Sonntag, 20. August 2017

Heddesheimer Lebensqualität oder nix wie raus?

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Guten Tag!

Heddesheim, 12. November 2010. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, was Heddesheimer, Heddesemer und auch Hellesemer als Qualitätsmerkmal für die Gemeinde Heddesheim ganz oben in der Skala der Frage vorteilhaften Wohnens ansiedeln? Richtig: Heddesheims Qualität besteht in der Hauptsache darin, dass es „so zentral“ liegt. Einerseits „ländliches Idyll“ draußen vor der Stadt. Und ratzfatz ist man von hier aus in Viernheim, Weinheim, Ladenburg, Mannheim, Heidelberg oder sonst wo. Auf jeden Fall anderswo, also schlicht und einfach raus aus Heddesheim. Heddesheim mag bis jetzt noch einigermaßen Wohnqualität haben, die Lebensqualität indes weist schwere Defizite auf. Denn zum Leben gehört mehr, oder?

Von Renate Fernando und Sabine Prothmann

Um die Lebensqualität in Heddesheim zu beschreiben, nützt es auch herzlich wenig, das sommerliche Badevergnügen am heißgeliebten Baggersee anzuführen, zumal wenn die Sommer sind, wie sie nun mal sind.

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Leblose Leere.

Das winterliche Pendant dazu, Schlittschuh laufen unter freiem Himmel, hat sein sogenanntes USP, seine unique selling proposition, was neu- und marketingdeutsch für Alleinstellungsmerkmal steht, in den letzten Jahren ebenfalls verloren. Allerorts in der Region kann man unter hippen Adventspartybedingungen mit teils bemerkenswertem Gastroangebot dem Freizeitsport auf Kufen frönen. Demnächst sogar mitten in Mannheim, todschick direkt zwischen Rosengarten und Weihnachtsmarkt. Das klingt mondän, also: Nix wie hin!

Die Heddesheimflucht beginnt im zarten Alter von 10 Jahren

Tatsächlich beginnt die Heddesheimflucht bereits im zarten Alter von 10 Jahren, sobald der unumgängliche Schulwechsel ansteht. Mit der Realschul- oder Gymnasialempfehlung sind Heddesheimer SchülerInnen schon seit jeher gezwungen zwecks Bildung aus der dörflichen Idylle auszubrechen. Neuerdings ereilt, der Schulfusion sei Dank, dieses Schicksal auch die Haupt- und Werkrealschüler, die nun in Teilzeit zur Bergstraße pendeln dürfen. Besser eine halbe Schule als gar keine, sagen sich da die Bildungsentscheider, und die Dorfobersten geben sich bescheiden.

Die Jugend ist also sowieso schon mal raus und orientiert sich anderswo: Und schon sind wir wieder in Ladenburg, Mannheim, Weinheim, Viernheim, Heidelberg und neuerdings auch in Hirschberg, der anderen Hälfte des Haupt- und Werkrealschulstandorts. In Leutershausen gibt es immerhin ein Kino und zwei Handballvereine. Handball wird zwar auch in Heddesheim gespielt, aber nicht so attraktiv hochklassig.

Ja sicher, das gerühmte Sportzentrum mit all den Hallen und Plätzen und Möglichkeiten! Mal ehrlich, auch wenn man immer noch versucht, sich darauf auszuruhen, diese Lorbeeren dürften seit den Mitte 80ern doch endgültig in Sachen Ruhm und Profil abgefrühstückt sein.

Eine Befragung von Teenies im fortgeschrittenen Alter veranschaulicht das Bild, wie erfolgreich das Heddesheimer Freizeitangebot praktisch eine Parallelwelt zu den Bedürfnissen der Jugendlichen aufbaut . Wie man hier (Heddesheimer Jugendliche: Wir kommen hier nicht weg) nachlesen kann.

Was nützt die zentrale Lage ohne Taxibereitschaft?

Was bleibt also? Nix wie raus! Wenn du kannst. Denn die superzentrale Lage Heddesheims nützt ohne die Taxibereitschaft von Eltern eher wenig. Die kann allerdings wortwörtlich auf der Strecke bleiben, nämlich etwa auf der nach Ladenburg, Mannheim, Weinheim, Viernheim oder Heidelberg, wenn die Alten für schlichtes Einkaufen Ortsgrenzen oder gar Landesgrenzen passieren müssen und das Privattaxi deshalb gerade nicht verfügbar ist.

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Der jüngste ehemalige Laden: eine Metzgerei.

Wer sich etwa einen natur-, reformköstlichen oder doch inzwischen weit verbreiteten mediterranen Speiseplan auf den Einkaufszettel geschrieben hat, muss die passenden Zutaten sehr wahrscheinlich außerhalb besorgen. Da kommt es schon mal vor, dass man für ein Kräuterlein wie frischen Salbei oder Minze ins hessische Ausland fahren muss. Oder nach Ladenburg, Mannheim, Weinheim und Sie wissen schon… Und jetzt mal Hand aufs Herz: Selbst der eingefleischteste Verfechter von „Kaufen am Ort“ wird und muss eigentlich schon aus energie-ökologischen Gründen dann dort vor Ort auch gleich den Resteinkauf erledigen.

Ist ja nicht so, dass es niemals andere Gemüsehändler, durchaus auch mit exotischerem Angebot, als Edeka oder Hege gegeben hätte, die sind aber: Nix wie weg!

Warum auch immer. Gleiches gilt für diverse Bekleidungs- und Modegeschäfte, Geschenkvitrinen, Kurzwaren- und Hobbyläden, Fahrradhändler und Discounter im Ortskern. Heddesheim hat schon bei Weitem bessere Tage und Strukturen im Einzelhandel gesehen. In den letzten Jahren macht die gewerbliche Entwicklung an der Stelle eine Rückwärtsrolle nach der anderen.

Wer sich umschaut, sieht sie an vielen Stellen, die Geschäftsleichen, die leeren Räume und Schaufenster, teilweise reanimiert durch Versicherungs- oder Immobilienbüros, jedoch allenfalls in einen Zustand mit Zombiecharakter. Entsprechend deprimierend, blutleer, unsympathisch zeigt sich das Ortsbild.

Lebendig geht jedenfalls anders!

Lebendig geht jedenfalls anders! Zum Beispiel mit dem revolutionären Vorstoß, einen Wochenmarkt einzurichten. Was für eine Diskussion im Vorfeld! Fast ist man geneigt, ein „Monopol-itikum“ zu unterstellen, verfolgt man die Debatte um einen wöchentlichen Markt, den Orte und Städte wie Ladenburg, Mannheim, Weinheim, Viernheim, Heidelberg, selbst einzelne Stadtteile davon, bürgerfreundlich selbstverständlich vorweisen.

Nun denn, der Markt soll ja kommen. Bleibt nur viel Glück, Erfolg und ein gutes Angebot zu wünschen. Neben Lebensmitteln müsste der allerdings speziell vor Weihnachten seine Stände um ein Vielfaches erweitern, möchte man den Versuch unternehmen, seine Weihnachtseinkäufe inklusive Geschenken für die Liebsten ausschließlich am Ort zu kaufen.

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Kiosk am Dorfplatz - Geschäftsaufgabe.

Wem das derzeit gelingen sollte, der ist in jedem Fall ernst zu nehmender Kandidat für die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Denn wer nicht die ganze Familie mit Büchern, Teearrangements oder Brillenetuis beglücken möchte, scheitert spätestens am Wunsch nach aktuellen CDs, DVDs, dem begehrten Konsolenspiel, einer passablen Auswahl an Wohn- und Modeaccessoires oder einfach dem Lieblingsparfum.

Muss man sich im Alter aus dem Staub machen?

Wohl dem, der noch mobil ist in diesem Heddesheim. Alten Menschen kann man nur raten, sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen. Wohin? Natürlich nach Ladenburg, Mannheim, Weinheim, Viernheim, Heidelberg oder auch in einzelne Stadtteile davon, die nicht selten – eigentlich immer – bei Weitem bessere Infrastrukturen aufweisen, als das doch bislang ach so wohnliche Heddesheim.

Bleibt am Ende die Frage, frei nach dem Slogan eines bekannten schwedischen Möbelhauses (übrigens vom zentral gelegenen Heddesheim aus in zwei Richtungen über Super-Autobahnanbindungen wunderbar zu erreichen): “ Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ Wer Letzteres anstrebt, für den gilt ganz klar, mit oder ohne Pfenning: Nix wie raus!

Die Parole vom lebens- und liebenswerten Heddesheim läuft angesichts der Realtität leer. Heddesheim ist zentral gelegen, aber hat weder ein Zentrum, noch Subzentren. Das beste Beispiel ist der Dorfplatz, der leider ohne Leben ist.

Der Trend scheint eindeutig – es gibt immer weniger Läden und Geschäfte. Die Frage ist, ob sich jemand tatsächlich dafür interessiert, diesen Trend umzukehren?

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Heddesheimer

    Wie verzichten in Heddesheim auf sehr viel, was ich ja gerne in kauf genommen habe wegen der zentralen Lage. Wenn jetzt aber die Zentrale Lage uns Bürgern nur noch nützt um zur Erholung in andere Ort zu kommen, frage ich mich ob ich nicht besser dort wohne wo der nutzen im Erholungswert höher wird z.B. durch ein Waldgebiete.

    In Viernheim hat man jetzt das Nachtfahrverbot für Schwerlastverkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße auf ganztags ausgeweitet, da der Schwerlastverkehr der ins eigene Industriegebiet fährt nicht zu lenken war und die Beschwerden zu groß, dabei ist die Entfernung von Straße zu den Wohnungen und einiges weiter als bei uns in Heddesheim. Ein mir bekannter aber leider verstorbener Gemeinderat hat nachts die Lkw Kennzeichen aufgeschrieben da er selbst nicht schlafen konnte aufgrund des Verkehres, ob es einen Verkehrslenkungsvertrag gab kann ich leider über ihn nicht mehr in Erfahrung bringen. Der Verkehr war schon immer auf dieser Straße ein Thema. Das Industriegebiet ist jetzt nur noch über die Industriestraße für Schwerlastverkehr zu erreichen, das war möglich da es ist eine Gemeindestraße ist.

  • Kirchenkritiker

    Hervorragender Artikel, der schonungslos die Lage aufdeckt. Ideen, Innovationen, ganz neue Denkansätze sind gefragt. Man muss endlich weg vom alten „Das-war-schon-immer-so-und-das-ist-gut-so-Denken“. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Gemeindeoberen nicht über den Tellerrand schauen können. Es braucht dringend neue Köpfe …

  • Peter

    Die Bilderserie zeigt Heddesheim in seinem jetzigen Zustand, nämlich dem der Agonie. Der „ehemalige Bäcker“ war übrigens ein Vollkornbäcker, wäre heuzutage eine tolle Sache.
    Der „ehemalige Buchladen“ dagegen war dieser Bezeichnung nicht würdig, ganz im Gegensatz zur „Bücherecke“, einem der wenigen Glanzlichter Heddesheims.
    Ansonsten: ein miserabel organisierter Edeka, ein Schlecker-Markt, der den katastrophalen Ruf der Kette durch ein wenig Renovierung zu verbessern sucht und… ja was eigentlich noch ?
    Wenigstens kulturell sieht’s da ein bisschen besser aus und ein sehr nettes Hotel – Cafe haben wir jetzt auch. Noch ist nicht alles verloren.

    • D. Weber

      Die Zustände bei Edeka in Heddesheim sind in der Tat manchmal „haarsträubend“. Ich frage mich warum die Konzernzentrale da nicht Vorgaben macht oder kontrolliert. Das wäre mal ein „Thema“ für das Heddesheimbog.

      • C.Weinmann

        Ich wäre echt froh, wenn mir mal einer sagt, was denn am EDEKA Markt konkret so schlecht ist.
        Bisher bin ich da noch nie mit leeren Händen raus…

        • D. Weber

          Mit leeren Händen bin ich da auch nicht raus. Aber es ist chaotisch organisiert, teilweise nicht sehr sauber. Und das Personal ist aus meiner Sicht oft überlastet, was sich in schlechtem Service wiederspiegelt.

          Womit ich keinesfalls etwas gegen die Verkäuferinnen gesagt haben will, die sich individuell tatsächlich in der Regel Mühe geben.

          Aber wer andere Edeka-Filialen kennt, weiss, dass es erhebliche Qualitätsunterschiede zwsichen den Märkten gibt.

        • K.Zink

          Was so schlecht ist? Na zum Beispiel, dass sich die Käsefachverkäuferin beim Husten die Hand vor den Mund hält – im ersten Moment ja ganz löblich, sich danach aber nicht die entsprechende Hand zu waschen und den Käse anzufassen finde ich gelinde gesagt nicht nur schlecht sondern ekelhaft. Dazu kommen noch elend lange Schlangen an der Kasse, ständig vollgestellte Gänge, chronisch unfreundliche Fleischverkäuferinnen….und und und. Reicht das oder muß ich noch weiter ausholen? Ich kaufe nur im Notfall beim Edeka in Heddesheim!

  • Hill

    Und was das „Nix wie raus“ betrifft, ist das ja auch nicht so einfach!

    Nach Ladenburg: geht zur Zeit nur über Mannheim
    Nach Mannheim: staut es sich zurück, fast bis Heddesheim
    Nach Viernheim: geht zur Zeit nur über Muckensturm

    Und wenn man dann noch mitten im „Dorf“ steht, weil mal wieder ein LKW entgegenkommt und es zu eng wird und keiner mehr vor oder zurück kommt, dann freu (ist ironisch!!) ich mich auf die vielen schnuckeligen LKW, die bald noch hinzukommen und mag nur noch woanders wohnen und leben!

    • Renate Fernando

      Brüller! Das stimmt! Meine Güte, eine Verschwörung vielleicht? Mauern bauen ist out, dafür reisst man die Brücken ab, um die fluchtwilligen Menschen zurück zu halten! Kleiner, bösere Spaß bei Seite, zumindest dieser Zustand oder Umstand wird sich ja in absehbarer Zeit wieder zum Besseren ändern.

      • Heddesheimer

        Wer derzeit aufmerksam über Muckensturm nach Viernheim über die Brücke an der Viernheimer Eishalle fährt, dem wird aufgefallen sein das als nächstes dieses Brückenbauwerk eventuell abgerissen werden dürfte, diverse Markierungen und Kehrnbohrungen waren dieses Jahr zu sehen. Ich nehme an das dieses Brückenbauwerk das gleiche alter hat wie die Brücke am Rhein-Neckar-Zentrum. Der Verkehr der dabei auf Heddesheim zu kommt ist ungleich zur derzeitigen Situation, da es keine Umfahrung mehr gibt!

      • heddy

        Herr Kessler sollte bei seinen Pfenningplanungen einfach größer denken. Nicht Pfenning in Heddesheim integrieren – sondern Heddesheim in das Pfenningprojekt! Dann kommt ne Halle über den Ort und Herr Kessler kann beliebig absperren so dass keiner mehr aus unserem „lebenswerten“ Örtchen wegkann.

  • Peter Kröffges

    Guten Tag,

    ich stimme dem Bericht und den vorherigen Kommentaren vorbehaltlos zu, die Situation in Heddesheim ist nun wirklich sehr bedenklich.

    Voraussetzung für eine dauerhafte Veränderung ist aber, dass auch die Bereitschaft dazu besteht sich zu verändern. Ein möglicher Ansatz wäre das Benchmarking (Maßstäbe setzen) und bedeutet, sich einfach mit anderen Gemeinden in Gesprächen / durch Besuche zu vergleichen. „Herr Bürgermeister X, was machen Sie in Y-Heim anders, als wir in Heddesheim? Wie wurden Sie so erfolgreich?“ , dies erfordert Mut und der Abstieg vom „hohen“ Ross der Selbstüberschätzung.Das Ergebnis dann dem Gemeinderat vortragen und zur Diskussion stellen.(Wurde dies überhaupt schon einmal auf eine Tagesordnung gesetzt?)

    Fragestellungen zu definieren, was machen vergleichbare Gemeinden anders oder vielleicht besser. Wo gibt es Aufgabenstellungen die es zu definieren oder Problemstellungen die es zeitnah zu lösen gilt.
    Ganzheitliche Ansätze entwickeln, einfach mal z.B. den Profi aus der Wirtschaft fragen, die kennen sich damit aus.

    Ich hoffe, dass es der Gemeindeführung gelingt, hier den Mut zu entwickeln einmal neue Wege zu beschreiten. Zentrale Fragestellung ist aber auch, welches Image soll in Zukunft mit dem Namen Heddesheim verbunden sein. Die jetzige Weichenstellung (Logistikstandort) ist , in Bezug auf die soziale Gemeindeentwicklung aus meiner Sicht der fragwürdigste aller Ansätze und fördert vielleicht noch mehr das langsame Sterben der traditionsreichen Gemeinde.

    Es wäre schön, wenn Heddesheim damit werben könnte: „ Wir haben die Rahmenbedingungen, dass Sie bei UNS auch alt werden können!“
    Wenn dies nicht gelingt, wird Heddesheim dem Vorbild vieler ostdeutscher Gemeinden folgen.Bis dahin ist der Weg aber noch weit, Korrekturen sind noch möglich, wenn JETZT gehandelt wird. Dabei viel Erfolg.

    Gruss
    P.Kröffges

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Sie sprechen vermutlich auch von einem Leitbild. Wie es darum bestellt ist, haben wir am 18. August 2009 bereits in einem Artikel geschrieben:
      Hat die Gemeinde ein Leitbild oder hat sie keins?

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

    • Renate Fernando

      Ja, Herr Kröffges, um all diese Frage- und Aufgabestellungen geht es! Allerdings nicht ausschließlich auf den Schwerpunkt „alt werden können“ bezogen. Auch Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen (bspw.meines) mittleren Alters sollten zumindest ansatzweise Rahmenbedingungen vorfinden, die Heddesheim so weit lebenswert machen, dass man wenigstens ein paar Grundbedürfnisse des täglichen Lebens befriedigen kann.

      Apropos Benchmarking: Wie zum Teufel hat es Hirschberg wohl geschafft, sein Gewerbegebiet so zu besiedeln wie es sicher auch für Heddesheim denkbar gewesen wäre? Übrigens auch ein Teil Hirschbergs, der gerne von Heddesheimern angefahren wird, sicher nicht nur wegen des amerikanischen Restaurants…

      • jawiejetzt?

        Guten Tag,

        der Hirschberger Weg…

        Der ist auch nicht ganz unproblematisch. Hirschberg hat das Gelände einer Entwicklerfirma überlassen, die sich um die Gewerbeansiedelungen gekümmert hat.

        Das hat den Vorteil der bunten Vielfalt gebracht.

        Andererseits hat diese Firma aber auch fast alles genommen was kam und Hirschberg hat jetzt ein paar „Gewerbe“ die man nicht haben wollte.

        Die Spielhölle zum Beispiel – und ob sie das schottische Spezialitäten Restaurant McD wirklich haben wollten…

        Einen schönen Tag noch

        • Renate Fernando

          Na ja, eine Kröte, oder besser Fleischklopsbrötchen, wird man immer mal schlucken müssen. In jedem Fall waren die politisch Verantwortlichen in Hirschberg wohl clever und in der Selbsteinschätzung realistisch genug, das Thema Gewerbeansiedlung in professionelle Hände zu geben.

        • heddy

          Ich kann mir auch attraktivere Ansiedlungen denken als Spielhölle und Fastfood. Aber auch solche Angebote gehören in ein Gemeindeleben. Und jetzt hat sie allesamt Hirschberg. Und wir (demnächst) Pfenning.

        • D. Weber

          „Und jetzt hat sie allesamt Hirschberg. Und wir (demnächst) Pfenning.“

          Man sollte den Ort umbenennen von Heddesheim in „Kesslers Resterampe“.

          Wir kriegen die Ansiedlung, die sonst keiner haben will..

  • kompakter

    hallo,

    bei uns in ladenburg gibt es zwei „geflügelte worte“ zu heddesheim: für die älteren ist es der parkplatz ladenburgs und die jüngernen sagen „wohnort für opfer“, wie ich kürzlich von einem 14-jährigen erfahren habe…

    gruß

  • Grazy67

    Tja was soll man dazu sagen
    Es stimmt was der „Autor“ schreibt
    Ich errinner mich 30 Jahre zurück da gab,s noch in jeder Strasse Läden und auch der Spielplatz in der Beethofenstr zb. war mit Kinder „übersäät“

    schaut mal Heute ;-((

    iss schon traurig aber Ladenburg geht,s auch nich besser

  • neckar und rhein

    Hallo, Mädels,

    Euer Artikel ist seit langem überfällig und so wahr. Danke dafür.

    Es ist schon so: Entweder zieht man hier, wenn man alt geworden ist, weg oder man bleibt gesund und fällt beizeiten in seinem Garten tot um.

    Falls die eigenen Kinder nach ihrer Berufsfindung nicht in Heddesheim geblieben sind, haben hier die Alten zu sehen wo sie bleiben. Lebensmittel sind nicht per eMail zu kaufen. Wer besorgt sie dann? Die gewohnten Körperpfegemittel, die jahrzehntelang verwendet wurden, muß man vergessen. Traurig und schade.

    Ich frage mich, wo bleiben die Geschäfte, die ich so lange schon vermisse, und eine vernünftige Infragestruktur, auf die Herr K. doch einst stolz war als das Seniorenheim erstellt wurde?

    Viele Grüße

  • Zwilling

    Also ich verstehe die Aufregung nicht ganz.
    Wer ist denn daran schuld, dass immer mehr Geschäfte im Ort schliessen müssen?
    Doch niemand anderes als die Konsumenten, die aus Bequemlichkeit mit dem Auto zum Discounter ausserhalb des Ortes fahren wegen der besseren Parkmöglichkeiten.
    Wenn dem Metzger oder Bäcker im Ort die Kunden ausbleiben, muss er eben den Laden dicht machen. So einfach ist das.

    • heddesheimerin

      Und genau deshalb erwarte ich von der Lokalpolitik ein Konzept, wie Heddesheim attraktiv bleiben kann – für uns Kunden und den Einzelhandel!

      Es kann doch nicht sein, dass es überall in der Region ein attraktives Geschäftsleben gibt, nur bei uns nicht! Die Fotosammlung ist deprimierend. Man meint, Aufnahmen von ostdeutschen Landstrichen kurz nach der Wende zu sehen … und das bei uns. Wo geht eigentlich Herr Kessler einkaufen?!

      Pfenning bietet hier keine Antwort. Es mag zwar zu Steuereinnahmen führen, aber wem nutzt das, wenn am Ende keiner mehr in Heddesheim leben will mangels Lebensqualität ….

    • Argus

      Genau so ist es !
      Im Billigzeitalter haben ein Tante-Emmaladen oder ein Metzgereifachgeschäft keine Chance zu überleben.

      Und die „Kneipen“:
      Die Wirte können wenn sie wollen auch vernünftige Preise verlangen.
      Vorausgesetzt die Verpächter bleiben mit den Mieten „auf dem Teppich“ !

    • Renate Fernando

      Wenn Sie den Text und die Kommentare genau lesen, geht es nicht nur um Bäcker oder Metzger, es geht um viel mehr. Es geht um Entwicklung, es geht um Positionierung, es geht um junge und alte Menschen und ein paar Grundbedürfnisse. Im Übrigen ist das Backwarenangebot in Heddesheim noch ziemlich ausgeprägt und der alteingesessene Metzger, der gerade geschlossen hat, hat das, wie man hört, nicht unbedingt oder ausschließlich mangels Kundschaft getan. Das Argument, die Discounter draußen und die Schnäppchenkonsumenten scheint mir nicht nur reichlich abgegriffen,sondern auch wenig überzeugend angesichts der Tatsache, dass andern nahen Ortes sehr wohl beides zusammen funktioniert. Und das auch noch in Mannheim-Innenstadt- oder Einkaufszentren-Nähe. Ich bin überzeugt, dass vielmehr umgekehrt ein Schuh draus wird: Mangels Angebot im Ort, fährt man eben raus. So geht es jedenfalls mir, die ich, was auch immer ich im Ort besorgen kann, auch hier besorge. Wissen Sie warum? Weil ich DAS bequemer finde. Leider stoße ich ganz schnell an die Grenzen des Möglichen und das zunehmend. Wie gesagt, Heddesheim hat da schon bei Weitem bessere Zeiten gesehen.

  • tommes

    Ihr habt die Kneipen vergessen ! Das Bild ist genauso traurig. Engel, Kaiser, Badische, Linde … das ist doch alles ein Trauerspiel.

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Lassen Sie sich überraschen.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  • mirme

    Sie schreiben mir aus der Seele. Auch ich wohne hier seit über 40 Jahren und langsam macht mir der „Verfall “ von Heddesheim Sorgen. Wie wäre es wenn sich hier in Heddesheim eine Gruppe? Gesellschaft? Verein? bildet, der versucht die Bürger und vor allem den Gemeinderat und den Bürgermeister auf die Mängel aufmerksam zu machen, helfen zu beheben um Heddesheim wieder lebenswerter zu machen. Ich wäre dabei!!!

    • heddy

      „Wie wäre es wenn sich hier in Heddesheim eine Gruppe? Gesellschaft? Verein? bildet“

      Tja sowas wäre ja eigentlich „Kerngeschäft“ der Heddesheimer Volksparteien! Oder wahlweise des BdS, was den Handel betrifft. Herr Hege, Herr Gimber, Frau Kemmet – wo sind Ihre Antworten auf das langsame Ausbluten des Ortes?

      • kher

        Herr Hege hat doch sein eigenes Geschäft(chen), da wird im die Situation vor Ort herzlich egal sein, siehe Markttdiskussion.
        Wo nur immer diese Massen an „Ladenburger“ Spargel herkommen…?

        Bezüglich der Kneipen/Restaurants wäre es vielleicht eine Idee eine Art Heddesheimer Kneipenführer mit Bewertungen zu haben. Als Noigeplaggde kenne ich nur die (hervorragende) Pizzeria Ciro.

        • lutz

          Mir ist insbes. ein Rätsel warum sich der BdS da nicht besser aufstellt. Dass Heddesheim nun wahrlich kein „Einkuafsparadies“ ist , müsste sich doch auch bis dort rumgesprochen haben.

          Und ein attraktiveres Umfeld käme allen Geschäften zugute.

        • D. Weber

          „Mir ist insbes. ein Rätsel warum sich der BdS da nicht besser aufstellt“

          BdS = Kemmet. Immer noch ein Rätsel?

      • D. Weber

        Hege und Kemmet spielen ja seit je „auf eigene Rechnung“. Und Gimber, gibts den noch?

        Eigentlich erwarte ich von den Grünen als „aufstrebende Macht in Heddesheim Ideen, wie man die Lebensqualität in Heddesheim wieder steigern und die Gemeinde auch in Zukunft lebenswert erhalten kann. Baustellen gibt es viele, wie die lebhafte Diskussion zeigt.

        Natürlich sind auch Ideen und Vorschläge fraktionsloser Gemeinderäte
        willkommen…

        • Peter Kröffges

          Hallo Herr Weber,

          ich bin davon überzeugt, dass die Grünen in Heddesheim mögliche Ansätze und ausreichend Ideen in der Schublade haben,jedoch ist die 12:9 bzw. 6:x – Hürde schwierig zu überwinden. Halt nur ein Opposition im Rat.

          Die Grünen stehen nicht nur mehr für die nachhaltige Ökologie sondern verfügen auch über ausgezeichnete Wirtschaftskompetenz, auch hier in Heddesheim.

          Derzeit könnten die Grünen eine mit null Aufwand, ohne finanzielle Investition getragene TOP-Lösung für den Mittelstand in Heddesheim anbieten, Herr Kessler würde gemeinsam mit seine „Stimmgebern“ schon aus Prinzip diesen Antrag ablehnen, nur weil Bündnis 90 / Die Grünen diesen gestellt haben.

          Jede Gemeinderatsitzung zeigt, dass es nur zwei Meinungen in Heddesheim gibt: Die Kesslermeinung und die von den Grünen.

          Der Wähler wird künftig entscheiden, wie sich Heddesheim entwickeln wird. Ich hoffe, es wird die richtige Entscheidung sein.

          Verantwortlich für jetzige Ist-Situation sind die Parteien (CDU,SPD und FDP) im Dunstkreis von Herrn Kessler.

          Gruß
          P.Kröffges

  • Jochen Schust

    Ein extrem wichtiges Thema, das Sie da aufmachen! M. E. wichtiger als die gesamte Pfenningdebatte der letzten Monate.

    Das langsame Ausbluten des Ortes war mit ein Grund für mich, vor Jahren wegzuziehen. Heddesheim fällt im Vergleich mit Hirschberg und Ladenburg in puncto Lebensqualität einfach immer weiter zurück.

    Ich hoffe, Sie stoßen damit eine konstruktive Debatte an, was dagegen getan werden kann.

  • K.Zink

    Ich finde es gut, dass mal jemand dieses Thema aufgreift! Für den in der Bildergalerie ersten, seit Jahren leerstehenden Laden, hatten wir vor ca. einem halben Jahr Interesse angemeldet. Die Kaltmiete ist relativ günstig, die Nebenkosten zwar hoch (der Mieter muß die Gebäudeversicherung von 400€ monatlich berappen, usus?), aber wir hätten uns darauf eingelassen. In Anbetracht der Tatsache, dass diese Gewerbeimmobilie eigentlich sarnierungsbedürftig ist und der Vermieter nicht den Eindruck machte, auch nur einen cent in den Laden zu investieren (Schimmel im Keller, Dach undicht), hofften wir auf ein Entgegenkommen seitens des Vermieters. Fehlanzeige!

    Ein paar Worte zu unserem geplanten Projekt:
    Wir – mein Mann und ich unterhalten seit ca. zwei Jahren eine sehr erfolgreiche Kampfsportschule in Leutershausen. Wir unterrichten Thai- und Kickboxen, bieten Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen, Kinderboxen und auch diverse Fitnesskurse für Frauen (Taebo, Pilates, BBP). Nun wird uns langsam die Halle in Hirschberg zu klein und wir wollen uns vergrößern, sowohl räumlich, als auch vom Angebot. Wir arbeiten viel mit Jugendlichen und mein Mann arbeitet mit der Stadt Mannheim zusammen an einem Förderprogramm für Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche. Kurzum, wir denken, dass wir mit unserer Schule einen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, aber auch ältere Menschen (Kurse für Senioren) schaffen würden…eben das was Heddesheim in meinen Augen fehlt.
    Leider gab uns der Vermieter klipp und klar zu verstehen, dass er uns in keinsterweise entgegenkommen will. Und das wir mindesten mal 20000 Euro in den Laden stecken müssten, ist realistisch. Und das würden wir sogar tun, wenn man uns nur ein bißchen entgegenkommen würde! Aber Gerüchten nach, werden hier einige Geschäfte künstlich leergehalten, damit bloß kein anderer Supermarkt/Discounter aufmacht – das wäre ja Konkurrenz für die Monopolisten ;0). Wie sonst kann man sich erklären, dass ein Vermieter seinen Laden komplett runterkommen lässt, obwohl es Interessenten gibt, die ihr Geld und Herzblut reinstecken würden?! Und damit wieder etwas zur Belebung dieser Geisterstadt beitragen würde. Traurig sage ich nur!