Montag, 21. August 2017

Am Pranger: Clemens Wlokas – Chef über „Billig“-Zeitungen kommentiert das heddesheimblog

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Guten Tag!

Heddesheim, 12. Februar 2010. Gestern Abend feuerte Clemens Wlokas eine Serie von Kommentaren ab. Wutschnaubende Kommentare von Profilneurotikern oder anonyme Angriffe der „Heddesheim-Connection“ ist die Redaktion gewohnt – aber keinen so massiven Angriff eines Zeitungschefredakteurs und Geschäftsführers, dessen Zentrale in Hannover sitzt: Die „Madsack-Gruppe“. Die Kommentarwut des Herrn Wlokas hat Gründe.

Von Hardy Prothmann

Clemens Wlokas schreibt: „Wer steht morgen in Heddesheim am Pranger? Wer wird übermorgen als Sau durchs Dorf getrieben?“

Die Antwort ist einfach: Clemens Wlokas.

Clemens Wlokas ist Vize-Chefredakteur der „Madsack-Heimatzeitungen“. Und gleichzeitig Geschäftsführer. Madsack ist eine Verlagsgruppe aus Hannover, die 2008 rund 500 Millionen Euro Umsatz machte (was ganz schön viel Geld ist…).

Unanständiges Geschäftsmodell?

Madsack hat sich wie andere Verlage bei „myheimat“ eingekauft. Das ist eine Internetplattform, bei der Bürger Texte und Bilder einstellen können – ohne Honorar.

Daraus versuchen die Verlage ein Geschäft zu machen: Indem sie „Bürgerseiten“ in ihren Zeitungen drucken oder Vereinszeitschriften mit durch Vereinsmitglieder kostenlos geschriebenen Inhalten füllen.

Gute Sache? Ja, für die Verlage. Denn es kommen auch Anzeigen in die „Zeitschriften“ mit rein, an denen verdienen die Verlage. Die Bürger und Vereine liefern zwar die Inhalte, sehen aber kein Geld.

Deswegen habe ich (verantwortlich für das heddesheimblog) dieses Geschäftsmodell in einem Interview als „unanständig“ bezeichnet.

Wie steht es um die Qualität der „myheimat“-Printprodukte? Die hängt vom schreiberischen Können der „Bürger“ ab. Schleichwerbung oder gezielte Verbreitung von „Interessen“ dieser „Bürger“? Möglich. Angeblich wird das kontrolliert.

In einem lesenswerten Artikel der Journalistenfachzeitschrift Mediummagazin sind das System „myheimat“ und die vielen Zweifel an der Seriosität dieses Geschäftsmodells ausführlich beschrieben worden: „Heimat für jedermann

(Das Mediummagazin ist die Zeitschrift, dessen Jury uns unter die 100 Journalisten des Jahres 2009 in der Kategorie Regionales auf Platz 3 wählte.)

Clemens Wlokas ist der Redaktion persönlich unbekannt.

Aber Clemens Wlokas scheint sich brennend für das heddesheimblog zu interessieren. Da geht es ihm nicht anders als vielen anderen Journalisten und Verlagsmanagern, die genau gucken, warum das kleine heddesheimblog aus dem kleinen Heddesheim so viel bundesweite Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Hannover vs. Heddesheim

Wir bekommen soviel Aufmerksamkeit, weil das Konzept hinter heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog eine Nische ist. Kleine, lokale Märkte. Zu klein für die selbstgefälligen Zeitungsmonopolisten. Und gleichzeitig zeigt unsere kleine Redaktion dem „großen MM“ häufig eine „Nase“, weil wir tiefgründiger, besser, nachhaltiger arbeiten – obwohl wir nach nach Geld, „Manpower“, Verbindungen eigentlich gnadenlos unterlegen sein müssten.

Der entscheidende Unterschied zwischen MM, „myheimat“ und uns ist aber: Wir nehmen unsere Leserinnen und Leser ernst. Und wir lieben unseren Job.

Anscheinend stehen unsere Blogs auch hier mit „myheimat“ in Konkurrenz. Anders ist die inhaltlich weitgehend armselige Kommentarwut des Herrn Wlokas nicht zu erklären.

Warum der Herr Wlokas wütend ist? Ganz einfach. Er produziert „billige“ Inhalte – wir Qualitätsjournalismus.

Herr Wlokas scheint sich zu sorgen, dass sich Qualität durchsetzt. Wir sind davon überzeugt.

Wlokas-Rolle:
http://heddesheimblog.de/2010/02/08/kappenabend-2010-love-peace-and-fischfilet/comment-page-1/#comment-4866
http://heddesheimblog.de/2010/02/09/stefan-dallinger-cdu-zum-neuen-landrat-des-rhein-neckar-kreises-gewahlt/comment-page-1/#comment-4867
http://heddesheimblog.de/2010/02/11/die-alte-apotheke-kommentare-und-das-prinzip-angst/comment-page-1/#comment-4870
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/die-alte-apotheke-der-kommentar-und-die-diskussion/comment-page-1/#comment-4869
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/journalismus-was-ist-das/comment-page-1/#comment-4871
http://heddesheimblog.de/2010/02/10/journalismus-was-ist-das/comment-page-1/#comment-4872
http://heddesheimblog.de/2010/02/09/kein-kinderlachen-fur-das-heddesheimblog/comment-page-1/#comment-4873

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Jochen Schust

    Der Wahnsinn! Konnten Sie verifizieren, ob es sich um den echten Wlokas handelt? Dann wäre das eine Parallele zu Konstantin Neven-Dumont, der sich seinen Frust an Weihnachten bei „Indiskretion Ehrensache“ von der Seele geschrieben hat. Was ist das, das einen Wlokas treibt – Panik, Aggression oder nur noch Verzweiflung?

    Das gute ist: Heddesheim hat ein neuen Aufreger und ein gewisser Apotheker hoffentlich wieder Ruhe.

  • Argus

    Die “Madsack-Gruppe”

    Schwimmen dieser Gruppe so langssam die Felle weg weil sie „Bratwurstjournalismus“ betreibt ?

  • lutz

    Wenn diese Kommentare wenigstens irgendein Sinn hätten. Aber das liest als hat er das nach ner Flasche Rotwein geschrieben.