallen“ haben, tats√§chlich aber vor allem ganz wenigen n√ľtzlich sind.

Ein solcher Journalismus ist viel wert f√ľr die Sender der Botschaft („M√§chtigen“) und nichts f√ľr die Empf√§nger („Leser“). Auch Gef√§lligkeitsjournalismus ist also eine Art von Zensur.

„Gut“ an der L√∂schdiskussion um den Bratwurstjournalismus ist die hohe Aufmerksamkeit, die diese nicht nur in Journalistenkreisen gefunden hat.

Denn dadurch werden die Kolleginnen und Kollegen mit der Frage konfrontiert, ob das, was sie tun, „ethisch“ vertretbar ist oder nicht. Ich danke deswegen allen Kollegen, die dar√ľber berichtet haben. Und allen „Konsumenten“, die sich f√ľr diese Frage interessieren.

Tats√§chlich verlinkt das heddesheimblog oft auf Wikipedia. Die Begr√ľndung ist einfach: Wikipedia ist aus Sicht der Redaktion eine „Quelle“. Hier gibt es Informationen – ob die „stimmen“, haben wir damit nicht beantwortet. Jede Verlinkung ist nur ein Hinweis auf eine andere „Quelle“. Ob Meinungs√§u√üerung oder „faktische“ Information.

Wir verlinken auch auf andere Medien, Institutionen usw.. Alle Verlinkungen sind „Informationsquellen“. Mehr nicht.

Dar√ľber informieren wir unsere Leserinnen und Leser immer wieder.

„Gef√§lligkeitsjournalismus“ ist Zensur.

Der Heddesheimer Bratwurstjournalismus Gef√§lligkeitsjournalismus des Mannheimer Morgens ist aus meiner Sicht auch eine Form der Zensur. Und das ist mehr als bedauerlich – weil die Abonnenten des MM vors√§tzlich mit minderwertigen Informationen „versorgt“ werden, f√ľr die diese auch noch bezahlen m√ľssen.

Wie „gef√§llig“ der MM dabei ist, zeigt seine „Nicht-Berichterstattung“ √ľber die „politische Zensur“.

Die freie Journalistin Miriam Bunjes hat beispielsweise f√ľr das Internet-Portal der Evangelischen Kirche, „evangelisch.de“ ein Portr√§t √ľber das heddesheimblog geschrieben. Sie schreibt im September 2009:
„Seine Texte sind unbequem. Die Kritisierten wollen deshalb √∂ffentlich am liebsten gar nichts √ľber Hardy Prothmann und das „heddesheimblog“ sagen. „Wir beobachten das Blog aufmerksam und kritisch“, sagt ein Sprecher der Gemeinde Heddesheim, der namentlich nicht zitiert werden will. Mehr m√∂chte er nicht √ľber das „neue Medium in der Stadt“ sagen.“ (Anm. d. Redaktion: Unterstreichung durch die Redaktion heddesheimblog)

Ein „Sprecher“, der namentlich nicht zitiert werden will? Ist so jemand ein Sprecher?

Die Redaktion des heddesheimblogs wurde sp√§ter dar√ľber unterrichtet, dass „Presseanfragen“ an die Gemeinde nicht mehr an einzelne Mitarbeiter, sondern an „gemeinde@heddesheim.de“ zu richten seien. Wenn geantwortet wird, dann vom B√ľrgermeister Kessler oder seinem Sekretariat.

In Heddesheim wird „politische Zensur“ aktiv angewendet.

Aus „am liebsten gar nichts sagen“ soll eine Dienstanweisung geworden sein: B√ľrgermeister Michael Kessler hat nach unseren Informationen angeordnet, jede Anfrage des heddesheimblogs nicht zu beantworten, sondern an ihn weiterzuleiten. Wir haben dazu die Gemeinde angeschrieben und werden √ľber die Antwort berichten.

Wenn dies zutrifft, w√§re das „politische Zensur“ in Reinkultur. Antidemokratisch. Nicht akzeptabel. Aber „rechtlich“ absolut zul√§ssig.

Mitarbeitern w√§re per Ukas (auch unzureichend definiert bei Wikipedia) der „Mund verboten“. Jede Recherche (=Frage) soll „zentral“ (=B√ľrgermeister) kontrolliert werden.

Das w√§re der Versuch einer zensierten „Informationskontrolle“. Jeder Mitarbeiter, der dagegen verst√∂√üt, muss mit „arbeitsrechtlichen Konsequenzen“ rechnen. Mehr noch: Mit Druck, mit nicht-Bef√∂rderung, also mit Nachteilen.

Das heddesheimblog erf√§hrt trotzdem viel. Weil die Unzufriedenheit der Mitarbeiter der Verwaltung mit ihrer „F√ľhrung“ enorm hoch ist. Sie lassen sich nicht „das Maul verbieten“ und vertrauen darauf, dass die Redaktion des heddesheimblogs diese Informanten sch√ľtzt. Das tun wir.

„Quellen“, also Menschen, die etwas erz√§hlen wollen, werden von uns gesch√ľtzt. Was hei√üt das? Ganz einfach: Eine Quelle erz√§hlt uns etwas und wir sorgen daf√ľr, dass die „Spur“ zwischen Quelle und Bericht nicht zur√ľckverfolgt werden kann. Wenn das nicht m√∂glich ist, verzichten wir auf den Bericht.

Wenn die Redaktion des heddesheimblogs √ľber eine √§hnliche Behinderung der „Redaktion“ des Mannheimer Morgen erfahren w√ľrde – wir w√ľrden sofort solidarisch den Sachverhalt pr√ľfen und uns sofort f√ľr die Informationsfreiheit und die M√∂glichkeit einer freien Recherche einsetzen. Konkurrenzgedanken spielen dabei keine Rolle. Informationsfreiheit ist ein hohes Gut, das das heddesheimblog ungeachtet der Umst√§nde vor alles andere stellt.

Der MM denkt da anders. Er ist ja schon l√§ngst nicht mehr an „freier Berichterstattung“ interessiert, sondern betreibt aktiv „Gef√§lligkeitsjournalismus“.

Der Mannheimer Morgen ist ein Zensurorgan.

Damit stellt sich wieder die Frage: „Gut oder schlecht“? Als Beh√∂rdenleiter darf ein B√ľrgermeister seinen Mitarbeitern einen „Maulkorb“ verordnen. Er hat das Recht dazu. Er ist berechtigt, seinen Besch√§ftigten die freie Meinungs√§u√üerung in Bezug auf ihre Arbeit zu zensieren. Er h√§tte aber auch das „Recht“, dies zuzulassen.

Die Frage war: „Ist das gut oder schlecht?“

Das muss jeder, der davon weiß, selbst beurteilen.

Der Redaktion kann der „B√ľrgermeister“ Kessler nichts anordnen. Er kann versuchen, Recherchen zu behindern und sich damit zu einem Verhinderer von „Informationsfreiheit“ zu definieren.

Unseren Leserinnen und Lesern kann der „B√ľrgermeister“ Michael Kessler nichts „anweisen“. F√ľr die Leserinnen und Leser gilt Artikel 5 des Grundgesetzes: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu √§u√üern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug√§nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“ (Anm. d. Red.: Unterstreichung durch die Redaktion.)

Das heddesheimblog ist eine „allgemein zug√§ngliche Quelle“, aus der sich alle B√ľrger „ungehindert unterrichten k√∂nnen“.

Und das ist ganz eindeutig „gut so“.

Zensur findet √ľbrigens in Heddesheim und auch in anderen Gemeinden √ľber „nicht-√∂ffentliche“ Gemeinderatssitzungen statt.

Dar√ľber wird das heddesheimblog exklusiv in den kommenden Tagen berichten.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.

  • Argus

    Hier eine satirische(?) Gleichung:
    Pressesprecher der Gde.Heddesheim = BM = Zensor

  • Uli Walter

    Was f√ľr ein peinlicher Versuch, den Begriff „Zensur“ umzudeuten, nur um sich selbst als Opfer dessen darstellen zu k√∂nnen. Selbstverst√§ndlich nicht ohne Auslassung von „Godwin√Ę‚ā¨‚ĄĘs law“.
    Dieses Blog wird ohne jeden Zweifel als einziger Fels in der Brandung die Welt retten.

    Viel Erfolg dabei!
    Uli

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Ihr Beitrag wird von der Redaktion ver√∂ffentlich, um wieder einmal ein kleines Beispiel f√ľr Kommentare zu geben, die wir sonst direkt l√∂schen, um unseren Leserinnen und Lesern solchen M√ľll zu ersparen.

      Wo wird der Begriff Zensur „umgedeutet“?
      Im Text gibt es eine erkl√§rende Einf√ľhrung, dass Zensur verschiedene Bedeutungen hat und das Grundgesetz Zensur verbietet – au√üer, wenn andere Gesetze dadurch verletzt werden.
      Weiter stellt der Text dar, dass der Wikipedia-Admin keiner Willk√ľr folgte, sondern die L√∂schung argumentativ vertreten hat: Der Betriff Bratwurstjournalismus sei nicht „relevant“ genug.
      Weiter stellt der Text dar, dass die L√∂schpraxis bei Wikipedia ebenfalls ein Debattenthema ist. Dazu bringt der Text einen Hinweis auf Radio Bremen und Beispiele √ľber existierende Wikipedia-Artikel.

      Wo Sie aus dem Text eine „Opfer-Haltung“ herauslesen, wissen nur Sie. Die Redaktion hat einfach nur den Vorgang dargestellt. Und es wird darauf hingewiesen, dass die Redaktion durch den B√ľrgermeister der Gemeinde Heddesheim, Michael Kessler, fortlaufend „zensiert“ wird, indem Informationen nicht gegeben werden oder die √úbermittlung von Informationen verboten wird. Hier handelt es sich also um eine klassische Form von Zensur, n√§mlich „politischer Informationskontrolle“.

      Leider haben Sie auch „Godwins Law“ nicht verstanden. Dieses „Gesetz“, was keines ist, beschreibt einen „Debattenverlauf“ in „Newsgroups“, bei dem irgendwann ein „Nazi-Vergleich“ auftaucht, der als Totschlagargument benutzt wird – allerdings ohne darauf hinzuweisen.
      Erstens ist unser Text keine Debatte, sondern ein Kommentar und zweitens wird in unserem Text explizit eine Behauptung als „Totschlagargument“ benannt und damit die Absurdit√§t des Vergleichs aufgezeigt.
      Das ist das exakte Gegenteil von dem, was Sie verstanden zu haben glauben.

      Auch Ihr Versuch einer Ironie ist kl√§glich, als Argument ohne Grundlage und als Behauptung einfach nur Zeichen Ihrer Kleingeistigkeit: „Welt retten“.
      Um √ľberhaupt so einen Schmarn zu denken, muss man schon reichlich verwirrt sein.

      Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
      Das heddesheimblog

  • Raumfuernotizen

    Hallo Herr Prothmann.

    Sie schreiben:
    >>>Ein Vorurteil wiederum wird auch gemeinhin unter Demokraten als √Ę‚ā¨Ňďschlecht√Ę‚ā¨¬Ě verstanden, als √Ę‚ā¨Ňďunwahr√Ę‚ā¨¬Ě. Die Wikipedia-Definition negiert die Aussage sogleich, indem sie best√§tigt, dass es √Ę‚ā¨ŇďBerichte dieser Art h√§ufig gibt√Ę‚ā¨¬Ě. <<<
    Das stimmt nicht. Zum einen ist Ihre Definition von Vorurteil schwammig ("gemeinhin"), zum anderen wird ein Vorurteil nicht dadurch negiert, dass es teilweise zutrifft. Entscheidend ist die Generalisierung eines Vorurteils.
    Oder um es mit Wikipedia zu sagen: "Vorurteilsbildung wird als √Ę‚ā¨Ňĺ√úbergeneralisierung√Ę‚ā¨Ňď interpretiert, bei der unzul√§ssigerweise von einzelnen Eigenschaften eines Individuums auf Eigenschaften aller Individuen einer Gruppe geschlossen wird."

    Nat√ľrlich haben Sie Recht, dass Gef√§lligkeitsjournalismus etwas vollkommen anderes ist als Ihr "Bratwurstjournalismus".
    Wenn Sie dieses Ph√§nomen f√ľr so relevant halten, besteht doch immer noch die M√∂glichkeit, die diesbez√ľglichen Aussagen unter dem Wikipedia-Eintrag "Lokaljournalist" unterzubringen. Die Kritik in der L√∂sch-Diskussion richtete sich ja nicht gegen die Existenz des Ph√§nomens, sondern gegen den Namen.

    Ich bin √ľbrigens kein Lokaljournalist. Und kein Wikipedia-Mitarbeiter.

    • frank

      Lokaljournalismus wie ihn die Tageszeitungen pflegen ist immer auch ein bisschen „Bratwurstjournalismus“. Wobei die Wortfindung den Lokaljournalisten an sich in ein schlechtes Licht r√ľckt und als „Niete“ darstellt, weil er √ľber das berichtet, was die Leute nach einem Fest lesen wollen. Es ist nun mal so dass es auf Grillfesten nach leckeren Bratw√ľrsten duftet und die Besucher und sp√§teren Leser das auch gut finden. Herr Prothmann geht nicht auf solche Festlichkeiten, wei√ü also gar nicht von was er redet. Schade. Gef√§lligkeitsjournalismus, der von Herrn Prothmann ebenso heftig kritisiert wird, den lernt Herr Prothmann gerade kennen. Learning bei Doing, sozusagen. Oder wie wollen Sie, der alle anderen verteufelt und nur sich selbst immer und und √ľberall heraushebt, ihre Berichterstattung, die eigentlich keine war, zur letzten Delano-Party beschreiben? Die Party war, und das best√§tigen ihnen ALLE die dort waren, √ľberhaupt kein Erfolg. Aber einen Anzeigenkunden will man wohl nicht vergraulen?! Herr Prothmann, auch sie sind in der Welt des Gef√§lligkeitsjournalismus angekommen. Schade eigentlich. Kann man nun auch Ihnen nicht mehr vertrauen wenn es um unabh√§ngige Berichterstattung geht?

      • Redaktion

        Guten Tag!

        Keine Ahnung, zu welcher „Connection“ Sie geh√∂ren – aber die Inhalte Ihres Kommentars sind leider Stuss, weil Sie vollkommen falsche Dinge behaupten.

        Eine Berichterstattung hat es nicht gegeben. Weil wir eben nur in Ausnahmef√§llen so etwas machen. Was Sie als „Bericht“ bezeichnen, war ein Facebook-Kommentar. Ich war zwei Stunden nach Mitternacht vor Ort – ganz genau um zu schauen, wie die Party f√ľr den Kunden Delano l√§uft. Dazu habe ich einige Fotos zur Dokumentation gemacht. Und darauf sieht man, dass es sehr voll war – eigentlich ein Zeichen f√ľr Erfolg. Tats√§chlich waren die Wartezeiten zu lang und genau das habe ich auch beschrieben. Dabei wurde transparent gemacht, dass Delano unser Kunde ist und ich habe einige Dinge, die nicht gut gelaufen sind, kritisch angemerkt. Also genau das Gegenteil von dem, was Sie behaupten, entspricht der Wahrheit. Aber vielleicht sind Sie ja mit irgendeinem „Blog-Gegner“ verwandt, verschw√§gert, befreundet und behaupten deshalb falsche Tatsachen?
        Wenn man die Facebook-Kommentare liest, gab es viel Kritik, aber auch viel Lob – also keine negative Kritik von „Allen“.

        Mein Facebook-Kommentar:

        „Mal ne R√ľckmeldung von Reporterseite und ganz transparent: Delano ist einer unserer Kunden (http://weinheimblog.de/, http://rheinneckarblog.de/) . Kunden behandeln wir gut, das hei√üt aber nicht, dass wir nicht zutreffend und unabh√§ngig berichten. Denn schlie√ülich sch√§tzen unsere Kunden unsere unabh√§ngige und glaubw√ľrdige Berichterstattung.
        Heute Abend war ich erst bei Chako (Christian Habekost) auf der Seeb√ľhne im Luisenpark Mannheim (goil). Gegen Mitternacht bin ich r√ľber zum Delano, weil ich wissen wollte, wie die Party sein wird – auf Facebook hatten ja √ľber 1.000 Leute ihre Teilnahme an der Beachparty zugesagt und wenn was √ľber Facebook l√§uft, dann hat man ja schon so einiges lesen k√∂nnen.
        Absoluter Bullshit sind Posts von ner Schlange von 300 Metern. Wenn man pro Person nen halben Meter rechnet, h√§tten da 600 in Reihe hintereinander stehen m√ľssen. Als ich vor Ort war, standen gut 150 Leute in ner Traube vorm Eingang und haben auf Einlass gewartet. Sehr entspannt. Die Security war auch sehr entspannt. Keine Hektik oder bl√∂des Verhalten.
        Sorry an alle, die warten mussten – als Reporter konnte ich vorbei, hehe. ūüėČ
        Negativer Eindruck: Viele kaputte Flaschen auf der Stra√üe vorm Eingang. Daf√ľr kann aber das Delano nichts. Verantwortlich sind Vorgl√ľher, denen es schei√üegal ist, ob sich einer die Reifen abschie√üt, wenn er √ľber die Scherben f√§hrt. Und diesen Hirnis ist es auch vollkommen egal, wenn sich irgendjemand die F√ľ√üe verletzt.
        Der Delano-Beach ist eine sehr coole Location. Obwohl es echt voll war, hat man Platz – f√ľr alle, die sp√§ter einfach reinmaschieren wollten: Wenns voll ist, ist es voll. Ganz einfach. Dann muss man warten.
        Bei der Bewirtung gab es Defizite – vermutlich hat man nicht mit so vielen Leuten gerechnet. Die Wartezeiten waren hier „gef√ľhlt“ zu lang. Ich habe viele angesprochen, einige waren schon bei der ersten Beachparty da und meinten, da seien nur halb so viele G√§ste dagewesen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Leute schon ihre Drinks bekommen haben.
        Ich hab f√ľr mich, meine Frau und ne Freundin angestanden. Zeit war akzeptabel, Personal freundlich korrekt. F√ľr mehr blieb keine Zeit, die Leute an den Bars waren echt im Stress durch den Andrang.
        √úber die Musik kann man immer streiten – auf dem Strand wurde gut getanzt, die Leute hatten Spa√ü. Bl√∂d war, dass viele Leute einfach leere Flaschen hingeworfen haben, wo sie standen. Das ist assi. Auch daf√ľr kann das Delano nix. Anregung: „Entsorger“-Personal w√§re angebracht gewesen.
        Einige Leute haben die Party genutzt, um sich ordentlich einzuschenken. Ist halt so. Aber die allermeisten waren sehr entspannt unterwegs. Kompliment an die G√§ste: Die Jungs haben sich nicht produziert und es gab viele sehr h√ľbsche M√§dels. Sehr positiv: Die zwei Stunden, die ich da war, blieb es sehr cool. Keine stressigen Situtationen bemerkt. Die „T√ľr“ hat wohl nen guten Job gemacht. (Bin aktuell 45 und war Anfang der 90-er Jahre T√ľrsteher im Loft, Lu, ich wei√ü, wovon ich rede)
        Was mir mucketeschnisch nicht ganz klar war, ist, ob man chillen oder aufdrehen wollte. Leider musste man ein wenig abdrehen wegen Beschwerden von außen. Ich denke, wenn man das Soundkonzept feiner justiert, kann man aufgedreht chillen.
        Ich bin jedenfalls schon auf die n√§chste Party gespannt, weil die Location sehr geil ist und ich als alter Sack den Eindruck hatte, dass die meisten Leute viel Spa√ü hatten.“
        https://www.facebook.com/photo.php?fbid=461039770583930&set=a.461039757250598.104830.181927958495114&type=1&theater

        Und auch, was die Berichterstattung √ľber Feste angeht, liegen Sie v√∂llig falsch. Erstens gehe ich auf Feste, zweitens habe ich schon oft dr√ľber geschrieben und drittens ist Bratwurstjournalismus nicht das Berichten √ľber ein Fest an sich, sondern eine Frage des „Wie?“. Wetterg√∂tter, Pedalritter, Floriansj√ľnger und dieser ganze Schmarrn sowie die Zufriedenheitsarien und Lobhudeleien sowie meist sehr ausgesuchte Blickwinkel auf B√ľrgermeister, Parteivertreter oder Vereinszugeh√∂rige.

        Wie gute Festberichterstattung geht, können Sie hier nachlesen Рpersönlich von mir geschrieben:

        http://www.weinheimblog.de/12/optimale-kerwe/8739.html

        In einem Teil Ihres Kommentars haben Sie allerdings recht: Viele Lokaljournalisten sind leider Nieten.

        Sch√∂ne Gr√ľ√üe
        Hardy Prothmann

  • Clemens Wlokas

    F√ľr Bratw√ľrste habe ich ein Faible. Obwohl ich auch sehr w√§hlerisch bin. Deswegen nehme ich es nicht mit jeder Bratwurst auf. Was mir nicht schmeckt, wandert postwendend in den M√ľll. Leider habe ich mit Bratw√ľrsten aus dem Mannheimer Morgen √ľberhaupt keine Erfahrungen. Vielleicht sind sie ja bei der Badischen Zeitung nicht anders. Aber f√ľr eine Rote, mit oder ohne Zwiebeln, vom Freiburger M√ľnsterplatz, w√ľrde ich fast jeden Gourmettisch stehenlassen. Insofern haben selbst Bratw√ľrste eine Qualit√§t.

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke f√ľr Ihren Beitrag.

      Auch wir haben nichts gegen Bratw√ľrste – solange sie auf dem Grill landen und nicht im Journalismus.

      Bratwurstjournalismus sollte, wie Sie sagen, genau da landen, wo er hingeh√∂rt: Auf den M√ľllplatz der Geschichte.

      Hier nochmal der Ausgangsartikel: http://blog.nz-online.de/vipraum/2009/11/23/was-ist-ein-bratwurstjournalist/

      Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
      Das heddesheimblog

  • Sch√∂ner Beitrag.

    Ich habe mal ihn mal in meinem Blog verlinkt: http://shtoink.de/was-andere-uber-wikipedistan-schreiben/

    Gr√ľ√üe, Arcy