Samstag, 19. August 2017

„Kurzschlüsse“ im Bürgerhaus

Print Friendly, PDF & Email

Guten Tag!

Heddesheim, 08. März 2010. Der Vorverkauf wiederholte den Erfolg: Nach drei ausverkauften Aufführungen der „Kurzschlüsse“ im November 2009 gingen die Karten kurz drauf weg „wie geschnitten Brot“. Irre? Das kann man sagen: Im Bürgerhaus raste am 06. März 2010 erneut der Irrsinn. Die „Lellebollem“ boten krachendes Boulevard-Theater – im Herbst gibt es ein neues Stück.

Von Horst Pölitz

In einer Heddesheimer Familie geht es drunter und drüber. Rudi Fath (Bernd Meinl) liegt mit Hildegard Roseblom (Birgit Seitz) im Bett. Das Problem: Die ist Kosmetikberaterin seiner Frau Adelheid.

Ãœberraschend kommt Adelheid Fath (Ingrid Heim) von der Beerdigung ihres Onkels früher nach Hause. Statt Trauer bringt sie eine vermeintlich frohe Botschaft mit: Sie hat eine Erbschaft gemacht.

06-03-10--21-18-14-156

Inszenierter Irrsinn: Lellebollem begeistern im Bürgerhaus. Bild: privat

Doch kein Glück ohne Haken: Die Erbschaft ist an eine Bedingung geknüpft. Das Erbe darf nur für wohltätige Zwecke verwendet werden.

Was klingt besser als die Wirklichkeit? Man beschließt, das Haus in eine Irrenanstalt umzuwandeln. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Aus Frankreich reist die Erbtante Jaqueline Thessié (Sabine Somogyi) an.

Heilloses Durcheinander.

Tochter Beate Fath (Sabrina Schwarz) und ihr Vater werden, was sie sind: irre. Mama Fath spielt die Krankenpflegerin. Das Irre wird noch irrer, wenn Rudi anfängt zu bellen und sein Freund Dieter (Hans-Dieter Meinl) Rudi spielt und seine Rolle mit Alkohol begießt.

Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher (Heinz Fleck) sorgt zudem für ein heilloses Durcheinander. Er ist zur falschen Zeit am falschen Ort. Rocker Charly (Thomas Meinl) macht mit Tochter Beate Schluss und wendet sich Hildegard zu, die ihm Avancen macht.

Als Adelheid von dem Seitensprung ihres Mannes mit Hildegard erfährt, will sie sich trennen. Durch eine geschickte Absprache zwischen Rudi und Rocker Charly besinnt sie sich.

Statt für Ordnung sorgt der vom Staubsaugervertreter zu „Hilfe“ gerufene Polizist (Roland Maier) für weitere Unordnung.

Klinikwärter (Christian Meinl) holt schließlich die „Erbtante“ Jaqueline mit den Worten ab: „Schon wieder die reiche Erbtante gepielt.“ Dann geht das Licht aus. Der Irrsinn ist zu Ende.

Das Publikum ist begeistert – denn der Ausflug in den Irrsinn der „Kurzschlüsse“ ist eine rasand-gestrickte Komödie mit allem, was man braucht, um sich auf die Schenkel zu klopfen und gut unterhalten zu lassen.

„Kurzschlüsse“, eine Komödie in drei Akten von Frank Ziegler wird seit langem in vielen Theatern mit großem Erfolg aufgeführt – dank der Theatergruppe „Lellebollem“ auch in Heddesheim.

Wer denkt, dass mit dem Fall des Vorhangs auch Schluss ist, irrt erneut: „Im April beginnen die Proben für unser neues Stück im November“, sagte Stephanie Fleck dem heddesheimblog. Und: „Wir brauchen dringend einen Probenraum.“

Drei Bühnendebüts.

Ihr Bühnendebüt gaben mit diesem Stück gleich drei Darsteller, nämlich Sabine Somogyi als Tante „Jacqueline Thessié“ aus Frankreich, Roland Maier als „Polizist“ und Christian Meinl als „Klinikwärter“. Ähnlichkeiten mit „echten“ Heddesheimern… gibt es natürlich keine.

Sabine Somogyi stammt aus Bayern und ist vor einiger Zeit nach Heddesheim gezogen. Da sie schon Theater gespielt hat, suchte und fand sie hier bei den „Lellebollem“ wieder eine Bühne für ihre Theaterleidenschaft.

Roland Maier, der schon seit Jahren als Bühnenmaler und Bühnenbildner bei den „Lellebollem“ dabei ist, spielte den „Polizisten Wachtmeister Häberle“. Nun hatte der Schwabe zum ersten Mal selbst einen Auftritt auf einer Bühne, die er selbst gestaltet hat.

Christian Meinl trat als Klinikwärter auf, der die Erbtante wieder in ihr heimatliches Domizil, eine psychiatrische Klinik in Frankreich, zurückbrachte. Für ihn war es fast ein Familientreffen – denn auch sein Vater und zwei seiner Onkel standen mit auf der Bühne.

Regie führte Bärbel Schätzle, Erika Gürtler soufflierte. Das nächste Stück ist noch nicht gefunden, aber die Termine für die Theateraufführungen 2010 stehen bereits fest: Premiere ist am 5. November 2010. Weitere Aufführungen gibt es am 6. November, 7. November und 8. November 2010.

Link: „Lellebollem“

[nggallery id=100]

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • kompakter

    hallo,

    der vorstellung war genial – vor allem, wenn man das irrenhaus mit heddesheim vergleicht – alle drehen druch, weil man sich durch die angebliche erbtante kohle verspricht, die will aber was gemeinnütziges. es ging drunter und drüber und am ende ist alles nur ein chaos. hat spaß gemacht. weiter so, lellebollem!

    gruß