Montag, 09. Dezember 2019

„Wen soll man wählen?“

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Leserbrief: Friedhelm Kaufmann

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurden durch Bürgermeister Kessler und den gesamten Gemeinderat Entscheidungen im Fall Pfenning getroffen, deren negative Auswirkungen weit über die Amtszeit der gewählten Vertreter reichen werden.

Wenn öffentlich gewählte Amtsträger in geheimen Sitzungen Entscheidungen absegnen, welche gegen jeden normalen Menschenverstand sind und alle Grundlagenarbeit vermissen lassen, so glaube ich, dass hier einiges zum Himmel stinkt. Wenn man nichts zu verbergen hat, braucht man keine Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten.

Alle offenen Fragen zum obigen Projekt sind unzureichend oder überhaupt nicht beantwortet. Die Gutachten sind sehr projektfreundlich vorgetragen worden. Gutachten sind nur für den gut, der sie in Auftrag gegeben hat und haben keinen Anspruch auf Richtigkeit.

Meines Erachtens sollte von gerichtlich anerkannten Wirtschaftsprüfern das zu erwartende Steueraufkommen geprüft werden, wobei auch die derzeitige Wirtschaftslage einfließen muss.

Wegen der so viel angepriesenen Arbeitsplätze kann ich nur sagen, dass man sich Illusionen macht. Es gibt keine Zentralisierung in der Wirtschaft, wo Arbeitsplätze erhalten bleiben, das Gegenteil ist der Fall, es werden Arbeitsplätze abgebaut.
Der Gewerbepark mit Autobahn- und Bahnanschluss ist so wertvoll, dass man bei der Gewerbeansiedlung wählerisch sein kann und kein zweifelhaftes geländefressendes primitives Projekt mit unbeschreiblicher Umweltbelastung ansiedeln muss.

Wenn man heute die Parteikommentare zum Pfenning-Projekt verfolgt, so scheint für alle Parteien ein einziger Verfasser zuständig zu sein. Lediglich das Parteiemblem weicht ab. Die außerparlamentarische Finanzgruppierungen scheinen die Entscheidungen für das Projekt in geheimen Sitzungen so beeinflusst zu haben, dass alle etablierten Parteien die besten Vertreter der obigen Gruppe sind und in nicht-öffentlichen Sitzungen die falschen Entscheidungen getroffen haben.

In Kürze stehen Gemeinderatswahlen an und es stellt sich die Frage, wen man wählen soll. Es wäre denkbar, dass sich die verantwortlichen Herren unter Ausschluss der Öffentlichkeit wählen lassen.

Das falsche Geschwätz geht mir so richtig auf den Keks.

Ich als ehemaliger CDU-Stammwähler bin ein Teil der Öffentlichkeit, die man geschickt ausgebremst hat und sage nein zum Pfenning-Projekt.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.