Samstag, 26. Mai 2018

U18 - Die Wahl fĂŒr Kinder und Jugendliche

Der Weg zur Wahl-Urne!

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Wie wÀhlen?

 

Heddesheim, 13. Juli 2013. (red/sw) Heddesheim beteiligt sich in diesem Jahr erstmalig am Projekt „U18 – Die Wahl fĂŒr Kinder und Jugendliche. Am Freitag gab es im Jugendhaus „Just“ dazu eine Informationsveranstaltung. Die Wahl, an der alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aller NationalitĂ€ten teilnehmen dĂŒrfen, findet am Freitag, 13. September 2013 statt.

Von Susanne Warmuth

In einem Jugendklub in Berlin-Wedding wurde bereits 1996 die Idee geboren, Jugendliche an der Wahl zum Berliner Abgeordneten-Haus zu beteiligen – die Abstimmung floss natĂŒrlich nicht in das „echte“ Wahlergebnis mit ein. Trotzdem war es interessant zu sehen, wie Kinder und Jugendliche wĂ€hlen wĂŒrden, wenn sie dĂŒrften. Bei diesem ersten Projekt beteiligten sich 40 Mitglieder des Jugendklubs. Die Zielsetzung war damals schon eine Ă€hnliche wie im Jahr 2013:

  • den Kindern und Jugendlichen helfen, Politik zu verstehen
  • die Unterschiede der Parteiprogramme zu erkennen
  • zu lernen, die Versprechen der Politiker und Politikerinnen zu hinterfragen
  • die eigenen Ziele und WĂŒnsche zu erkennen
  • Antworten auf politische Fragen zu finden
  • zu erfahren, wie man aktiv sein Lebensumfeld mitgestalten kann.

Das Projekt wurde weiter ausgebaut, 2002 erstmals begleitend zur Bundestagswahl. In Berlin und wenigen anderen deutschen StĂ€dte fĂŒllten ungefĂ€hr 20.000 Kinder und Jugendliche Kopien der offiziellen Wahlzettel aus. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es flĂ€chendeckend U18-Wahllokale. Die Teilnehmerzahl lag schon bei ĂŒber 127.000 in fast 1.100 Wahllokalen! Auch bei Kommunalwahlen in verschiedenen StĂ€dten wurden Jugendliche in den vergangenen Jahren immer öfter zur Urne gebeten.

Jugendwahl 2013 in Verbindung mit der Bundestagswahl

Im Herbst diesen Jahres ist wieder Bundestagswahl, die Jugendwahl dazu findet neun Tage zuvor, am 13. September statt. Wie schon gewohnt, bekommen die angehenden WĂ€hler Kopien der echten Wahlunterlagen und stimmen ab – fast wie die Erwachsenen, jedoch weniger formell: Kommen und wĂ€hlen darf jeder, egal ob Deutscher oder AuslĂ€nder, registrieren muss sich niemand. Freiwillige Wahlhelfer zĂ€hlen die Ergebnisse aus. Die originellsten Wahlurnen werden prĂ€miert.

Die Auswertung der Wahl kann am Wahltag live auf www.u18.org verfolgt werden. Nach der Auswertung erhalten die Wahllokale Anregungen darĂŒber, wie sie mit den Ergebnissen umgehen könnten – dies ist besonders wichtig, wenn zum Beispiel in einem Wahlbezirk auffĂ€llig viele Stimmen fĂŒr rechte Parteien abgegeben wurden. Ein solches Ergebnis sollte dann auch als deutliches Warnsignal fĂŒr die örtliche Politik verstanden werden.

Heddesheim als Pionier in Sachen Jugendwahl

Heddesheim_Jugendwahl2013_20130712 (02a)Um die Kinder  und Jugendlichen der Gemeinde Heddesheim vorab mit den AblĂ€ufen vertraut zu machen und vor allem um sie dazu anzuregen, sich Gedanken ĂŒber ihre Wahlentscheidung zu machen, fand gestern in den RĂ€umen des Heddesheimer Jugendhauses „Just“ eine Informationsveranstaltung statt. Kirstin Wolski, Schulsozialarbeiterin an der Karl-Drais-Schule und Uli Biedermann, Jugendsozialarbeiter der Gemeinde Heddesheim und Leiter des „Just“, haben die Arbeit nicht gescheut. In sechs Stationen wurden die Kinder dazu angeleitet sich darĂŒber Gedanken zu machen, wie Politik in Deutschland funktioniert und wie die BĂŒrger darauf Einfluss nehmen können.

Beim „Merkel-Telefon“ konnte man der Kanzlerin schreiben oder sagen, was man ihr schon immer mal mitteilen wollte. Der Beitrag einer SchĂŒlerin:

Vielleicht könnten Sie sich einen Tag nehmen, um die WĂŒnsche der Kinder zu erfĂŒllen?

An dieser Station zeigte sich, dass eine so freie Formulierung nicht einfach ist.

„Wenn ich Kanzler/in wĂ€re…“ fand großen Anklang. Hier konnten die Kinder konkrete VorschlĂ€ge machen, was in Deutschland verbessert werden sollte. Es zeigte sich, dass Umweltschutz, neben einigen anderen Themen, die Teilnehmer sehr beschĂ€ftigt.

Heddesheim_Jugendwahl2013_20130712 (05a) Kopie

Das Plakat, auf dem die SchĂŒler aufschreiben konnten, fĂŒr was sie „Ihr letztes Hemd“ geben wĂŒrden, d. h. was ihnen besonders wichtig ist, fand großen Anklang. Hier ĂŒberwiegen Themen wie Umweltschutz, Soziale Gerechtigkeit und Weltfrieden.

Die Besucherzahl hĂ€tte etwas besser sein können. Zur Veranstaltung eingeladen waren sowohl Heddesheimer SchĂŒler als auch die SchĂŒler der umliegenden weiterfĂŒhrenden Schulen, da sich allein Heddesheim an der Jugendwahl beteiligen wird. Zwischen 30 und 50 Kinder und Jugendliche kamen nach SchĂ€tzung der Veranstalter ĂŒber den Nachmittag verteilt.

Beim nĂ€chsten Mal versuchen wir, eine engere Kooperation mit den Schulen des Umlandes zu realisieren. Wir möchten vor allem die Gemeinschaftskunde-Lehrer mit ins Boot nehmen, um so mehr SchĂŒler mit dem Projekt vertraut zu machen!,

so die PlÀne von Uli Biedermann.