Montag, 21. August 2017

Glückliche Rettung aus Schrottauto – drei junge Amseln in der Obhut des Vogelvereins

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Guten Tag!

Heddesheim, 08. Juli 2010. Es ist eine Geschichte, die das Leben schreibt. Beinahe wären drei junge schwarzwälder Amseln „verschrottet“ worden, durch Glück und Zufall wurde man auf sie aufmerksam. Jetzt werden sie in Heddesheim gepflegt und aufgezogen.

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Werner Dostal mit seinen drei "Pflegeamseln". Bild: privat

Ein Schrottauto aus Freiburg wurde vor kurzem im Mannheimer Hafen abgeladen. Das Ende der Reise sollte die Schrottpresse sein, um als zusammengepresstes Blechpaket der Wiederverwertung zugeführt zu werden.

Auf dem Weg zur Schrottpresse hörte ein aufmerksamer Arbeit der Verwertungsfirma ein ungewöhnliches Piepsen aus dem Auto. Er hielt an und entdeckte auf der Achse des Autos ein Nest mit drei jungen Amseln, die piepsten, was das Zeug hielt.

Das rührte den Mann, er rettete die Vögel und wandte sich ans Tierheim. Die konnten oder wollten mit den Jungvögeln nichts anfangen. Der Mann recherchierte weiter im Internet und stieß dort auf die Adresse der Vogelfreunde und -pfleger in Heddesheim.

Er rief den Vorsitzenden Werner Dostal an. Der fuhr, sobald es ging, nach Mannheim und nahm die Amseln in Empfang. Die drei hatten mächtig Hunger und haben sich in kurzer Zeit an den neuen Papa gewöhnt, wie man auf dem Bild sieht.

Es gibt Geschichten – die schreibt man als Journalist einfach gerne auf, weil sie so schön sind.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Karlheinz Lauterbach

    Süß! Jetzt wüsste ich gerne, wie viele von den Tier-Rettern später Einkaufen gehen und sich Wurst und Fleisch kaufen. Wirkliche Tier-Freundschaft beginnt schon beim Einkaufen – also beim Liegenlassen von Produkten, für die Tiere getötet wurden. Für mehr Infos über den Umgang mit Tieren seht euch auf Youtube „Earthlings“ an. Aber vorsicht, nichts für schwache Nerven.

    • Argus

      Was hat Tierrettung mit Ihrem Argument zu tun ?

      Natürlich kann sich der Mensch auch von Körnern und Grünzeug ernähren.
      Nutztiere werden nun mal zur Ernährung des Menschen gezüchtet und verwertet.

      Über die tiergerechte Haltung kann u.U. gestritten werden.

      Ist es nicht so:
      „Vom Essen und Trinken haben sich schon viele ernährt !“

  • Kurt Klemm

    Herr Lauterbach, ich achte Menschen die sich auch für den Tierschutz einbringen, aber jeder sollte dies auf seine Art tun. Ihr überspitztes „Süß“ ist vollkommend unangebracht.

    Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, unschuldige Tiere zu retten und der Natur zurückzugeben, nur weil wir beim Fleischkauf kein schlechtes Gewissen haben, dann frage ich ernsthaft, wo der wirkliche Tierschutz bei ihnen anfängt.

    Als wirklicher Tierschützer wissen sie sicherlich, das 90% unserer Schmetterlinge verschwunden sind, da sie Blumenwiesen, Brennnessel und andere blühend Pflanzen benötigen. Wo keine Schmetterlinge mehr sind, sind auch keine Raupen und folglich auch keine Vögel mehr. Wildbienen, Honigbienen und Hummeln geht es ähnlich, auch sie brauchen blühende Pflanzen und Insektenhotels, denn 35% unserer menschlichen Nahrung hängt von der Bestäubung dieser Insekten ab.

    Schlecht bestellt ist es auch bei den Höhlenbrütern unter den Vögeln,sie benötigen dringend Nisthilfen.

    Das waren nur drei Beispielpunkte unter der unsere Natur leidet, die wirklich Zahl ist unendlich länger, deshalb hoffe ich doch sehr das bei ihnen als wirklicher Tierschützerim Garten eine Blumenwiese und eine Ecke mit Brennnessel ist, ebenso sollte sich ein Insektenhotel und Nisthilfen für Höhlenbrüter vorfinden.

    Wenn nicht sollte sie sich schnellstens mit einem saftigen Steak stärken und zu den Vogelfreunden hinter dem Badesee wandern, dort finden sie all diese Tierschutzmaßnahmen in der die jungen Amseln, wenn sie flügge sind noch ideale Bedingungen vorfinden.

    Mit dem Liegenlassen von Fleischprodukten ist dies noch lange nicht getan.

    Kurt Klemm