Samstag, 19. August 2017

Über 120 Feuerwehrleute bei Brand am Saukopftunnel im Einsatz

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Rhein-Neckar, 15. November 2010. Um 18:37 Uhr ging der automatische Alarm der Brandmeldeanlage des Technikgebäudes Ost des Saukopftunnels bei den Feuerwehren ein. Um 18:41 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort – später insgesamt 44 Feuerwehrleute aus Weinheim, 72 aus Birkenau und den umliegenden Wehren sowie sechs von der Freudenberger Werksfeuerwehr und weitere Rettungskräfte. Ein 20 Kilovolt-Leitung hatte Feuer gefangen.

Von Hardy Prothmann

Gut zwei Dutzend Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren standen vor und im Saukopftunnel auf der Birkenauer Seite. Die Feuerwehrmänner hatten die Brandstelle zwar gegen 19:30 Uhr schon so weit es möglich war begangen und gesichert – mussten aber darauf warten, dass der Strom abgeschaltet wird.

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Ãœber 120 Feuerwehrleute waren im „Großeinsatz“ am Saukopftunnel.

In einem Umspannkasten hatte eine 20 kV-Leitung Feuer gefangen. Eine extrem gefährliche Situation für die Feuerwehrleute – Löschen mit Wasser war nicht möglich. Die Einsatzkräfte der Freudenberger Werksfeuerwehr waren mit CO2 vor Ort, womit das Feuer letzlich gelöscht werden konnte.

„Wir haben allein sieben Atemgeräteträger-Trupps im Einsatz gehabt“, sagte der Weinheimer Feuerwehrkommandant Reinhold Albrecht nach dem Einsatz: „Bis zur Abschaltung mussten wir Abstand halten und warten.“ In das oberhalb des Tunnels gelegene Gebäude führen von je baden-württembergischer und hessischer Seite Starkstromleitungen. Infolge des Brandes kam es zu Stromausfällen in Birkenau und der Umgebung, vor allem Nieder-Liebersbach. Ein Zusammenhang wird vermutet, ist aber noch nicht bestätigt.

Der Saukopftunnel wird von zwei „redundant“-ausgelegten Technikgebäuden versorgt, auf Weinheimer und Birkenauer Seite. Fällt eines aus, springt das andere ein. Soweit die Theorie. Doch nach dem Brand hat das nicht funktioniert. Der Tunnel bleibt deshalb vorerst für vermutlich mehrere Tage gesperrt.

Den Schaden bezifferte Kommandant Albrecht auf „bestimmt 50.000 Euro“ für die Anlage: „Aber die Folgekosten werden sehr viel höher sein. Das Gebäude ist verqualmt und mit Ruß überzogen.“ Der dürfte giftig sein, haben doch immerhin Kabel gebrannt.

Die Feuerwehrleute blieben bei dem Einsatz unverletzt.

Als Ursache vermutet die Feuerwehr einen technischen Defekt. Nach Informationen der Redaktion gab es keine Beschädigungen an den Türen, die allesamt aufgeschlossen werden mussten, um zum Brandherd vorzustoßen.

Anmerkung der Redaktion:
Entgegen anderslautenden Meldungen, beispielsweise des Darmstädter Echos und des Mannheimer Morgens, gab es keinen Brand „im“ Saukopftunnel.

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.