Dienstag, 12. Dezember 2017

Logistiker wirft Medien falsche Berichterstattung vor

Alles gut oder alles schlecht in Pfenningheim?

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Heddesheim, 13. M├Ąrz 2014. (red) Das ┬áangeschlagene Logistik-Unternehmen „Pfenning“ wehrt sich gegen angeblich falsche Berichte in verschiedenen Medien – das ist ulkig, denn insbesondere das Hausmedium Mannheimer Morgen hat dem Unternehmen breiten Raum gegeben, um die schlechte wirtschaftliche Situation als vollkommen „normal“ darzustellen.

Von Hardy Prothmann

pfenning heddesheim

Die H├Ąlfte des Orts sieht das anders. Quelle: Mitteilungsblatt

„Wir sind Pfenning, wir sind Heddesheim“, macht die Anzeige auf. Bis zu „Pfenningheim“ ist es da nicht mehr weit. Die Anzeige gibt vor, dass einige Mitarbeiter sich zusammengesetzt h├Ątten, um einen Text f├╝r ihr tolles Unternehmen zu schreiben und diesen mit ihrem Namen und ihrer Unterschrift zu besiegeln.

Soll man glauben, dass die genannten Mitarbeiter diesen Text geschrieben haben und die Anzeige selbst aufgegeben haben? Doch wohl eher nicht.

„Ger├╝chte und Mutma├čungen“

„Pfenning“ beschwert sich ├╝ber „Ger├╝chte und Mutma├čungen“ in den Medien. Nun: 2008 gab Pfenning die Mitarbeiterzahl mit 1.850 an. Laut Homepage sind 1.650 Menschen besch├Ąftigt. In der Anzeige schreibt Pfenning selbst 1.700 – und das nach Entlassungen von 64 Mitarbeitern im Herbst. In der Anzeige schreibt „Pfenning“ von 800 eigenen Fahrzeugen. Mindestens 2010 war aber von ├╝ber 1.000 eigenen Fahrzeugen die Rede. Wie schafft man mehr Gesch├Ąft mit 20 Prozent weniger Fahrzeugen? Gar nicht oder mit Subunternehmern. 2008 gibt Pfenning 210 Millionen Euro Umsatz an. Das Handelsblatt schreibt sogar 220 Millionen Euro. In der Bilanz sind es nur 176 Millionen Euro. Aktuell sind es nur noch 150 Millionen Euro. Pfenning gibt seit Jahren 40 Standorte an. In Rum├Ąnien und Ungarn wurden Standorte geschlossen und in der Region ebenfalls. Und trotzdem bleibt die Zahl gleich? Welche Zahlen stimmen?┬á„Pfenning“ behauptet, ein solider Arbeitgeber zu sein. Wir konnten nachweisen, dass das Unternehmen Leiharbeiter bucht, die mit 8,19 Euro brutto abgespeist werden. Nachweisen hei├čt, wir k├Ânnen unsere recherchierten Fakten belegen. Die Gewerkschaften nennen „Pfenning“ einen Tariffl├╝chtling. Das ist das Gegenteil von „Ger├╝chten und Mutma├čungen“.

Falschbehauptungen

Niemand hat „Pfenning“ gezwungen zu behaupten, dass 1.000 Arbeitspl├Ątze entstehen. Niemand hat „Pfenning“ gezwungen zu behaupten, dass die Schiene kommt. Niemand hat „Pfenning“ gezwungen zu behaupten, dass das Unternehmen „erhebliche Gewerbesteuerzahlungen“ leisten w├╝rde. „Pfenning“ hat behauptet, die Investition sei eine „Generationenentscheidung“ – tats├Ąchlich wurde die Immobilie ver├Ąu├čert, bevor sie fertig war. Nichts von den Versprechungen ist also eingetroffen. „Pfenning“ selbst hat diese Falschbehauptungen in die Welt gesetzt, um den Zuschlag f├╝r das Logistikzentrum zu bekommen.

Weiter behauptet „Pfenning“, es gehe dem Unternehmen gut. Wie passt das zur Massenentlassung mit miesem Sozialplan „um das ├ťberleben des Unternehmens zu sichern?“. Ob 29 oder „nur“ 11,5 Prozent weniger Umsatz ├╝ber Jahre (je nachdem, welcher Umsatzzahl man glauben schenkt) zeigen kein prosperierendes Unternehmen, sondern eins, das am Rand der Pleite k├Ąmpft. B├╝rgermeister Michael Kessler, die Gemeinderatsmehrheit und „Pfenning“ haben aber ein solventes, gut gehendes Unternehmen versprochen, obwohl sich schon 2009 abzeichnete, dass „Pfenning“ angeschlagen ist.

„Pfenning“ behauptet zudem, es sei „einfacher, ├╝ber jemanden zu reden, als mit ihm“. Wie kommt das Unternehmen zu solch einer Aussage. Im Mannheimer Morgen durfte sich die Gesch├Ąftsleitung ausbreiten und alle Kritik abwiegeln. Zutreffend ist: Wir haben nicht mit „Pfenning“ gesprochen. Der Grund ist ein einfacher: „Pfenning“ reagiert nicht auf unsere Anfragen. Intervieww├╝nsche wurden abgelehnt, emails nicht beantwortet. Irgendwann haben wir aufgegeben, bei „Pfenning“ nachzufragen, weil man dort offensichtlich nur die Hofberichterstatter ber├╝cksichtigt.

„Pfenning“ hat uns auch schon angezeigt – wurde eingestellt. „Pfenning“ hat uns schon mit Klagen gedroht und w├╝rde die Drohung sicher wahr machen, wenn man einen Hebel h├Ątte. Das w├Ąre der Fall, wenn wir falsche Informationen verbreiten w├╝rden. Wir haben einmal einen Fehler gemacht und eine Laster abgebildet und diesen f├Ąlschlicherweise als „Pfenning“-Lkw bezeichnet. War das ein Fest f├╝r „Pfenning“ – das wurde sofort auf der Homepage als „Beweis“ f├╝r unsere insgesamt falsche Berichterstattung gedeutet. Dass wir nach Kenntnis den Fehler sofort transparent korrigiert hatten, fand keine Erw├Ąhnung.

Mit „Pfenning“ kam der Streit ins Dorf

„Pfenning“ ist ein unseri├Âses Unternehmen, das Arbeitnehmer schlecht bezahlt und durch zeitlich befristete Vertr├Ąge und Leiharbeit ausnutzt bis zum Anschlag. „Pfenning“ informiert unseri├Âs bis hin zur glatten L├╝ge. „Pfenning“ macht Versprechungen, von denen man selbst wei├č, dass diese nicht eingehalten werden. Und das soll „Heddesheim“ sein?

Seit „Pfenning“ in Heddesheim ist, gibt es Streit im Dorf, das in zwei Lager gespalten ist. „Pfenning“ hat enorme Kapazit├Ąten gebunden, weil sich die Menschen Sorgen machen – dazu hat man vermutlich ab Herbst noch mehr Grund, denn nach unseren Informationen soll vermehrt auch gef├Ąhrliche Chemie eingelagert werden. Gerade neulich gab es einen Chemie-Unfall. Der war nicht dramatisch – wie hat „Pfenning“ reagiert? Gar nicht. Denn Heddesheim ist „Pfenning“ vollst├Ąndig egal. Das Unternehmen reagiert nur auf enormen Druck, wie gerade aktuell. Oder es schaltet Anzeigen und wirbt, wenn es etwas will. Sonst h├Ârt man nichts von „Pfenning“. Mit dem Unternehmen sind ├╝brigens immer nur die verantwortlichen in der Gesch├Ąftsleitung gemeint – nicht die einfachen Arbeiter und Angestellten.

Wurde kommuniziert, warum kein Parkhaus gebaut wird, warum das B├╝rogeb├Ąude kleiner ausf├Ąllt? Wurde kommuniziert, dass es dem Unternehmen nicht gut geht und man deshalb leider Kosten sparen muss, wo es nur geht?

Selbstverst├Ąndlich kann niemand erwarten, dass Gesch├Ąfte immer blendend laufen. Daf├╝r hat jeder Verst├Ąndnis. Und man solidarisiert sich auch gerne mit Unternehmen in der Krise, weil es schade w├Ąre, wenn diese „umgehen“. W├Ąre es aber schade um einen Lohnschneider und L├╝genunternehmen wie „Pfenning“? „Pfenning“ hat den Weltkonzern Mondelez nach nur einem Jahr wieder verloren. Warum, konnten wir bislang noch nicht recherchieren. Die recherchierten Fakten liegen auf dem Tisch, die nicht-zutreffenden Aussagen und Versprechungen von „Pfenning“ ebenfalls.

Was ist gut, seit „Pfenning“ in Heddesheim ist? Was ist schlecht?┬áDar├╝ber muss man sich selbst eine Meinung bilden.

Und politisch ist klar, wer f├╝r diese Zust├Ąnde verantwortlich ist: B├╝rgermeister Michael Kessler. Der steht nach wie vor zu „Pfenning“. Das ist politisch sein „Meisterst├╝ck“ – unterst├╝tzt von fast allen Gemeinder├Ąten von CDU, FDP und SPD.

Hinweis der Redaktion: Wie sehr „Pfenning“ und gewisse Medien zusammenarbeiten, erkennt man gut an diesem weichgesp├╝lten „Interview“ auf Lokalmatador. Die Plattform wird vom Nu├čbaum-Verlag betrieben, der auch das Mitteilungsblatt erstellt. Dort ist heute die oben benannte ganzseitige „Pfenning“-Anzeige erschienen. Im vorderen Teil gab es einen Hinweis auf das Interview. Hier ist pl├Âtzlich wieder von 600 festen Arbeitspl├Ątzen die Rede – gegen├╝ber dem Mannheimer Morgen wurden 400 genannt, zuz├╝glich 150 in der eigenen Leiharbeitsfirma „be4work“ und 60 „Subunternehmern“.

  • habe fertig

    In einem Logistikzentrum von 98.000 qm Fl├Ąche sind 30.000 qm
    oder 30% seit 2012 zu mieten. Das gleiche Logistikzentrum ist 2014 zu 80% ausgelastet.

    Wo stehen die ├╝berz├Ąhligen Paletten, wenn die theoretische Auslastung eigentlich nur 70% maximal betragen kann?

    Das ist keine Textaufgabe mit vielen Unbekannten in den anstehenden Abiturpr├╝fungen, sondern Teil einer massiven Beeinflussungskampagne bei der anstehenden B├╝rgermeisterwahl in Heddesheim.

    Jemand hat einmal gesagt, Pfenning wird Heddesheim dominieren… mit dem massiven Auftrtitt und der Parteinahme w├Ąhrend des Wahlkampfes – es w├Ąre danach noch Zeit f├╝r Richtigstellungen – versucht die Firma Pfenning – Pfenning ist „Die Firma“ – massiven Einflu├č auf die politische Zukunft Heddesheims – Kessler ist „Die Gemeinde“ – zu nehmen und sicherzustellen, da├č ihr lieber Partner Kessler am Ruder bleibt. Auf zu gemeinsamen weiteren Schandtaten!

    Wir brauchen keinen Meister und schon gar keinen von au├čerhalb.

  • Name

    Da soll Pfenning mal daf├╝r sorgen des die LKW nicht durch den Ort oder Ringstra├če fahren, auch das bekommt diese Firma nicht hin.

    • Disponent

      Es fahren keine pfenning LKW durch den Ort oder ├╝ber die Ringstrasse. Alle Kraftfahrer der Firma pfenning wissen das und halten sich auch daran.

      Nicht jeder LKW auf der Strasse geh├Ârt der Firma pfenning ­čÖé

      Viele Gr├╝├če, ein Disponent der Firma pfenning.

  • Nicht-Ja-Sagerin

    Ist ja komisch, dass die tolle Selbstdarstellung der Firma Pfenning ausgerechnet 3 Tage vor der B├╝rgermeisterwahl in unserem Ortsblatt erscheint, in dem doch sonst nur handverlesene Berichte erscheinen… Und im gleichen Heft findet sich dann auch noch eine GANZSEITIGE Anzeige mit den Namen von Kessler-W├Ąhlern. Sehr plump! Wer das nicht durchschaut, dem ist nicht zu helfen.

  • Horst Berger

    Im Lokalmatador-PR-Interview sagt der GF Nitzinger: „Die Nachhaltigkeit unserer Vertriebsbem├╝hungen kann man anhand des beigef├╝gten Image-Ranking der Verkehrsrundschau, einem f├╝hrenden Fachmedium der Logistikbranche entnehmen.“ – Wer soll einen solchen Satz verstehen? Was ist eine Nachaltigkeit der Vertriebsbem├╝hungen? ├ťbrigens sind die Sieger Dachser, Rhenus und UPS. In der Reihenfolge sollte man auch Angebote f├╝r Logistikdienstleistungen einholen!

    VerkehrsRundschau v. 4.2.2009: Bis zu 350 neue Arbeitspl├Ątze sollen an dem neuen Standort (Heddesheim) entstehen, der nur wenige Kilometer vom bisherigen Sitz im hessischen Viernheim entfernt ist. Das k├╝ndigte gesch├Ąftsf├╝hrende Gesellschafter der Pfenning-Gruppe, Karl-Martin Pfenning heute an. Fakt ist: Stellen werden abgebaut – Mitarbeiter ├╝ber eine firmeneigene Leiharbeitsfirma rekrutiert. Leiharbeiter sind meistens „ALG II-Aufstocker“. Auch hier wird ein Teil der Lohnkosten vom Unternehmen Pfenning sozialisiert. Den Gewinn hat K.M.Pfenning bereits privatisiert.

    Ob K.M Pfenning sich f├╝r diesen ├Âkonomischen Siegeszug pers├Ânlich bei BM Kessler und den Parteien CDU, SPD und FDP bedankt hat – wer weis das schon?

    Es sollten auch Ausbildungspl├Ątze f├╝r Heddesheimer Jugendliche „reserviert“ werden. Wie sieht es mit dieser Zusage aus?

    Laut Umfragen liegt der Herausforderer Heinisch klar in F├╝hrung. Auch meine Stimme f├╝r den sympatischen Heinisch. Der „Kessler-Filz“ aus Politik, Medien und Wirtschaft wird am Sonntag beendet werden. Ein Neuanfang in Heddesheim ist dringend erforderlich!

  • Glaube an die B├╝rger

    Guten Tag,

    vor ca. zwei Jahren ging die Sticheleien und Beleidigungen gegen├╝ber der Firma pfenning in diesem blog los.
    Nachdem die Gemeinde demokratisch entschieden hat, das Projekt zu genehmigen, kehrte dann auch so langsam endlich Ruhe ein.

    Heddesheim konnte sich wieder auf andere Themen konzentrieren und die Firma pfenning konnte normal weiterarbeiten.

    Wenn man nicht t├Ąglich in das Industriegebiet fahren muss bekommt man als Heddesheimer im Prinzip nichts von der neuen Ansiedlung mit. Es fahren keine pfenning LKWs durch Heddesheim und man merkt auch sonst keine negativen Auswirkungen.

    Seit einigen Wochen beginnt in Heddesheim der Wahlkampf……und alles geht wieder von vorne los.
    Alle sind schlecht, alle haben keine Ahnung, alle l├╝gen.
    Nur der Heddesheimblog und sein Kandidat haben recht.

    Lieber Blogleser/innen, bitte ├╝berlegen Sie sich doch mal bitte genau was Sie hier lesen und was Sie daraus ableiten k├Ânnen.

    Das Familienunternehmen pfenning, das seit vielen Jahren erfolgreich existiert, wird aufs ├╝belste in den Dreck gezogen mit Aussagen, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen. (Der heddesheimblog stellt z.B. einen Gehaltszettel in den Blog der von einer Leiharbeitsfirma kommt, die nichts mit dem Unternehmen pfenning zu tun hat. Dieser Arbeiter hat vllt in der Firma gearbeitet, wird jedoch von einer Leiharbeitsfirma bezahtl. So ist das in jedem Logistikunternehmen ├╝blich, da es saisonale Schwankungen gibt, bei denen mehr oder weniger Arbeiter ben├Âtigt werden).

    Ich wohne schon seit vielen Jahren in Heddesheim und bin sehr gl├╝cklich hier zu wohnen. Ich glaube an den Verstand der Heddesheimer B├╝rger.

    Mit freundlichen Gr├╝├čen.

  • hardyprothmann

    Guten Tag!

    Einer der ersten Artikel auf dem Heddesheimblog besch├Ąftigte sich mit Pfenning. Das war nicht vor zwei, sondern vor f├╝nf Jahren.

    Hier ist er. Darin ist aussschlie├člich die Berichterstattung im Mannheimer Morgen beschrieben. Es geht um zusammengeschlagene Betriebsr├Ąte und anderes „vorbildliches“ von Pfenning.

    http://www.heddesheimblog.de/29/was-heist-bedeutend/63.html

    Wir hoffen auch, dass die Leute mit Verstand an die Sache rangehen.

  • hardyprothmann

    Im Mai 2009 ist das Heddesheimblog an den Start gegangen. In einem der ersten Artikel haben wir uns angeschaut, wie der Mannheimer Morgen ├╝ber Pfenning berichtet hat. Die Zeitung hat in den vergangenen f├╝nf Jahren keinen einzigen der fr├╝heren Berichte auch nur erw├Ąhnt.

    Hier die Zusammenfassung:

    http://www.heddesheimblog.de/29/was-heist-bedeutend/63.html

  • Name

    Ich bin regelm├Ą├čig in der Flur unterwegs und sehe was ├╝ber die Ringstra├če f├Ąhrt oder aus dem Ortskern kommt und auf welches Betriebsgel├Ąnde sie fahren, zB die kleinen ├ťberseecontainer kommen aus dem Mannheimer Hafen nehme ich an? ­čśÇ Oder man macht eine Pause im Naherholungsgebiet? ­čśÇ Hierbei sind die Subunternehmer usw nicht Dokumentiert.