Montag, 24. Juli 2017

Zukunft h├Ąngt von Leserunterst├╝tzung ab

Das Heddesheimblog macht auf unbestimmte Zeit Pause

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Heddesheim, 16. M├Ąrz 2014. (red) Das Heddesheimblog.de verabschiedet sich auf unbestimmte Zeit in eine Pause. ├ändern k├Ânnen das nur Sie, die Leser/innen. Ganz schnell, in ein paar Wochen, irgendwann oder nie. Ob k├╝nftig weiter Nachrichten & Informationen auf dem Heddesheimblog.de ver├Âffentlicht werden, h├Ąngt also ganz allein von den Leser/innen ab.

Von Hardy Prothmann

Das Heddesheimblog.de ist Ende April/Anfang Mai 2009 gestartet. Als verantwortlicher Redakteur habe ich mich entschlossen, nach fast f├╝nf Jahren eine Z├Ąsur zu machen.

Wir sind schnell gewachsen und bedienen aktuell alle zehn Gemeinden im Landtagswahlkreis Weinheim mit eigenen Nachrichten aus den Gemeinden. Dazu kommt das Viernheimblog.de und das regionale Rheinneckarblog.de (alle Angebote finden Sie oben im Men├╝ unter Nachbarschaft). Diese Arbeit erfordert einen erheblichen Aufwand – vor allem personell. Die Kernmannschaft besteht aus acht Mitarbeitern, dazu kommen f├╝nf Personen, die unregelm├Ą├čig f├╝r uns t├Ątig sind.

Das Heddesheimblog ist einzigartig, bundesweit bekannt und Vorbild

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Chefredakteur Hardy Prothmann. Foto: sap

Unter all den Gemeinden, ├╝ber die wir schreiben, ist Heddesheim in vielerlei Hinsicht einzigartig. Das Heddesheimblog mit einem engagierten, investigativen Lokaljournalismus ist unser erstes Projekt und bundesweit in der Branche bekannt geworden. Es gibt viele, die sich durch uns f├╝r eigene Projekte haben inspirieren lassen. Es gibt sogar schon eine Art kleinen Verband, in dem sich lokale Nachrichtenanbieter zusammengetan haben (Istlokal.de).

Heddesheim ist aber auch einzigartig, was Widerst├Ąnde und Anfeindungen angeht. Als ich noch in Heddesheim wohnte, wurde meine Familie bedroht, wir bekamen Drohanrufe, mir wurden Schl├Ąge angedroht und man versuchte mehrfach mich zu verklagen. ├ťble Nachreden wurden verbreitet und Anzeigenkunden bedroht. Die Dorfmafia, wie ich sie nenne, hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um uns jede erdenkliche Schwierigkeit zu bereiten.

Viel Arbeit – wenig Geld

Kapituliere ich jetzt davor? Keineswegs. Ich ziehe nur die Konsequenzen. Wir haben t├Ąglich rund 1.000 Leser/innen, wir bekommen viel „zugefl├╝stert“, viele Hinweise, viele Informationen. Die Leser/innen unterst├╝tzen damit unsere Arbeit und daf├╝r sind wir dankbar. Wir haben damit erhebliche Arbeit. Wir bringen viel Zeit auf und die Mitarbeiter erhalten Honorare. Zur├╝ck flie├čt aber nur wenig.

Aktuell hat der B├╝rgermeisterkandidat G├╝nther Heinisch gegen Rechnung auf dem Heddesheimblog geworben sowie zwei vereinzelte Unterst├╝tzer des Kandidaten. Wir haben seit vergangenem Jahr einen „Freundeskreis“, in dem man freiwillig Mitglied werden kann und einen freiwilligen „Abo“-Beitrag zahlt. Der ganz ├╝berwiegende Teil der bisherigen Mitglieder im Freundeskreis kommt aus den anderen Gemeinden, aus Mannheim, Ludwigshafen oder Heidelberg, wo wir bislang nur das Rheinneckarblog anbieten. Wir haben sogar weit entfernt lebende Personen in Berlin und Stuttgart in unserem Freundeskreis. Und genau sieben Personen aus Heddesheim, die zusammen einen Jahresbeitrag von insgesamt 250 Euro an uns zahlen. Das sind im Schnitt knapp drei Euro pro Person oder 21 Euro pro Monat.

Allein die Berichte zu den Gemeinderatssitzungen ben├Âtigen zwischen 6-10 Stunden Arbeitsaufwand: Vorbereitung, Teilnahme, Nachbearbeitung. Weitere Recherchen sind da noch nicht drin. Gleichzeitig besteht ein erhebliches juristisches Risiko. Von den 17.000 Euro Rechtskosten der vergangenen f├╝nf Jahre stehen 12.000 Euro in Verbindung mit Berichten auf dem Heddesheimblog. Wenn ich alle Kosten gegen die Einnahmen stelle, ergibt sich speziell f├╝r Heddesheim ein Minusgesch├Ąft. Das habe ich bislang getragen – aber die Kluft zwischen Aufwand und Ertrag ist zu gro├č. Und wenn ich dann beobachten muss, dass unsere investigativen Recherchen dazu f├╝hren, dass andere Medien gro├čformatige Anzeigen mit dem entsprechenden Umsatz erhalten, weil diese „verst├Ąndnisvoll“ berichten, wird es sogar absurd.

Gute Entwicklung in anderen Gemeinden

In den anderen Gemeinden investieren wir auch, erhalten aber im Gegenzug erfreuliche Ums├Ątze und eine hohe Wertsch├Ątzung unserer Arbeit. Das hat eine erfreuliche Perspektive.

Wir werden selbstverst├Ąndlich weiterhin ├╝ber Heddesheim berichten – aber nur im Einzelfall. Sicher werden wir Pfenning im Blick behalten und die Schulentwicklung schon allein aus Hirschberger Sicht. Diese Berichte erscheinen dann im Rheinneckarblog oder Hirschbergblog oder vielleicht Ladenburgblog.

Wenn sich Heddesheimer Leser/innen aber weiter eine kontinuierliche Berichterstattung aus und ├╝ber Heddesheim auf dem Heddesheimblog w├╝nschen, dann m├╝ssen sie sich auch finanziell daran beteiligen, weil wir unsere Ressourcen sonst lieber in die anderen Orte investieren, die uns eine Perspektive geben, unsere Arbeit zu finanzieren. Guten Journalismus vor Ort gibt es nirgendwo umsonst.

Die L├Ąnge der Pause bestimmen Sie!

Wenn wir ├╝ber freiwillige Abos eine monatliche Summe von mindestens 3.000 Euro durch Leser/innen erhalten, k├Ânnen wir die bisherige Schlagzahl von (durchschnittlich) 50 Berichten im Monat halten. Wenn nur 1.000 Euro pro Monat zusammenkommen, werden es entsprechend weniger Berichte sein. Wenn jeder unserer t├Ąglich 1.000 Leser/innen drei Euro pro Monat bezahlt, kommt das Geld zusammen. Auch, wenn 100 Leser/innen 30 Euro/monatlich bezahlen. Und auch, wenn m├Âglichst viele nach ihren Verh├Ąltnissen einen Beitrag leisten.

Das Geld aus dem „Heddesheimblog Freundeskreis“ werden wir zweckgebunden nur f├╝r journalistische Arbeiten zu Heddesheimer Themen ausgeben. Wie wir das nachvollziehbar transparent machen k├Ânnen, werden wir pr├╝fen. Eventuell bietet sich ein Verein an, der Rechenschaft ablegen muss.

Wenn Sie bereit sind, einen finanziellen Beitrag zu leisten, dann schreiben Sie bitte an redaktion@heddesheimblog.de, als Betreff: „Freundeskreis Heddesheim“, teilen Sie uns bitte Ihre Adresse und Telefonnummer mit und welchen Betrag Sie monatlich zu zahlen beabsichtigen. Damit verpflichten Sie sich zun├Ąchst zu nichts. Sobald eine Summe von mindestens 1.000 Euro zusammenkommt, erhalten Sie von uns eine Soli-Abo-Best├Ątigung und die Bankverbindung. Unsere Leser/innen haben uns ├╝ber f├╝nf Jahre hinweg kostenfrei genutzt – wir sind also ordentlich in Vorleistung getreten. Wenn unsere Leser/innen das sch├Ątzen, wenn es Ihnen etwas wert ist, sind wir sicher, einen ausreichenden Soli-Betrag zu erhalten. Wenn nicht, dann w├╝rden wir uns wundern, warum wir so intensiv gelesen worden sind, wenn man nicht bereit ist f├╝r das Nutzen der Inhalte zu bezahlen. Aber auch das ist nat├╝rlich eine Entscheidung, die wir akzeptieren.

├ťber das Ergebnis der B├╝rgermeisterwahl berichten wir – unabh├Ąngig vom Ausgang – am Sonntag und am Montag noch. Danach gehen wir in die angek├╝ndigte Pause, die nur Sie, liebe Leserinnen und Leser, beenden k├Ânnen.

Vor Heddesheim liegen die Kommunalwahlen im Mai. Wie geht es mit „Pfenning“ weiter? Wie mit dem Verkehr? Wie mit dem Super-Edeka? Wie mit der Kinderbetreuung? Wie mit der Schulentwicklung? Es gibt jede Menge Themen – wir packen an, wenn Sie uns dabei unterst├╝tzen. Federf├╝hrend wird dann unser Redaktionsmitglied Lydia Dartsch die Heddesheimer Redaktion und die politische Berichterstattung ├╝bernehmen. Ich stehe f├╝r Hinweise und Gespr├Ąche weiter zur Verf├╝gung.

Pressemitteilung

  • Tobias

    Hallo Herr Prothmann,

    ich habe ja gestern im Kommentar mitgeteilt, dass ich mit zehn Euro pro Monat dem Freundeskreis beitrete. Kann ich das auf den Heddesheimblog Freundeskreis ├╝bertragen?

    Gru├č
    Tobias

    • hardyprothmann

      Hallo Tobias,

      klar. Danke. Sie h├Âren wie beschrieben von uns.

      Gru├č
      Hardy Prothmann

  • Alex

    Sie gehen hier sicher von 1000 unique Lesern aus. Rechnen sie lieber mit lediglich t├Ąglich 500 „echten“ Lesern, die sie ├╝ber ihre Statistiken erfassen. Mir ist kein Tracking-Programm bekannt, das weniger als 25% Bots erfasst ­čśë

    • hardyprothmann

      Guten Tag!

      Da Sie nicht wissen, wie wir unsere Statistik auswerten, ist Ihre Kommentar leider ohne Basis.

      • Kristian

        Ich denke, dieser Beitrag von „Alex“ war eher wohlwollend gemeint…F├╝r uns z├Ąhlen auch nur als „harte W├Ąhrung“ IVW und GoogleAnalytics. Die AGOF-Zahlen bzgl. unique user sind eher „weiche Zahlen“.

        viele Gr├╝├če aus Mannheim

  • D├Ârfler

    Ich zahle auch zehn Euro im Monat, damit sich hier was ├Ąndert. Ich erinnere mich noch gut, wie ein Professor von der Dualen Hochschule hier Gegner von Pfenning als „Taliban“ bezeichnet hat. Dabei sind das die anderen. Denn soviel ist klar: Meinungsvielfalt ist in diesem Kaff von vielen nicht gew├╝nscht. Es wird Zeit, dass sich das ├Ąndert.

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  • Toki

    Hallo Herr Prothmann,
    ein gro├čes Problem ist der Verkehr in Heddesheim,allein wenn man die Ladenburgerstrasse beobachtet, wieviele LKW┬┤S tagt├Ąglich mit rasantem Tempo durchfahren und keiner etwas unternimmt. Man beachte das da die Haltestelle ist,wo Sch├╝ler ein und aussteigen, muss erst mal was passieren? Herr Kessler sehen Sie das nicht?

  • Silke

    Typisch f├╝r die Bev├Âlkerung. Aufkl├Ąrung und Leute haben wollen die sich „F├╝r das Volk“ einsetzen, diese dann aber h├Ąngen lassen.

    Anscheinend verdienen die V├Âlker die jetzige Misere in Form von Ausbeutung, Unterdr├╝ckung und Betrug. Jeder der dagegen aufsteht wird allein gelassen.

  • Gast3

    In diesem Zusammenhang, nochmal das Thema „Bl├Âdsinn, Zucht und Ordnung“:
    http://www.rheinneckarblog.de/12/landratsamt-behindert-recherchen/42416.html#comment-32970

    Ich hoffe Sie verstehen nun, was ich sagen wollte. Die Bereitschaft f├╝r ein Angebot Geld zu bezahlen, h├Ąngt stark davon ab, wie man mit denen umgeht, von denen man sich heute Hilfe erhofft.

    Gru├č, ein „N├Ârgler“, oder auch „Hinweiser“

    • hardyprothmann

      Guten Tag!

      Von den N├Ârglern gibt es sicher kein Geld f├╝r die Dienstleistung.