Freitag, 16. November 2018

Der Neue – Frank Hartmannsgruber im Porträt

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Guten Tag!

Heddesheim, 12. Dezember 2009. Erst 35 Jahre alt ist Frank Hartmannsgruber, der neue Leiter des Polizeireviers Ladenburg. Der Mann ist ehrgeizig, hat zwei Studien absolviert und bereits vielfältige Aufgaben innerhalb der Polizei Baden-Württemberg übernommen.

Von Hardy Prothmann

Ganz sicher haben sich schon viele Menschen in Frank Hartmannsgruber getäuscht. Und ganz sicher ist Frank Hartmannsgruber nicht schuld daran.

Es ist sein jugendliches Aussehen, weshalb ihn Menschen vielleicht nicht gleich so beurteilen, wie sie sollten. Ein Blick in seine Vita weist Frank Hartmannsgruber aber als „Leistungsträger“ aus, wie ihn der Mannheimer Polizeipräsident Gerhard Klotter bei der Amtseinführung beschreibt.

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Revierchef Frank Hartmannsgruber bei seiner Antrittsrede vor Kollegen. Bild: hblog

Frank Hartmannsgruber hat „Polizist“ von der Pike auf gelernt – erst durch Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst, dann im Streifenwagen. Später studiert Hartmannsgruber und wird Diplomverwaltungswirt (FH). Es folgen verschiedene Stationen bei der Polizeidirektion Tauberbischofsheim beispielsweise im Führungs- und Einsatzstab. Bei der Kriminalpolizei, Abteilung Rauschgift. Im Regierungspräsidium Stuttgart im Bereich Personalwesen. Er lehrt an der Adademie der Polizei in Wertheim. Er arbeitet beim Landeskriminalamt in Stuttgart. Und dann setzt er mit einem Zweitstudium seinen „Master“ obendrauf.

Der Mann weiß also, was er will: Leistung bringen. Er tritt zurückhaltend und sehr beherrscht auf, ist aber im Gespräch alles andere als auf den Mund gefallen. Dass er als Thema seiner Masterarbeit „Häusliche Gewalt“ gewählt hat, zeigt, dass er nicht nur auf die Täter schaut, sondern vor allem die Opfer im Blick hat.

Ganz sicher wirkt sein umgängliches und besonnenes Auftreten auf die Menschen, denen er als Polizist begegnet: „Die Art und Weise ist entscheidend.“ Und damit er hier nicht falsch verstanden wird: „Je nach Situation kann aber auch eine gewisse Strenge erforderlich sein.“

Frank Hartmannsgruber übernimmt gemessen an der Zahl der Einwohner das zweitgrößte Polizeirevier des Polizeipräsidiums Mannheim. „Sicher ist dieses Revier kein Ort der Glückseligkeit, aber gegenüber der Kernstadt ist hier die Welt noch in Ordnung“, sagte sein Chef, der Polizeipräsident Gerhard Klotter zur Amtseinführung. Neben vier Gemeinden des Rhein-Neckarkreises wie Ladenburg und Heddesheim „betreut“ das Ladenburger Revier auch die Mannheimer Stadtteile Seckenheim und Friedrichsfeld. Da Personal abgebaut wird, zählt das Reviere künftig 67 Beamte (71). „Das kann man nicht als üppig bezeichnen, sondern eher als schlank“, sagt Gerhard Klotter.

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Polizeilicher Kleiderständer bei der Amtseinführung. Bild: hblog

Trotz der „schlanken Struktur“ hat Frank Hartmannsgruber für sich und sein Revier ein klares Ziel definiert: „Die Menschen sollen sich subjektiv und objektiv sicher fühlen können. Das ist eine Basisaufgabe der Polizei.“

Und er will am Image der Polizei arbeiten und eine „offensive Öffentlichkeitsarbeit“ betreiben. Für ihn ist die Polizei auch ein Dienstleister. Die Kunden sind die Bürger: „Wir sind der Ansprechpartner für die großen und kleinen Sorgen der Menschen.“

Von einem persönlichen Unfall während eines Streifendienstes hat Hartmannsgruber sich körperlich gut erholt. Seit dieser Erfahrung weiß er aber, wie wichtig es ist, sich selbst und die Kollegen zu schützen. Den Eigenschutz hat er deswegen zu einem seiner Schwerpunkte gemacht.

Frank Hartmannsgruber findet in Ladenburg ein gut geführtes Revier vor. Seit Januar leitete sein Stellvertreter Walter Berka „kommissarisch“ das Revier. Berka ist ein äußerst erfahrener Beamter, der ebenso wie Hartmannsgruber Wert auf eine tadellose Leistung der Polizeibeamten legt und sich dafür interessiert, was im Revier los ist: sowohl intern als auch „draußen“. Der Maßstab für beide ist eine hohe Qualität polizeilicher Arbeit.

Beide legen viel Wert auf Kommunikation- sicher ein moderner Weg für die Polizei sich ein gutes Image in der Mitte der Gesellschaft zu erarbeiten.

Demnächst wird Frank Hartmannsgruber auch in Ladenburg wohnen und bald wird seine Frau ihm folgen. Zur Zeit sind beide noch ein wenig im „Umzugsstress“.

Und Frank Hartmannsgruber interessiert sich für Land und Leute. Und die Kollegen helfen ihm beim Sprachkurs „Kurpfälzisch“.
„Also, los gehts.“ Frank Hartmannsgruber grinst und sagt: „Alla hopp.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.