Donnerstag, 24. August 2017

Demo gegen „Pfenningheim“

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Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2010. Der Ortsverein B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen hatte am Samstag, den 06. November 2010, zu einer Demonstration gegen die geplante Ansiedlung des Logistik-Unternehmens „Pfenning“ aufgerufen. Rund 90 Menschen nahmen an der friedlichen Demonstration durch den Ortskern teil.

Kurz nach 14 Uhr setzten sich gut 70 Menschen zur (der Redaktion bekannten) ersten Demonstration in Heddesheim in Bewegung.

Die von den zust├Ąndigen Beh├Ârden genehmigte Demonstration ging vom Fritz-Kessler-Platz ├╝ber die Beindstra├če, Nuiststra├če, Vorstadtstra├če, Oberdorfstra├če und Schaafeckstra├če bis zum Dorfplatz. W├Ąhrend des Zuges schlossen sich weitere Menschen an.

Vereinzelt beobachteten Anwohner aus Fenstern oder Hofeinfahrten die Demonstration. Hinter geschlossenen Fenstern konnte man einige Anwohner sehen oder vermuten, die den Zug beobachteten. Im Vergleich zu sonstigen „Umz├╝gen“ wirkte die Demonstration aber sehr „einsam“.

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B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen haben zur ersten Heddesheimer "Demo" aufgerufen: Gegen Pfenning.

Mit lauter Trommel, Trillerpfeifen und hochgehaltenen Plakaten marschierten die Demonstranten angesichts des schlechten Wetters mit starken Regenschauern recht flott den angemeldeten Demonstrationsweg durch den Heddesheimer Ortskern.

Gegen 15:00 Uhr wurde nach der Ankunft auf dem Dorfplatz eine Kundgebung abgehalten. Der Heddesheimer Gr├╝nen-Gemeinderat G├╝nter Heinisch, der „IG neinzupfenning“-Sprecher Hans Weber sowie der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) sprachen zu den mittlerweile gut 90 versammelten B├╝rgerInnen.

Herr Heinisch sagte: „Pfenning in Heddesheim – eine Wahnsinnsidee, eine Holding ansiedeln zu wollen, die als Gesch├Ąftsmodell hat, m├Âglichst wenig Steuern zu zahlen und zu behaupten, dass diese Firma Gewerbesteuern bringt.“ Herr Heinisch betonte, dass „andere Parteien“ wieder „gegen besseres Wissen“, an dieser „Idee“ hesthalten.

Herr Sckerl betonte das „Demonstrationswochenende“ gegen die „Castor-Transporte“, „Stuttgart 21“ und mittlerweile auch Heddesheim: „Politik dieser Machart, ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rgerinnen und B├╝rger hinwegzuentscheiden, ist an ihrem Ende angekommen. B├╝rgerinnen und B├╝rger wollen mitentscheiden. Und das ist gut so.“ F├╝r Heddesheim betonte Herr Sckerl „wichtige Strukturentscheidungen“: „Pfenning im Verh├Ąltnis zur Gemeinde muss wie Stuttgart auch von den B├╝rgerinnen und B├╝rger mitentschieden werden. Und zwar aus wohlverstandenen kommunalpolitischen Gr├╝nden.“

Sonst blieben B├╝rgerinnen und B├╝rger „entt├Ąuscht zur├╝ck“, die einer „Phalanx von Experten“ gegen├╝bergestanden h├Ątten, die deren Argumente nicht ernst genommen h├Ątten.

Herr Sckerl versprach Unterst├╝tzung aus Stuttgart und forderte die B├╝rgerinnen und B├╝rger auf, den Protest weiter „im Interesse von allen“ zu vertreten. Die Teilnehmerzahl von keinen 100 Demonstranten ordnete er ein: „In Stuttgart waren das anfangs keine 1.000 Demonstranten, mittlerweile sind regelm├Ą├čig ├╝ber 30.000 Demonstranten vor Ort.“

Unter den 90 Demonstranten waren gut zehn Kinder und Jugendliche, sowie die Gr├╝nen-Gemeinder├Ąte Kurt Klemm, G├╝nter Heinisch, Ulrich Kettner sowie Andreas Schuster, samt hochschwangerer Gattin an seiner Seite. Au├čerdem der SPD-Gemeinderat Michael Bowien mit Familie. Der CDU-Gemeinderat Martin Kemmet, der bislang gegen das „Pfenning“-Projekt gestimmt hatte, hat nicht teilgenommen.

Die Demonstration wurde durch acht Beamte des Polizeireviers Ladenburg vor allem „verkehrstechnisch“ gesichert und verlief friedlich und ohne Zwischenfall.

Fotos: Anne Ewald, local4u, Horst P├Âlitz

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Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Redaktion:
Auch der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann, verantwortlich f├╝r das heddesheimblog, war vor Ort und hat die Demonstration als Journalist begleitet.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • Klaus

    Zitat: „Politik dieser Machtart, ├╝ber die K├Âpfe der B├╝rgerinnen und B├╝rger hinwegzuentscheiden, ist an ihrem Ende angekommen. B├╝rgerinnen und B├╝rger wollen mitentscheiden.“

    Das verstehe ich beim besten Willen nicht! Der Ort und seine B├╝rger hat doch durch eine B├╝rgerbefragung?! entschieden… knappe entscheidung hin oder her…

    • Argus

      Aber nur mit einer „sagenhaften“ Mehrheit von 40 Stimmen !
      Lachhaft und f├╝r die Pfenninggegner nat├╝rlich unbefriedigend!!!

    • Heddesheimer

      Man k├Ânnte auch so verstehen im Bezug auf “ Politik dieser Machart“ den Demokratischen weg, in dem es auch Gegnern gestattet ist, im Mitteilungsblatt zu inserieren oder auch eigene gutachten mit einbringen k├Ânnen usw.

    • Tommes

      Ich erinnere an die Art und Weise wie zumindest ein Teil der Befragten durch die durchaus geschickte Fragestellung beeinflusst wurde. Ein einfaches Ja oder Nein h├Ątte ein anderes Ergebnis gebracht. Davon bin ich fest ├╝berzeugt, was jedoch nicht zu belegen ist. Genauso wenig wie das Gegenteil.

      • Argus

        Nat├╝rlich wurde die B├╝rgerbefragung mit den zus├Ątzlichen Fragen manipuliert.

        Ein einfaches ja oder nein auf eine einzige Frage w├Ąre fairer gewesen.

        Aber das war von K&Co nicht gew├╝nscht.