Montag, 23. Oktober 2017

"Pfenning"-Bau geht - naja - voran

Neues von der Baustelle: Folge 6 – Es entwickelt sich

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Hinter den ZĂ€unen wird ein wenig gebaggert.

Heddesheim, 11. Januar 2012. (red) Auf dem „Pfenning“-GelĂ€nde geht es voran. Es ist eingezĂ€unt, ein paar Baucontainer stehen herum, ein paar Bagger baggern. Glaubt man „Pfenning“ – soll hier schon 2012 ein „Multicube“ stehen – nur fraglich, ob das bei dem Tempo klappen wird. 2013 soll sogar der Gleisanschluss schon in Betrieb sein.

Von Hardy Prothmann

In „Neues von der Baustelle“ haben wir in Folge 5 darĂŒber berichtet, dass der gute Nachbar „Pfenning“ sich einzĂ€unt. Diese fundamentalen Arbeiten sind abgeschlossen.

Große Teile des ehemals besten Heddesheimer AckergelĂ€ndes sind abgeschoben und damit zerstört. Wer sich dieser Tage das kĂŒnftige „Pfenning“-GelĂ€nde anschaut, sieht nur Schlamm. Und wundert sich ĂŒber den Zaun. Kein vernĂŒnftiger Mensch wĂŒrde dieses GelĂ€nde betreten, außer fĂŒr eine Schlammschlacht.

Der „gute Nachbar“ hatte zum November den Beginn der Bauarbeiten per Pressemitteilung angekĂŒndigt. Diese hat der BĂŒrgermeister Kessler sofort an den Gemeinderat weitergeleitet, denn Kessler war unter Druck, geschah doch lange nichts. Dabei ist „Pfenning“ doch die Zukunftsrettung Heddesheims.

Nach fast zwei Monaten Beginn der Bauarbeiten ist, sagen wir mal, erstaunlich wenig passiert. Wenn „Pfenning“ in dem Tempo „weiterbaut“, wird das eine Dauerbaustelle fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre.

Nach eigener (spÀrlicher) Darstellung will Pfenning aber schon dieses Jahr loslegen und 2013 soll sogar Schienenlogistik RealitÀt sein.

Wer genau hinschaut, sieht, dass das GelĂ€nde vorbereitet wird. Es wird „entwickelt“, sprich, die wichtigen Versorgungsleitungen werden gelegt.

Und es gibt vermehrt Vermutungen, dass das halt einfach (nur) so ist. „Pfenning“, also Karl-Martin Pfenning und der Viernheimer Immobilien-Mensch Johann Georg Adler III (der nennt sich tatsĂ€chlich so), haben zusammen eine Gesellschaft des bĂŒrgerlichen Rechts bebildet und sind die alleinigen Investoren fĂŒr das angebliche „100-Millionen-Euro-Projekt“.

Nach zwei Monaten "BauaktivitÀt" ist das Ergebnis erstaunlich.

Nach außen ist es „Pfenning“ als Unternehmen, tatsĂ€chlich sind es zwei Viernheimer Einzelinvestoren – zumindest ist der der letzte bekannte Stand.

Es gibt Vermutungen, dass die beiden gerade ein großes GeschĂ€ft machen. Sie haben einen (bislang) gĂŒltigen Bebauungsplan, haben fĂŒr lĂ€cherliche 47 Euro pro Quadratmeter ein FiletstĂŒck gekauft, bereiten das jetzt vor und verkaufen das dann deutlich teurer zu einer traumhaften Rendite. So die Vermutungen.

Die Vermutungen fußen auf Indizien. Hatte „Pfenning“ zunĂ€chst davon gesprochen, regionale Lager zu konzentrieren und hatten BĂŒrgermeister Michael Kessler, sein Organ Joseph Doll (CDU) und der willfĂ€hrige SPD-Sprecher JĂŒrgen Merx immer wieder den Erhalt der ArbeitsplĂ€tze in der Region hervorgehoben, hat „Pfenning“ vor kurzem Tacheles geredet: Es gehe um NeugeschĂ€ft. Die alten Standorte bleiben, wo sie sind.

FDP-Vertreter Frank Hasselbring fand alles immer einfach „gut“ und stimmte voll zu.

Der gute Nachbar „Pfenning“ ist seit der entscheidenden Abstimmung zum Bebauungsplan ein Fremder in Heddesheim. Hat ihn jemand gesehen? Ist er prĂ€sent? Informiert er ĂŒber das, was passiert auf der Baustelle? PrĂ€sentiert er sich als guter Nachbar? Informiert er? Entschuldigt er sich fĂŒr Belastungen?

Nein. Warum auch?

Politisch ist sein „Ding“ entschieden.

Man darf gespannt sein, wie sich die „Dinge“ entwickeln.

Man darf auf die Schlammschlacht gespannt sein.

 

 

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    die sogenannte BautĂ€tigkeit, verschieben von Erdmassen von einem Ende des GelĂ€ndes und wieder zurĂŒck, ist ja wohl eher ein zögerliches Tun als ob, denn der Beginn ernster Bauabsichten. Das milde Wetter kann man da nicht verantwortlich machen, höchstens die Gefahr, man könnte im Schlamm versinken, falls das Regenwetter anhĂ€lt.

    Der Gute Nachbar kennt sich mit dem Tun als ob bestens aus. Er hat dem BĂŒrgermeister und einer blinden Ratsmehrheit gegenĂŒber vorgespiegelt, er wolle hier in Heddesheim 7 stellig Gewerbesteuer zahlen. Der Viernheimer BĂŒrgermeister Baas hat schon 2009 der Presse gegenĂŒber gesagt dass Pfenning in Viernheim nicht in nennenswertem Umfang Gewerbesteuer zahle.

    Der Gute Nachbar tat so, als wolle er sich in Heddesheim ansiedeln, wovon ja wohl niemand mehr ausgehen kann.
    Er tat so, als wolle er einen „Verkehrslenkungsvertrag“ einhalten und freiwillig nur bestimmte Routen fahren, aber da nur FremdgeschĂ€ft nach Heddesheim kommt, also das was vielleicht einmal gebaut wird, an Fremde vermietet wird, kommen auch nur Fremdfirmen ohne Vertragsbindung ins Gewerbegebiet.

    Das alles soll in einem StÀdtebaulichen Vertrag geregelt sein, bei dem der Nachbar auch nur so tat, als wolle er ihn einhalten.
    In jenem Vertrag der sein Papier nicht wert zu sein scheint, steht auch drin, dass 4 AusbildungsplĂ€tze fĂŒr Heddesheimer Jugendliche beim guten Nachbarn ab Vertragsabschluss reserviert seien.
    Daraufhin haben sich mehrere Heddesheimer Jugendliche bei Pfenning beworben. Sie haben, wie man hört, bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten.

    Na dann, auf gute Nachbarschaft.

  • heddy

    Es kommt wie es kommen musste. Wir Heddesheimer haben LĂ€rm, Verkehr Belastungen etc. als „Dank“ und alles andere entpuppt sich als haltlose Luftblase.

  • Snake Plissken

    Ich frage mich ja allen Ernstes ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der selbstlosen Aufopferung von Pfenning beim Bau des Provisoriums und den Rundweg zu erhalten und der Werbung auf den Startnummer beim Silvesterlauf. Die Vermutung liegt nahe das dies wohl eher ein „Entweder – Oder“ war. Entweder macht der SkiClub Werbung fĂŒr Pfenning oder es wird kein Provisorium angelegt, ergo muß der Silvesterlauf ausfallen. Leider kam ich am Silvestertag nicht mehr zum nachfragen, weil mir beim Anblick des Pfenninglogos die Lust auf den Lauf vergangen war.