Dienstag, 15. Oktober 2019

Gastbeitrag: Michael Bowien (SPD) – Ich nehme die Wahl an

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Danke.
Ich danke allen, die mich unterstützt und gewählt haben, für das Vertrauen, das sie mir damit entgegenbringen.

Dabei bin ich mir sehr wohl bewusst, dass dies ein „Ein-Themen-Wahlkampf“ war, durch den ich -ohne es ursprĂĽnglich beabsichtigt zu haben- gleichsam aus dem Stand in den Gemeinderat katapultiert wurde.

Mein Dank gilt insofern durchaus auch der IG „neinzupfenning“, allerdings möchte ich doch darauf hinweisen, dass ich kein Mitglied der IG bin und mich in erster Linie gegenĂĽber den Wählern und BĂĽrgern von ganz Heddesheim verantwortlich fĂĽhle.

Ich nehme die Wahl an und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Ratsmitgliedern und dem BĂĽrgermeister.

Pfenning-Gegner = Ein-Themen-Politiker?
Teilweise wurde hier im Blog unterstellt, die aufgrund dieses besonderen Wahlkampfs neu gewählten Gemeinderäte hätten auĂźer ihrem „Nein zu Pfenning“ nichts zum Gemeinwohl der Gemeinde zu sagen. FĂĽr mich weise ich das als haltlos zurĂĽck.

Ich habe mich im Laufe meines Lebens immer wieder ehrenamtlich fĂĽr das Gemeinwohl engagiert. Beispielsweise war ich in den 90er-Jahren mehrere Jahre Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Feudenheim und dort Bezirksbeirat.

Ich unterstelle auch Herrn Prothmann und den neuen Ratskollegen von BĂĽndnis-90/Die GrĂĽnen, dass sie durchaus mehr im Blick haben und sich um mehr kĂĽmmern werden, als nur das Thema Pfenning.

Nichtsdestoweniger wird uns Pfenning noch einige Zeit als zentrales -und sehr gemeinwohl-relevantes- Thema beschäftigen.

Alles unmĂĽndige und manipulierte BĂĽrger?
Nach jeder Wahl ist die Versuchung groß -und einige hier im Blog sind ihr erlegen-, den Gewinnern Manipulation zu unterstellen und den betreffenden Wählern, dass sie sich unmündig haben manipulieren lassen.

In diesem Fall, dass sich der halbe Ort die privaten Interessen einiger IG-Mitglieder habe unterschieben lassen. Ich bin überzeugt, dass sich bei Befürwortern wie Gegnern einige finden lassen, die ihr Votum, würde man sie in einer Art Examen dazu auffordern, nicht so begründen könnten, dass sie die Prüfung beständen.

Im Großen und Ganzen sollten wir aber davon ausgehen, dass die Wähler Ihre Entscheidung reiflich überlegt haben, dass manche die Pro- und manche eben die Contra-Argumente triftiger fanden und sollten das Wahlergebnis ohne Nachtreten so respektieren.

Wie geht es weiter? – Was treibt die IFOK?
Zunächst einmal möchte ich dazu aufrufen, bestimmt in der Sache, aber fair und freundlich im Ton miteinander umzugehen. Wir wollen uns doch in Heddesheim unsere angenehme Wohn-Atmosphäre bewahren.

Der neue Gemeinderat wird zunächst einmal feststellen mĂĽssen, wo genau zwischen „Es ist schon alles gelaufen“ und „Es ist noch nichts entschieden“ wir denn nun stehen.

Es müssen die Fakten und Verträge auf den Tisch, die Stellungnahmen und Gutachten geprüft und die tatsächlichen Möglichkeiten der Einflussnahme bis hin zum Stop des Verfahrens geprüft werden.

Bekanntlich hat der alte Gemeinderat noch einen Moderationsauftrag an die Firma IFOK vergeben.

Es erhebt sich schon die Frage, wozu dieses Verfahren gut sein soll, da doch das offizielle Planungsverfahren schon die Einholung von diversen Experten-Gutachten und Stellungnahmen der Träger Öffentlicher Belange einschließlich der Beteiligung der Bürger vorsieht.

Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang folgende kleine Passage aus dem Bericht des Mannheimer Morgen vom 4. Juni 2009 ĂĽber ein Gespräch mit der IFOK. Da heiĂźt es: Der IFOK-Vertreter wies darauf hin, dass die bis in den September hinein geplanten Gesprächsrunden einen völlig eigenständigen Charakter hätten “ und in keiner Verbindung zum Planungsverfahren der Gemeinde stehen.“

Das stimmt doch nachdenklich. HeiĂźt das: auf der VorderbĂĽhne legt IFOK eine groĂźe Zauberschau hin, suggeriert allen Beteiligten Gehör und Einflussmöglichkeiten, und auf der HinterbĂĽhne läuft still und möglichst leise das normale Planungsverfahren, verstreichen Fristen und Termine … ???

Es grĂĽĂźt ein sehr gespannter Ratsneuling

Michael Bowien

Ăśber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.