Sonntag, 20. August 2017

Die IG neinzupfenning verspielt ihre Glaubwürdigkeit

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Guten Tag!

Heddesheim, 08. Oktober 2010. Die „IG neinzupfenning“ ruft zu Spenden auf – das macht sie dermaßen dilettantisch, dass man sich fragen muss, ob man sie noch ernst nehmen kann.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die „IG neinzupfenning“ hat im Internet zu Spenden aufgerufen, um Anwalts- und Gerichtskosten zu bezahlen. Das Spendenkonto ist ein Privatkonto in München, Inhaber: Sascha Breitwieser.

Zu viele Fehlanzeigen.

Informationen zum Kontoinhaber bis auf den Namen? Fehlanzeige. Informationen zur Höhe der voraussichtlichen Anwaltskosten? Fehlanzeige. Informationen zur kontrollierten Verwendung der Spendengelder? Fehlanzeige. Informationen zum beauftragten Anwalt? Fehlanzeige. Informationen zur geplanten Klage? Fehlanzeige. Informationen zu den Erfolgsaussichten? Fehlanzeige.

Das sind nur einige Fehlanzeigen, zu denen sich weitere hinzufügen lassen. Beispielsweise die Internetseite der „IG neinzupfenning“, die mehr oder weniger brach liegt. Insgesamt 39 Beiträge wurden hier in eineinhalb Jahren veröffentlicht – überwiegend deren Flyer oder Verweise auf andere Informationsquellen. 2010 sind bislang ganze acht Artikel erschienen.

Hintergründe, Argumente, eine regelmäßige Information? Fehlanzeige.

Welche Interessen werden vertreten?

In einem Gastbeitrag auf dem heddesheimblog bezeichnete eine Heddesheimer Bürgerin die „IG neinzupfenning“ als „Alles in allem leider lasch“ – mittlerweile muss man sich fragen, ob die „IG neinzupfenning“ nicht grob fahrlässig entschlossen ist, sich jedes Vertrauen der BürgerInnen zu verspielen. Und den sicher kräftezehrenden Einsatz all derer, die aus Ãœberzeugung und guten Gründen gegen die Ansiedlung des Logistikunternehmens „Pfenning“ in Heddesheim sind, verantwortungslos aufs Spiel setzen.

Die „IG neinzupfenning“ ist kein Verein oder eine sonstwie organisierte Gruppe, die transparent über die eigenen Aktivitäten berichtet, sondern besteht aus einem kleinen Kreis von Personen, die sich durch öffentliche Auftritte und Veröffentlichungen die Rolle als „Sprecher“ der „Pfenning“-Gegner angeeignet hat.

Damit haben diese Menschen Verantwortung übernommen, derer sie leider nicht gerecht werden.

Massiver Schaden durch Dilettantismus.

Der dilettantische Spendenaufruf beschädigt geradezu nachhaltig jedes Vertrauen gegenüber dieser Gruppe und wird die Vorbehalte verschärfen, dass „die IG“ nur ein lockerer Bund von „privaten Interessenvertretungen“ ist.

Wenn die „IG neinzupfenning“ nicht umgehend eine ordentliche Struktur aufweisen kann und eine transparente und kontinuierliche Information über ihre Aktivitäten anbietet, sollten die BürgerInnen, die aus allgemeinen Interessen für Heddesheim gegen eine Ansiedlung von „Pfenning“ sind und viel Kraft und Mühe aufgewendet haben, sich schleunigst darum bemühen, eine eigene Interessenvertretung aufbauen.

Die erste Aufgabe wäre es, den Scherbenhaufen zusammenzukehren, den die „IG“ mit dieser jüngsten Aktion angerichtet hat. Denn im Ort wird man darüber reden, dass „der Karnasch, der Breitwieser und der Weber“ sich von den BürgerInnen „ihre“ Klage finanzieren lassen wollen. Und nicht, dass man „gemeinsam“ Interessen vertritt.

Das und nichts anderes heißt das Wort „Interessengemeinschaft“ – beides, die Interessen und die Gemeinschaft der „IG neinzupfenning“ werden immer fragwürdiger.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • Freie Meinung

    Einen schönen guten Abend,

    Herr Prothmann, Sie bringen auf den Punkt, was ich und viele, die ich kenne, genauso denken.

    Die IG ist ein lascher Haufen und verwendet den Protest vieler Menschen zum Eigennutz.

    Ich persönlich glaube aber nicht, dass es eine andere Bewegung geben wird. Dafür braucht es viel privates Engagement – das sind nur wenige bereit aufzubringen. Ich kann das aus beruflichen Gründen überhaupt nicht leisten.

    Leider ist viel zu viel Zeit verstrichen und die IG hat es nie geschafft, eine echte Identifizierung zu erreichen. Nur Nein ist einfach zu wenig. Auf den Flyern steht ein Ja zu Heddesheim – aber nichts dahinter.

    Danke für Ihre hervorragende Berichterstattung, die Infos sind super recherchiert und die Kommentare auf den Punkt. Manchmal auch für meinen Geschmack hart an der Grenze, aber wenigstens weiß man bei Ihnen, woran man ist.

    Und der Kommentar zeigt wieder einmal mehr, dass man sich bei Ihnen auf eine freie Meinung verlassen kann und vor allem auf ihre Unabhängigkeit, die scheints vor niemandem Angst hat.
    Ich habe auch den Kommentar zur GLH in Hirschberg gelesen und bin da voll auf Ihrer Seite.

    Wenns was gibt, das ich mit einer Spende unterstützen würde, dann Sie und Ihre blogs. Ich habe seit der Kündigung vom MM rund 30 Euro Ersparnis im Monat. Sie haben vor Wochen mal angekündigt, dass es zum Rechtsstreit mit Frau Görlit weitere Infos geben wird. Kommt da noch was?

    Alles Gute

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Da kommt noch was.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  • kompakter

    hallo,

    mal ehrlich – das mit den spaziergängen ist doch pillepalle. und ich versteh die aufregung nicht. die ig ist doch eh ne private zurschaustellershow – sollen sie zum spenden aufrufen. von mir gibts nix.
    klar war pfenning reichlich aggressiv, als sie den kranasch verklagt haben. ich erinnere mich noch gut an die handschellen-show, die er dann abgezogen hat. das war nur peinlich und für mich der tag, ab dem ich da nix mehr ernst genommen hab.

    gruß

  • heddesheimerin

    Ich bin entsetzt … Ich kann doch nicht einfach einen Spenden-Aufruf mit der Ansage „Schickt mal schoen was“ in die Welt setzen, ohne jede weitere Information und Transparenz! Mit dieser unüberlegten Aktion hat sich die bisher von mir sehr geschätzte Initiative erledigt. Sowas kann man sich nur einmal erlauben.

    Schade insbesondere, weil nun die Befürworter von Pfenning einen Beleg dafür haben, was für naive Dilettanten die Gegenseite anführen (wollen).

  • Madame

    Klopf! Klopf!… Hallo? … Keiner da?…

    Wo sind denn nun alle IG-Nein-Bekenner, die den Beitrag „Alles in allem leider zu lasch“ so entrüstet kommentiert haben? Ist so ruhig hier aus jener Ecke. Oder sollte man das vielleicht treffender „kleinlaut“ nennen?

    Mit der Spendenaufrufnummer hat sich ja nun leider bestätigt, was in dem Beitrag unter den Schlagworten „IG als Gruppe mit eigen(nützigen) Interessen“, „aktionistischer Dilettantismus“,“allgemeines Unbehagen gegenüber dieser Gruppierung“ bis hin zu „Antipathie“ und letzten Endes „Unglaubwürdigkeit“ zusammengefasst, wahrgenommen wurde. Die Kommentatoren hier an dieser Stelle unterstreichen das. Denn jetzt ist es raus und praktisch amtlich, was von dem ersten Aufschrei der IG-Truppe an – zumindest bei mir – rübergekommen ist. Mit dieser Aktion hat sich die IG-Nein-zu-Pfenning“ nun endgültig ins Aus der Halbherzgkeit geschossen. Und der Selbstüberschätzung. Klar wird auch, dass so etwas wie gesunder Menschenverstand auf der Strecke geblieben ist. Das zeigen die vielen Fragen hisnichtlich des Spendenaufrufs, die unbeantwortet bleiben. Es setzt simpelstes kommunikatives Grundverständnis voraus hier Transparenz zu schaffen und wenigstens ein bisschen über das wer, wie, von wem, wohin zu informieren.

    Und um hier jeglichen Missverständnissen vorzubeugen: Weder erfüllt mich das mit Genugtuung noch mit irgendeiner Art von Schadenfreude. Denn den Schaden haben, wie in dem Beitrag von Hardy Prothmann deutlich ausgesprochen „die BürgerInnen, die aus allgemeinen Interessen für Heddesheim gegen eine Ansiedlung von “Pfenning” sind und viel Kraft und Mühe aufgewendet haben“.

    Und die Grünen! Leider! Denn die sind mit den Privatinteressenvertretern gemeinsam aufgetreten, haben ihre Flurtouren-Termine auf die IG-Flyer drucken lassen und sich auch sonst schützend vor dieses diffuse Treiben gestellt. „Gemeinsam sind wir stark“ war da sicher die Motivation. Aber da hätte man mal genauer beleuchten sollen, ob der Strang der Interessen, an dem man zieht, überhaupt ein gemeinsamer ist. Dass hier Einiges nicht zusammen geht, haben selbst Bürger/Innen, die nicht zu den „inner circles“ gehören (vgl.Kommentar der Redaktion und der Verfasserin im Beitrag „…leider lasch“) und Kommentatoren hier erkannt.

    Die Grünen, die Gruppe, die es vielleicht richten könnte,weil wenigstens politisch organisiert, sind jetzt vor einen Karren gespannt, der im Schlam(m)assel des Dilettantismus gebaut wurde und müssen nun versuchen, diesen im Sinne des Gemeinwohls, für das sie sich gegen Pfenning aussprechen, wieder rauszuziehen. Ob das noch gelingen kann? Fraglich…

    • A. Felis

      Sie haben leider völlig recht. Das bisschen Hoffnung das mir die IG immer vermittelt hat, ist nun dahin. Ich war nie begeistert von der Truppe, aber dankbar dass sich da Menschen engagieren, die ein wenig die „Fäden zusammenhalten“ bei dem Thema.

      Und nun das … das scheint mir nicht nur ein Kommunikationsproblem sondern auch viele rechtliche Fragen offen. Erhält man eine Spendenquittung, was wird genau mit dem Geld gemacht etc. Aus meiner Sicht hätte dafür ein gemeinnütziger e. V. oder ähnliches mit Satzung und Kassier etc. gegründet werden müssen. Und kein Privatkonto.

      Meine Vorhersage: Es kommen keine 50 Euro zusammen und die Herren Breitwieser und Karnasch sind erstmal kräftig unten durch im Ort! … Und der Herr Bürgermeister reibt sich die Hände …

    • Jochen Schust

      Letzte Hoffnung Grüne kann man da nur sagen. An denen wäre es jetzt, den Widerstand im Ort breit zu organisieren. Ich will ja nicht auf den strapazierten Vergleivh Stuttgart zurückkommen, aber in Sachen „Mobilisierung“ zum richtigen Zeitpunkt lässt sich da schon eine Menge lernen.

  • Jochen Schust

    Es ist bezeichnend, dass sich die IG auch Tage nach diesem (ich nehme an gedankenlosen) Aufruf und den heftigen Reaktionen hier nicht in der Lage sieht, die Sache zu kommentieren oderrichtigzustellen. Weder hier noch auf der eigenen Website.

    Ich hatte mal kritisiert, dass einige über den angeblich „laschen Haufen“ IG herziehen und nehme dies hiermit zurück! Von denen ist wohl schlicht NIX zu erwarten. Damit geht der Ball zurück an die Heddesheimer. Wer engagiert sich jetzt noch?

    • lutz

      ..der Ball geht zurück an einen, der sich nun über das Desaster die Hände reibt und freut: Michael „Mappus“ Kessler!

      • heddy

        „Michael „Mappus“ Kessler“

        LOL … verfügt die Heddesheimer Polizei eigentlich über angemessen starke Wasserwerfer? Nur für den Fall, dass die Lage ausser Kontrolle gerät und Hr Kessler durchgreifen muss.

  • Horst Berger

    Also ich kann diese künstliche Aufregung nicht verstehen. Der Vorgang ist doch völlig in Ordnung:

    Wie machen die Chinesen so etwas. Aktuell steht das Yeti-Projekt an. In der chinesischen Provinz Hubei wird nach geeignetem Personal für eine Expedition in die Berge der Waldregion Shennongjia gesucht. Deren Ziel: den Yeti zu finden. Die Planer rechnen mit Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Dollar – und werben um Unterstützer.

    Doch noch fehlt es nicht nur an Personal, sondern auch an Geld. Nach Angaben des Archäologen Wang Shancai, der an dem Projekt beteiligt ist und normalerweise am Institut für Kulturrelikte und Archäologie der Provinz Hubei beschäftigt ist, kostet die Expedition umgerechnet etwa 1,5 Millionen Dollar. Die Organisatoren seien noch auf der Suche nach Geldgebern bei Unternehmen und Institutionen.

    Fazit 1: Den Yeti hat (ausser Reinhold Messner) noch niemand gesehen! Den Pfenning und seine LKW haben schon schon jede Menge Leute gesehen.

    Fazit 2: Der Yeti in Heddesheim wäre mir lieber wie der Pfenning.

    Fazit 3: Erinnern wir uns einmal an Werte und die Bibel. Da gibt es das Johannes-Evangelium:

    „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“

  • Kurt Fleckenstein

    Bei dem Artikel und einigen Kommentaren scheint mir doch einiges aus dem Ruder zu laufen. Dies veranlasst mich eine Stellungnahme abzugeben. Aus Großmannssucht sind der Bürgermeister und einige Gemeinderäte dabei, ein Vorhaben durch zu boxen, welches die Landschaft und den Ort Heddesheim für die Zukunft dauerhaft zerstören wird. Nun haben sich einige unmittelbar Betroffene im Gewerbegebiet zusammen getan, um im ersten Schritt Ihre Interessen zu verfolgen. Dies ist absolut legitim, insbesondere vor dem Hintergrund der bis dato vorliegenden Planungslage, auf die sie mit Recht vertrauen konnten. Sie haben aber im Folgenden viel mehr getan. Sie haben es geschafft, dass mehr als 1000 Unterschriften gesammelt wurden, sie haben mitgewirkt, dass eine Bürgerbefragung durchgeführt wurde und sie haben mitgewirkt, die Bevölkerung bei der Gemeinderatswahl so zu mobilisieren, dass dort die Sitzverteilung umgekrempelt wurde. Sie haben es weiterhin geschafft, dass in Heddesheim ein Bürgerwille entstanden ist, den es wahrscheinlich in dieser Form noch nie gegeben hat. Dies ist in hohem Masse beachtens- und lobenswert.

    Man muss sich weiterhin vor Augen halten, dass die hier aufs heftigste kritisierten Personen, das Engagment mit hohem persönlichen und finanziellen Einsatz geleistet haben, um nun an dieser Stelle beschimpft zu werden. Sie haben es nicht nur verstanden die Bevölkerung zu mobilisieren, sondern bereits in frühem Stadium juristische Beratung eingeholt. Ohne sie würde es in Heddesheim keine Klage (Normenkontrollverfahren) gegen das Vorhaben geben. Ihre Klage ist derzeit das Einzige, worauf die Bevölkerung noch setzen kann, damit das Vorhaben doch noch scheitert. Sie waren die Wegbereiter gegen das Vorhaben und nur sie sind es, die juristisch mobil machen und dafür Rechtsanwaltkosten übernehmen, die im fünfstelligen Bereich liegen.

    Die Personen sind weder Berufspolitiker noch Berufsaktivisten, sondern es sind Handwerker und Unternehmer, die ihren Betrieb führen müssen. Nun haben sie einen kleinen Fehler gemacht und Formalien nicht eingehalten, die sie nicht wissen konnten, weil es ja nicht ihr Job ist, hauptberuflich Spendenkonten zu verwalten. – und nun fällt man in rüder Weise über sie her.

    Ich werde auf das genannte Konto einen Spendenbetrag überweisen um meine Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Ich wünsche mir, dass der Artikel und einige der Kommentare nicht dazu führen, dass Herr Breitwieser, Herr Karnasch und Herr Weber und alle anderen, die bisher aktiv waren, nicht den Mut zum Weitermachen verlieren. Wer sonst würde die letzte Chance, die wir gegen die Zerstörung Heddesheim haben, juristisch wahrnehmen? Ich kenne sonst Niemanden.

    Dr. Kurt Fleckenstein
    Heddesheim

    • dasheddesheimblog

      Guten Tag!

      Danke für Ihren Beitrag.

      Leider bestätigen Sie mit Ihrem Kommentar die von uns kritisierte Situation, indem Sie die „IG neinzupfenning“ auf das reduzieren, was sie eigentlich nicht sein sollte – eine Gemeinschaft von wenigen.

      Wie in unserem kritischen Kommentar deutlich herausgestellt, muss klar sein, wer die „IG neinzupfenning“ ist – ein paar Handwerker und Unternehmer oder alle BürgerInnen, die mit ihren Unterschriften und ihrer Stimme ihren Willen kund getan haben.

      Wir folgen ebenfalls nicht Ihrer Einschätzung, dass die „IG neinzupfenning“ es „geschafft“ hat, einen Bürgerwillen zu mobilisieren, den es in dieser Form „noch nie gegeben hat“. Die „IG neinzupfenning“ hat dies zweifellos angestoßen und mit Aktionen unterstützt. Dazu kam die Arbeit von kritischen Gemeinderäten, vor allem der Grünen-Fraktion, und ganz wesentlich unsere kontinuierliche Berichterstattung, die rechercheintensiv, faktenreich und meinungsstark die Debatten im Ort zum Thema auf Grund von veröffentlichten Fakten, der Berurteilung von Ereignissen, dokumentiert und einordnet hat.

      In unserem Beitrag ist niemand „beschimpft“ worden – sondern es wurde eine Meinung und eine Einordnung zu einem sehr sensiblen Thema getroffen. Auch hier ist Ihr Kommentar nicht folgerichtig: Einerseits betonen Sie die frühzeitige Hinzuziehung von Rechtsanwälten und stellen dann die „Wegbereiter“ als ahnungslose Freizeitaktivisten hin. Mit Verlaub: Wer eine Klage in „fünstelliger“ Höhe plant, sollte keine Fehler machen, auch keine „kleinen“.

      Die „IG neinzupfenning“ hat sich den Willen vieler BürgerInnen angeeignet und damit dafür Verantwortung übernommen. Jeder „kleine“ oder große Fehler der Gegenseite, also Bürgermeister und Gemeinderatsmehrheit, war willkommen. Wenn Sie oder die „IG neinzupfenning“ umgekehrt nicht mit eigenen Fehlern umgehen können, ist das mehr als bedauerlich.

      Der Spendenaufruf in dieser Form war aus Sicht der Redaktion kein „kleiner“ Fehler, sondern ein großer in einer Reihe von vielen anderen Fehlern.

      Journalistisch ist es unsere Pflicht auf Fehler oder Missstände überall da hinzuweisen, wo sie vorkommen und für die Öffentlichkeit relevant sind. Dabei schlagen wir uns uns immer genau auf eine Seite: Die unserer LeserInnen und Leser. Und nicht wie der Mannheimer Morgen auf die Seite der Macht und der größtmöglichen Anzeigenerlöse und nicht auf die Seite der „IG neinzupfenning“, um vermutete Sympathien zu erheischen.

      So ist auch die Haltung der Redaktion gegenüber allen Beteiligten immer klar gewesen: Wir verstehen den Ansiedlungswunsch des Unternehmens und die Gegenwehr der Bürgerschaft. Wir haben die Argumente der Befürworter zur Kenntnis genommen und durch Recherche deren Haltlosigkeit nachgewiesen. Wir haben die Argumente der Gegner zur Kenntnis genommen und auf Stichhaltigkeit geprüft. Wir dokumentieren den jeweiligen Stand der Dinge und das Verhalten der beteiligten Personen.

      Solange aus Sicht der „IG neinzupfenning“ (wer auch immer das jetzt sein soll), alles aus deren Sicht gut lief, hatte man Spaß – der ist offensichtlich vergangen, weil die aus unserer Sicht berechtigte Kritik nun diese selbst trifft.

      Das ändert an unserer Haltung nichts: Wir berichten unabhängig.

      Ihr Spendenaufruf verstößt eigentlich gegen unsere Kommentarregeln (Verbot von Werbung) – in diesem Fall lassen wir ihn stehen, weil wir uns darauf beziehen:

      Unser Kommentar macht mögliche SpenderInnen darauf aufmerksam, dass „übliche“ Verfahren nicht beachtet und nicht eingehalten wurden – nicht mehr und nicht weniger. Und wir äußern als Meinung unsere Missbilligung darüber – in diesem Fall unter dem Namen von Hardy Prothmann, der verantwortlich für das heddesheimblog ist und den Meinungsartikel verfasst hat.

      Unsere Meinungsartikel geben die Meinung des jeweiligen Autoren wieder – beruhen aber ebenfalls auf intensiver Recherche (im Gegensatz zu anderen Medien). Im Vorfeld der Veröffentlichung wurden zahlreiche andere Meinungen eingeholt, die den „Spendenbrief“ allesamt negativ bewertet haben. Selbst das müsste noch nicht eine negative Bewertung durch die Redaktion ergeben – tatsächlich war das das Ergebnis, weil keine positiven Aspekte gefunden werden konnten.

      Wenn Sie ins Feld führen, dass auf Seiten der „IG neinzupfenning“ ein „hoher finanzieller Einsatz“ geleistet wurde, stellt sich die Frage, wer diesen geleistet hat: Ein paar Handwerker und Unternehmer, die sehr wohl ihre eigenen und legitimen Interessen vertreten. Jeder, der seine eigenen Interessen vertritt, handelt so, wenn er das kann.

      Wenn aber die „IG“ zu Spenden aus der Bevölkerung aufruft, ruft sie abermals Verantwortung auf, für die Verwendung der Spendengelder. Spätestens jetzt muss die „IG“ vorlegen, was „hoher finanzieller Einsatz“ heißt. Spätestens jetzt muss die „IG“ anfangen, Rechenschaft abzulegen.

      Derselbe Maßstab wird an die Politik gelegt: Den Bürgermeister und seine Mehrheit. Mit „zweierlei Maß“ kann und darf nicht gemessen werden. Das ist unsere Haltung in der Sache, die wir weiter genau so verfolgen.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

    • heddy

      „Die Personen sind weder Berufspolitiker noch Berufsaktivisten, sondern es sind Handwerker und Unternehmer, die ihren Betrieb führen müssen.“

      Auch ich will die Leistungen der Genannten ausdrücklich anerkennen. Aber so ein Vorgehen irritiert nun mal und man fragt sich, wie seriös und nachhaltig das ist, was da nebulös mit Anwälten geplant ist. Wenn jemand Geld von mir will, dann ich eben ganz genau wissen, was damit passiert – tut mir leid!

  • Powerbiene

    Leuteleute, …

    da rappeln sich einige Leute (aus welchen Gründen auch immer) zu einer Interessengemeinschaft gegen diesen Logistik-Irrsinn zusammen, stellen so einiges auf die Beine, Beeinflussen die Gemeinderatswahlen 2009 maßgeblich und sorgen für eine breite Aufmerksamkeit für dieses Projekt und sollen denn doch so schnell in Ungnade fallen?

    Diese Menschen sind keine Vollzeit-Protestler sondern größtenteils (selbstständige!) Arbeitnehmer. Die machen das in ihrer Freizeit und haben keine Erfahrung von der Materie.

    Wo sind SIE denn die ganze Zeit gewesen? Wo sind IHRE Interessengemeinschaften, Widerstandsgruppen und Bürgerinitiativen? Vielleicht ist der Spendenaufruf ein wenig unglücklich umgesetzt – aber prinzipiell absolut nachvollziehbar.

    Man sollte nicht so schnell ein Urteil fällen – vor allem, wenn man selbst nicht aktiv wird …

    Powerbiene

    • lutz

      Das das alles engagiert und „gut gemeint“ ist steht doch völlig ausser Frage! Dies wurde auch immer anerkannt.

      Das Problem ist, dass solche Aktionen die Glaubwürdigkeit der IG massiv beschädigen. Wenn die Akteure nicht mal einen Spendenaufruf transparent hinkriegen, wie sicher ist es dann, dass sie fähige Anwälte beauftragen und sich hier nicht über den Tisch ziehen lassen?

      Ich bin hin und hergerissen und würde eine schlagkräftige IG herzlich gern unterstützen. Mir fehlt im Moment nur der Glaube, dass meine Spende da wirklich gut investiert wäre. Es wäre an Karnasch und Co, hier wieder Vertrauen in der Heddesheimer Öffentlichkeit aufzubauen.

    • CB

      Guten Tag!

      Wer über eine Klage nachdenkt und keine Ahnung hat, der lässt sich doch wohl anwaltlich beraten!
      Wer dann mit dem Anwalt bespricht, dass er für eine IG ein Spendenkonto einrichten will, um ihn und die Klage auch finanzieren zu können … der sollte dann auch von dem Anwalt informiert werden wie das geht.
      Andernfalls ist man vielleicht auch sonst nur schlecht beraten!

      Was ist denn mit einer Spendenquittung?

      Sonnige Grüße vom Balkon!

      P.S.: Was sind „selbstständige Arbeitnehmher“???

      • heddy

        Vielleicht kann die IG einfach mal nennen, mit welcher Kanzlei man zusammenarbeiten wir. Das erleichtert die Entscheidung für/gegen eine Spende.

        Und das mit der Quittung habe ich mich auch gefragt. Die müsste es eigentlich in jedem Fall geben. Sonst bewegt man sich doch schon fast im Graubereich „Geldwäsche“ o. ä.

      • Powerbiene

        Sie haben natürlich recht – „selbstständige Arbeitnehmer“ ist ein Widerspruch in sich. Ich meine „Selbstständig tätige Personen“.

        Powerbiene

  • Pfälzer

    Hallo,

    kann man die IG Nein zu Pfenning und den Spendenaufruf nicht besser machen? Ja man kann und man sollte es auch unbedingt tun!
    Da sind meines Erachtens jetzt alle die gefordert, die immer nur meckern. Wenn die so viel in die Wege geleitet hätten wie die genannten Herren von der IG Nein zu Pfenningwar letztes Jahr, dann hätten es Kessler und Co schwerer gehabt.

    Ich bin zwar letztes Jahr von Heddesheim weggezogen und nicht mehr von der Ansiedlung betroffen, verfolge aber die Vorgänge mit großem Interesse. Wenn jemand sich Verdienste in der Mobilisierung gegen das Projekt erworben hat, dann sind es die Vertreter der IG. (Die Grünen wurden ja auch mehr oder weniger erst durch die IG ermutert bzw. genötigt gegen das Projekt zu sein.) Ohne die IG wäre Pfenning schon gebaut. Wer mit dem Vorgehen nicht einverstanden ist: Macht es besser! Soweit ich die Vertreter der IG kenne, werden die niemanden rauswefen!

    Pfälzer