Mittwoch, 23. August 2017

Das Rhein-Neckar-Fernsehen zeigt ungeschnittene Opferbilder und diskreditiert sich damit zum Trash-TV

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Fast zwei Minuten lang zeigt das Rhein-Neckar-Fernsehen, wie Bestatter einen Sarg bereitstellen, die Leiche des Opfers hineinwuchten, den Sarg schließen und Rausstehendes reinstopfen. Muss das sein? Quelle: RNF

Mannheim/Heppenheim/Rhein-Neckar, 09. September 2011. (red) Ein schwerer Unfall auf der A5 bei Heppenheim fordert ein Todesopfer. Medien berichten. Die √Ėffentlichkeit will wissen, was passiert. Das Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) zeigt fast zw√∂lf Minuten lang ungeschnittenes Videomaterial – darunter fast zwei Minuten die Leiche, die von Bestattern in einen Sarg gewuchtet wird. Ist das noch „Journalismus“ oder nur noch voyeuristischer Trash? Die Frage muss man nicht stellen – wer so verantwortungslos handelt, hat mit verantwortlichem Journalismus l√§ngst nichts mehr zu tun. Noch nicht einmal der Anschein wird noch gewahrt. Man h√§lt ohne Sinn und Verstand drauf und hofft auf „Quote“.

Ergänzung:

Der RNF-Mitarbeiter Ralph K√ľhnl hat gegen√ľber unserer Redaktion den Vorgang folgenderma√üen erkl√§rt: „Mit dem Einstellen des Rohschnitts ins Netz ist einem nicht-redaktionellen Mitarbeiter der Gaul durchgegangen. Dar√ľber gab es hier im Sender bereits gestern Diskussionen, die sicherlich dazu f√ľhren, dass ein solcher Fall nicht mehr eintritt.“ Weiter hat Herr K√ľhnl erkl√§rt, man habe nach Kenntnis des Fehlers das „Rohmaterial“ um einen ausf√ľhrlichen Text erg√§nzt und damit best√§tigt, dass die Redaktion auch nach Kenntnis der Ver√∂ffentlichung das Rohmaterial nicht sofort gel√∂scht hat. Es bleibt jedem selbst √ľberlassen, welche Meinung man sich aus diesen Informationen bilden mag.
Der Sender hat mittlerweile (wie von uns vorgeschlagen, siehe Kommentar 10. September 2011 um 16:56 Uhr) eine Entschuldigung unter dem Sendebeitrag veröffentlicht.
In den Kommentaren finden Sie weitere Informationen.

Von Hardy Prothmann

Als ich die Bilder vom Unfall auf der A5 vom Donnerstag auf dem Internet-Portal von RNF sehe, bin ich fassungslos. Nicht dar√ľber, dass ich eine Leiche sehe. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich viel Leid sehe, Zerst√∂rung und auch den Tod sehen muss. Hinschauen muss. Auch Polizisten, √É‚Äěrzte, Sanit√§ter, Feuerwehrleute, Gutachter sind damit leider immer wieder konfrontiert.

Aber wir arbeiten professionell, jeder tut, was er tun muss. Und als Journalist berichtet man f√ľr die √Ėffentlichkeit dar√ľber, was passiert ist. Aber als verantwortlicher Journalist achtet man darauf, zwischen dem √∂ffentlichen und dem privaten Interesse zu unterscheiden.

Es ist absolut zul√§ssig, in Bild, Ton oder Schrift √ľber Opfer zu berichten. Es ist aber geboten, dies im Zweifel mit dem geb√ľhrenden Abstand zu tun. Auch wir haben √ľber den Unfall auf der A5 berichtet, bei dem ein Mann ums Leben gekommen ist. Auch auf unseren Bildern sieht man, dass eine Leiche am Boden liegt und von einem Tuch abgedeckt wird. Unser Bilder sind aus der Distanz aufgenommen und dokumentieren den tragischen Unfall, das „Ereignis“.

Die Bewegtbilder, die beim RNF zu sehen sind, zeigen, wie Bestatter einen Sarg herbeitragen und das Opfer versuchen, ihn dahin zu hieven. Das klappt nicht beim ersten Mal. Der Leichnam stößt an den Sarg, die Anstrengung der Bestatter ist deutlich zu sehen. Als es endlich gelingt, die Leiche in den Sarg zu hieven, lässt sich der Deckel nicht schließen. Der Leichensack wird reingestopft. Die Männer transportieren Sarg und Leiche ab.

Man k√∂nnte nun aus Sicht des RNF argumentieren: „Wir zeigen, wie es ist.“ Aber ist das ein Argument? Was ist mit der W√ľrde des Toten? Was mit den Gef√ľhlen der Familie?

„Vollkommen egal“, k√∂nnte man als Hardcore-Dokumentarfilmer sagen: „Wir zeigen, wie es ist.“

Zeigen, was man vor die Linse bekommt. Was sagt dieses Bild aus? Quelle: RNF

Aber auch die h√§rtesten Hardcore-Dokumentarfilmer stellen sich immer die Frage, ob das, was sie zeigen, gezeigt werden „muss“. Was ist der Erkenntnisgewinn? Was tragen die Bilder zur Aufkl√§rung der √Ėffentlichkeit bei? Warum sind sie wichtig? Tragen sie zur F√∂rderung der Meinungsfreiheit bei?

Die Bilder des RNF sind ersch√ľtternd. Sie zeigen, dass der Sender √ľberhaupt keinen Wert auf journalistische Selbstkontrolle legt. Hier wird nur Voyeurismus bedient, irgendwelche redaktionell-journalistische Gedanken oder auch nur ein Rest von Anstand sind auch im Ansatz nicht zu erkennen.

Das ist Trash-TV in Reinkultur Рmit der Kamera auf alles draufhalten, was die Häarchen auf den Armen aufstellen lässt. Klar РRNF ist ein dröger Provinzsender, der eher nicht durch guten, kritischen Journalismus auffällt. Aber mit diesem Film zeigt der Sender eine Verantwortungslosigkeit, die die zuständige Lizenzbehörde auf den Plan rufen muss.

Selbst die Spritze muss groß im Bild erscheinen - warum? Quelle: RNF

Auch Privatsender haben Standards der Berichterstattung zu erf√ľllen und m√ľssen die Lizenz verlieren, wenn sie diese nicht einhalten. Ein Privatsender, der ungeschnittenes Videomaterial √ľber eine menschliche Trag√∂die √ľber zw√∂lf Minuten L√§nge einfach so ins Internet stellt, ist daf√ľr ein Kandidat.

Ob Herr Bert Siegelmann die Gr√∂√üe hat, sich im regul√§ren Programm f√ľr diese Verfehlung zu entschuldigen und daf√ľr zu sorgen, dass der Sender journalistische Standards einzuhalten, darf getrost bezweifelt werden.

Muss man die Arbeit der Bestatter in voller Länge zeigen? Quelle: RNF

Einen sp√§ter zusammen geschnittenen „Beitrag“ spricht der lispelnde Senderchef selbst ein – wieder sind Bilder zu sehen, die man nicht zeigen muss, au√üer, wenn man es „n√∂tig“ hat.

Was das RNF hier zeigt, macht mich fassungslos. Als Mensch. Als Journalist macht es mich w√ľtend, weil diese miese Form von „Journalismus (No comment)“ auch mich und andere Kollegen besch√§digt, die ihren Beruf mit der gebotenen Verantwortung aus√ľben.

Mir geht es wie jedem anst√§ndigen Menschen. F√ľr eine solche „Arbeit“ empfinde ich nur Verachtung – die einzig richtige Reaktion, weil man keine Spur von Achtung bei diesem „Bericht“ des RNF feststellen kann.

Es ist besch√§mend, wie das RNF im Wunsch nach Aufmerksamkeit jegliche Selbstkontrolle verliert. Tats√§chlich habe ich kein Mitleid mit diesen „Kollegen“ – die m√ľssen selbst in den Spiegel schauen und man darf nur hoffen, dass sie bei dem, was sie sehen, eventuell noch eine Spur von Scham empfinden.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.

  • Unglaublich und doch irgendwie bezeichnend !!!!

  • Frank

    In der Sache stimme ich dem Artikel voll und ganz zu. Aber die Formulierung „der lispelnde Senderchef“ hat mich in diesem Zusammenhang schockiert. Was hat sein Lispeln denn mit seinem Verhalten zu tun? Ist Lispeln jetzt auch schon ein Anzeichen f√ľr Charakterschw√§che geworden?

    • heddesheimblog

      Guten Tag!

      Ganz gewiss ist Lispeln kein Zeichen von Charakterschw√§che. Aber h√∂chst erstaunlich f√ľr einen Moderator, der schon seit gut f√ľnfzehn Jahren im Gesch√§ft ist und es immer noch nicht geschafft hat, im Sinne der Zuschauer eine ordentliche Sprache hinzubekommen. Das zeigt die schnoddrige, provinzielle „Professionalit√§t“ des Senders – garniert mit diesem Video, dass zeigt, dass es keinen Funken journalistischen Anstand im Haus RNF gibt. Ganz im Gegensatz dazu das Auftreten und das Empfinden der eigenen Bedeutung beim Regionalsender.

      Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
      Das heddesheimblog

  • Christoph S.

    Inhaltlich stimme ich dem Artikel zwar zu (bis auf das Lispeln des Moderators), aber dass einzelne Standbilder von dem kritisierten Filmmaterial hier abgebildet werden finde ich auch schlimm. Wäre das wirklich nötig gewesen? Bringt bestimmt mehr Klicks Рist also gewissermaßen auch reißerisch.

    • heddesheimblog

      Guten Tag!

      Die Screenshots sind sicher nicht der Grund f√ľr mehr „Klicks“. Der Vorwurf, mehr „Klicks“ erreichen zu wollen, ist zudem wenig durchdacht. Sollen wir anstreben, m√∂glichst wenig Menschen zu erreichen? Denken Sie mal bitte dar√ľber nach. Mehr Klicks bedeuten zudem f√ľr uns kein direktes Gesch√§ft – ob ein Artikel 1.000 oder 6.000 Klicks erh√§lt, ist relativ egal – unsere „W√§hrung“ ist die Aufmerksamkeit insgesamt und die Relevanz f√ľr den Leser und damit f√ľr Firmen, die dieses Umfeld suchen, um bei uns zu werben.

      Wir finden vor allem den ersten Screenshot ziemlich schlimm und so etwas w√ľrde niemals in dieser Form durch uns ausgew√§hlt werden. Im Zusammenhang mit dem kritischen Bericht dokumentieren wir damit aber das, was wir kritisieren. Darum kommt man kaum herum, wenn man zeigen will, was wir f√ľr anst√∂√üig halten. Wir geben Ihnen recht, dass das nicht sch√∂n ist, dieses Paradoxon muss man aber aushalten und wir vertreten die vorliegende Form. Wir h√§tten nat√ľrlich noch mehr Screenshots machen k√∂nnen – darauf haben wir aber selbstverst√§ndlich verzichtet.

      Grunds√§tzlich sind wir der Auffassung, dass es f√ľr Journalismus kein Tabu geben darf, weder f√ľr Informationen, noch f√ľr Bilder. Insofern k√∂nnte man eigentlich alles zeigen. Das, was man auf Fotos und Filmen sieht, hat ja in der Wirklichkeit stattgefunden und wurde von Menschen vor Ort auch gesehen. Die Frage ist, was man davon verwendet, um die √Ėffentlichkeit zu informieren. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen – der gute Journalismus, vom sensationshaschenden, skrupellosen Drecksjournalismus.

      Die Frage ist, ob man alles zeigen muss. Auch in unserem Bericht auf dem Rheinneckarblog.de gibt es ein Foto von der toten Person, um das Ungl√ľck zu dokumentieren. Allerdings aus der Distanz, also einem geb√ľhrenden Abstand. Uns h√§tten auch andere Fotos zur Verf√ľgung gestanden.

      Was das Rhein-Neckar-Fernsehen veröffentlicht hat, zeigt, dass der Sender keinerlei Skrupel hat, ausschließlich die Sensationsgeilheit und den Voyeurismus zu bedienen. Eine Notwendigkeit, die Szenen ohne jede redaktionelle Bearbeitung und auch noch unkommentiert in dieser Länge zu zeigen, können wir nicht im Ansatz erkennen.

      Was das Lispeln angeht: Dieses trainiert ein Logop√§de innerhalb von wenigen Wochen weg. Bekanntestes Bespiel ist Dieter Thomas Heck – ein Stotterer, der sich √ľber Sprachtechniken zum Dampfplauderer der Nation gemacht hat. Redaktionen mit professionellem Anspruch stellen Produkte her, ob Foto, Film, Papier oder Internet. Ein Mensch mit Schreibschw√§che kann auch ein sehr guter Journalist sein – trotzdem w√ľrden Sie wohl kaum gut hei√üen, wenn Sie st√§ndig Texte voller Fehler lesen m√ľssten, oder? In Amerika ist es √ľbrigens sehr √ľblich, dass Reporter Informationen sammeln und Editoren als beste Schreiber, diese dann zusammenfassen. Und von einem Moderator sollte man erwarten d√ľrfen, dass er sein Sprechwerkzeug auch gut beherrscht.

      Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
      Das heddesheimblog

      • Wenn man die emotionale Komponente in diesem Kommentar au√üen vor l√§√üt und sich ausschlie√ülich auf der Sachebene bewegt, so muss man sagen, dass die Journalisten des Heddesheimblog hier eine falsche Information verbreiten. Allein Stottern und Lispeln in einen Topf zu werfen ist wie √É‚Äěpfeln mit Birnen zu vergleichen. Aber wenn der Stotterer DTH als Beispiel f√ľr „Abtrainieren in wenigen Wochen“ herhalten soll, bleibt als Fazit: falsch. Das sage ich als pers√∂nlich Betroffener mit einer klassischen Stotterer-Karriere: Als Kind acht Jahre mit hunderten Logop√§die-Sitzungen mitgemacht, bis zum Abi keine m√ľndlichen Noten bekommen, weil ich mich nicht artikulieren konnte, H√§nseleien, das volle Programm. Der Therapie-Erfolg: mehr als √ľberschaubar. W√§hrend das Interesse am Medium Fernsehen stieg habe ich dreieinhalb Sprecherziehung bei einer Schauspiellehrerin genossen – auch das hat das Alltags-Stottern nur m√§√üig beeinflusst. Ich w√ľrde heute sagen. Es hat sich mehr oder minder „verwachsen“. Es h√∂rt indes nie auf. Blockaden kommen immer wieder, auch Live-Sendugen, aber man lernt damit umzugehen. Therapien k√∂nnen das Stottern lindern, aber es nicht beheben. Wir sprechen auch nicht von „Sprachfehler“, sondern von „Sprechbehinderung“. Sie in den Griss zu bekommen ist harte Arbeit, in jedem Fall mehr als „ein paar Monate“. Mehr Information dazu gibt es beispielsweise beim Bundesverband der Stotterer-Selbsthilfe – http://www.bvss.de. Insofern ist Dieter Thomas Heck vielleicht ein bekanntes Beispiel, aber kein sehr aussagekr√§ftiges, weil kein typisches. Was Lispeltherapien angeht, kann ich keine gesicherten Aussagen machen. Wie dem auch sei, zur Frage: „K√∂nnen Menschen mit Sprechbehinderung einen Kommunikationsberuf ergreifen“, meine ich: Ja. Denn tats√§chlich scheint die Aussprache wenig mit dem Inhalt zu tun haben. Und wenn ich mal mit dem Finger auf andere zeigen darf, wovon ich eigentlich nichts halte: Selbst der quotenorientierte Sender RTL hat mit Katja Burkard eine lispelnde Kollegin in der Moderatorengarde – und definiert ihre Qualit√§t durchaus nicht √ľber die Aussprache.

        • Entschuldigen Sie bitte die Tippfehler, ausgelassenen Worte und das Interpunktionswirrwarr im obigen Kommentar. Er wurde √ľber ein iPhone verfasst. Leider verf√ľgt das Blog √ľber keine Korrekturfunktion.

  • Wir geben es unumwunden zu: Wir haben einen Fehler gemacht. Das Material, das im obigen Artikel beschrieben ist, stand am Donnerstag Morgen f√ľr ca. zweieinhalb Stunden auf der Startseite von rnf.de. Das h√§tte nicht passieren d√ľrfen. Wir m√∂chten uns in aller Form bei all jenen entschuldigen, die dieses Filmmaterial gesehen haben und es f√ľr nicht angemessen hielten. Das d√ľrften etwa 400 User gewesen sein. Das Klickergebnis des Tages in Summe lag nicht signifikant √ľber jenem an anderen nachrichtenstarken Tagen – insofern l√§uft die Mutma√üung, ein solches Video k√∂nne einer Seite einen Klickrausch = √Ę‚ā¨ŇĺQuote√Ę‚ā¨Ňď bescheren, ins Leere.

    Zur Erkl√§rung der Hintergr√ľnde: Was da online zu sehen war, war der Rohschnitt, der f√ľr den Programmaustausch zwischen TV-Sendern bestimmt war. Es war kein redaktionell aufbereitetes Material. Es war nicht f√ľr die Ver√∂ffentlichung bestimmt, sondern als Arbeitsmaterial f√ľr andere Nachrichtensendungen, die ihrerseits ihre eigene Bildauswahl treffen. Wie in fr√ľheren √§hnlich gelagerten F√§llen war die Absicht f√ľr RNF.de, einen deutlich entsch√§rften, sehr viel k√ľrzeren Schnitt als Illustration zur Nachrichtenmeldung online zu stellen. Auch diese Videos sind in der Regel zun√§chst unkommentiert und werden sp√§ter durch den Sendebeitrag ersetzt, den wir fertigstellen, wenn sich die Faktenlage verdichtet und √É‚Äěnderungen unwahrscheinlich werden. In diesem Fall passierte es nun, dass die falsche Version online ging. Das war – wie gesagt – ein Fehler, den wir bedauern. Nachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zun√§chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend erg√§nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig sp√§ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. Oder noch ganz anders erkl√§rt: Es w√ľrde keinen Sinn machen, einen zw√∂lfmin√ľtigen Rohschnitt mit voller Absicht ins Netz zu stellen, wenn man wei√ü, dass die Verweildauer bei Videos in der Regel bei maximal zwei bis drei Minuten liegt; zumal dieser mehr oder minder unzusammenh√§ngende Bilderteppich einen Zuschauer nicht wirklich begeistern d√ľrfte.

    Was uns wichtig ist festzuhalten: Die Geschichte des regionalen TV-Senders, der mit sensationsheischenden Bildern um Aufmerksamkeit schreit, der die Selbstkontrolle verloren hat, der jeder Verantwortung bar auf Quote aus ist – es gibt sie nicht. Unsere Kameraleute sehen solche Bilder, wie sie am Mittwoch f√ľr eine kurze Zeit auf RNF.de zu sehen waren, nahezu jeden Tag. Sie drehen sie auch nahezu jeden Tag. Wir zeigen sie aber nicht. Falls Sie dazu bereit sind, nehmen Sie dies bitte auch einfach als Argument gegen die Behauptung, RNF habe es √Ę‚ā¨Ňĺn√∂tig√Ę‚ā¨Ňď Bilder wie diese zu zeigen.

    Nun befinden wir uns hier auf heddesheimblog.de. Eine Seite, die sich unter anderem f√ľr qualit√§tsorientierten Journalismus stark macht. Das ist gut. Nicht so gut ist, dass der Autor des Artikels im konkreten Fall der Berichterstattung √ľber RNF einen wichtigen Punkt des qualit√§tsorientierten Journalismus nicht, oder zumindest nicht vollst√§ndig, beachtet hat: die Recherche. Denn bei uns ging kein Kontaktversuch, keine Mail, kein Anruf, keine Nachfrage seitens Herrn Prothmann ein, in der er versucht h√§tte herauszufinden, was wir uns dabei gedacht haben, dieses Material online zu stellen. Das ist der Punkt, der oft den Journalisten vom einfachen Betrachter unterscheidet: Das Nachfragen. Dem Schein nicht zu trauen. Eine scheinbar offensichtliche Geschichte nicht als solche hinzunehmen – und sei sie noch so h√ľbsch.

    Werden in einem Beitrag Ross und Reiter genannt, so gilt es zumindest bei RNF zu den Grundprinzipien der Berichterstattung, dass der oder die Betroffenen um eine Stellungnahme gebeten werden. Nicht selten stellt sich schon beim √Ę‚ā¨ŇĺAnrecherchieren√Ę‚ā¨Ňď heraus, dass eine scheinbar skandalgetr√§nkte Geschichte in Wirklichkeit keine ist. Oder dass sie zumindest eine nachvollziehbare Erkl√§rung mit sich bringt. Herr Prothmann ist zumindest in diesem einen Fall, den wir direkt mitverfolgen k√∂nnen, der Versuchung erlegen, eine Geschichte nicht wirklich auszurecherchieren. Er h√§tte seinen Artikel trotz einer Nachfrage bei uns bringen k√∂nnen. Mit unserer Erkl√§rung. Er h√§tte diese Erkl√§rung darstellen und – auch kritisch – kommentieren k√∂nnen. Das w√§re journalistisch sauber gewesen. Statt dessen lesen wir Mutma√üungen, wie RNF wohl argumentieren k√∂nnte, wenn man sich in seine Rolle versetzen w√ľrde. Wie kompliziert. Es w√§re sehr viel einfacher gewesen nachzufragen. Telefonnummer und Email-Adresse sind bekannt – und die Auskunft w√§re keine andere gewesen als jetzt hier: Wir haben einen Fehler gemacht.

    Fehler passieren. Sie sind in der Vergangenheit passiert, und es werden an anderer Stelle wieder Fehler passieren. Bei RNF pflegen wir die Kultur, uns nach jeder Sendung zur √Ę‚ā¨ŇĺKritik√Ę‚ā¨Ňď zu versammeln, in der wir uns gegenseitig sagen, was an der Sendung gut und was nicht so gut war. G√§ste, die an dieser Sitzung teilnehmen, sind nicht selten √ľberrascht, wie hart wir dabei miteinander ins Gericht gehen. Und nat√ľrlich diskutieren wir immer wieder, welche Bilder gezeigt werden sollten und welche nicht. Dies ist unsere √Ę‚ā¨ŇĺSelbstkontrolle√Ę‚ā¨Ňď, von der Hardy Prothmann mutma√üt, es gebe sie nicht. Wir laden die Leser von heddesheimblog.de zu einem Abstecher in unser Video-Portal auf rnf.de ein. Klicken Sie durch die Beitr√§ge und melden Sie es uns, wenn Sie voyeuristische, anst√∂√üige oder verletzende Bilder finden. Wir sind darauf bedacht, die Pers√∂nlichkeit der Menschen zu achten. Das tun wir, nur als Beispiel, indem wir Angeklagte bei Gericht verpixeln, Namen k√ľrzen oder schw√§rzen. Wir versuchen, die Sache darzustellen – nicht Menschen blo√üzustellen.
    – Ralph K√ľhnl (Redaktion √Ę‚ā¨ŇĺRNF Life√Ę‚ā¨Ňď)

    • Heddesheimer

      Hallo,

      in ihren Kommentar beziehen sie sich das das Material am Mittwoch zwei Stunden auf der Startseite zu sehen war, anzumerken von meiner Seite ist, das am Freitag ca 12.00 auf dem Onlineportal von RNF das Material von mir zu sehen war, um nicht nur auf der Startseite zu bleiben.

      Schönen Tag Heddesheimer

      • …wozu ich nur sagen kann, dass es da sicherlich nicht hingeh√∂rte. Kann es sein, dass die Seite noch irgendwo gecachet war? Ich kann nicht nachvollziehen, dass das Video noch online war. Ich will es aber auch nicht ausschlie√üen. Aber – in diesem Fall h√§tte das ja einen Sinn haben m√ľssen. Und den hatte es sicher nicht.

        Denken Sie bitte mit mir einen Schritt weiter: H√§tten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann h√§tten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann h√§tten wir vielleicht in Hauptsendung „RNF Life“ in der Moderation gesagt: „Wenn Sie mehr spektakul√§re Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt f√ľr Sie hinterlegt.“ Das haben wir aber nicht. Wenn Sie die Sendung im Fernsehen verfolgt haben, dann haben Sie gesehen, dass ich in der Moderation das Thema nicht angeheizt, sondern im Gegenteil Fahrt herausgenommen habe. Zumal wir in dieser Sendung auch noch den Flugzeugabsturz von Jaroslawl mit Robert Dietrich als Opfer zu thematisieren hatten. Zwei Beitr√§ge, in denen Tote zu beklagen sind, in einer einzigen Sendung sind ohnehin schon sensibel und grenzwertig – was dazu f√ľhrt, dass man sich als Moderator die Worte mehrmals √ľberlegt. Ob man damit immer den Ton trifft, den alle Zuschauer als ad√§quat empfinden, sei dahin gestellt. Jedenfalls aber k√∂nnen wir sagen, dass wir uns in der Redaktion sehr wohl Gedanken um die Pr√§sentation und die Wirkung unserer Beitr√§ge machen und dass wir nicht gedankenlos oder gar unkontrolliert mit sensiblen Themen umgehen, wie es uns in dem Beitrag vorgeworfen wird.

        • Heddesheimer

          Es obliegt mir nicht √ľber ihre Moderation zu urteilen, ich m√∂chte nur darstellen was am Freitag f√ľr mich noch zu sehen war, es war im Videoportal und darunter noch ein ausf√ľhrlicherer Text als der der jetzt zum Beitrag vorhanden ist. 400 Klicks d√ľrften auch f√ľr einen kurzen Zeitraum von gerade mal 2 √ā¬Ĺ stunden doch recht hoch sein wen man das auf Klicks in der Minute runter rechnet f√ľr ein Filmbeitrag der nur kurz online ging.

          Ob ein Cache daf√ľr verantwortlich ist, glaube ich nicht ich war erstmalig am Freitag auf ihrer Seite, wen doch. Willkommen im Internet.

          Das es ein versehen war stehe ich ihnen zu, nichts f√ľr ungut.

          Zu ihrer frage ob ich die Sendung gesehen habe. Ich mag dieses stetige Metropolregion Gequatsche nicht und lehne die Metropolregion ab. Viele Nutzungspl√§ne in der Region werden √ľber den Haufen f√ľr Investoren geworfen, pl√§ne die √ľber Jahre erstellt wurden und sicher einiges an Steuergelder verschlungen haben. Als B√ľrger k√∂nnen sie sich nach diesen Pl√§ne nicht orientieren.
          Und hier Zweifel ich der Unabhängigkeit von RNF zu diesen Thema und sehe RNF als Botschafter, was aber nicht ihr journalistischer Auftrag sein kann.

          Das war jetzt etwas weit ausgeholt.

          Ich w√ľnsche einen sch√∂nen Samstag√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶√Ę‚ā¨¬¶.

        • @Heddesheimer Benutzt Ihr Provider oder Ihr Arbeitgeber im Netzwerk eventuell einen Proxy-Server? Willkommen im Internet! ūüėČ

          Mal ohne Quatsch: Ja, wir stehen zur Metropolregion. Aber das haben wir schon getan, bevor es die MRN in der jetzigen Form √ľberhaupt gab. Und zwar einfach deshalb, weil die MRN unserem urspr√ľnglichen Sendegebiet entspricht. Aber Sie haben Recht – die Diskussion f√ľhrt an dieser Stelle zu weit. Wir bieten gerne an, sie an anderer Stelle weiter zu f√ľhren – pers√∂nlich, per Mail, √∂ffentlich im Netz. Nur noch soviel: Wenn es Missst√§nde gibt, sei es √ľber Nutzungspl√§ne oder anderes in der Region, schauen wir uns das an – und wenn sich eine Geschichte daraus ergibt, berichten wir. Wir erheben nicht den Anspruch, immer alles zu wissen. Themen m√ľssen auch zu uns kommen – zum Beispiel auch √ľber Zuschauer.

    • heddesheimblog

      Hallo Ralph,

      danke f√ľr die Kommentierungen. Sicherlich begr√ľ√üen es die Leserinnen und Leser so wie ich auch, dass Du als Sprecher f√ľr den Sender den Fehler einr√§umst.

      Es trifft leider nicht zu, dass das Video f√ľr zweieinhalb Stunden auf der Website des Rhein-Neckar-Fernsehens ver√∂ffentlicht worden ist. Zur Erkl√§rung, das k√∂nnte irgendwo gecachet worden sein, hier die Dokumentation der URL:
      http://www.rnf.de/video-portal/sendung/videos/show/schwerer-busunfall-auf-a5.html?no_cache=1

      Wir haben am Donnerstagabend davon erfahren und mein Kommentar wurde in der Nacht zum Freitag um 00:21 Uhr ver√∂ffentlicht. Am Freitag war der √Ę‚ā¨ŇďFilm√Ę‚ā¨¬Ě immer noch √ľber die Website vom RNF abrufbar.

      Ob nun 400 oder 4.000 Menschen den Film gesehen haben, spielt keine Rolle.

      Es gibt auch keine unterlassene Recherche von unserer Seite. Man muss nicht recherchieren, was man bereits festgestellt hat. Auf Kritik mit einer Gegenkritik zu reagieren ist verständlich, aber wenig souverän.

      Aufgabe von Journalismus ist auch die Dokumentation von Fakten. Ebenso die Einordnung. Und nat√ľrlich auch die Kontrolle des Produkts. Wenn √ľber Stunden niemand bemerkt haben sollte, dass dieses Material ver√∂ffentlicht worden ist, funktioniert Eure Qualit√§tskontrolle nicht. Tats√§chlich stellt sich das aus unserer Sicht anders dar, was Du, vermutlich ungewollt, sogar best√§tigst.

      Du schreibst:
      √Ę‚ā¨ŇďNachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zun√§chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend erg√§nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig sp√§ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. √Ę‚ā¨¬Ě

      Lies das bitte nochmal selbst: Mit einem Text erg√§nzt? Also habt Ihr den Film bei vollst√§ndig klarem Bewusstsein, dass er ver√∂ffentlicht worden ist, weiter im Netz gelassen!!! Und die Information der Erg√§nzung ist auch nicht richtig. Ich habe sp√§ter den √Ę‚ā¨ŇďSendebeitrag√Ę‚ā¨¬Ě gesehen √Ę‚ā¨‚Äú das √Ę‚ā¨ŇďRohmaterial√Ę‚ā¨¬Ě mit seinen √Ę‚ā¨Ňďrohen Inhalten√Ę‚ā¨¬Ě, war weiterhin verf√ľgbar. So muss ich leider vermuten, beweisen kann ich es nicht, dass erst durch unsere Kritik ein √Ę‚ā¨Ňďanderes√Ę‚ā¨¬Ě Bewusstsein bei den Verantwortlichen des RNF entstanden ist.

      Deine Erkl√§rung √ľberzeugt leider √ľberhaupt nicht. Die Erkl√§rung, das im Netz ver√∂ffentlichte Material sei √Ę‚ā¨ŇďArbeitsmaterial√Ę‚ā¨¬Ě f√ľr andere Sender, ist, mit Verlaub, wenig glaubw√ľrdig, denn das Material ist komprimiert und mehr oder weniger untauglich f√ľr die Austrahlung im Fernsehen. Wie solte Bilder aussehen, die youtube oder anderen Seite entnommen werden, kennen Fernsehzuschauer aus anderen Nachrichtensendungen. Man sieht auf einen Blick die schlechte Qualit√§t. Und RNF verkauft sicher keine schlechte Qualit√§t an andere Sender, wenn man bessere, n√§mlich die Originalfilmaufnahmen zur Verf√ľgung hat. Soviel zum technischen Hintergrund.

      Inhaltlich √ľberzeugt Deine Erkl√§rung leider auch nicht. Denn wenn man der Logik des √Ę‚ā¨ŇďArbeitsmaterials√Ę‚ā¨¬Ě folgt, habt Ihr anderen Sendern, die Szene, in der die Leiche √Ę‚ā¨Ňďverfrachtet√Ę‚ā¨¬Ě wird, zur Abeit und √úbernahme angeboten. Seri√∂se Sender verzichten auf so etwas, aber es gibt auch andere Trash-TVs, die nehmen so was √Ę‚ā¨Ňďgerne√Ę‚ā¨¬Ě. Und Ihr seid die Lieferanten.

      Journalistisch √ľberzeugt Deine Argumentation noch weniger. Vor Ort entscheidet der Kameramann, was er filmt und was nicht. Klar ist, das immer mehr gefilmt wird, als ausgestrahlt werden kann. Klar ist auch, dass beim Filmen Szenen aufgenommen werden k√∂nnen, die niemals zu ver√∂ffentlichen sind. Bei der Aufnahme der Leichenverfrachtung hat der Kameramann bewusst draufgehalten. Er arbeitet ihn diesem Moment und erzeugt m√∂gliches Sendeamterial. Wer den Ablauf bei Sendern kennt, wei√ü, dass erfahrene Kollegen darauf achten, nur m√∂glichst sendef√§higes Material aufzunhemen, da man sp√§ter bei der Sichtung sonst viel Zeit verliert. Und zeitlich stehen Fernsehproduktionen f√ľrs aktuelle Programm immer unter Druck.

      Damit komme ich gerne zu √Ę‚ā¨ŇďRo√ü und Reiter√Ę‚ā¨¬Ě √Ę‚ā¨‚Äú Medien konkurrieren um Aufmerksamkeit. Untereinander erzeugt das einen gewissen Druck durch die Konkurrenzsituation. Unser Partner Ren√ɬ© Priebe ist seit fast zwei Jahren hier im Raum als Kamerareporter aktiv und wir sch√§tzen seine Arbeit, weil sie aktuell ist, er technisch einwandfreie Bilder macht und journalistisch sauber arbeitet. Wir erhalten zum Beispiel manchmal zu dem Material, was er uns zur Ver√∂ffentlichung zusendet auch Material, dass nur f√ľr den internen Gebrauch bestimmt ist, beispielsweise, um eine Situation nachvollziehen zu k√∂nnen. Wir pr√ľfen alle zugesandten Materialien sorgf√§ltig vor Ver√∂ffentlichung. Und ganz klar √Ę‚ā¨‚Äú jedem kann ein Fehler passieren.

      Es h√§tte aber gereicht, sich einfach daf√ľr zu entschuldigen, anstatt irgendwelche Geschichten zu erz√§hlen.

      Ren√ɬ© Priebe setzt durch seine Arbeit auch RNF unter Druck, weil er sehr z√ľgig arbeitet und das Material √ľber seine Agentur vorwiegend an ARD, hier h√§ufig den SWR und das ZDF verkauft. Auch zum betreffenden Thema war er wieder schneller als RNF.

      Diese Konkurrenz wird beim RNF wahrgenommen √Ę‚ā¨‚Äú mit Auswirkungen, zu denen ich an dieser Stelle nichts schreibe. Aber sicher auch mit der Auswirkung, so schnell wie m√∂glich mit √Ę‚ā¨ŇďMaterial√Ę‚ā¨¬Ě an die √Ėffentlichkeit zu gehen.

      Ich mag Dir gerne Glauben schenken, dass das RNF h√∂chste journalistische Ma√üst√§be ansetzt √Ę‚ā¨‚Äú meine Erfahrungen sind anders.

      Vor zwei Jahren habe ich das RNF schon einmal einer genauen Betrachtung unterzogen, weil Ihr in Sachen Ansiedlung des Logistikunternehmens √Ę‚ā¨ŇďPfenning√Ę‚ā¨¬Ě, was f√ľr erheblichen kommunalpolitischen Streit gesorgt hat, √Ę‚ā¨Ňďberichtet√Ę‚ā¨¬Ě habt.

      Auch damals konnte ich nicht anders als negativ √ľber die √Ę‚ā¨Ňďjournalistische Leistung√Ę‚ā¨¬Ě von RNF zu urteilen.

      Das kann man gerne hier nachlesen:
      http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/provinzposse-oder-kommunikationspanne/
      http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/quantitative-sendungsanalyse-i/
      http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/quantitative-sendungsanalyse-ii/

      Wenn die Kritik dazu f√ľhrt, dass der von Dir geschilderte √Ę‚ā¨ŇďAnspruch√Ę‚ā¨¬Ě wieder lebendiger in der RNF-Redaktion geworden ist, w√§re das sicherlich von Vorteil.

      In diesem Sinne beobachte aber weiter kritisch alle Medien im Raum. Dabei begr√ľ√üe ich ausdr√ľcklich ordentliche Leistungen von √Ę‚ā¨ŇďKollegen√Ę‚ā¨¬Ě und bin jederzeit bereit, vorbildliche Leistungen auch als solche zu benennen. Auf einen Besuch des Senders verzichte ich, erstens, weil ich wei√ü, wie Fernsehstudios aussehen und zweitens, weil ich den Sender schon einmal besuchen wollte, zu der oben genannten √Ę‚ā¨ŇďPfenning√Ę‚ā¨¬Ě-Geschichte. Ich hatte damals darum gebeten, die Sendung als externer Journalist begleiten zu d√ľrfen, um sp√§ter eine Schilderung des Ablaufs aus meiner Sicht zu ver√∂ffentlichen und f√ľr die Leserinen und Leser Fotos zu ver√∂ffentlichen, die zeigen, was man nicht auf dem Fernsehbildschirm sieht, beispielsweise die Kameras, die Ausleuchtung usw.. Meiner Bitte wurde nicht entsprochen √Ę‚ā¨‚Äú ich bekam noch nicht einmal eine Absage von Herrn Siegelmann, der sich vermutlich zu fein daf√ľr war.

      Wenn Du mich auf einen Sendebeitrag hinweist, den Du f√ľr eine wichtige und gelungene journalistische Leistung h√§lst, werde ich das gerne auf meinen Blogs besprechen √Ę‚ā¨‚Äú nat√ľrlich positiv wie negativ, also insgesamt kritisch. So wie die Leserinnen und Leser unser Angebot kennen und sch√§tzen.

      Gruß
      Hardy

      P.S. F√ľr die Leserinnen und Leser zur Erkl√§rung: Ralph K√ľhnl und ich duzen uns, weil wir uns aus der Zeit als freie Mitarbeiter des Mannheimer Morgen kennen. Pers√∂nlich haben wir uns aber (gesch√§tzt) seit 1994 nicht mehr gesehen, aber vor einigen Monaten mal telefoniert. Auch damals ging es um eine, wenn auch kleine Kritik von mir am Sender. Ralph K√ľhnl halte ich zugute, dass er auch damals schnell reagiert hat. Pers√∂nlich glaube ich ihm, dass einen ordentlichen journalistischen Anspruch hat. Bei anderen sehe ich das nicht.

      • heddesheimblog

        Ergänzung:

        Auff√§llig ist auch, dass der Beitrag einfach gel√∂scht worden ist und eine Entschuldigung – zumindest an die „400 Besucher“, die den Film gesehen haben fehlt.

        Textvorschlag:

        „Liebe Besucherinnen und Besucher,

        bedauerlicherweise ist uns ein Fehler unterlaufen. Versehentlich wurde „Rohmaterial“ zum schweren Unfall mit einem Todesopfer am 08. September auf der A5 hier im Videoportal ver√∂ffentlicht.

        Im Film war ungeschnitten zu sehen, wie das Opfer in den Sarg gelegt und abtransportiert wird. Diese Bilder h√§tten nicht gezeigt werden d√ľrfen.

        Leider ist uns der Fehler passiert. Daf√ľr bitten wir um Entschuldigung.

        RNF“

        Hinweis: Der Text kann honorarfrei √ľbernommen werden.

      • Hallo Hardy,

        hm, ich denke es ist nicht ganz unwesentlich f√ľr Deine Leser zu erfahren, dass Du auf eine Stellungnahme derjenigen, √ľber die Du zu berichten planst, verzichtest. Du wirst zugeben, dass die Geschichte, die Du Dir konstruiert hast, in sich zusammengefallen w√§re, h√§ttest Du unser Statement in den Originaltext eingearbeitet. Ich halte es f√ľr wichtig im seri√∂sen Journalismus, alle Seiten gefragt zu haben, bevor ich mir eine abschlie√üende Meinung bilde und sie darstelle. Was es bedeutet, wenn ein Medium dies nachweislich nicht tut und es auch noch zugibt – dar√ľber mag jeder f√ľr sich selbst urteilen.

        Deine Beobachtung ist richtig. Wir haben das Material zun√§chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das f√ľr vertretbar. Der Fehler wurde zu sp√§t erkannt, d’accord.

        Die Argumentation, dass es sich um Material f√ľr andere Sender handelte, ist keineswegs abwegig. Nat√ľrlich liegt das Material in hoher Aufl√∂sung vor. Der weitere Workflow l√§uft so: Das Material wird mit einer Produktionsnummer versehen, √ľber einen zentralen Server encodiert und automatisch auf den Webserver hochgeladen. Auf der Webseite werden die ver√∂ffentlichte Seite und das hochgeladene Video miteinander verkn√ľpft. Nun wurde schlichtweg die falsche Nummer vom Schnitt ans Webteam kommuniziert und damit das falsche Material online gestellt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um TV-Sender-Material oder Sendematerial handelt – vor einem Content Management System sind zun√§chst einmal alle Nummern gleich. Und wie gesagt: Normalerweise sollte so etwas nicht vorkommen – deshalb war es ja auch ein Fehler.

        Ich kann Dir heute wirklich nicht sagen, wann welches Material noch verf√ľgbar war und wann es gel√∂scht wurde. M√∂glicherweise hat Dein Link tats√§chlich noch funktioniert, weil es sich dabei um einen Permalink ins System handelt. Wichtig f√ľr uns war zun√§chst, dass die *Verkn√ľpfung* auf unserer Webseite nicht mehr existent war und damit von der Seite offensichtlich verschwunden war. Damit lag das File inklusive der ver√∂ffentlichten Seite zwar noch auf dem Server, w√§re aber f√ľr User, die den Permalink nicht hatten, auf keinen Fall zug√§nglich gewesen. Das mag man dilettantisch nennen unter technischen Aspekten – allerdings entkr√§ftet dieses Vorgehen deutlich Deinen Hauptvorwurf, n√§mlich dass wir versucht h√§tten sensationsl√ľstern √ľber das Ungl√ľck zu berichten. Lass uns diese Motivation Deines Artikels mal eben nicht aus den Augen verlieren: Du unterstellst uns, wir h√§tten absichtlich sensationsheischend berichten wollen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Das ist schlichtweg nicht der Fall. Und dabei spielt es √ľberhaupt keine Rolle, ob der Permalink noch drei, vier, f√ľnf oder zehn Stunden aktiv war. Den Link hast zu dieser Zeit nur noch DU online gehabt und damit den Lesern Deines Blogs suggeriert, wir w√ľrden √ľber Stunden und Stunden weiterhin das lange Video promoten. In Wirklichkeit war f√ľr den „normalen“ Internet-Nutzer, der sich √ľber rnf.de informieren wollte, das Video nicht mehr zug√§nglich. Fair w√§re gewesen darauf hinzuweisen, dass das Video √ľber den √ľblichen Klickweg auf den Seiten von RNF nicht mehr verf√ľgbar ist.

        Wenn wir TV-Material an andere Sender geben, dann wissen wir, wer damit arbeitet. Und auch wir geben Informationen weiter, welche Bilder verwendet werden sollten und welche nicht. Alle Redaktionen, denen wir Bilder arbeiten, handeln in diesen Fällen als Profis. In Zeiten der digitalen Videoproduktion spielt der von Dir angesprochene Zeitfaktor nicht mehr die große Rolle Рweder in der Akquise, noch im Schnitt, noch in der Überspielung an den anderen Sender. Es werden einfach Datenpäckchen hin- und hergeschoben, mal größer, mal kleiner.

        Dass ein anderer Kameramann mal schneller am Ort des Geschehens ist – gut. Das hatte in diesem speziellen Fall aber keine Relevanz und spielt daher f√ľr die aktuelle Diskussion, in der es – Achtung! – ausschlie√ülich um Deinen Vorwurf geht, wir h√§tten uns absichtlich sensationsheischend verhalten, keine Rolle.

        Und: Ich habe keine Geschichten erz√§hlt, sondern den Lesern die Informationen gegeben, die sie durch Deine Aufbereitung des Themas nicht erhalten haben. Es spricht nicht eben f√ľr ein journalistisches Produkt, wenn hinterher Fakten auftauchen, die man vorher h√§tte haben k√∂nnen, aber vergessen hat zu erfragen. Um es mit Deinen Worten zu sagen: Ich frage mich, ob Du die Gr√∂√üe hast, das einzur√§umen.

        Was die Entschuldigung angeht: Da sich die Diskussion hier auf Deinen Plattformen abgespielt hat und sich bei RNF sonst niemand gemeldet hat, der sich √ľber die Berichterstattung irritiert gezeigt hat, halte ich unser Statement hier – im Kontext der Gesamtdiskussion – f√ľr gut aufgehoben. Ich werde gerne auf heddesheimblog.de verweisen, sollte es weitere Verwirrung geben.

        Nat√ľrlich ist das Video mittlerweile gel√∂scht und nicht mehr verf√ľgbar. Das ist nicht auff√§llig, sondern normal. Manchmal habe ich in diesem Internet den Eindruck, dass man sich best√§ndig daf√ľr rechtfertigen muss, wenn man Dinge ver√§ndert, l√∂scht, modifiziert, verbessert. Dinge, Themen, Geschichten entwickeln sich. Fehler werden erkannt und eliminiert. Wer braucht die gesamte Versionsgeschichte davon? Der Film liegt nicht mehr auf dem Server. Was genau ist daran verwerflich? Es gab ja auf rnf.de nicht mal mehr den Link dorthin, und letztlich ist das relevant. Dass wir nun exklusiv f√ľr Deine Leser eine Entschuldigungsseite unter dem bei Dir geposteten Link einrichten – das ist nicht wirklich ernst gemeint, gell?

        Gruß
        Ralph

        Auf Pfenning gehe ich nicht ein. Disclaimer: In dem Thema bin ich nicht drin.

  • Peter H.

    Der Ansatz der Diskussion mag gerechtfertigt sein, Ausf√ľhrung und Wortwahl entspricht jedoch √§u√üerst niedrigem Niveau. Dies war mein letzter Besuch in diesem Blog. Hetzkampagnen h√§tte ich hier nicht erwartet, haben auf heddesheimblog jedoch scheinbar Tradition.

    Journalismus ist anders..

    Peter H.

  • Klarer Fall f√ľr programmbeschwerde.de.

  • Frank

    Hi,
    wird mittags auf RTL nicht auch gelispelt.
    Und das noch viel schlimmer. Oder ist Ihrer
    Meinung nach „schei√ü RTL“-laut Fernsehkritik
    TV- mit seinen ganzen Trashsendungen, schon
    aussen vor?
    I gebe zu, das lispeln törnt mich beim zuhören
    ab und ich pers√∂nlich w√ľrde so nie vor die
    Kamera gehen. Lieber w√ľrde ich dann Texte
    schreiben oder anderes im Hintergrund tätigen.
    Aber das ist halt alles G`schmacksach`, sagte
    der Aff` und bi√ü in die Seife ūüėČ
    Schönes Wochenende.

  • Hallo Hardy,

    Es ist nun mehr als 24 Stunden her, seit Dir Informationen zugegangen sind, die die Inhalte Deines Artikels zum Thema „RNF und Unfall-Video“ massiv erg√§nzen, alles sauber hier in den Kommentaren dokumentiert. Der Hauptartikel ist seither aber unver√§ndert. Du bel√§sst die Leser Deines Artikels nach wie vor in dem Glauben, der dort dargestellte Status sei Stand der Dinge, wider besseren Wissens. Um es noch einmal klar zu sagen: Die Geschichte vom Regionalsender, der um Aufmerksamkeit schreit und deswegen „Trash-TV-Bilder“ ver√∂ffentlicht, gibt es nicht. Das ist die Geschichte, die Du versuchst Deinen Lesern zu verkaufen. Ich habe sie widerlegt. Es gab einen Fehler, wir hatten ihn bereits vor Erscheinen dieses Artikels korrigiert, hier rundweg zugegeben, dass es einen Fehler gab, am Ort der Diskussion transparent erkl√§rt was vorgefallen war – Ende der Geschichte. Trotzdem behauptest Du in Deinem Artikel nach wie vor: „Es ist besch√§mend, wie das RNF im Wunsch nach Aufmerksamkeit jegliche Selbstkontrolle verliert“ – und noch so einige Dinge mehr.

    Jedes seriöse Online-Medium hätte seine Fehleinschätzung inzwischen selbsttätig und ohne Aufforderung korrigiert.

    Falls Du nach allem, was Du jetzt wei√üt, nachdem ich (ungefragt) Dinge erkl√§rt und erl√§utert habe, zu dem Schluss kommen solltest, dass RNF nicht zu einem sensationsl√ľsternen Trash-TV-Sender verkommen ist, der die Selbstkontrolle verloren hat, dann w√§re es sp√§testens jetzt an der Zeit, den Ursprungsartikel zu editieren, Dich bei denen zu entschuldigen, denen Du falsche Informationen als wahre verkauft hast und au√üerdem bei denen, die Du zu Unrecht der Verantwortungslosigkeit beschuldigt hast und einzur√§umen, was bei der Entstehung des Artikels schief gegangen ist. Das ist doch das, was Du von anderen, denen eine Fehlleistung unterl√§uft, erwarten w√ľrdest, oder? Ich nehme an, dass Du die Standards, die von anderen einforderst, auch f√ľr Dich selbst ansetzt.

    Den Vordruck f√ľr eine entsprechende Entschuldigung hast Du in den Kommentaren zu diesem Artikel bereits mitgeliefert. Mit einigen kleinen Umformulierungen w√ľrde sie Deinem Blog gut zu Gesichte stehen.

    Wor√ľber wir hier inzwischen auch reden, das wurde im Lauf der Diskussion in den Kommentaren deutlich, ist noch etwas anderes, aufgeh√§ngt am konkreten Beispiel der Berichterstattung √ľber RNF: Ein Blog, das journalistisch aufgemacht ist, qualitativen Journalismus einfordert, aber nicht im imstande zu sein scheint zum H√∂rer zu greifen, um journalistisch zu recherchieren. Ein Blog mit einer Art der Berichterstattung, die aufhorchen lassen muss. Nach dem Motto: Ich vermute eine Geschichte, ich stelle ein Unternehmen, in diesem Fall einen Fernsehsender in einem speziellen Fall an den Pranger, ohne mich aber √ľber die Hintergr√ľnde des Vorkommnisses auch nur im Ansatz erkundigt zu haben. Mit der Argumentation: Ich habe beobachtet und das Gesehene dargestellt. Ist doch alles ok.

    Ist das der neue, gro√üe Wurf des Journalismus? Beobachten? Nicht mehr recherchieren? Halt mal zugucken und dann direkt eine klare, eine drastische Meinung haben? Wohl eher nicht. Journalistische Sorgfaltspflicht gilt f√ľr alle journalistischen Darstellungsformen, auch f√ľr Kommentare.

    Wo ist Dein Anspruch geblieben, wirklich ausgefallene Geschichten zu finden? Das Ungew√∂hnliche herauszuarbeiten? Der Bratwurst Paroli zu bieten? Das tust Du nicht. Statt dessen sitzt Du da, findest ein zugegebenerma√üen auff√§lliges Video und ballerst los. Gegen den Sender. Seinen Gesch√§ftsf√ľhrer. Stellst haltlose Mutma√üungen an. Verkaufst Vermutungen als Fakten. Das ist billig. Und kosteng√ľnstig. Spart sogar die Telefongeb√ľhr. DAS ist Trash. Lies Deine eigenen Posts √ľber guten Journalismus und wende sie an – dann kommen wir zusammen. Du erinnerst Dich sicher an Deinen Artikel mit dem Titel: „Journalismus hei√üt, Fragen zu stellen“. Ich w√ľrde sogar sagen: Journalismus hei√üt, IMMER Fragen zu stellen – und nicht nur, wenn es einem gerade in den Kram passt. Im Fall der Berichterstattung √ľber RNF hast Du keine einzige Frage gestellt.

    Wie Du aus Deiner momentanen Position heraus √ľber Kollegen im Journalismus kritisch urteilen willst, w√§hrend Du selbst ein Grundprinzip des Journalismus mit F√ľ√üen trittst, ihnen sagen willst wie sie es besser machen sollen, ist mir schleierhaft.

    Sollte diese Art des Journalismus im Moment en vogue sein, hätte ich möglicherweise eine wichtige Entwicklung im Journalismus verpasst. Wenn man sich nun einfach nur hinsetzen, beobachten, irgendwas zusammenreimen kann, schreiben und am Ende veröffentlichen kann, was man will Рdann ist ja plötzlich alles ganz einfach.

    • heddesheimblog

      Hallo Ralph,

      es gibt an dem Kommentar zu der Leichenschau beim RNF nichts hinzuzuf√ľgen oder zu ver√§ndern – au√üer, das RNF kommt auf die Idee, mich abzumahnen und das gerichtlich kl√§ren zu lassen.

      Ich freue mich schon auf die √úberschrift: „Provinzsender zeigt ausf√ľhrlich Leichenbergung und mahnt kritischen Blogger ab.“ Viel Spa√ü dabei.

      Dein erneuter Kommentar ist erb√§rmlich. Dem Versuch, meiner Redaktion „nicht-seri√∂sen“ Journalismus vorzuwerfen, halte ich die einfache Frage entgegen: Wer hat das „rohe“ Material ins Netz gestellt? Wer die W√ľrde des Opfers und der Familie verletzt? Du scheinst Dich als Bock zum G√§rtner machen zu wollen.

      Zu Deinen Widerlegungen: Du hast hier selbst kommentiert, dass der „Fehler“ aufgefallen sei und der Sender daraufhin das „Rohmaterial“ mit einem l√§ngeren Text „erg√§nzt“ hatte. Und in einem zweiten Kommentar best√§tigst Du das nochmal. Wen willst Du eigentlich auf den Arm nehmen? Nat√ľrlich h√§tte der Beitrag sofort gel√∂scht werden m√ľssen. Es gibt genau keine Rechtfertigung, nach Erkennen des „Fehlers“ diesen Beitrag auch nur eine Sekunde l√§nger online zu halten.

      Wenn Eure internen Abl√§ufe nicht funktionieren, dann seid Ihr als Unternehmen daf√ľr verantwortlich, das zu √§ndern. Basta – dem gibt es nichts hinzuzuf√ľgen.

      Was die Grundprinzipien des Journalismus angeht, so scheinst Du auf dem Stand eines Volkshochschulkurses zu sein: „Ed audiatur altera pars“, also die Gegenseite zu h√∂ren, hat sich der Journalismus aus der Juristerei entlehnt und ist nur eins von vielen Prinzipien. F√ľr keines der Prinzipien gibt es ein „Muss“ – au√üer, dass die Fakten stimmen m√ľssen. Und die sind in dem Beitrag benannt – eine Einordnung, Fragen zu den Hintergr√ľnden, all das ist erlaubt und notwendig.

      Was w√§re die Antwort auf eine Nachfrage gewesen? „Oh, Fehler, war nat√ľrlich nicht beabsichtigt?“ – verbunden mit dem Wunsch, doch bitte nichts dar√ľber zu ver√∂ffentlichen? Aus der Politik kennt man das Prinzip: Erstmal was provozierendes behauptet und wenn es funktioniert, ist es gut. Wenn nicht, wars so nicht gemeint.

      Tatsächlich stellt sich die Situation noch drastischer dar, als in meinem Beitrag geschrieben.

      Da Du auf die Informationen abstellst, die ich erhalten habe und auf Basis derer ich meinen Beitr√§g h√§tte erg√§nzen sollen, bitte sch√∂n, das tue ich hiermit: „Mit dem Einstellen des Rohschnitts ins Netz ist einem nicht-redaktionellen Mitarbeiter der Gaul durchgegangen“, hast Du mir geschrieben.

      Diese „Information“ allerdings wolltest Du nur „intern“ an mich weiterreichen und nicht ver√∂ffentlicht sehen. Warum? Weils so peinlich ist? Weil es den Dilettantismus bei Euch im Haus beschreibt? Weil jedem, der mit dem RNF zu tun hat, angst und bange sein muss, weil nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zu redaktionellem Material haben?

      Und das entlarvt Deine Haltung zu Journalismus und der Haltung zur √Ėffentlichkeit: Hintenrum „nicht-√∂ffentliche“ Erkl√§rungen abgeben und √∂ffentlich zum Gegenschlag ausholen. Mir ist schon viel untergekommen, eine solche Verschlagenheit ist aber selten.

      Wir sollten zu einem f√∂rmlichen Sie zur√ľckkehren, weil mir das angebrachter scheint.

      Herr K√ľhnl: Trash-TV ist ein Sender, der nicht-redaktionellen Mitarbeitern den Zugang zum Redaktionssystem gestattet, denen der Gaul durchgeht und die sensibles Material online stellen, was der Sender damit entschuldigt, dass die Redaktion keine Verantwortung hat, weils ja ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter war.

      Im Vorfeld des Kommentars wurden von mir viele Fragen gestellt – das mach ich seit 1994, seit ich √ľber Medien berichte. Deswegen kenne ich auch die Hintergr√ľnde, warum es in vielen Redaktionen journalistisch bergab geht. Die Information, dass nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zum Redaktionssystem haben, Herr K√ľhnl, ist mir aber tats√§chlich neu. Das habe ich noch nie erfahren.

      Diese Information habe ich nicht „erg√§nzt“, weil Sie darum gebeten haben und es mir eben nicht darum geht, einfach „loszuballern“. Ich bin davon ausgegangen, dass man beim RNF den fatalen Fehler erkannt hat und sich nun um Einhaltung der Qualit√§tsma√üst√§be bem√ľht. Damit war f√ľr mich die Sache erledigt. Der Vorgang musste nicht weiter befeuert werden.

      Ich mache dies nun √∂ffentlich, weil Sie mich durch Ihr Verhalten dazu n√∂tigen. Und ich hoffe, Sie ersparen sich jetzt eine Replik √ɬ° la: „Der Prothmann verr√§t „Quellen“. Der Quellenschutz dient dazu, Informanten zu sch√ľtzen, die aufgrund von Informationsweitergaben an die √Ėffentlichkeit mit Nachteilen rechnen m√ľssen. Bei Ihnen verh√§lt es sich umgekehrt, Sie wollten Informationen eben nicht an die √Ėffentlichkeit geben, um sich vor „Nachteilen“ zu sch√ľtzen.

      Damit ist zum Thema von meiner Seite alles gesagt. Über die Qualität unserer Arbeit urteilen die Leserinnen und Leser selbst.

      Wir werden andere Medien und deren Berichterstattung weiterhin begleiten und „Nachl√§ssigkeiten“, T√§uschungen und Fehler weiterhin dokumentieren, weil die √Ėffentlichkeit ein Recht auf diese Informationen hat. F√ľr Medien gibt es keine Sonderstellungen und Verfehlungen eines Provinz-Senders haben f√ľr uns die gleiche nachrichtliche Bedeutung wie Verfehlungen von Politikern, Sportler usw.

      Mit freundlichen Gr√ľ√üen
      Hardy Prothmann

      • Es stimmt, Herr Prothmann hatte von mir eine Mail erhalten, in der ich mit ihm in einen Dialog √ľber die Ausrichtung seines Blogs treten wollte. Die Begr√ľndung zum vorliegenden Sachverhalt nahm etwa drei S√§tze ein. Die Formulierung „Gaul durchgehen“ nutzte ich synonym zur Formulierung „einen Bock schie√üen“, was nicht im Widerspruch zu meiner √∂ffentlichen Darstellung in den Kommentaren weiter unten steht. Im Gegenteil: die √∂ffentliche Darstellung zum Sachverhalt ist weitaus detaillierter als in der zitierten Mail. Weiter hei√üt es darin unter anderem: „Es ist ok, dass Du in Deinem Artikel eine journalistische Verfehlung anprangerst. Nichts dagegen. Dieser Rohschnitt im Netz war sch… (editiert). Punktum. Deswegen war er um die Mittagszeit auch wieder weg. Was mich ein bisschen st√∂rt, ist die Pauschalisierung, die Du dem Ganzen beif√ľgst.“ (etc.)

        Ich habe in der Tat gebeten, nicht aus der Mail zu zitieren, weil ich denke, dass es einen Unterschied zwischen pers√∂nlichem Kontakt und √∂ffentlicher Auseinandersetzung gibt, der wir uns im √ľbrigen gestellt haben. Daher ist die Unterstellung, irgendetwas sei zu peinlich gewesen als dass es ver√∂ffentlicht werden k√∂nnte, nicht haltbar. Wir haben die Diskussion angenommen und sie inhaltlich erheblich weiter getrieben. Ich hatte beobachtet, dass Herr Prothmann in fr√ľheren Posts aus offensichtlich privaten Mails zitierte, was ich schlicht f√ľr schlechten Stil halte. Wenn man es doch tut – Herr Prothmann selbst hat alles dazu gesagt. Es obliegt dem Leser selbst, seine Schl√ľsse daraus zu ziehen.

        Dass nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zum Redaktionssystem haben, Herr Prothmann, ist im √ľbrigen ein v√∂llig normaler Zustand, den Sie kennen sollten, wenn Sie sich intensiv in der Medienwelt bewegen und auf diesem Gebiet ein Experte sind. Video-Server, Sendeserver, Schnittsystem, das CMS f√ľrs Web – dies alles, zus√§tzlich zur Ablaufplanung und den Textfunktionen, ist letztlich das Redaktionssystem. Alles ist vernetzt, Redaktion und Technik, damit haben sowohl Redakteure als auch Techniker Zugang dazu. Letztlich, wenn es Sie beruhigt, nutzt RNF eine kleinere, aber in ihren Komponenten vergleichbare Soft- und Hardware-L√∂sung wie das ZDF, einfach eine kleinere Skalierung dieses Systems. Workflow-Anleihen haben wir beim ZDF und beim MDR genommen. F√ľr die Rechtevergabe innerhalb des Systems haben wir w√§hrend der Installation Expertenrat eingeholt. Insofern bewegen wir uns durchaus auf dem aktuellen Stand der Dinge. Aus meiner Darstellung geht sehr klar hervor, wie es zu dem Fehler kam, um den es hier geht. Ich habe mehrfach betont, dass es ein Fehler war, der uns unterlaufen ist und den wir eingestanden haben – was gleichzeitig bedeutet, dass seine Ursachen analysiert und abgestellt wurden.

        Mir geht es lediglich um die Feststellung, dass die Darstellung Ihres Artikels, der bis jetzt online steht, nicht der Faktenlage entspricht, die nun einmal Realität ist. Sie können jedweder journalistischen Ethik anhängen, die Ihnen beliebt, sei es auf VHS-Niveau oder irgendeiner anderen Рsie sollten als Journalist nur sicherstellen, dass die Inhalte, die Sie verbreiten, der Realität standhalten.

        • heddesheimblog

          Guten Tag!

          Sie haben in Ihrem Kommentar vom 10: September 2011, um 18:21 Uhr geschrieben:

          „Wir haben das Material zun√§chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das f√ľr vertretbar. “

          Glauben Sie sich eigentlich selbst noch etwas, Herr K√ľhnl? Was denn nun? Erst wars ein technischer Fehler, dann ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter, dem „der Gaul durchgegangen“ ist, was Sie dann nicht mehr so gemeint haben wollen, sondern auf „Bockmist bauen“ umschwenken.

          Was ist die Motivation f√ľr einen angeblichen nicht-redaktionellen Mitarbeiter, Rohmaterial online zu stellen?
          Was hat ein solcher Mitarbeiter im Kopf?
          Denkt er √ľber die Folgen nach?
          Gibt es eine klare redaktionelle Linie? Wie wird deren Umsetzung kontrolliert? Was sind die Folgen, wenn dagegen verstoßen wird?
          Die Redaktion hat den „Fehler“ bemerkt und das Material online gelassen, bis der Sendebeitrag fertig war?
          Welchen anderen Grund als den, wenn schon keinen Beitrag, so doch wenigstens Leichenbilder zeigen zu können, hat es gegeben?
          Wie kann es sein, dass Sie das f√ľr „vertretbar“ gehalten haben?
          Ist der „Fehler“ eines „nicht-redaktionellen Mitarbeiters“ damit nicht zu einem Fehler der Redaktion geworden?

          Die angebliche „Pauschalisierung“ ist eine kommentierende Einsch√§tzung, die sich aus anderen Informationen und Erfahrungen ableitet, √ľber die hier nicht berichtet worden ist. Unsere Leserinnen und Leser werden zu entsprechender Zeit wiederum dar√ľber informiert, wenn wir aus der „Pauschalisierung“ konkrete Beispielse machen und ver√∂ffentlichen.

          Ihre Argumentation, es gebe einen Unterschied zwischen persönlichem Kontakt und öffentlicher Auseinandersetzung, ist nachvollziehbar. In einem ebenfalls persönlichen Schreiben habe ich Sie davon in Kenntnis gesetzt, dass eine unaufgefordert zugeschickte Information nicht den Anspruch auf Vertraulichkeit einfordern kann, wenn diese im konkreten Zusammenhang mit dem Ereignis steht.

          Diese Praxis der „Vertraulichkeit“ wird gerne von Pressesprechern, Politikern oder anderen angewendet. Das Prinzip ist einfach: Man gibt sich offen, versucht aber, √ľber die Vertraulichkeit, Informationen zu steuern oder weitere Informationen zu verhindern. Journalisten, die sich darauf einlassen, machen sich zu Komplizen. Leider lassen sich nicht nur Provinzjournalisten √ľber diese „Vertraulichkeitsmauschelei“ verhaften, das gilt in bedeutendem Ma√üe auch f√ľr die „Hauptstadtjournalisten“, die abends am Tresen mit den zusammenhocken, √ľber die sie berichten und dabei „Vertrauliches“ besprechen.

          Ihre Aussage, Sie h√§tten beobachtet, dass von uns aus offensichtlich privaten Mails (Mehrzahl) zitiert w√ľrde, sollten Sie in Zukunft unterlassen. Das ist ein freundlich gemeinter Hinweis.

          Ich habe Ihnen angeboten, diesen „internen“ emails hier zu ver√∂ffentlichen – komplett also Ihre emails und meine. Dazu sind Sie nicht bereit, warum auch immer. Ein Argument Ihrerseits ist, Sie h√§tten dort √ľber „Kollegen“ geschrieben. Wer gibt Ihnen das recht dazu? Und warum geht das nur „vertraulich“? Warum lassen Sie es nicht weg? Auch dar√ľber k√∂nnen sich die Leserinnen und Leser eine Meinung bilden.

          Der Beitrag wurde, wie von Ihnen gew√ľnscht, mit der Begr√ľndung zum „Fehler“ erg√§nzt. Punkt.

          Nochmals. Sie haben hier öffentlich geschrieben:
          „“Wir haben das Material zun√§chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das f√ľr vertretbar. “

          Unsere Einschätzung ist also vollständig zutreffend.

          Die RNF-Redaktion hat entschieden, das „rohe“ Material online zu lassen, bis ein Sendebeitrag fertig ist. Das hei√üt √ľbersetzt – bis dahin wollte man zum Thema welche Information auch immer bereitstellen. Das hielt die RNF-Redaktion f√ľr „vertretbar“.

          Und genau das ist der Grund, weshalb ich zu der Meinung gelangt bin, dass es sich um Trash-TV handelt. Den Beleg haben Sie, Herr K√ľhnl, eindr√ľcklich geliefert.

          Mit freundlichen Gr√ľ√üen
          Hardy Prothmann

        • Donna E.

          Der ganze Thread ist einfach nur peinlich!
          Nat√ľrlich hat sich RNF nicht gerade mit Ruhm bekleckert als man den Bericht in dieser Fassung gesendet und online gestellt hat.
          Andererseits war erst vor kurzem auf heddesheimblog.de ein Bericht √ľber einen Verkehrsunfall. Statt einem Bild wurden viele Bilder, teilweise in Nahaufnahme abgebildet. Gut, es waren keine Opfer zu sehen, aber auch da h√§tten ein oder zwei Bilder gereicht.

          Davon abgesehen scheint Herr Prothmann auch ein Mensch des Typus „stur“ und „selbstverliebt“ zu sein. Er macht keine Fehler, nur die anderen.
          Vielleicht sollten sich Leser des Blogs wirklich mal fragen ob sie diese Art von „Journalismus“ supporten wollen.
          Ich habe es inzwischen getan und werde zuk√ľnftig wohl eher den Gegnern von herrn Prothmann Glauben schenken.

          In diesem Sinne
          Viel Spass noch.

          • heddesheimblog

            Guten Tag!

            Den von Ihnen angesprochenen Bericht finden Sie hier:
            http://heddesheimblog.de/wordpress/2011/07/05/rentner-ueberfahren-feuerwehr-mussten-den-mann-unter-einem-fahrzeug-heraus-retten/

            Aufgrund der besonderen Rettungssituation haben wir den Unfall umfangreich bebildert. Unsere Fotos sind aus unserer Sicht jorunalistisch einwandfrei Рsie dokumentieren das Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven. Zudem ist die Ringstraße immer wieder Thema, weil hier schon mehrere Fahrradfahrer in Verbindung mit Autos schwerst verletzt oder sogar getötet worden sind.

            Nat√ľrlich machen auch wir hin und wieder Fehler. Wenn Sie etwas aufmerksamer w√§ren, w√ľssten Sie beispielsweise, dass wir eine Kategorie „Korrektur“ haben:
            http://heddesheimblog.de/wordpress/category/artikel/korrektur/
            Hier stellen wir freiwillig Texte ein, die von uns korrigiert wurden. Der letzte ist vom September 2010.

            Ansonsten schauen Sie sich den Kommentarverlauf an und vergleichen Sie das mit anderen redaktionellen Angeboten – Sie werden kaum irgendwo eine vergleichbar offene Diskussionskultur finden.

            Wes Geistes Kind Sie sind, zeigt Ihre Formulierung „den Gegnern von Herrn Prothmann Glauben schenken“.
            Wir haben aus unserer Sicht keine „Gegner“ – wir berichten unabh√§ngig und unvoreingenommen, was man von den meisten Medien hier im Raum nicht behaupten kann.
            Sie scheinen Kritik auf die Ebene einer Stammeszugehörigkeit zu verstehen Рman gehört dazu oder ist dagegen. Das zeigt ein sehr einfaches Weltbild und verkennt, dass die Welt ein klein wenig komplexer ist.

            Jeder wählt seinen Zugang zur Welt selbst Рmag er noch so einfach strukturiert sein.

            Das gilt √ľbrigens auch f√ľr die Meinungsfreiheit. Der Gesetzgeber hat die inhaltliche Tief bewusst offen gelassen. Man darf also auch ganz frei dumme Meinungen haben, solange diese nicht andere Rechtsg√ľter verletzen.

            Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
            Das heddesheimblog.de

        • Herr Prothmann, geschrieben habe ich auch:

          „Zur Erkl√§rung der Hintergr√ľnde: Was da online zu sehen war, war der Rohschnitt, der f√ľr den Programmaustausch zwischen TV-Sendern bestimmt war. Es war kein redaktionell aufbereitetes Material. Es war nicht f√ľr die Ver√∂ffentlichung bestimmt, sondern als Arbeitsmaterial f√ľr andere Nachrichtensendungen, die ihrerseits ihre eigene Bildauswahl treffen. Wie in fr√ľheren √§hnlich gelagerten F√§llen war die Absicht f√ľr RNF.de, einen deutlich entsch√§rften, sehr viel k√ľrzeren Schnitt als Illustration zur Nachrichtenmeldung online zu stellen. Auch diese Videos sind in der Regel zun√§chst unkommentiert und werden sp√§ter durch den Sendebeitrag ersetzt, den wir fertigstellen, wenn sich die Faktenlage verdichtet und √É‚Äěnderungen unwahrscheinlich werden. In diesem Fall passierte es nun, dass die falsche Version online ging. Das war √Ę‚ā¨‚Äú wie gesagt √Ę‚ā¨‚Äú ein Fehler, den wir bedauern. Nachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zun√§chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend erg√§nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig sp√§ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. “

          Des weiteren:

          „H√§tten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann h√§tten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann h√§tten wir vielleicht in der Hauptsendung √Ę‚ā¨ŇďRNF Life√Ę‚ā¨¬Ě in der Moderation gesagt: √Ę‚ā¨ŇďWenn Sie mehr spektakul√§re Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt f√ľr Sie hinterlegt.√Ę‚ā¨¬Ě Das haben wir aber nicht. Wenn Sie die Sendung im Fernsehen verfolgt haben, dann haben Sie gesehen, dass ich in der Moderation das Thema nicht angeheizt, sondern im Gegenteil Fahrt herausgenommen habe. “

          Und:

          „Deine Beobachtung ist richtig. Wir haben das Material zun√§chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das f√ľr vertretbar. Der Fehler wurde zu sp√§t erkannt, d√Ę‚ā¨‚ĄĘaccord.

          Die Argumentation, dass es sich um Material f√ľr andere Sender handelte, ist keineswegs abwegig. Nat√ľrlich liegt das Material in hoher Aufl√∂sung vor. Der weitere Workflow l√§uft so: Das Material wird mit einer Produktionsnummer versehen, √ľber einen zentralen Server encodiert und automatisch auf den Webserver hochgeladen. Auf der Webseite werden die ver√∂ffentlichte Seite und das hochgeladene Video miteinander verkn√ľpft. Nun wurde schlichtweg die falsche Nummer vom Schnitt ans Webteam kommuniziert und damit das falsche Material online gestellt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um TV-Sender-Material oder Sendematerial handelt √Ę‚ā¨‚Äú vor einem Content Management System sind zun√§chst einmal alle Nummern gleich. Und wie gesagt: Normalerweise sollte so etwas nicht vorkommen √Ę‚ā¨‚Äú deshalb war es ja auch ein Fehler.“

          Sowie schließlich noch:

          „Wichtig f√ľr uns war zun√§chst, dass die *Verkn√ľpfung* auf unserer Webseite nicht mehr existent war und damit von der Seite offensichtlich verschwunden war. Damit lag das File inklusive der ver√∂ffentlichten Seite zwar noch auf dem Server, w√§re aber f√ľr User, die den Permalink nicht hatten, auf keinen Fall zug√§nglich gewesen. Das mag man dilettantisch nennen unter technischen Aspekten √Ę‚ā¨‚Äú allerdings entkr√§ftet dieses Vorgehen deutlich Deinen Hauptvorwurf, n√§mlich dass wir versucht h√§tten sensationsl√ľstern √ľber das Ungl√ľck zu berichten. Lass uns diese Motivation Deines Artikels mal eben nicht aus den Augen verlieren: Du unterstellst uns, wir h√§tten absichtlich sensationsheischend berichten wollen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Das ist schlichtweg nicht der Fall.“

          Ich denke, aus dieser Zitatauswahl wird deutlich, welche Motivation bzw. Nicht-Motivation dazu f√ľhrte, dass ein in der Tat nicht ad√§quates Video f√ľr zweieinhalb Stunden zu sehen war und dann √ľber die Webseite nicht mehr erreichbar war.

          Damit sind die meisten Ihrer Fragen (und noch mehr) in Bezug auf RNF beantwortet. Und sie waren es bereits, damit h√§tten Sie sie jetzt nicht mehr zu stellen brauchen. Fr√ľher h√§tten Sie das tun k√∂nnen, gerne. Sollen sogar! Bevor Sie den Artikel geschrieben haben. Dass Sie es unterlassen haben ist ja mein Hauptvorwurf an Sie.

          Zu den Fragen, die Sie dar√ľber hinaus in Ihrem letzten Kommentar noch stellen:

          Nat√ľrlich gibt es eine redaktionelle Linie, die lautet: Wenn es motiviert ist, einen Sarg zu zeigen, etwa um zu illustrieren, dass ein Mensch gestorben ist, zeigen wir ihn unter der Wahrung von Piet√§t. Wir zeigen nicht die Leiche und keine offenen Leichenteile.

          Wird gegen diese Regelung verstoßen, gibt es eine Teambesprechung, in der die Redaktionsmitglieder noch einmal auf denselben Stand gebracht werden. Passiert der Verstoß in einer Sendung, die später noch einmal zur Wiederholung ansteht, wird die entsprechende Passage umgehend entschärft, damit die entsprechende Szene nicht noch einmal zur Ausstrahlung kommt.

          Der nicht-redaktionelle Mitarbeiter √ľbernimmt die technische Abwicklung des Online-Stellens eines Beitrags im Auftrag der Redaktion. In diesem Fall hat dieser Mitarbeiter, wie bereits dargestellt, eine Nummer falsch kommuniziert.

          Wenn Sie so wollen, ist der Fehler des Mitarbeiters zu einem Fehler der Redaktion und damit von RNF geworden. Deswegen habe ich mich auf Ihrem Blog in meinem ersten Kommentar im Namen von RNF f√ľr diesen Fehler rundweg entschuldigt.

          Wie ich bereits sagte, halte ich nichts von der Ver√∂ffentlichung von pers√∂nlichen Emails. Im konkreten Fall, den Herr Prothmann anspricht, in Bezug auf meine √É‚Äěu√üerungen zu „Kollegen“ habe ich ihn auf die Ausrichtung seines Blogs angesprochen, und in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass er Kollegen des Mannheimer Morgen regelm√§√üig in der Kritik h√§lt, anstelle auf einem Blog, das als heddesheimblog lokale Nachrichten verspricht dann auch tats√§chlich ausschlie√ülich auf diesen Ort gem√ľnzte Nachrichten zu ver√∂ffentlichen. Wir sind da unterschiedlicher Ansicht – Herr Prothmann sagt, auch Verfehlungen der lokalen Zeitung seien Orts-Themen. Ich meine, vor allem Sachthemen sind Themen. Ich halte die Artikel, die sich mit anderen Medien besch√§ftigen, auf Herrn Prothmanns Blogs f√ľr zahlenm√§√üig √ľberrepr√§sentiert. Auch der Artikel √ľber RNF hat z.B. mit Heddesheim genau genommen nichts zu tun, au√üer dass RNF in Heddesheim empfangen werden kann. Dieser Aspekt w√§re mir in der konkreten Diskussion allerdings zu sehr off-topic.

          Wahrscheinlich aber spielt Herr Prothmann aber auf eine √É‚Äěu√üerung meinerseits in Bezug auf meinen Kollegen und Chef Herrn Siegelmann an, der den sp√§teren Beitrag vertont hat. Ich hatte den Eindruck, in dem Artikeltext sollte das Lispeln des Kollegen dazu missbraucht werden ihn herabzuw√ľrdigen. Dazu haben andere in den Kommentaren ihre Meinung bereits kundgetan, ich habe meinen Eindruck zur Qualit√§t der von heddesheimblog gegebenen Informationen zur Therapie von Sprachfehlern hinzugef√ľgt.

          Informationen steuern in Bezug auf die konkrete Diskussion wollte ich nicht. Ich denke, durch meine klaren Stellungnahmen in den Kommentaren wird deutlich, dass ich keine Diskussion „off-records“ gesucht habe oder gar eine √É‚Äěnderung des Artikels zu unseren Gunsten durch die Hintert√ľr herbeif√ľhren wollte.

          Ich denke auch, damit ist unsere Diskussion am Ende.
          Lassen wir die Leser doch ihre eigene Einschätzung treffen.

          • heddesheimblog

            Guten Tag!

            Zur Zusammenfassung Ihrer Argumente wird es eine weitere Berichterstattung geben, die Dichtung und Wahrheit verdeutlichen wird.

            Die Entschuldigung haben wir und unsere Leserinnen und Leser zur Kenntnis genommen, ebenso den kurzen Hinweis zur „missgl√ľckten“ Ver√∂ffentlichung unter dem Sendebeitrag von rnf.de

            Wir ver√∂ffentlichen √ľblicherweise auch keine privaten emails. Wir haben dieses „Angebot“ gemacht, um zu dokumentieren, dass Sie auf der einen Seite „vertrauliche Behandlung“ w√ľnschten und auf der anderen Seite Vorw√ľrfe gegen uns gerichtet haben, die nur dann funktionieren, wenn man etwas „vertraulich wegl√§sst“.

            Da Sie keine inhaltliche Kompetenzen haben, m√ľssen Sie uns schon √ľberlassen, welche Nachrichten wir f√ľr relevant halten – Fehlinformationen von Medien, gesteuerte Informationen durch Medien, unterdr√ľckte Informationen durch Medien halten wir f√ľr sehr relevant und unterrichten die √Ėffentlichkeit deshalb auch weiterhin dar√ľber. Das gro√üe Interesse best√§tigt diese redaktionelle Entscheidung. Auch bei einem geringeren Interesse w√ľrden wir so fortfahren, weil wir davon √ľberzeugt sind, dass schlechter Journalismus negative Folgen auf die Gesellschaft hat.

            Sie k√∂nnen es √ľbrigens in Zahlen fassen: Von knapp 2.000 Artikeln auf dem heddesheimblog enthalten 241 irgendwo das Wort „Mannheimer Morgen“. In den √ľberwiegenden F√§llen beziehen wir uns auf den MM, in sicherlich vielen F√§llen kritisieren wir die Zeitung. Das d√ľrfte f√ľr „gef√ľhlt“ 50-100 Texte zutreffen – wir haben sie nicht gez√§hlt. Damit haben wir die Berichterstattung im MM in 2,5-5 Prozent unserer Texte thematisiert – „√ľberrepr√§sentiert“ geht anders.

            Der kritisierte Film im Internetportal des RNF kann weltweit gesehen werden – relevant ist er f√ľr das „Sendegebiet“, also die regionale Umgebung. Dies betrifft alle Orte, f√ľr die wir unsere Blogs oder Internetzeitungen machen. Deshalb wurde unser Artikel auch in allen Angeboten ver√∂ffentlicht.

            Die sehr gro√üe Zugriffszahl mit √ľber 3.600 Zugriffen auf den Text im heddesheimblog.de erkl√§rt sich auch √ľber eine Verlinkung bei bildblog.de. Das ist ein sogenanntes „Watchblog“, also ein Angebot, dass sich auf die Beobachtung von bestimmten Themen spezialisert hat. bildblog.de hatte ehemals die Bild und deren Berichterstattung t√§glich kritisiert, sp√§ter hat die Redaktion die Beobachtung von journalistisch-redaktionellen Verfehlungen auch auf andere Medien ausgeweitet und gilt in Deutschland als eines der medienkritischsten Portale. Daf√ľr wurde bildblog.de mit dem Grimmepreis ausgezeichnet. Die Redaktion arbeitet unabh√§ngig und was verlinkt wird, h√§lt die Redaktion f√ľr relevant.
            Insofern kann man die enorme M√ľhe, die sich Herr K√ľhnl gegeben hat, auch unter diesem Aspekt verstehen: Da der Artikel bundesweit f√ľr Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist man beim RNF anscheinend sehr um „Schadensbegrenzung“ bem√ľht. Denn auch andere Medienjournalisten und Redaktionen sind nun √ľber den Vorgang informiert.
            http://www.bildblog.de/ressort/6-vor-9/

            Es trifft nicht zu, dass Herr K√ľhnl keine „off-records“-Diskussion gesucht hat. Er hat sich an uns gewandt und dabei diese Informationen, die aber nicht √∂ffentlich sein sollten, verwendet. Wie man das zu bewerten hat, haben wir bereits geschrieben.

            Unser Hinweis auf die schnoddrige Moderation des Senderchefs Siegelmann betrachten wir nicht als Fehler Рwir haben das argumentiert. Das Sprachproblem ist vermutlich lösbar und im Sinne eines Qualitätsmanagements versucht man das beste Produkt, dazu gehört auch die Sprache, zu liefern. Außer, man findet das egal oder glaubt sogar, dass sei ein Markenzeichen. Das entscheidet der Produktanbieter selbst.

            Tats√§chlich war dieser Hinweis von unserer Seite in diesem Zusammenhang unn√∂tig und auch √§rgerlich, weil es einige Bem√ľhungen gab, vom eigentlichen Thema abzulenken, n√§mlich der journalstischen Verfehlung des RNF.

            Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
            Das heddesheimblog.de

  • Ich finde ja den Fall nun umfassend aufgearbeitet und auch die schnellen Erkl√§rungen und Entschuldigung von Herrn K√ľhnl professionell und ok. Danke daf√ľr.

    RNF hat aus meiner Sicht ein anderes Problem: Die st√§ndige Jubelberichterstattung √ľber die sog. „Metropolregion“ √ľbersteigt jedes ertr√§gliche Ma√ü. Womit rechtfertigen Sie die zahllosen Hurra-Beitr√§ge f√ľr ein Steuern verschlingendes Marketingmonster?? Journalismus w√§re, kritisch zu hinterfragen, ob wir sowas brauchen und wer am Ende die Rechnung f√ľr all die Marketing-Aktivit√§ten zahlt.

    • gordongecko

      Man sollte diese unselige Metropolregion besser heute als morgen abschaffen. Und RNF gibt sich auch noch als Verlautbarungsorgan f√ľr dieses PR Blabla her. DAS w√§re mal ein Thema f√ľr das heddesheimblog. Spannender als ein √§rgerlicher und mittlerweile aufgekl√§rter Fehler durch einen freien Mitarbeiter…

    • heddesheimblog

      Guten Tag!

      Als h√§tten wir nicht schon genug Arbeit…

      Aber in der Tat beobachten wir auch einige Dinge, die man hinterfragen muss. Wir bem√ľhen uns und berichten zu gegebener Zeit.

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  • Ich bin sprachlos!