Dienstag, 28. März 2017

Personen überqueren Gleise - Zug musste Notbremsung einleiten

Drei Dummköpfe mit Glück

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Bei 100 Stundenkilometer Fahrt haben manche Züge einen Bremsweg von bis zu 1.000 Meter. Bahngleise zu überqueren ist lebensgefährlich.

 

Heddesheim/Hirschberg, 15. August 2013. (red/pol) Drei bislang unbekannte Personen haben am Dienstag gegen 14:00 Uhr die Gleise des Bahnhofs Heddesheim/Hirschberg überquert. Ein durchfahrender Zug musste eine Notbremsung einleiten, erfasste aber noch das Fahrrad einer der Personen. Die sammelten das fahruntüchtige Fahrrad ein und machten sich aus dem Staub. Weil ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorliegt, ermittelt die Bundespolizei wegen einer Straftat gegen unbekannt.

Von Hardy Prothmann

Es ist immer wieder erstaunlich, wie dumm sich manche Menschen verhalten. Drei bislang unbekannte Personen haben sich aktuell in Lebensgefahr gebracht und die Gleise des Bundesbahnhofs überquert.

Die Bundespolizei sucht Zeugen, die die Personen beschreiben können oder die Gruppe gesehen haben, die ein vermutlich nicht mehr fahrtüchtiges Fahrrad mit sich schleppten. Die Bundespolizei hofft zudem auf Aussagen von mehreren Personen auf dem Bahnsteig, die den Vorfall beobachtet haben könnten.

Auf Nachfrage sagte Bernd Herlan, Sprecher der Bundespolizei, dass der Bahnhof noch nicht als „kritisch“ gelte. Sollten sich solche Vorfälle wiederholen, würde es eine Ortsbegehung geben, um Maßnahmen zu prüfen, die dieses verantwortunglose und lebensgefährliche Verhalten möglicherweise unterbinden können. Vor zwei Jahren war ein 72-jähriger Mann aus Worms beim Überqueren der Gleise tödlich verunglückt. Vor drei Monate verunglückte ein 29-jähriger Mann tödlich in Höhe des Lützelsachener Bahnhofs.

Zeugen des aktuellen Vorfalles in Heddesheim werden gebeten, sachdienliche Hinweise an die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe unter der Telefonnummer 0721–120160 oder unter der kostenfreien Servicenummer 0800-6 888 000 der Bundespolizei sowie über E-Mail: bpoli.karlsruhe@polizei.bund.de zu melden.

Die Bundespolizei gibt angesichts des Vorfalls folgende Sicherheitshinweise:

  • Bahnanlagen sind keine Abenteuerspielplätze. Das Betreten der Bahngleise ist lebensgefährlich!
  • Die modernen Züge sind schneller und leiser geworden. Sie werden je nach Windrichtung oftmals erst in letzter Sekunde wahrgenommen.
  • Überqueren Sie die Bahngleise nur an den dafür vorgesehenen Stellen. Abkürzungen können lebensgefährlich sein.
  • Züge können nicht ausweichen und haben einen langen Bremsweg! Zum Beispiel kann ein Zug mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h einen Bremsweg von bis zu 1000 m haben.

Deshalb, so Herr Herlan: „Richtiges Verhalten auf Bahngebiet sorgt für persönliche Sicherheit.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.