Freitag, 22. Juni 2018

Verkehrte Welt – oder wie sich Pfarrer die Öffentlichkeit schaffen, die sie sich wünschen

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Guten Tag!

Heddesheim, 09. Januar 2010. Im Mannheimer Morgen ist heute ein Bericht über „Großer Einsatz kleiner Könige“ zu lesen. Im heddesheimblog lesen Sie darüber nichts. Warum? Wir haben darüber keine Informationen. Warum? Diese Frage stellt der Kommentar.

Kommentar: Hardy Prothmann

Der Mannheimer Morgen berichtet heute über „Großer Einsatz kleiner Könige„.

Ich berichte heute über „keinen Einsatz“ anderer „Könige“.

Die anderen Könige heißen in Heddesheim Heiner Gladbach, Dr. Herbert Antzinger und Dierk Rafflewski.

Herr Gladbach ist katholischer Pfarrer, die beiden anderen sind evangelische Pfarrer.

Alle zusammen vereint der Glaube an Gott.

Alle drei sind dreifaltig im Glauben vereint, möglichst keine Transparenz bieten zu wollen.

Sie fragen sich, wieso ich das behaupten kann?

Die Fakten:

Zunächst habe ich den Pfarrer Dierk Rafflewski Mitte 2009 um ein Interview gebeten.

Ich wollte angesichts der kontroversen Atmosphäre um die geplante „Pfenning“-Ansiedlung in Heddesheim ein Interview mit ihm führen. „Herr Rafflewski. Im Dorf gibt es Streit um die Ansiedlung. Lassen Sie uns doch darüber reden, wie man trotz Streits aufeinander zugehen kann“, war meine Frage an den Seelsorger.

Herr Rafflewski antwortete mir direkt: „Das ist ausserhalb meiner Kompetenzen.“

Im August habe ich den katholischen Pfarrer Gladbach während des IFOK-Dialogs ebenfalls um ein Interview gebeten. „Mein Kollege Rafflewski hat mir von Ihrem Ansinnen erzählt“, bekam ich zur Antwort. Ich sagte: „Das trifft sich gut. Ich führe auch gerne ein Gespräch mit Ihnen beiden: „Pfarrer reden über den Streit und wie man trotzdem versöhnlich miteinander umgehen kann.“ Bereden Sie das doch mit Ihrem Kollegen.“

„Das werde ich mit dem Kollegen besprechen“, sagte Heiner Gladbach.

Die Antwort stand ein paar Wochen später im Mannheimer Morgen. Die beiden Kirchengemeinden appellierten an den mitmenschlichen Umgang miteinander.

Ich habe am Erscheinungstag sowohl Dierk Rafflewski als auch Heiner Gladbach angerufen und beide gefragt, wieso dieser Text im Mannheimer Morgen steht und warum das heddesheimblog davon keine Kenntnis hatte.

Herr Rafflewski entschuldigte sich und sagte, dass die Idee für diesen Text auf der Frage durch mich nach einem gemeinsamen Weg beruhe, aber man gewohnt sei, Pressetexte an den MM oder das Wochenblatt zu schicken.

Herr Gladbach sagte, man sei überein gekommen, einen solchen Text zu veröffentlichen und habe dabei nicht an das heddesheimblog gedacht.

„Geschmeidig aus der Affäre gezogen“, dachte ich bei diesen Antworten.

Danach sicherte ich mir von beiden Pfarrern zu, den Text auch im heddesheimblog veröffentlichen zu dürfen.

Danach habe ich beide Pfarrer gebeten, das heddesheimblog über Aktivitäten der jeweiligen Kirchen zu informieren, damit wir darüber berichten können.

Weder per Fax, noch per Brief noch per email, noch per Telefon oder persönlichem Gespräch ist dies seitdem geschehen.

Eine Vermutung könnte sein, dass politische Verbindungen zwischen Kirchengemeinderat und dem Heddesheimer Gemeinderat ein Grund sein könnten. Aber das dürfte eigentlich nicht relevant sein.

Als verantwortlicher Redakteur des heddesheimblogs muss ich allerdings davon ausgehen, dass beide Pfarrer nicht an einer Berichterstattung in unserem Medium interessiert sind. Aus welchen Gründen auch immer.

Dabei hätten auch wir selbstverständlich über die Spendensammlung der „Sternsinger“ berichtet.

Die Redaktion wird sich nun an die beiden Kirchengemeinderäte wenden, mit der Frage, ob es eine grundsätzliche Ablehnung gegenüber einer Berichterstattung über die Aktivitäten der jeweiligen Kirchen im heddesheimblog gibt.

Die Pfarrer Gladbach und Rafflewski kommen bis zu einer positiven oder negativen Antwort als Ansprechpartner nicht mehr in Frage, weil beide offensichtlich nicht an einer möglichst breiten Öffentlichkeit über Ereignisse, die ihre Mitglieder enorm bewegen, interessiert sind.

Das ist mehr als bedauerlich.

Denn beide Pfarrer versagen damit als Seelsorger als auch als verantwortliche Mitglieder unserer Gemeinde.

Warum ich das behaupte?

Ganz einfach: Beide Pfarrer haben an dem so genannten „Ifok“-Dialog teilgenommen.

Dierk Rafflewski hat dabei kein einziges Wort gesagt, noch eine Frage gestellt, sondern nur rumgesessen. Sein Kollege Gladbach erregte sich für Sekunden über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei „Pfenning“ und wollte darüber mehr wissen.

Nachgefragt hat er allerdings nicht.

Beide haben damit teilgenommen – aber ohne jede Verantwortung.

Schade für beide. Denn so bleibt der Eindruck, dass die beiden nur da rumgesessen sind, um dem Ganzen ihren „Segen“ zu geben.

Vermutlich haben beide ihre scheinheiligen Gründe dafür.

Beispielsweise möchte die evangelische Kirche in naher Zukunft Geschäfte mit der Gemeinde machen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.