Montag, 10. Dezember 2018

„Bildhafte Wortgewalt“ – Kalligrafien von Frank Fath

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Heddesheim, 08. Dezember 2009. Der Heddesheimer K├╝nstler Frank Fath pr├Ąsentiert auf seiner Ausstellung im Klosterhof Neuburg in Heidelberg seine Kalligrafien. Die Ausstellung ist noch an den verbleibenden Adventssonntagen zu besichtigen. Der Kalligrafie-Experte Fath ist im Hauptberuf Kartograf bei der Stadt Mannheim und f├╝hrt unter anderem das „goldene Buch“ der Stadt mit seiner Schriftkunst.

Von Fernando

„Um noch einmal mit dem Unendlichen zu beginnen…“

Rund zwei Dutzend Mal wiederholen sich die Worte des chilenischen Dichters Pablo Neruda auf Leinwand, Tuch oder handgesch├Âpftem B├╝ttenpapier. Getragen von gel├Âschtem Kalk, farbpigmentierten Tuschen und Tinten. Mal geschrieben in gro├čen schwungvollen Bewegungen, mal in der Kompaktheit klassischer Typografie oder minimalistischen, auf das Wesentliche konzentrierten Lettern.

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Schriftkunst: "Sprachlos ob der bildhaften Wortgewalt. Bild: Fernando

Der Heddesheimer Kartograf und Kalligraf Frank Fath zeigt in seiner Ausstellung im Klosterhof Neuburg in Heidelberg auf eine beeindruckende Art und Weise, was die „Kunst des sch├Ânen Schreibens“ hergibt.

„Sprachlos ob dieser bildhaften Wortgewalt.“

Es ist bereits die zweite Ausstellung des K├╝nstlers, der sich f├╝r seine Arbeiten so gerne der poetischen Kraft Nerudas bedient und diese in seine eigene Sprache, die Bildsprache der Kalligrafie, ├╝bersetzt. „Ich bleibe an einem Gedicht, an einer Zeile h├Ąngen und wei├č, diese wunderbaren Worte m├Âchte ich noch einmal auf meine Art wiedergeben, sie zu geschriebenen Bildern machen“, beschreibt Fath wie er von Worten inspiriert wird.

Er ├╝berf├╝hrt den Text aus der Lesbarkeit heraus in eine Textur und Struktur des Bildhaften, um den Inhalt und die Bedeutung ├╝ber die Gesamtkomposition von Schreibkunst und Collage auszudr├╝cken.

Dabei geht der Kalligraf ├╝ber die Grenzen des typografischen Systems hinaus – die ├Ąsthetische Ausgewogenheit der Buchstaben im Blick.

Utz Androbus-Thorweihe, Schauspieler, Autor, Regisseur und Laudator des Er├Âffnungsabends, war f├╝hlbar ergriffen von der Kraft der Arbeiten: „Die Bildende Kunst vermag weit mehr zu sagen als Worte und um aus Kalligrafie Kunst zu machen, bedarf es weit mehr als sch├Ân schreiben zu k├Ânnen. Es ist unglaublich, was hinter den immer wieder kehrenden Worten des Dichters an Neuem aus diesem Frank Fath herausbricht.“ Der Laudator:├é┬á„Ich bin nahezu sprachlos ob dieser bildhaften Wortgewalt“.

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K├╝nstler Frank Fath schreibt im Hauptberuf auch das "Goldene Buch" der Stadt Mannheim. Bild: Fernando

Ort der Ausstellung und Kunst als Einheit.

Fath hat f├╝r seine Arbeiten in dem alten Gew├Ąchshaus des Heidelberger Klosters einen Ausstellungsort mit besonderer Atmosph├Ąre gefunden. „Tats├Ąchlich ergibt sich zuerst der Ort und wenn es dann hei├čt, du kannst eine Ausstellung machen, arbeite ich mit der Architektur oder der Bedeutung des Raumes und der R├Ąumlichkeiten im Hinterkopf auf die Ausstellung hin und beginne zu schreiben.“

Vielleicht konnte Frank Fath keine bessere Inspiration f├╝r die Kunst des ├Ąsthetischen Schreibens finden. Denn Kirchen und Kl├Âster stehen seit jeher als Orte der Schriftbewahrung in sehr engem Zusammenhang mit der Kalligrafie.

Info:
Die Ausstellung „…um noch einmal mit dem Unendlichen zu beginnen“, Kalligrafien von Frank Fath ist im Rahmen des Adventsmarkts auf dem Klosterhof Neuburg an allen Adventswochenenden f├╝r das Publikum ge├Âffnet.

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Frank Fath: Kartograf und K├╝nstler. Bild: Fernando

Zur Person:
Frank Fath (*1965) kam zum ersten Mal mit Formen der handgeschriebenen Schrift w├Ąhrend seiner Ausbildung zum Kartografen bei der Stadt Mannheim in Kontakt. Das Faszinosum der Schriftkultur mit Feder, Pinsel, Tinte und Tusche lie├č ihn fortan nicht mehr los.
Er vertiefte seine Kenntnisse in Symposien zur Kalligrafie in England und bildete sich bei namhaften nationalen und internationalen Schriftk├╝nstlern aus Mannheim, Leipzig, Irland, Italien und den USA st├Ąndig weiter.
Die Stadt Mannheim ├╝bertrug dem talentierten Mitarbeiter die Verantwortung f├╝r alle relevanten kalligrafischen Arbeiten, darunter Aufgaben wie das Gestalten der Urkunden zur Verleihung des Schiller- und Dudenpreises und das F├╝hren des Goldenen Buches der Quadratestadt, das seit ├╝ber zwanzig Jahren Faths „Handschrift“ tr├Ągt.

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Faszination Schrift. Bild: Fernando

Erste kalligrafische Gehversuche machte er bei dem Worpsweder Maler und Grafiker Hans Bock, sp├Ąter intensive Kontakte zu dem Mannheimer Kalligrafen Albert Schmalz
Seit Anfang der 1990 Jahre zahlreiche Begegnungen und Workshops mit nationalen und internationalen Schriftk├╝nstlern aus Europa und USA.
Traditionelle Kalligrafie seit 1988 f├╝r die Stadt Mannheim im repr├Ąsentativen Bereich, darunter das „Goldene Buch“, Urkunden f├╝r „Schiller- und Dudenpreis“.
Seit 2005 Mitglied der Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.