Samstag, 19. August 2017

Verschlusssache XII

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Satire

B├╝rgermeister K.
Ratlosplatz/Rangierbahnhof
Pfenningheim

+++Verschlusssache+++ Nicht f├╝r die ├ľffentlichkeit / Status: +++GEHEIM+++├óÔéČ┬ĘAz: 08/15-XII, +++Verschlusssache+++

Betreff: Disziplin

Sehr geehrter Herr Dr. D.,

ich muss Sie dringend bitten, sich an die Absprachen zu halten. Nat├╝rlich ist es so, dass es zwischen uns keine Geheimnisse gibt, die ich Ihnen erlaube zu wissen.

Aber bislang bin ich davon ausgegangen, dass Sie die Form wahren. Bei der verwaltungsinternen Beratung zu diesem schamlosen, infamen, ja gar taliban├Ąren Angriff der Gr├╝nen in Sachen Befangenheit haben Sie Volli nichts besseres zu tun, als sich bei der Beratung zu uns zu stellen.

Sie m├Âgen meinen, dass Ihnen das zusteht… Das tut es ja auch, aber doch nicht in aller ├ľffentlichkeit! Ein wenig sollten wir schon den Schein waren. So musste ich diesen St├Ârenfried P. wegschicken und ihm sagen, dass er im Gegensatz zu Ihnen nicht erw├╝nscht ist. Und dieser ehrlose Gesell hat doch nichts besseres zu tun, als meine unbedachte ├âÔÇ×u├čerung ├Âffentlich zu wiederholen und die ins Protokoll zu fordern!!!

Herr Dr. D. – Sie wissen, dass ich Sie sch├Ątze, vor allem, weil Sie keine unn├Âtigen Fragen stellen. Doch ich muss Sie kritisieren: Ich bin bestimmt kein guter Redner, aber mit Verlaub, Ihre Exkurse gehen ├╝ber das zumutbare Ma├č hinaus.

Als Zerm├╝rbungstaktik waren sie genial eingesetzt – aber jetzt hei├čt es Gas zu geben. Wir haben unn├Âtig Zeit verloren. Haben Sie den N. gesehen, wie nerv├Âs der wurde? Und dann holen Sie aus und verstricken sich ins Ungewisse?

Es kann nicht angehen, dass ich beim geringsten Anlass jedem von diesen St├Ârenfrieden unwirsch ├╝bers Maul fahre und Sie dann zu Exkursen ausholen, die kein Mensch mehr versteht. Aktuell hatte ich den Eindruck, dass Sie sich selbst nicht mehr verstehen und dass alle, die anwesend waren, dies auch dachten. Nicht zum ersten Mal so nebenbei bemerkt.

Schweigen, Herr Dr. D., ist oft Gold wert. Dar├╝ber sind wir uns doch einig, oder?

Der Rest Ihrer Franktion h├Ąlt sich daran – Sie haben keine Verpflichtung, das zu kompensieren.

Wie verabredet geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter.

Ich kann keine Ãœberraschungen mehr gebrauchen.

Sicherlich werden wir nicht ├╝berrascht sein, wenn es Klagen gegen unseren Jahrhundertbeschluss gibt, der nicht so „w├╝rdig“ war, wie ich mir das erhofft hatte.

Dabei hatte ich schon die Amtskette bereit gelegt und war bereit das Deutschlandlied in einer Adaption auf Pfenning zu singen: „bl├╝h├╝he einig Pfennigland“.

Dieser rechthaberische Schmutzfink und seine instrumentalisierten Moosk├Âppe haben uns alles, aber auch alles versaut.

Ja, ich wei├č, was Sie jetzt denken. Der M. mit seinem „Knopf, den er jetzt dranmacht“, ist nur insofern hilfreich, als dass er und seine „Genossen“ wissen, wann sie die Hand zu heben haben. (Den B. ausgenommen) Man muss nur Angst haben, wenn er den Mund aufmacht. Manchmal kann ich den Schmutzfink auch verstehen, wenn der nur eine wegwischende Handbewegung f├╝r den M. ├╝brig hat.

Aber im Gegensatz zu Ihnen hat der Soze nicht so viel dummes langwieriges Zeug gesagt. Herr Dr. D.: „Demographischer Wandel in Zusammenhang mit einer Jahrhundertentscheidung? Sind Sie noch bei Trost oder brauchen Sie schon Hilfe, um ├╝ber die Stra├če zu denken?“

Also, Disziplin bitte. Die Gegenseite wird zum Schlag ausholen. Wir m├╝ssen uns jetzt beeilen und Fakten schaffen.

Sobald der Mutterboden abgeschoben ist und die ersten Fundamente gesetzt sind, haben wir die Fakten geschaffen.

Darauf konzentrieren wir uns jetzt bitte.

B├╝rgermeiser K.

P.S.
Das Gleis, ob es kommt oder nicht, ist Ihr Problem. Ich habe alles daf├╝r getan, das zu ar“rangieren“. Sie haben Ihre Glaubw├╝rdigkeit daran gebunden. Selbst schuld, wenn sich irgendwann alle fragen, ob sie „Bahnhof“ verstanden haben. In der Sache kann ich Ihnen leider nicht mehr helfen.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.