Montag, 24. Juli 2017

B├╝rgermeisterwahl: Am Ende entscheidet die Mehrheit

Das Heddesheimblog empfiehlt…

Print Friendly
wahlempfehlung

Sie haben die Wahl. Sie w├Ąhlen. Wir geben Ihnen nur eine Empfehlung – weil wir uns auskennen.

 

Heddesheim, 15. M├Ąrz 2014. (red) Deutsche Medien halten sich gerne zur├╝ck – anglo-amerikanische sprechen Wahlempfehlungen aus. Wir neigen eher zu den Kollegen in England und Amerika. Grundlage f├╝r unsere Wahlempfehlung ist unsere Erfahrung. Im Mai gibt es das Heddesheimblog f├╝nf Jahre – in dieser Zeit haben wir fast 3.000 Artikel zu Heddesheimer Themen ver├Âffentlicht, unz├Ąhlige Stunden in Gemeinderatssitzungen verbracht, andere Veranstaltungen besucht, Hintergr├╝nde recherchiert, sind mit hunderten von B├╝rger/innen in Kontakt. Und wir arbeiten auch in den Nachbargemeinden, k├Ânnen vergleichen. Wir sind vor Ort, machen uns selbst ein Bild. Wir verf├╝gen ├╝ber umfassende Informationen und wir geben diese als Empfehlung gerne weiter.


Von Hardy Prothmann

Meine erste Wahlempfehlung ist: Gehen Sie w├Ąhlen. Nutzen Sie bewusst und mit Verantwortung dieses wichtige Grundrecht. In vielen L├Ąndern dieser Welt hat man das nicht. Zur Wahl gehen zu k├Ânnen, ist ein Privileg und es zu tun ein demokratisches Verhalten.

Und selbst wenn sie keinen der Kandidaten w├Ąhlen wollen, haben Sie erstmals die Gelegenheit, dies zum Ausdruck zu bringen. Sie k├Ânnen den Kandidaten der „Nein-Idee“ w├Ąhlen. So ist ihre Stimme nicht verloren, sondern wird prozentual ausgewiesen. Sie k├Ânnen nat├╝rlich aber auch andere Personen auf den Wahlzettel schreiben.

Sie lesen hier einen langen Text – nehmen Sie sich die Zeit. Ihre Stimme entscheidet ├╝ber eine achtj├Ąhrige Amtsperiode. Machen Sie sich die „Arbeit“ – wir haben sie uns auch gemacht. Informieren Sie sich ├╝ber Argumente und Fakten. Ihre Stimme ist wertvoll. F├╝hlen Sie sie mit wertvollen Informationen.

Enormes Interesse

Das Interesse ist enorm. Das Portr├Ąt von gestern ├╝ber den Amtsinhaber Michael Kessler hat zu einer Vielzahl von negativen Kommentaren bei Facebook gef├╝hrt. Allein dort wurde der Facebook-Eintrag fast 4.000 mal angeschaut. Es ist sehr bedauerlich, dass sich Anh├Ąnger von Michael Kessler despektierlich bis grob beleidigend zeigen. Wir mussten einige Kommentare l├Âschen, weil wir grunds├Ątzlich gerne Kritik entgegennehmen, aber auf eine gewisse Kultur achten. Wenn der Spruch: „Zeig mir Deine Freunde und sich sage Dir, wer Du bist“, G├╝ltigkeit hat, dann spricht das ├╝berhaupt nicht f├╝r den Amtsinhaber.

Umgekehrt wurden Postings zu Herrn Heinisch sehr gepflegt von dessen Anh├Ąngern kommentiert – pers├Ânliche Angriffe auf mich oder das Heddesheimblog an sich gab es nicht.

Unterschiedliche Kulturen

Das spricht f├╝r sehr unterschiedliche „Kulturen“ in den Anh├Ąngerkreisen der Kandidaten. Nat├╝rlich nur f├╝r einen Teil der Anh├Ąnger – nicht jeder ist bei Facebook. Auf dem Blog sind die auch sonst sehr guten Zahlen sprunghaft gestiegen – auch hier zeigt sich das gro├če Interesse. Wir haben umfangreich berichtet und h├Ątten unserer Leserschaft auch gerne ein Interview mit Herrn Kessler angeboten – allein, der wollte sich nicht von uns interviewen lassen. Aus welchen Gr├╝nden auch immer. Zeitgleich sind je ein Interview mit dem Ladenburger B├╝rgermeister Rainer Ziegler (Ladenburgblog.de) und dem Mannheimer Oberb├╝rgermeister Dr. Peter Kurz (Rheinneckarblog.de) erschienen. Vor kurzem hat uns der Hemsbacher B├╝rgermeister J├╝rgen Kirchner von sich aus zu einem Kennenlern-Gespr├Ąch eingeladen, weil er unsere Arbeit sch├Ątzt – an uns liegt es also nicht, sondern an Herrn Kessler, der sich einem Gespr├Ąch verweigert.

Ich nehme das nicht „pers├Ânlich“, sondern werte das als eine fortgesetzte und vors├Ątzliche Missachtung unserer Leser/innen.

Ganz anders G├╝nther Heinisch. Der war neugierig und hat uns zum Gespr├Ąch sogar in der Redaktion besucht, weil er wissen wollte, „wo und wie ihr schafft“.

Wenn Sie sich selbst orientieren wollen, stehen Ihnen neben unserem Angebot nat├╝rlich auch andere Medien zur Verf├╝gung. Sie reden sicher auch mit anderen Menschen, die eine Meinung haben, die diese sich hoffentlich auch durch viele Quellen gebildet haben. Viele Quellen gibt es leider nicht. Neben unserem Angebot berichtet noch der Mannheimer Morgen. Andere Medien nur sehr vereinzelt. Wenn es uns nicht g├Ąbe, st├Ąnde eigentlich nur der Mannheimer Morgen als regelm├Ą├čiges Nachrichtenmedium zur Verf├╝gung. (Wenn Sie uns unterst├╝tzen m├Âchten, werden Sie doch einfach Mitglied im Freundeskreis.)

Basis unserer Wahlempfehlung

Bevor ich die Wahlempfehlung abgebe, m├Âchte ich Sie in Kenntnis setzen, welche Gr├╝nde ich daf├╝r habe. Wir berichten grunds├Ątzlich nur ├╝ber gesellschaftliche relevante Themen. Privat bleibt privat. Insbesondere Politiker, B├╝rgermeister, Gemeinder├Ąte und andere Personen sind Teil des ├Âffentlichen Lebens. Wir unterscheiden dabei klar zwischen einem Gemeinderat und einem Bundestagsabgeordneten. Zwischen einem Amtsleiter und einem B├╝rgermeister. Hier gibt es Unterschiede in der Auskunftspflicht und im Interesse am Handeln der Personen. Bei der Berichterstattung achten wir auf Zust├Ąndigkeiten und wie Aufgaben umgesetzt werden sowie auf die Ergebnisse. Sicher sind wir nicht unbeeinflusst von Sympathien und Antipathien – wir geben uns aber M├╝he, zun├Ąchst nur die Fakten zu sehen.

Da wir aber alle Menschen sind, spielen pers├Ânliche Faktoren auch eine Rolle. Deswegen berichten wir faktisch objektiv, in der Einordnung aber subjektiv und machen die Unterschiede transparent deutlich. Wir haben den Blick ├╝ber den Tellerrand, weil wir auch ├╝ber andere Gemeinden berichten. Hier m├Âchte ich – vor dem Hintergrund von „Spannungen“ zwischen den Gemeinden – den Hirschberger B├╝rgermeister Manuel Just hervorheben. Seine Versammlungsleitung im Gemeinderat ist vorbildlich, selbst bei durchaus h├Ąufigen Kontroversen agiert er souver├Ąn und respektvoll gegen├╝ber anderen Gemeinder├Ąten. Wir schauen also nicht nur, was einer tut, sondern auch wie.

Die Kandidaten

Der Heddesheimer B├╝rgermeister Michael Kessler, das haben wir schon an anderer Stelle berichtet, gilt unter seinen Kollegen als versierter Verwaltungsfachmann. Daf├╝r wird er auch – trotz Spannungen – von einem Manuel Just gelobt, der als fr├╝herer K├Ąmmerer selbst ein „Zahlenmann“ ist. Michael Kessler arbeitet nach meiner Einsch├Ątzung sehr akribisch und peinlich genau, um Fehler zu vermeiden. Das ist eine positive Eigenschaft. Die hohen „Einnahmen“ der Gemeinde kann er fast nicht beeinflussen. Die h├Ąngen von einer guten Konjunktur ab und davon profitiert Heddesheim seit einigen Jahren ebenso wie andere Gemeinden. Als B├╝rgermeister kann man aber die Ausgabenseite gestalten. Und hier hat Michael Kessler ohne Zweifel sehr sorgf├Ąltig und verantwortlich gearbeitet. Insbesondere energetische Sanierungen sind zun├Ąchst Investitionen, zahlen sich aber durch niedrigere Verbr├Ąuche ├╝ber die Jahre aus.

Michael Kessler ist zudem zweifelsohne sehr flei├čig und strebsam. Er hat seine Verwaltung im Griff. Aber was einerseits positiv erscheint, kann beim genaueren Hinsehen auch negativ sein. Denn Michael Kessler ist neben den faktisch zu lobenden Ergebnissen seiner Arbeit ein herrischer Charakter. Er streitet nicht, um zum besten Ergebnis zu kommen, sondern wenn ihm was nicht passt. Man hat die Wahl zu sagen: „Ich bin anderer Meinung“ oder „Haben Sie bedacht, dass…“. Michael Kessler sagt: „Das kann ich so nicht stehen lassen“ oder „Nein, das ist nicht richtig“.

Als ich selbst noch Mitglied im Gemeinderat war, habe ich irgendwann gefragt: „Herr Kessler, sind Sie die Gemeinde?“ Herr Kessler grinste und sagte trotzig: „Ja!“ Damit hat Herr Kessler klipp und klar deutlich gemacht, dass er sich ├╝ber die Verfassung, die Gemeindeordnung und die guten Sitten hinwegsetzt. „Die Gemeinde“ sind erstmal alle B├╝rger. Verfasst ist „die Gemeinde“ der Souver├Ąn. Und das sind die gew├Ąhlten Volksvertreter, sprich der Gemeinderat. Seine grunds├Ątzliche und ├╝berzeugte Verachtung dieser Tatsachen macht es mir unm├Âglich, Herrn Kessler als guten B├╝rgermeister vorzuschlagen. Er hat sich 16 Jahre f├╝r die Gemeinde eingesetzt, aber irgendwann hat er den n├Âtigen Respekt verloren, den man von einem guten Demokraten verlangen k├Ânnen muss. Und dazu geh├Ârt die dem├╝tige Erkenntnis, dass Macht nur geliehen ist und mit Verantwortung getragen werden muss.

G├╝nther Heinisch habe ich als offenen und diskussionsfreudigen Demokraten kennengelernt. St├Ąnde ich vor der Wahl, w├╝rde mich st├Âren, dass er offensichtlich parteilich gebunden ist – im Gegensatz zu Herrn Kessler, der es faktisch aber auch ist. Ich finde die „Parteilichkeit“ in Gemeinder├Ąten sowieso absurd. Es geht um den Ort und nicht um Wahlprogramme von Parteien. Ich bin aber ├╝berzeugt davon, dass G├╝nther Heinisch sehr genau wei├č, dass er als B├╝rgermeister „gr├╝n angehaucht“ sein kann, aber sicher ├╝berparteilich agieren muss. Das tut er auch im Gemeinderat. Er sucht das Gespr├Ąch mit CDU, SPD und FDP – was umgekehrt bislang nicht immer offensichtlich war, sich aber sicher ├Ąndern w├╝rde, wenn er dem Gremium vorsitzt.

Bei der Wahl zwischen diesen beiden Kandidaten hat man also hier den „erfahrenen“ Verwaltungsfachmann, der 16 Jahre schon im Amt ist und den Herausforderer, seit ├╝ber 30 Jahren politisch aktiv, seit f├╝nf Jahren Gemeinderat und seit einiger Zeit Fraktionssprecher. Beide sind Heddesheimer. Beide ├Ąhnlich alt Mitte 50.

Der B├╝rgermeister kann auf „seine“ Leistungen verweisen, die immer nur die Umsetzung der Entscheidungen im Gemeinderat sein k├Ânnen. Der Herausforderer – und das ist vielen vielleicht nicht bewusst – kann aber eine viel gr├Â├čere Leistung in den Ring werfen. Ein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Eine herausragende Leistung neben seiner hauptberuflichen Leistung. Zudem machte dieses ehrenamtliche Engagement erheblich mehr M├╝he, weil man sich den Platz am Ratstisch erst m├╝hsam erk├Ąmpfen musste.

Bei allen Entscheidungen hat zudem der B├╝rgermeister immer einen Vorteil, weil er interne Informationen und andere Befugnisse hat, als ein einfacher Gemeinderat. G├╝nther Heinisch habe ich nicht nur im Gemeinderat w├Ąhrend der ├Âffentlichen Sitzungen als sehr aufmerksam und penibel vorbereitet erlebt, er hat auch kontinuierlich unsere redaktionelle Arbeit mit Informationen unterst├╝tzt. Damit meine ich nicht, dass er uns „Informationen gesteckt“ hat. Wir bekamen von ihm aber immer wieder Hinweise auf Informationen zu Themen, die wir berichten. Sei es zu Schulentwicklung, Verkehr, B├╝rgerbeteiligung. Artikel, Fachinformationen und andere Quellen im Internet oder „offline“. Also Ergebnisse eigener Recherchen, die er ├╝ber seine berufliche und ehrenamtliche T├Ątigkeit hinaus angestellt hat. Und wir wissen, dass er diese Informationen auch anderen Redaktionen mitgeteilt hat. Er hat damit nie eine „Empfehlung“ verbunden, wie wir damit umgehen sollten. Das ist vorbildlich.

Das gro├če Thema „Pfenning“

G├╝nther Heinisch war wie die Gr├╝nen zun├Ąchst sogar f├╝r „Pfenning“. Logistik fanden sie nicht gut, aber notwendig. Den Ausschlag hatte die „Schienenanbindung“ gegeben, die viele Lkw-Fahrten kompensiert und den Verkehr „├Âkologischer“ gemacht h├Ątte. Durch unsere Recherchen war schnell klar, dass die Schiene nicht kommt. Dann hat sich auch ein G├╝nther Heinisch gegen „Pfenning“ positioniert. Da ging es um kein B├╝rgermeisteramt, sondern um die Sache.

Michael Kessler hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sein „100-Millionen-Euro-Projekt“ wollte. Dass „Pfenning“ viele Zugest├Ąndnisse abgerungen worden sind, ob „Verkehrlenkungsvertrag“, Bauh├Âhen, Gestaltung – alles das ist nicht initiativ durch B├╝rgermeister Michael Kessler eingeleitet worden, sondern durch den Widerstand aus der Bev├Âlkerung und politisch durch die Gr├╝nen, aber auch den BUND und andere. Und nat├╝rlich durch unsere teils investigativen Ver├Âffentlichungen.

Das Ergebnis der B├╝rgerbefragung, auf Basis einer manipulativen Fragestellung, dem Einsatz eines Spin-Doctor-Unternehmens und viel „Werbung“, war denkbar knapp. Der baden-w├╝rttembergische „Politik-Papst“, also einer der renommiertesten Experten f├╝r Lokalpolitik, Professor Hans-Georg Wehling, hatte uns im Interview gesagt, dass eine Entscheidung f├╝r ein Projekt gegen die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung nur negative Folgen haben kann. B├╝rgermeister Kessler nahm 40 „Mehr-Stimmen“ zum Anlass, eine „klare Mehrheit“ f├╝r „Pfenning“ zu sehen.

Es ist richtig – das ist eine Mehrheit. Aber es ist falsch, diese als „klar“ zu bezeichnen. Bei so knappen Entscheidungen wird das faktisch geltende Mehrheitsprinzip ├╝ber Geb├╝hr strapaziert. Exkurs: Auch in Mannheim war der B├╝rgerentscheid nur knapp f├╝r die „BUGA“ ausgegangen. Statt „seinen Stiefel“ durchzuziehen, hat der Mannheimer OB aber mit einer breiten B├╝rgerbeteiligung reagiert, die Mannheim zu einem Vorreiter in der Sache macht. B├╝rgermeister Kessler hat seinen Stiefel durchgezogen.

Viele glaubten damals, das Heddesheimblog w├╝rde sich von selbst erledigen, wenn der „Pfenning“-Beschluss getroffen worden ist. Ohne „Pfenning“ keine Themen mehr. Das hat sich als falsch herausgestellt. Mittlerweile berichten wir aus elf Gemeinden und regional ├╝ber das Rheinneckarblog.de. Und nat├╝rlich immer wieder ├╝ber „Pfenning“ – denn das „Projekt“ steht auf der Heddesheimer Gemarkung. Riesig und problematisch.

B├╝rgermeister Michael Kessler hat den B├╝rger/innen viel versprochen. Erst die Schiene. 1.000 Arbeitspl├Ątze. Erhebliche Gewerbesteuereinnahmen. Nichts ist bislang eingetroffen. „Pfenning“ hat die Immobilie verkauft, ist also nicht mehr „Herr“. Die Arbeitspl├Ątze sind wenige und teils prek├Ąr. Die sinkenden Umsatzzahlen machen Gewerbesteuereinnahmen mehr als fraglich.

G├╝nther Heinisch war konsequent gegen das Projekt und als B├╝rgermeister h├Ątte er sich einer Gemeinderatsmehrheit beugen m├╝ssen. Die hat das Projekt aber nicht an Land gezogen und vorangetrieben. Das war Michael Kessler. Und der hat sich verzockt.

Aufgrund aller Kenntnisse und Erfahrungen mit Herrn Kessler, gehe ich dringend davon aus, dass dieser, sollte er wiedergew├Ąhlt werden, „Pfenning 2“ in Angriff nehmen wird. Das hei├čt, es werden nochmals 15 Hektar mit Hallen zugebaut. In der Hoffnung, dass ├╝ber „Gr├Â├če“ auch „Substanz“ kommt.

Das halte ich nach allen Kenntnissen f├╝r eine absolut sch├Ądliche Entwicklung. „Pfenning“ war ein Fehler. Mit dem muss man irgendwie leben. Noch mehr „Pfenning“ w├Ąre ein noch gr├Â├čerer Fehler.

Wahlempfehlung

Die j├╝ngst ebenfalls bekannt gewordenen Unzufriedenheiten von Eltern bei der Kinderbetreuung zeigen, dass Herr Kessler nach Vorgaben verwaltet, aber nicht gestaltet. Auch das ist ein enormer Fehler. Es wird sich rumsprechen und Heddesheim wird nicht als attraktive Wohngemeinde empfunden werden. Solche Entwicklungen kommen nicht sofort, aber in einigen Jahren.

Die Bevorzugung gewisser Vereine und gewisser Gewerbetreibenden oder gewisser Einzelpersonen und umgekehrt „Kn├╝ppelei“ von anderen hat sich auch herumgesprochen. Das erzeugt Frust und Misstrauen. Verantwortlich: Michael Kessler.

Ich komme deshalb zu dem Schluss, dass Michael Kessler seine besten Zeiten hinter sich hat.

Der Kandidat G├╝nther Heinisch geht demgegen├╝ber vollst├Ąndig unbelastet in die Wahl. Ganz sicher w├╝rden sich er als B├╝rgermeister und der neu gew├Ąhlte Gemeinderat erst zusammenfinden m├╝ssen. Da er aber am Dialog interessiert ist und die Spielregeln neu definiert werden k├Ânnen, halte ich diese Konstellation f├╝r geeigneter, um die n├Ąchsten acht Jahre Amtsperiode des B├╝rgermeisters zu gestalten.

Unterm Strich steht ein B├╝rgermeister Michael Kessler f├╝r mehr Probleme denn L├Âsungen aus meiner Sicht. G├╝nther Heinisch hingegen kann neu starten – ohne Belastungen. Das ist ein enormer Vorteil. Um Michael Kessler muss man sich keine Sorgen machen. Er hat nach zwei Amtsperioden vollen Anspruch auf seine Rentenbez├╝ge, die er sich redlich verdient hat.

Wenn es nach mir ginge, w├╝rde ich die Amtszeiten von B├╝rgermeistern ohne Ansehen der Person sowieso auf h├Âchstens zwei Amtsperioden beschr├Ąnken. Es gibt nirgendwo sonst Positionen, die so lange ausgef├╝llt werden k├Ânnen. Noch besser w├Ąren Amtszeiten von f├╝nf Jahren und die M├Âglichkeit, B├╝rgermeister abzuw├Ąhlen, was in anderen Bundesl├Ąndern m├Âglich ist.

Kurzum: Ich empfehle Ihnen die Wahl. Wenn Sie Michael Kessler Ihre Stimme geben wollen, stimmen Sie auch f├╝r „Pfenning 2“ und Dienst nach Vorschrift. Wenn Sie G├╝nther Heinisch w├Ąhlen, stimmen Sie f├╝r einen Neustart und Dialog. Wenn Sie „Nein“ stimmen, gefallen Ihnen beide Kandidaten nicht.

W├Ąre ich noch Heddesheimer, w├╝rde ich den Neustart w├Ąhlen. W├Ąhlen Sie G├╝nther Heinisch. Er wird f├╝r eine Befriedung des Streits sorgen, sich verantwortlich k├╝mmern. Er wird den Gemeinderat als repr├Ąsentative Vertretung der B├╝rger respektieren und die B├╝rger einbinden.┬áG├╝nther Heinisch wird f├╝r Heddesheim ein guter B├╝rgermeister sein, dessen bin ich sicher.

  • Bianca

    Liebe Heddesheimblogger,

    ich hab nur kurz Zeit, weil die Kinder jetzt gleich wach sind (fr├╝he V├Âgel).

    Vielen lieben Dank f├╝r eure Arbeit. Ich habe gestern die Kommentare ich Facebook gesehen. Das ist schlimm. Anders kann ich das gar nicht sagen. Einfach schlimm.

    Als Mutter bin ich sehr egoistisch. Ich brauche eine gute Kinderbetreuung. ich kenne diesen Konflikt sehr gut. Gute Mutter – schlechte Mutter, wenn ich meine Kinder in die Betreuung gebe. Aber ich muss arbeiten. Sonst kommen wir nicht rum. Und ich arbeite gerne, weil ich nicht nur Mutter bin, sondern auch Erfolg haben will. Im Beruf. Und trotzdem ist mein Mann der Hauptverdiener.

    ich bin zugezogen. Und ich kenne in Heddesheim viele nette Menschen. Eigentlich f├╝hlen wir uns wohl hier. Aber die Kinderbetreuung ist nicht so gut, wie es immer hei├čt. Und ich hab wie andere Angst, was zu motzen. Wer sich beschwert, kriegt Probleme. Das sp├╝re ich auch. Und das schreibt ihr richtig auf.

    Der G├╝nther Heinisch hat sich offen gezeigt. Deswegen bekommt er meine Stimme. Ganz egoistisch. Herrn Kessler habe ich mal auf der Stra├če getroffen. Der ist aalglatt. Hat mir gar nicht gefallen. Ist mein Bauchgef├╝hl.

    Aber ganz egal, wer dran kommt. Wichtig ist, dass ihr weiter kritisch seid. Manchmal ist das aber arg. Das Portr├Ąt vom Kessler war echt heftig. Gefallen hat mir das ├╝berhaupt nicht. Aber irgendwie stimmt es einfach.

  • Klare Worte

    Sie sind doch ein verkappter Gr├╝ner. Das liest man doch klar raus. Warum gestehen Sie das nicht endlich ein? Wer bezahlt Sie? Na – machen Sie das doch mal transparent. Sie heuchler.

    • hardyprothmann

      Guten Tag!

      Es ist echt anstrengend. Aber nochmal. Wenn Sie mal nachschauen, war ich Gemeinderatskandidat auf der Liste der FDP und dann drei Jahre lang der einzige partei- und fraktionsfreie Gemeinderat in Heddesheim.

      Wenn Sie sich weiter interessieren, stellen Sie fest, dass mich der gr├╝ne Bundestagsabgeordnete Christian Str├Âbele verklagt hat.

      Und wenn Sie sich weiter interessieren, dann lesen Sie auf dem Weinheimblog, dass die Gr├╝nen sauer waren, als wir ├╝ber einen Besuch von NPD-Regionalchef Jan Jaeschke bei der gr├╝nen Neujahrsfeier berichtet haben oder ├╝ber den Konflikt mit der GLH Hirschberg.

      Gestern Abend waren wir bei der CDU Weinheim. Die waren so nett und zuvorkommend, dass es eine Wohltat war: Tolle Berichte, super Angebot usw.

      Die CDU bekommt trotzdem einen kritischen Bericht und ein Lob f├╝r eine insgesamt gute Zusammenarbeit.

    • hardyprothmann

      Vergessen. Bezahlt werden wir ├╝ber geschaltete Werbung. Die Trennung zwischen Werbung und Redaktion ist selbstverst├Ąndlich. Herr Heinisch hat wie andere Werbekunden ein Angebot bekommen, verhandelt, dann wurden wir vertragseinig und es wurde eine Rechnung gestellt. Ab hier hat die Transparenz dann ein verst├Ąndliches Ende.

  • Kicker

    In meinem Verein gibt es viele leute, die Kessler nicht w├Ąhlen. Kunstrasen hin oder her. Nur, weil man Fu├čball gut findet, ist man noch lange nicht bl├Âd.

  • Nicht-Ja-Sagerin

    Ich kann jedem B├╝rger von Heddesheim nur empfehlen, sich aktiv und m├Âglichst ohne R├╝cksicht auf die Meinung von Nachbarn, Vereinskameraden oder Parteigenossen mit diesem wichtigen Thema zu besch├Ąftigen. Es geht hier um die n├Ąchsten 8 Jahre f├╝r Heddesheim. Das ist eine lamge Zeit, und wir haben die Wahl: entweder starre Verwaltung ohne B├╝rgern├Ąhe aber mit altbew├Ąhrten Seilschaften oder offene Dialoge zu den aktuellen Themen nach dem Motto „Mehr B├╝rger, weniger Meister“. Ich pers├Ânlich freue mich schon auf Herrn Heinischs B├╝rgersprechstunden und gebe ihm deshalb morgen meine Stimme.