Freitag, 15. Dezember 2017

Bürger sollen bei Gemeinschaftsschule mitreden

Freie Wähler beantragen Bürgerversammlung

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Hirschberg/Heddesheim, 08. Juli 2013. (red/pm) Was wird aus der Karl-Drais-Haupt- und Werkrealschule? Diese Frage wollen die Freien Wähler zusammen mit den Bürger/innen erörtern. Deswegen beantragte die Fraktion eine Bürgerversammlung zum Thema „Gemeinschaftsschule“.

„Die Entscheidung dieser Frage wäre sicher dann einfacher, wenn die angesprochene Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule nicht Kosten in Millionenhöhe mit sich bringen und die bisherigen Planungen der Gemeinde zu zukünftigen Vorhaben sowie deren Finanzierung total über den Haufen werfen würde“, schreiben die Freien Wähler als Begründung.

Für Hirschberg wäre eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule mit Kosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro verbunden – Geld, das man beispielsweise gerne in eine dritte Sporthalle investieren möchte.

Dokumentation des Antragsschreibens:

„Sehr geehrter Herr Just,

die Fraktion der Freien Wähler beantragt, vor der Entscheidung über die Umwandlung der Karl-Drais-Schule in eine Gemeinschaftsschule eine Bürgerversammlung zu diesem Thema durchzuführen.

Begründung

Der Wegfall der verpflichtenden Schulempfehlung und das leider geringe Renommee der Werkrealschule führen zu einem extremen Rückgang der Schüler in diesem Schultyp. Es zeichnet sich ab, dass schon bald nicht mehr genügend Anmeldungen vorliegen werden, um nach der Grundschule eine weiterführende Schule im Schulzweckverband Hirschberg/Heddesheim zu betreiben.

Eine Möglichkeit, diese Entwicklung abzuwenden, so man dies überhaupt will, könnte die Umwandlung unserer Schule in eine Gemeinschaftsschule bringen. Das müssen auch diejenigen anerkennen, die in einer Gemeinschaftsschule nicht sowieso das bessere Schulsystem sehen.

Die entscheidende Frage, vor die sich der Gemeinderat gestellt sieht, ist mithin:

Wollen wir, dass Hirschberg im Schulzweckverband Hirschberg/Heddesheim eine weiterführende Schule auch in Zukunft noch betreibt, oder soll die schulische Ausbildung in Hirschberg mit der 4. Grundschulklasse zu Ende sein und alle Schüler, also nicht nur solche, die auf Gymnasien oder Realschulen im herkömmlichen Sinne überwechseln, weiterführende Schulen in Nachbarorten besuchen müssen.

Die Entscheidung dieser Frage wäre sicher dann einfacher, wenn die angesprochene Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule nicht Kosten in Millionenhöhe mit sich bringen und die bisherigen Planungen der Gemeinde zu zukünftigen Vorhaben sowie deren Finanzierung total über den Haufen werfen würde. Von der Entscheidung „Pro“ oder „Contra“ Gemeinschaftsschule werden somit alle Bürger unserer Gemeinde betroffen sein.

Es handelt sich deshalb um eine wichtige Gemeindeangelegenheit, die gemäß § 20a GemO mit den Bürgern erörtert werden soll.

Wir wissen, dass der Antrag auf Umwandlung der Karl-Drais-Schule in eine Gemeinschaftsschule im Frühherbst gestellt werden muss, wenn das Vorhaben im nächsten Jahr angegangen werden soll. Wir meinen aber gleichwohl, dass die Vorschaltung einer Bürgerversammlung vor die Entscheidung des Gemeinderats nicht aus Zeitgründen scheitern muss.

Die in der Bürgerversammlung geäußerten Meinungen wären unsres Erachtens auch eine wichtige Hilfe für die zu treffende Entscheidung im Gemeinderat.“

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • jawiejetzt?

    Guten Tag,

    Meine Güte, wenn man momentan nach Hirschberg schaut, könnte man meinen, dass da ein riesiger Korb Aale um nicht zu sagen eine Schlangengrube ihr Unwesen
    treibt. Wie sie sich da die kommunalpolitisch Verantwortlichen winden und schlängeln um sich vor der anstehenden Aufgabe zu drücken.

    Dass sie dabei führungslos sind und niemand klar sagt was er will oder nicht will
    macht die Sache nicht hilfreicher.

    Es ist nichts gegen Bürgerversammlungen oder gar einen Bürgerentscheid zu sagen – wenn sie nicht nur dazu dienen, eine Entscheidung erst gar nicht zu
    treffen, abzuwälzen oder bis alles zu spät ist auf St. Nimmerlein
    zu vertagen.

    Wenn man sich das Gewimmel ansieht und die Krokodilstränen fließen, weil die
    Gemeinschaftsschule ja so teuer wird und deshalb nicht machbar ist, weil man dann für die Gemeinderatswahl keine Wahlgeschenke mehr finanzieren kann, muss man den Hirschbergern klar eine Zeugnis ausstellen: Hausaufgaben nicht gemacht und über die Verhältnisse gelebt.

    Wer wollte nochmal unbedingt den Turm auf dem Hilfeleistungszentrum? Wie viel hat das insgesamt gekostet… 7,6 Millionen oder so bei wie viel Einwohnern?
    Um die Sanierung und Unterhaltung der Schulgebäude hätte man sich wohl auch eher rechtzeitig kümmern sollen.

    Nein, da hilft keine Spiegelfechterei und kein Verstecken. Die Grundsatzfrage, ob man den Schulstandort erhalten will, ist in Hirschberg und Heddesheim völlig
    unabhängig vom Geld.

    Die Frage ist einfach.
    Schulstandort mit der Gemeinschaftsschule erhalten – ja oder nein?

    Ist das beantwortet, kann man über das Geld nachdenken, welches ein „Ja“ kostet.

    Das gilt auch für den Herrn Bürgermeister der so auffällig versucht keine Stellung zu
    beziehen und auf keinen Fall in dieser Frage die Führung zu übernehmen. Schwaches Bild, übrigens.

    Ihm und allen Zauderern muss man die Frage stellen: Wenn ihr heute so kneift, so krampfhaft versucht euch vor der Verantwortung zu drücken indem ihr am liebsten
    weder heute, noch am 16.07. noch irgendwann eine Entscheidung treffen würdet…. Was habt ihr den Bürgern vorgemacht, als ihr in den Schulzweckverband mit Heddesheim eingewilligt habt? Was waren die Beteuerungen wert, die Schulstandorte sollten gehalten werden?

    Und behauptet jetzt bloß nicht, es hätte niemand ahnen können! Es gab Stimmen die haben gewusst wie es kommt und ihr habt sie ignoriert.

    Dass ihr heute wieder in einen vielleicht sauren Apfel beißen müsst, ist nur die Folge eurer Entscheidung von vor drei Jahren.

    Ihr lagt mit der Werkrealschule gegen besseres Wissen völlig falsch, jetzt habt ihr
    Gelegenheit, es richtig zu machen, also machts!