Dienstag, 27. Juni 2017

Illegale Filmseite kino.to geschlossen – mutmaßliche Betreiber verhaftet – Strafverfolgung der Nutzer?


Müssen Privatleute nun mit Strafverfolgung rechnen?

Rhein-Neckar, 08. Juni 2011 (red) Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen die mutmaßlichen Betreiber von kino.to. In vier Ländern habe es zeitgleich 20 Razzien gegeben, berichtet Spiegel online. Angeblich müssen auch Nutzer der Filme-Plattform mit Strafverfolgung rechnen.

Rund 250 Ermittler seien nach monatelangen Ermittlungen im Einsatz gewesen, um gegen die mutmaßlichen Betreiber der Seite kino.to vorzugehen. Der Vorwurf lautet „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen“.

Bei dem Angebot konnte man Filme online anschauen – die Seite hatte Millionen Nutzer und lag im Werberanking bei Google unter den Top 70 Seiten in Deutschland.

Zunächst war tagsüber eine angebliche Information der Polizei zu sehen – jetzt ist der Server gar nicht mehr zu erreichen.

Angeblich müssten sich auch Nutzer der vermutlich illegalen Plattform auf eine Strafverfolgung einstellen – so die Aussage des Banners.

Tatsächlich sei das eher wenig wahrscheinlich, sagen die Anwälte Udo Vetter und Thomas Stadler. Die beiden Juristen betreiben Blogs und informieren die Öffentlichkeit kontinuierlich über ihre Rechtsauffassung zu aktuellen Fällen.

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Das rheinneckarblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Zumindest die User scheinen abgesehen von den Uploadern ja davonzukommen. Schien mir von Anfang an eine eher verzweifelte Drohgebärde der GVU. Inhaltlich kann man den von Dir genannten Anwälten da auch nur zustimmen.

    Allerdings finde ich es schade, wie die Filmindustrie die Chance verschenkt hat, ehemalige kino.to-User für sich zu gewinnen. Ich habe die Angebote legaler Filmseiten in meinem Blog (http://goo.gl/85yfH) unter die Lupe genommen: Gerade die Preise für das Anschauen einzelner Filme sind teilweise jenseits von gut und böse.