Freitag, 16. November 2018

Schnell rein, schnell raus – wie Sie Einbrechern das Leben schwer machen

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Guten Tag!

Heddesheim, 10. Dezember 2009. Winterzeit ist Einbruchzeit: Meteorologisch beginnt der Winter am 1. Dezember, spĂ€testens dann werden Einbrecher aktiv und gehen auf Beutezug. Wenn es abends wie jetzt so frĂŒh dunkel wird, steigt laut Angaben der Polizei, auch die Zahl der Wohnungs- und HauseinbrĂŒche drastisch an.

Von Peter Kröffges

Vor kurzem wurde die Wohnung eines 43-jÀhrigen Heddesheimers aufgebrochen. Am Mittwoch meldet die Polizei:

„Im Stadtgebiet Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) kam es am frĂŒhen Dienstagmorgen in der Zeit zwischen 00.45 Uhr bis 05.00 Uhr zu gleich drei WohnungseinbrĂŒchen. WĂ€hrend die unbekannten TĂ€ter sich zweimal ĂŒber ein KĂŒchenfenster Zugang zu den WohnhĂ€usern verschafften, wurde in einem Fall auch eine TerrassentĂŒr aufgehebelt. Ob es sich bei den Taten um ein und den selben TĂ€ter handelt, kann im Moment noch nicht ausgeschlossen werden.
In zwei FÀllen wurde durch den Einbrecher mehrere BehÀltnisse in verschiedenen RÀumen durchsucht, wobei Uhrensammlungen und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro entwendet wurden.
Weiter wurden neben Bargeld und einem Laptop noch verschiedene Kreditkarten und ein FahrzeugschlĂŒssel entwendet. In diesen beiden FĂ€llen waren die Wohnungsinhaber nicht anwesend. Im dritten Fall wurde der TĂ€ter durch die Wohnungsinhaber gestört und ging flĂŒchtig. In diesem Falle blieb es bei beim Sachschaden durch das beim Aufbruch beschĂ€digte KĂŒchenfenster. “

TrĂŒgerische Sicherheit

Viele BĂŒrger glauben sich in einer trĂŒgerischen Sicherheit, wenn die Fenster geschlossen gehalten und die HaupteingangstĂŒre doppelt abgesperrt wird. Statistisch betrachtet erfolgt in Deutschland alle 2 Minuten ein Einbruch, was zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines möglichen Einbruchs jetzt sein kann und das es keinen Grund fĂŒr ein sicheres GefĂŒhl geben sollte.

Die große Mehrzahl von Opfern eines Wohnungs- oder Hauseinbruches sorgt erst unmittelbar nach eigene Betroffenheit nach einem Einbruch fĂŒr eine gute Sicherung. Ein erster Ansatz zur Minimierung eines Einbruchsrisikos ist das Verhalten der Bewohner.

Schon das VortĂ€uschen, dass jemand zu Hause ist, kann Einbrecher abschrecken. Hier gibt es einfache und kostengĂŒnstige Hilfsmittel, beispielsweise Zeitschaltuhren fĂŒr die Beleuchtung, die Beobachtern eine Anwesenheit vortĂ€uschen und einen Einstiegsversuch zu „heikel“ erscheinen lassen.

Sollte sich doch ein Einbrecher zur Tat motiviert fĂŒhlen, ist eine sorgfĂ€ltig abgestimmte und durchdachte mechanische Sicherung ein erstes Hindernis fĂŒr den TĂ€ter.

Die meisten Einbrecher verfolgen das Ziel: „schnell rein, schnell raus“, was bei gut gesicherten TĂŒren und Fenstern nicht so einfach zu realisieren ist. Hier verliert der Einbrecher „wertvolle“ Zeit, was schon oft zur Aufgabe eines begonnen Vorhabens gefĂŒhrt hat.

Enorme psychische Belastung

Ganz klar bleibt auch dann ein Sachschaden: Aber der Verlust gerade von lieb gewonnenen EinrichtungsgegenstĂ€nden durch Raub oder Zerstörung unterbleibt. Und viel wichtiger: Viele Opfer von EinbrĂŒchen fĂŒhlen sich danach in ihren eigenen vier WĂ€nden nicht mehr wohl. Die psychologische Belastung ist nicht zu unterschĂ€tzen und kann enorm sein.

Zu den besonders gefĂ€hrdeten Stellen bei einem Einfamilienhaus gehören neben der EingangstĂŒr auch die Keller-, Terrassen- und BalkontĂŒre. Gerade die GebĂ€uderĂŒckfront, wenn diese dunkel im Schutz von BĂ€umen oder StrĂ€uchern liegt und dem Einbrecher somit „Schutz“ bietet, nehmen Einbrecher gerne als Einladung an.

Auch die Fenster, vor allem Kellerfenster sollten gesichert werden. Auch die oftmals hoch liegenden DachflĂ€chenfenster und Lichtkuppeln sind nicht zu vergessen und gegen Hebelangriffe zu schĂŒtzen.

Es sind nicht immer hohe finanzielle Investitionen erforderlich, um einen guten Basisschutz zu erzielen. Eine fach- und sachkundige Beratung ist in den meisten FĂ€llen kostenlos und bewahrt Sie vor einem teuren Fehlkauf.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter www.polizei-beratung.de .

FĂŒr eine persönliche Beratung steht Ihnen nach Terminabsprache die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle beim PolizeiprĂ€sidium Mannheim zur VerfĂŒgung:

L6, 12
68161 Mannheim
Telefon 0621-174-30 00

Die Polizeiberater kommen auf Wunsch auch kostenfrei zu Ihnen nach Hause und beraten Sie vor Ort ĂŒber sinnvollen Einbruchsschutz.

Nutzen Sie das kostenfreie Informationsangebot, damit Sie auch den kommenden Winter sicher und ohne Sorge ĂŒber ungebetene GĂ€ste genießen können.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.