Donnerstag, 24. August 2017

Hirschbergs Bürgermeister Just hat „erhebliche Bedenken“ beim Verkehrsgutachten

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Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 07. April 2010. Der Hirschberger Bürgermeister Manuel Just hat in einem Interview mit dem hirschbergblog „erhebliche Bedenken“ zum Verkehrsgutachten geäußert. Die Gemeinde Hirschberg wird deshalb einen Einwand zum ausgelegten Bebauungsplan abgeben.

Zur geplanten „Pfenning“-Ansiedlung gibt es nicht nur zwei Verkehrsgutachten in Heddesheim, sondern auch eines in Hirschberg. Das wurde vor zehn Jahren angefertigt und besagt, dass der Hirschberger Kreisel bei einer Entwicklung des Hirschberger Gewerbegebiets Nord (ca. 9 Hektar) den Verkehr nicht mehr aufnehmen kann: Stufe E.

In einem ersten Gutachten zum geplanten „Pfenning“-Projekt war der Hirschberger Kreisel zunächst nicht bewertet worden, in einem „erweiterten“ Gutachten wird die Leistungsfähigkeit mit Stufe D, also noch leistungsfähig, eingeschätzt.

Pikant: Die widersprüchlichen Gutachten kommen von denselben Gutachtern, Koehler, Leutwein & Partner aus Karlsruhe.

Der Hirschberger Bürgermeister Manuel Just will eine Antwort auf die Frage, wie es zu den unterschiedlichen Aussagen kommt. Den „Pfenning-Befürwortern“ dürfte das nicht gefallen. Außerdem ist Hirschberg nicht mit zusätzlichem Verehr durch Pfenning einverstanden.

In einem Interview mit dem hirschbergblog sagte Bürgermeister Just auf die Frage nach den Verkehrsgutachten: „Mit den Nachteilen meine ich ganz klar eine zusätzliche Verkehrsbelastung für Hirschberg. Erhebliche Bedenken habe ich, was das Verkehrsgutachten angeht.“

Im Hirschberger Gemeinderat bezeichnete der SPD-Gemeinderat Dr. Horst Metzler den Heddesheimer „Verkehrslenkungsvertrag“ als „unfreundlichen Akt“ gegenüber Hirschberg.

Im Gemeinderat wurde die Forderung laut, dass entweder Hirschberg auch einen solchen Vertrag bekommen solle oder Heddesheim seinen kündigen muss, weil sonst der Heddesheimer „Pfenning“-Verkehr auch über die B3 rollen würde.

Nach intensiver Debatte hat sich der Hirschberger Gemeinderat auf einen Einwand geeinigt, dessen vier Punkte erfüllt sein müssen, damit Hirschberg dem Bebauungsplan zustimmt.

„Pfenning“ hat sich unterdessen geweigert, mit Hirschberg einen „Verkehrslenkungsvertrag“ zu schließen. Somit bleibt der Gemeinde Hirschberg der Klageweg offen.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.

  • wasdennnoch

    Endlich ein Bürgermeister der Durchblick hat und ein Rat, der ihn
    kräftig unterstützt. Hirschberg kann zufrieden sein. Dieser Bürgermeister setzt sich für seine Gemeinde ein.

    Wenn nun in Hirschberg die Gedanken auch noch in Richtung Luftschädigungen, Klimabeeinträchtigungen und Feinstaub, verursacht von Pfenning gehen, so wird das so richtig rund. Ein 30 Meter Pylon hält diese Belastungen nicht ab. Die Autobahn auch nicht. Die falschen Gutachten auch nicht. Hirschberg geht seinen Weg und das ist gut so.

    Wer die Unwahrheit sagt, muss ein gutes Gedächtnis haben. Der Heddesheimer Bürgermeister und auch der Teil-Rat sollten darüber u.a. im Zusammenhang mit dem Hirschberger Kreiselgutachten mal gut nachdenken. Die Glaubwürdigkeit haben beide verspielt. Immer noch 12:9 und durch? So verspielen Personen noch das letzte Quäntchen Vertrauen.

  • suhedd

    Inwieweit kann ein Hirschberger Einwand gegen den Bebauungsplan das Projekt überhaupt kippen?

  • A. Felis

    Man kann nur an Herrn BM Kessler appellieren: Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihrem Kollegen aus Hirschberg! Setzen Sie sich endlich kritisch mit dem Pfenning-Plan auseinander und denken Sie zuerst an die Gemeinde und dann an die Interessen dieses Konzerns. Und haben Sie die Größe, auch einmal eigene Fehleinschätzungen einzuräumen…