Dienstag, 16. Oktober 2018

Der Löwentorwart stellt mit vielen Paraden die Weichen auf Sieg

Daniel Reber liest die Punkte auf

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Heddesheim, 15. Oktober 2013. (red/zef) Aus der Oberliga Baden-WĂŒrttemberg steigen bis zu fĂŒnf Mannschaften ab: Da die SG Heddesheim bisher auswĂ€rts jedes Spiel verloren hat, war man gestern vor heimischem Publikum in der Pflicht. Die HSG Langenau-Elchingen hatte von fĂŒnf Spielen insgesamt vier verloren und reiste zudem stark ersatzgeschwĂ€cht nach Heddesheim. So stand der 48-jJĂ€hrige Spielertrainer Hartwig Schenk ĂŒber 30 Minuten auf dem Parkett. Trotz starkem Beginn waren die Löwen in  der ersten Halbzeit auf ihren Torwart Daniel Reber angewiesen, der bei vielen technischen Fehlern und vergebenen Großchancen die FĂŒhrung mit 14:11 zur Pause sicherte.

Von Ziad-Emanuel Farag

Die Nordbadenhalle war wieder einmal gut besucht, 600 Zuschauer feuerten Frank Schmiedels Mannschaft leidenschaftlich an. LeistungstrĂ€ger Julian Diefenbach drohte im Vorfeld des Spiels auszufallen, da er von 5:00 Uhr morgens bis 11:00 in Magdeburg arbeiten musste. Doch nachdem Trainer Frank Schmiedel ihn gebeten hatte, es trotzdem zu versuchen, bei Anpfiff in der Halle zu sein, war er auch zehn Minuten vor Spielbeginn da. Die Voraussetzungen waren also sehr gĂŒnstig. Aber erst in der zweiten Halbzeit zeigte die SG Heddesheim konsequenten Tempohandball und gewann schließlich souverĂ€n mit 30:22. In der ersten Halbzeit stellte man sich aber mehrere Male selbst ein Bein.

In den ersten Minuten packten die Löwen in der Abwehr sicher zu, fĂŒr die HSG Langenau-Elchingen war kein Durchkommen.  So erzielte der erst 18-JĂ€hrige Neuzugang von Frisch-Auf-Göppingen Nicola Stabel, der auf der halb-rechten Position im RĂŒckraum begann nach einem schönen Konter das 1:0. Auch im zweiten Angriff gelang Langenau-Elchingen noch nicht einmal ein Torabschluss, wieder sicherte sich die Heddesheimer Abwehr den Ball und Gianluca Pauli erzielte das 2:0. In der nĂ€chsten Aktion gelang es den GĂ€sten, das Löwenrudel auszuspielen und kam frei zum Schuss – doch da war ja noch Daniel Reber, der den Wurf auf sechs Metern sicher parierte.

Super Daniel!

tönte es da zum ersten Mal vom Hallensprecher wie noch weitere unzĂ€hlige Male in diesem Spiel. Beim anschließenden Konter konnte Martin Geiger bei seinem freien Abschluss nur durch ein Foul gestoppt werden. Den anschließenden 7-Meter verwertete erneut Gianluca Pauli sicher. Nach drei Minuten schien das Spiel schon halb gelaufen.

Oldie Hartwig Schenk gibt den GĂ€sten Sicherheit

Doch dann kam Spielertrainer Hartwig Schenk bei den GĂ€sten von der Bank ins Spiel. Viele Tore steuerte er nicht bei, doch er gab seiner Mannschaft in Angriff und Abwehr mehr Ruhe.  Das fruchtete: Der SG Heddesheim gelang fĂŒr fĂŒnf Minuten kein Tor mehr. Nach 8 Minuten stand es auf einmal 3:3. Dies hatte mehrere GrĂŒnde: Das Heddesheimer Positionsspiel haperte und freie Konter wurden vorne vergeben, wie von Martin Geiger beim Stand von 3:1 am Kreis. Den Halb-Linken Jörg Baresel ließ die Heddesheimer Abwehr auf einmal gewĂ€hren und ihm gelangen zwei einfache Tore aus zehn Metern, hinzu kam ein Konter. Im Spiel der Heddesheimer war nun der erste kleine Bruch zu spĂŒren. Danach vergab Nicola Stabel vorne, doch Steffen Wacker fing den Abpraller vom Torwart und konnte so wieder die erste FĂŒhrung fĂŒr die SG Heddesheim herauswerfen. Doch im direkten Gegenzug traf erneut die HSG Langenau-Elchingen, als sich die Heddesheimer Abwehr noch nicht formiert hatte zum 4:4 nach zehn Minuten.

Die Löwen ziehen vorerst davon

In den nĂ€chsten elf Minuten fiel dann die vermeintliche Vorentscheidung fĂŒr die SG Heddesheim. Martin Doll erzielte nach einem Konter sein erstes Tor zum 5:4. Daraufhin konnte Philipp Renner fĂŒr Langenau-Elchingen zum letzten Mal in diesem Spiel zum 5:5 ausgleichen. Das ist umso ĂŒberraschender, als dass in dieser Aktion die SG Heddesheim eine Zeitstrafe von Martin Geiger zu ĂŒberstehen hatte. Martin Doll ging einfach durch die Mitte durch zwei Mann durch und ließ dabei auch den Spielertrainer Hartwig Schenk alt aussehen. Danach hielt wieder Daniel einen sehr stark geworfenen Ball aus dem RĂŒckraum. Rechtsaußen Christian Buse machte sich auf die Reise, erhielt an der Mittellinie den Ball, dribbelte mit einem schönen Wackler durch die Abwehr und verwandelte zum 7:5. Da war die Zeitstrafe fĂŒr Martin Geiger schon ĂŒberstanden und die SG Heddesheim hatte da mal wieder ihre mannschaftliche StĂ€rke demonstriert.

TorhĂŒter Daniel Reber als Torvorbereiter

Nach dem 7:6 sorgte Martin Doll mit einem Gewaltwurf, der schnell wie ein Pfeil ins Langenauer Tor flog, fĂŒr das 8:6. In der Abwehr hatten die Löwen den Gegner wieder im Griff und so bereitete Martin Doll mit einem feinen Pass auf Martin Geiger das 9:6 vor. Daniel Reber zeigte hielt wieder einen sehr harten Wurf aus dem RĂŒckraum. Anschließend passte er den Ball sehr schnell auf Christian Buse. Der gegnerische Torwart versuchte den Ball abzufangen, doch Christian Buse spielte ihn einfach aus und markierte das 10:6. Danach spielte Daniel Reber nach einem weiteren gesicherten Ball einen Pass in Expresstempo zum Linksaußen Marco Dubois. Der verwandelte den freien Ball sicher und mit dem 11:6 schienen die Löwen schienen nach 21 Minuten endgĂŒltig auf der Siegerstraße angekommen.

Die Löwen schwÀcheln vor der Pause

Doch Jörg Baresel tritt erneut aus dem RĂŒckraum zum 11:7 und leutet damit eine unerwartete Aufholjagd fĂŒr Langenau-Elchingen ein. Daniel Reber schien sie aufzuhalten, als er erneut einen Konter souverĂ€n parierte. Vier Minuten spĂ€ter steht es trotzdem nur noch 11:9 fĂŒr die Löwen. Anschließend wirft Martin Doll sogar dem gegnerischen Torwart den Ball in die Arme. Langenau-Elchingen verliert im direkten Gegenzug selber erneut den Ball. Erst bei drohendem Ballverlust durch Zeitspiel gelingt Martin Doll dann wieder ein Treffer aus dem RĂŒckraum zum 12:9.

Fehler hĂŒben wie drĂŒben

Doch Langenau-Elchingen kommt wieder zu einem einfachem Tor: Der Mittelmann der GĂ€ste warf Daniel Reber den Ball aus dem Stand aus 10 Metern zum 12:10 durch die Beine – die einzige Aktion im gesamten Spiel, bei der Daniel Reber nicht gut aussah. Den anschließenden Konter vergab Martin Doll in der zweiten Welle. Danach parierte Daniel Reber erneut einen Wurf, doch Steffen Wacker warf beim Konter von rechts frei ĂŒber das Tor. Und so stand es nach einem 7-Meter, den Spielertrainer Hartwig Schenk fĂŒr die GĂ€ste sicher verwandelte, nur noch 12:11 nach 28 Minuten. Christian Buse traf anschließend von Rechtsaußen mit einem schönen Aufsetzer zum 13:11 . Martin Doll  fing danach in der Abwehr den Ball wunderbar heraus. Leider unterlief ihm danach ein Fehler: Er spielte bei diesem knappen Spielstand einen Pass, ohne zu schauen, wo seine Mitspieler sind – ohne Erfolg. Der Ball landete im Seitenaus.

Das nehme ich auf meine Kappe. Eines dĂŒrfen wir zuhause nicht verlieren: Unser schnelles Spiel nach vorne, weil wir eben keine GrĂ¶ĂŸenvorteile im Positionsspiel haben. Auch wenn wir dann mal einen Fehler machen, machen wir zwei Dinge wieder vorne richtig und erzielen viele einfache Tore,

so Frank Schmiedel zu dieser Aktion.

Langenau-Elchingen schlug daraus kein Kapital. Christian Buse lief erneut einen Konter und konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Die Folge: 7-Meter und eine Zeitstrafe. Gianluca Pauli traf zum 14:11. Den letzten Wurf vor der Pause konnte wieder Daniel Reber halten, der den Löwenanteil an der 14:11 HalbzeitfĂŒhrung hatte. Martin Dolls Fehler erklĂ€rten sich zudem daraus, dass das Heddesheimer Positionsspiel zu sehr auf ihn ausgerichtet war und zu wenig Bewegung im Heddesheimer Spiel war, wenn kein Konter gelaufen wurde.

Zu Beginn der zweiten HÀlfte zeigen die Löwen endlich ihr wahres Gesicht

Die zweite Halbzeit begann so, wie die erste aufgehört hatte: Christian Buse warf den Ball an die Latte, Langenau-Elchingen konnte auf 14:12 verkĂŒrzen. Anschließend beging Martin Doll ein StĂŒrmerfoul. Nachdem Hartwig Schenk fĂŒr Langenau-Elchingen nur den Pfosten traf, vergab Steffen Wacker erneut. Martin Doll löste dann aber endlich den Knoten: In einem weiteren Gegenstoß lief er im weiten Bogen ĂŒber die rechte Seite in die LĂŒcke auf der linken Seite und traf zum 15:12 nach 33 Minuten. Steffen Wacker traf 40 Sekunden spĂ€ter nach einem weiteren Gegenstoß zum 16:12. Danach hĂ€lt Daniel Reber gegen Hartwig Schenk einen 7-Meter. Den anschließenden Konter vergab zwar Martin Geiger. Aber wieder scheiterten die GĂ€ste ihrerseits beim Konter an Daniel Reber. Aus der RĂŒckraum Mitte erzielte dann Martin Doll das 17:12 nach 35 Minuten. Eine zwischenzeitliche Zeitstrafe fĂŒr Andreas Schmitt stellte in dieser Phase auch kein Problem mehr dar. So sollte es im Heddesheimer Spiel weiter gehen: Die Abwehr und Daniel Reber ĂŒberboten sich darin, den Langenauer Angriff vor schwierige bis unlösbare Aufgaben zu stellen. Ein wichtiger Faktor war fĂŒr Frank Schmiedel auch, dass nun die anderen Spieler im RĂŒckraum Martin Doll entlasteten.

In der zweiten Halbzeit waren wir auch im RĂŒckraum laufbereiter, wir haben mehr ĂŒber Martin Geiger am Kreis gekreuzt und so LĂŒcken in die Abwehr gerissen. Die daraus entstehenden Chancen haben wir dann auch besser genutzt. Wenn man mal mit fĂŒnf, sechs Toren fĂŒhrt geht der Ball auch einfacher von der Hand.

Genauso kam es dann auch, als Steffen Wacker aus 11 Metern den Torwart mit einem Aufsetzer ĂŒber seinen Kopf zum 18:12 nach 37 Minuten ĂŒberwand. So ging es dann die nĂ€chsten 8 Minuten weiter. Beim Stand von 23:15 spielte Martin Doll den Ball aus der Abwehr zu Nicola Stabel, der sich im Konter im Eins gegen Eins durchsetzte und sicher traf. Beim Stand von 24:15 schleuderte Spielertrainer Hartwig Schenk den Ball beim Anwurf aus Frust mit voller Wucht auf den Boden, sodass er in der Luft wegsprang. DafĂŒr gab es eine Zeitstrafe fĂŒr Langenau-Elchingen. Die SG Heddesheim konnte sich so nach 45 Minuten auf 25:15 absetzen. Das Spiel war entschieden. In der letzten Viertelstunde wurde  dann der Sieg locker nach Hause gefahren, am Ende stand es 30:22, weil Frank Schmiedel auch munter wechselte.

Man of the match: Daniel Reber

Der beste Mann auf dem Platz war zweifelsohne Daniel Reber. Trotz Fehlern lieferte Martin Doll im RĂŒckraum auch einen sehr starken Auftritt ab. Gerade in der Oberliga Baden-WĂŒrttemberg ist Handball aber ein Mannschaftssport, sodass seine Kollegen im RĂŒckraum ihn im gesamten Spiel stĂ€rker als gestern entlasten mĂŒssen, damit ihn die Abwehr nicht zu Fehlern zwingt.  Gewohnt kaltschnĂ€uzig zeigte sich Christian Buse auf Rechtsaußen, der ein ums andere Mal pfeilschnelle Konter lief und fĂŒr viel Bewegung sorgt. DafĂŒr ĂŒberzeugte aber die Abwehr und das Konterspiel vollends. Insgesamt war es gerade in der zweiten Halbzeit ein toller Auftritt, daher betonte Frank Schmiedel:

Wir dĂŒrfen eines nicht vergessen: Wir sind Aufsteiger, spielen um den Klassenerhalt und in dieser Liga zu gewinnen ist schwer.Daher freue ich mich riesig ĂŒber dieses Ergebnis. Die Mannschaft hat auch heute wieder alles gegeben und toll gespielt. Klar ist: Wir mĂŒssen auf dem Boden bleiben, es geht um den Klassenerhalt und wir werden nicht jeden Gegner so klar schlagen.

Vier Siegen aus vier Heimspielen stehen nun drei Niederlagenn aus drei AuswĂ€rtsspielen gegenĂŒber. Das nĂ€chste Heimspiel der SG Heddesheim ist bereits am folgenden Sonntag, den 20.10, um 17:00 Uhr in der Nordbadenhalle gegen den MTG Wangen.

FĂŒr die SG Heddesheim spielten:

Im Tor: Daniel Reber, Christian Schemenauer (bei einem 7-Meter)

Im Feld (Tore/davon 7-Meter): Felix Hildenbeutel, Martin Geiger (3), Steffen Wacker (4), Andreas Schmitt, Nicola Stabel (2), Sebastian Wingendorf, Christian Buse (4), Martin Doll (7), Marco Dubois (3/1), Elmar Patzwald (2), Gianluca Pauli (3/2),  Julian Diefenbach (2)