Dienstag, 28. M├Ąrz 2017

Dahli feat. Mary N. - Du gehst

Ohrwurm made in Ilvesheim und Heddesheim

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Marina Neef und Dalibor Lucic: In der Metropolregion auch bekannt als Mary N. und Dahli.

 

Heddesheim/Ilvesheim, 14. September 2013. (red/aw) Es ist die Leidenschaft f├╝r die Musik, die sie verbindet: Marina Neef aus Heddesheim und Dalibor Lucic aus Ilvesheim machen seit etwa sechs Jahren gemeinsame Sache. Musik ist ihr Hobby und jetzt haben sie ihren ersten professionellen Videoclip gedreht. Mit Erfolg, denn in zehn Tagen erhielten sie ├╝ber 2.000 Klicks auf der Video-Plattform Youtube. F├╝r die Beiden allerdings kein Grund gleich abzuheben.

Von Alexandra Weichbrodt

„Du gehst“ ist Lovepop made in Ilvesheim und Heddesheim. Der Beat, der Text: Alles stammt aus der Feder von Dalibor Lucic. In seinem Heimstudio erarbeitete der 32-J├Ąhrige die deutsche Rap-Pop Nummer. Ein Titel, der ins Ohr geht. Sprechgesang gepaart mit melodischen Teilen, gesungen von Marina Neef.

Zwischen uns passt es einfach. Ich hatte die Beats schon lange, suchte nur noch die passende Hook. Marinas Stimme ist ein Brett, sie passt perfekt,

so Dalibor, der als Produzent und Rapper besser bekannt ist unter dem Namen Dahli. Auch Marina hat sich f├╝r das gemeinsame Projekt einen K├╝nstlernamen zugelegt: Mary N..┬áZusammen sind sie Dahli feat. Mary N. und haben eine „Mission“, wie sie scherzhaft sagen. Die Mission der guten Musik? Ja, vielleicht. Aber vor allem die Mission der Leidenschaft f├╝r etwas.

„Du gehst“ ist der erste gemeinsame Song

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Der 32-j├Ąhrige Produzent und Rapper steht auf Kool Savas. Savas selbst bezeichnet sich als „King of Rap“.

Beide machen schon lange Musik. Die 36-j├Ąhrige Marina sang schon „immer“ und „alles“.┬áSie sang in verschiedenen Bands, u. a. f├╝r die Country-Combo Billy White und trat auf Hochzeiten auf.

Dahli ist Rapper aus Leidenschaft, wuchs auf mit Vorbildern wie Kool Savas. Er fing als Produzent mit Drum’n’Bass-St├╝cken an, rappte aber auch St├╝cke┬áaus der┬áSparte „Gangsta-Rap“.┬áKraftausdr├╝cke und P├Âbeleien waren lange Zeit Teil seines Reportoires.

Doch man wird ├Ąlter und reifer, heute dr├╝cke ich mich anders aus,

sagt er. Allerdings ohne dabei an Authentizit├Ąt zu verlieren. Gut so, denn sonst h├Ątte die Zusammenarbeit mit Marina auch nicht funktioniert. Die 32-j├Ąhrige Mama und Ehefrau findet diese Art von Texten n├Ąmlich alles andere als gut:

Ich finde man kann sich auch ausdr├╝cken, ohne verletztend oder beleidigend zu sein.

Sie hat eine 12-j├Ąhrige Tochter, der sie nun manchmal ein bisschen peinlich ist. „Sie hat gesagt, dass sie das Video besser f├Ąnde, wenn man mich nicht darin sehen w├╝rde“, erz├Ąhlt Marina. Das sei aber okay, eigentlich sei sie ein gro├čer Fan. Jetzt, da aber jeder die Mama im Internet sehen k├Ânne, sei das schon ein wenig komisch.┬áMarinas gr├Â├čter┬áFan ist die Schwiegermama, unterst├╝tzt wird sie allerdings von der gesamten Familie.

Ich k├Ânnte ohne Musik nicht existieren. Das ist mein Ventil.

├ähnlich ist das auch bei Dalibor. Bei ihm Zuhause ist Musik ein gro├čes Thema. Seine Freundin Ayse ist Unterst├╝tzerin und Kritikerin gleicherma├čen:

Und Ideengeberin: Von ihr stammt die Idee mit der Telefonzelle im Video.

Dalibor und Marina lernten sich im Supermarkt kennen. Beide arbeiten dort, sie – eigentlich gelernte Krankenschwester – ist Fachverk├Ąuferin, er Abteilungsleiter im Service. ├ťber acht Jahre kennen sie sich, jetzt kam es zum ersten richtigen Projekt.

Ein Hobby, das Einsatz fordert

Ganze drei Wochen hat die Fertigstellung von „Du gehst“┬ágedauert. Der Dreh f├╝r das Video noch einmal┬áetwa sieben Stunden.

Wir wollten den Menschen auch etwas Visuelles zum Song bieten, daher das Video. F├╝r uns beide war es der erste Dreh.

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Die 36-j├Ąhrige Mama sagt: „Meiner Tochter ist das eher peinlich.“

Damit spiele man noch einmal mit einer „ganz anderen Liga“. Aufregend und unterhaltsam seien die Dreharbeiten gelaufen, aber sie waren auch angespannt, erz├Ąhlen die beiden.

Professionelle Unterst├╝tzung erhielten sie von Goltpicture, der Firma von Kumpel Tim. „In den Bereichen, in denen wir uns bewegen, bist du auf Hilfe angewiesen. Das ist ein Geben und Nehmen,“ erkl├Ąrt Dahli.

Ja, Musik machen ist kein billiges Hobby. Auch, wenn dank digitaler Technik gro├če Instrumentenanschaffungen ausbleiben.

Trotzdem investieren selbst Amateure viel. Vor allem Zeit. Dalibor sei au├čerdem ein „totaler Perfektionist“, verr├Ąt Marina. Aber Dalibor ist auch loyal:

W├╝rde mir eine Plattenfirma anbieten „Du gehst“ gro├č rauszubringen, dann definitiv nur mit Marina.

Kompromisse, nur f├╝r den Erfolg kommen f├╝r ihn nicht in Frage. „Ich w├╝rde ein solches Angebot nur annehmen, wenn ich genau das machen kann, was ich will.“ Doch sowohl Dalibor als auch Marina sind beide Realisten. Sie wissen, wie es in der Branche um K├╝nstler steht, die ihr eigenes Ding machen wollen: „Die haben es schwer“.

Heutztage werden K├╝nstler geformt. Das Outfit, das Auftreten, der Song – alles wird von anderen Leuten produziert und der K├╝nstler selbst ist nur noch in der ausf├╝hrenden Rolle,

sagt┬áMary N.. Sie hingegen sei nicht mehr „verbiegbar“. Dass es heute mehr um den Vermarktungswert als um Talent geht, haben┬ábeide pers├Ânlich erlebt. Beide haben Casting-Erfahrung, beide wurden aussortiert. „Zu alt“, hie├č es unter anderem. Alles auf die Musik setzen w├╝rden die Zwei┬ádaher „niemals“.

Alles f├╝r die Musik aufgeben? „Niemals!“

Wir sind f├╝r alle Optionen offen, aber auch realistisch. Wir haben beide viel Verantwortung und brauchen eine gewisse Sicherheit,

sagt Dalibor. Wenn es das Schicksal wolle, dass der gro├če Durchbruch kommt, dann werde man es merken.

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Stehen mit beiden Beinen fest im Leben: Mary N. und Dahli sind Realisten.

Man m├╝sse aufpassen, versprochen werde einem in der Branche viel. Aktiv Klinken putzen an den┬ágro├čen T├╝ren der Plattenfirmen wollen sie nicht.

Zum Teil, weil sie zufrieden sind mit ihrem Leben – so wie es jetzt ist. Zum Teil aber auch, weil sie Angst vor der Entt├Ąuschung haben. Denn Tr├Ąume haben haben sie trotz aller Bodenst├Ąndigkeit beide:

Klar, tr├Ąume ich. Ich w├╝rde gerne mal vor so richtig vielen Leuten singen. Vor Zehn- oder F├╝nfzehntausend Menschen zu stehen, muss ein tolles Gef├╝hl sein,

sagt Marina. Dalibor h├Ątte mal Bock auf einen Auftritt mit richtiger Live-Band oder ein Feature mit Vorbild Kool Savas.

Doch vor allem wollen sie „menschlich sauber bleiben“. Arbeiten, Geld verdienen und nebenbei das machen, was ihnen Spa├č macht.

Von positiver Resonanz „├╝berrollt“

Die Resonanz auf „Du gehst“ hat beide ├╝berrascht. Die Klickzahl – quasi ohne Bekanntheitsgrad – hat sie „├╝berrollt“ (Anm. d. Red.: Wir sind auch nicht ganz unschuldig und haben das Video gleich bei Facebook gepostet, da hatte es 700 Aufrufe…). Ein bisschen Promi-Feeling komme schon auf, wenn sie von fremden Leuten auf ihr Video angesprochen werden.

Total faszinierend ist auch die breite Altersklasse derjenigen, die unsere Musik geh├Ârt haben. Von jung bis alt kommt Feedback,

schw├Ąrmt Marina.

Ob die Zusammenarbeit von Dahli und Mary N. Zukunft hat, werde man sehen. „Wir arbeiten zur Zeit an einem zweiten Song“, sagt Dalibor. Viel verraten wollen sie noch nicht, „traurig“ aber soll er sein, mit viel Emotion. Vielleicht geht die Zusammenarbeit weiter, vielleicht auch nicht. Die zwei Heart-Beat-Musiker lassen sich treiben.

Vom Leben und von der Leidenschaft zur Musik.