Mittwoch, 23. August 2017

Jäger bestürzt über zerstörten Hochsitz

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Heddesheim, 15. Oktober 2010. In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben bislang ungekannte Vandalen einen Hochsitz für Jäger zerstört. „Vermutlich sind das Jagdgegner gewesen“, sagt Thomas Schöner. Vor Ort können er und sein Jägerfreund Thomas Hammermüller sich die „sinnlose Zerstörung“ nicht erklären. Bei Hinweisen zur Identifizierung der Täter wollen sie sich „erkenntlich“ zeigen.

Von Hardy Prothmann

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Jäger Schöner und Hammermüller fragen: "Warum?" Bild: heddesheimblog.de

Thomas Schöner und Thomas Hammermüller stehen vor dem zerstörten Hochsitz an der Deponie und schütteln den Kopf: „Keine Ahnung, was den Leuten, die das tun, im Kopf rumgeht.“

„Wir glauben nicht, dass das Jugendliche waren, sondern eher Jagdgegner, so massiv, wie hier vorgegangen wurde“, sagt Schöner. Immer wieder gibt es Beschädigungen der Hochsitze.“

Die beiden haben die Zerstörung bei der Polizei angezeigt: „Die wird nicht viel machen können – ohne Zeugen werden die Täter wohl nicht ermittelt“, sagt Hammermüller. „Wir werden uns aber erkenntlich zeigen, falls jemand etwas beobachtet und helfen kann, die Täter zu identifizieren“, sagen die beiden.

Wie viele Jäger es in Heddesheim gibt, wissen die beiden nicht: „Viele“. Klar ist, es gibt fünf Jagd-Pächter und Thomas Schöner sowie Thomas Hammermüller, die in Heddesheim aktiv jagen: „Wir bejagen vor allem den Fuchs und bekämpfen damit auch die Tollwut.“

Ganz selten werden auch Wildschweine gejagt, „wenn die von Viernheim mal rüberkommen“. Auch Hasen, Rebhühner und Fasane werden geschossen: „Die Fasane bringen wir aber auch durch den Winter“, sagen die Jäger. Bis zu zehn 200 Liter-Fäßer mit Specialfutter wenden sie dafür auf.

In Heddesheim gibt es auch Feldrehe: „Die jagen wir aber nicht, sondern hegen und pflegen sie.“ Futter und Salz bringen die Jäger aus, damit die Tiere gut über den Winter kommen.

„Klar, es gibt einige Leute, die nicht verstehen wollen, was wir machen und meinen, dass Jagd schlecht sei“, sagt Hammermüller. „Ich werde ab und zu angesprochen und es liegen auch immer mal Briefe in den Hochsitzen. Die lese ich dann. Ich will schon wissen, was da drin steht, wenn sich jemand die Mühe macht.“

Die Jäger verstehen sich als Naturfreunde: „Klar stirbt ein Tier, wenn wir es schießen. Das dient aber auch der Regulierung und dem Gleichgewicht der Natur.“ Auch der Naturschützer Kurt Klemm steht den Jägern positiv gegenüber. Auf Nachfrage sagt er: „Gebt uns den Wolf und den Bär und den Luchs zurück, dann brauchen wir keine Jäger.“

Die beiden Jäger werden den Hochsitz wieder aufbauen: „Das kostet uns ein paar Samstage Arbeit.“

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Massive Zerstörung. Waren das Jagdgegner? Bild: heddesheimblog.de

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Jagd bei Wikipedia

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.